In der Mangel

17. März 2010, 08:54

Das ist lustig:


Screenshot: DWDL

Das ist, als würde man Pommes einen Mangel an Vitaminen vorwerfen. Oder einem Campingzelt das fehlende Gästezimmer.

 
Michael in Blog.

In Memoriam Peter Graves

15. März 2010, 21:21

Er hat mehr als 150 dieser Tonbänder überlebt.

Die Nachricht auf dem Band zerstörte sich fünf Sekunden nach dem Abhören selbst. Aber Peter Graves blieb als Jim Phelps der unverwüstliche Kopf der Impossible Missions Force im Serienklassiker Kobra, übernehmen Sie!

Sogar bei der Neuauflage zwei Jahrzehnte später, bei der das Team wie im US-Fernsehen üblich reihum mit jungen Menschen besetzt wurde, blieb der alte Graves als Kopf im Mittelpunkt — also so ähnlich wie bei BAP.

Nur für die Kinofassung in den 90er-Jahren war der 1,88 m große Graves nicht mehr zu gebrauchen, weil im Kino die Bilder im Verhältnis zur Breite nicht so hoch waren wie im Fernsehen und die Produzenten deshalb keinen Schauspieler einsetzen konnten, der größer als 1,70 m war.

Peter Graves ist in Kalifornien gestorben. Am Donnerstag wäre er 84 geworden.

 
Michael in Blog.

Aber das darf die Öffentlichkeit nie erfahren

15. März 2010, 18:54

Meine Mutter telefoniert viel und ist deshalb am frühen Abend oft schwer zu erreichen. Mein Vater dagegen problemlos. In Wirklichkeit vermute ich dahinter aber eine Verschwörung, und die Verschwörer wollen, dass ich einen besseren Draht zu meinem Vater habe als zu meiner Mutter.

Ich schweife ab.

Wie immer, wenn im Fernsehen per Telefonabstimmung Entscheidungen immenser, wenn nicht gar nationaler Bedeutung getroffen wurden, vermutet nach Bekanntgabe des Ergebnisses ein Teil derer, die nicht für den späteren Sieger gestimmt haben, Schiebung. „ich hab gefühlte hundert mal versucht für jennifer anzurufen und bin nicht durchgekommen. danach hab ichs nur zum spaß einmal bei lena versucht und bin durchgekommen… sehr, sehr komisch….“, schreibt sepphoch2 im Community-Forum zu Unser Star für Oslo und findet sofort Unterstützer, die die gleiche Erfahrung gemacht haben. Er findet aber auch Gegenargumentierer, die die umgekehrte Erfahrung gemacht haben. Sehr, sehr komisch. Zumindest dürfte sich Raab TV bei so vielen belegten Leitungen nicht über mangelnde Teilnahme beklagen.

Lena Meyer-Landruts meistgewählter Song „Satellite“ findet auch nicht nur Unterstützer. Stefan Niggemeier fand ihren dritten Song „Love Me“ wesentlich stärker. Ich auch. Und natürlich die Forenschreiber, die sofort eine Neuabstimmung fordern.

Heute gibt es deutliche Indizien dafür, dass am Freitag alles mit rechten Dingen zuging und das Ergebnis durchaus die Meinung der Mehrheit widerspiegelt. Die beiden Download-Portale Musicload und iTunes, wo seit dem Wochenende nicht nur der Siegertitel feilgeboten wird, sondern jeweils alle drei Titel beider Finalistinnen erhältlich sind, kommen mit ihren aktuellen Bestsellerlisten zum gleichen Ergebnis. Und das ist vermutlich sogar noch repräsentativer. Denn während bei der Telefonabstimmung jeder so oft anrufen kann, wie er will und durchkommt, ist es unwahrscheinlich, dass hartnäckige Fans sich ihre Lieblingssongs ein Dutzend Mal kaufen, nur um den Song auf die vorderen Plätze zu schieben. Und dennoch steht bei beiden Anbietern die Siegerin vom Freitag vor der Zweitplazierten und der Siegersong vor den anderen Liedern.

Dass Lena Meyer-Landrut mit ihrer quirligen Art und dem Hang zum Klugschiss nicht nur Fans gewonnen hat, ist vermutlich das Beste, was ihr und den angeschlossenen Musikwettbewerben passieren konnte. Besser eine Teilnehmerin, die polariert polarisiert, als eine, die allen völlig egal ist.

 
Michael in Blog.

Mord, Lügen und Fernsehen

10. März 2010, 05:52


Tim Roth als Dr. Cal Lightman in Lie To Me.
Foto: Vox

Ein bisschen Mitleid mit Vox muss man schon haben. Seit RTL sich die dauerbrennenden CSI-Krimiserien gekrallt hat, scheinen bei Vox fast nur noch kurzlebige Krimis zu landen, die die Sendeplätze nur vorübergehend füllen. Shark, Standoff, Life, und jetzt Lie To Me.

Lie To Me läuft in den USA zwar noch, die Quoten sind aber rückläufig, was nie ein gutes Zeichen ist. Das heißt aber nicht, dass man gleich die Finger von der Serie lassen sollte; eher, dass man sie genießen sollte, so lange sie anhält.

Im Grunde ist Lie To Me eine ganz konventionelle Krimiserie mit Verbrechen, Ermittlung und Lösung in dieser Reihenfolge. Ein Extra-Gimmick braucht aber heute jeder Krimi, und hier ist es der lebende Lügendetektor Tim Roth, der nicht mal teure Technik benötigt, sondern nur Gesichter zum Reingucken. Und schon sieht er, wann jemand lügt. Lustig wird’s, wenn er diese Fähigkeit auch im Alltag anwendet und dann Parkplatzrüpeln eins auswischt oder er es nicht lassen kann, Passanten zu belehren, was er im Vorbeigehen aufgeschnappt hat.

Das klingt in der Theorie vielleicht nur mittelprächtig, ist aber in der Umsetzung sehr ansehnlich und bekommt deshalb mein Guckmal-Gütesiegel.

Lie To Me, mittwochs um 21.15 Uhr bei Vox.

 
Michael in Blog.

Pandora zurück in die Büchse

8. März 2010, 11:26

Diese Oscar-Verleihung dauerte so lange, dass „Avatar“ jetzt in der Vergangenheit spielt.
(Moderator Steve Martin am Ende der mehr als dreieinhalbstündigen Gala.)

„Avatar“ war der große Verlierer bei der Oscar-Verleihung in der vergangenen Nacht. Vielleicht, weil es trotz kleinerer Änderungen am Konzept immer noch keine Kategorie für die größte Diskrepanz zwischen Hype und Handlung gibt.

Vielleicht war die Idee mit den animierten blauen Männchen aber auch einfach nicht neu genug.

Genauso wie dieser Gag.

 
Michael in Blog.

Kriminalfilme im Wandel der Zeit

7. März 2010, 23:16

Hauptkommissar Schmücke: „Gelobt sei die DNA-Analyse!“
Hauptkommissar Schneider: „Wie haben wir das eigentlich früher gemacht?“
Hauptkommissar Schmücke: „Da mussten wir uns noch richtig anstrengen.“

(Aus: Polizeiruf 110, Sonntagabend im Ersten.)

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Michael in Blog.

Merkwürdige Praxis

5. März 2010, 06:15

Bei Kabel 1 beginnt heute die letzte Staffel der preisgekrönten Serie Practice – Die Anwälte, deren vorletzte, drittletzte und viertletzte Staffel nie im deutschen Fernsehen gelaufen sind.

ProSieben zeigte einst die ersten vier Staffeln dieser Serie, die von David E. Kelley erdacht wurde und deshalb eine Anwaltsserie ist, die in Boston spielt. Danach gab es eine Pause, die länger war, als es gedauert hätte, die fehlenden drei Staffeln ein paar Mal zu zeigen. Wer also Schwierigkeiten hat, beim heutigen Einstieg mit Folge 147 sofort in die Handlung und Zusammenhänge hineinzufinden, darf sich darüber nicht wundern. Dennoch wird er einige Charaktere wiedererkennen, wenn auch nicht zwingend aus den ersten Staffeln von Practice. Neu dabei sind Alan Shore (James Spader) und Tara Wilson (Rhona Mitra), und in fünf Folgen auch Denny Crane (William Shatner), die Vox-Zuschauer aus Boston Legal kennen.

Practice war genauso gut, nur nicht so albern wie später Boston Legal. Boston Legal war im Herbst 2004 die Fortsetzung der langlebigen, aber gerade eingestellten Serie Practice, und für den sanfteren Übergang wurden einige Figuren übernommen.

Der Erfolg von Boston Legal beim Konkurrenten Vox erklärt, warum sich der ProSiebenSat.1-Konzern entschieden hat, die Rechte an Practice zumindest teilweise zu nutzen und, wenn schon nicht die 67 fehlenden Folgen im Mittelteil, dann doch immerhin die letzte Staffel mit den bekannten Gesichtern bei Kabel 1 zu zeigen.

Und darüber sollten wir uns für einen kleinen Augenblick freuen.

Freu.

So, das reicht. Denn es kommt nicht oft vor, dass sich programmplanerische Entscheidungen des deutschen Fernsehens mit gesundem Menschenverstand erklären lassen.

Practice – Die Anwälte, freitags um 23.05 Uhr bei Kabel 1.

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Michael in Blog.

Der Sieben-Millionen-Dollar-Flop

3. März 2010, 05:55

Es gab in den 70er- und 80er-Jahren ein paar Fernsehenserien, von denen man unterbewusst bestimmt schon damals wusste, wie beknackt sie waren, zum Beispiel die mit dem sprechenden Wunderauto oder die mit der High-Tech-Frau mit künstlichen Körperteilen, die ihr Superkräfte verleihen.

Dann gab es die Zeit, als man zufällig in den 90er-Jahren noch mal in Wiederholungen dieser Serien hineingeriet und plötzlich völlig bewusst feststellte, wie beknackt die waren.

Und schließlich kamen die Nuller-Jahre, die nicht nur wegen der Schreibweise der Jahreszahlen so hießen, sondern auch wegen der Entscheider, die in dieser Zeit die Chefetagen bei den wichtigen Fernsehsendern übernahmen. Das waren diese Menschen, denen weder bewusst noch unbewusst klar war, wie beknackt diese Serien waren, und die deshalb entschieden, in einem erwachsen gewordenen Fernsehen Neuauflagen zu programmieren und diese mit den modernen Mitteln der Gegenwart, aber den kindischen Geschichten von einst umzusetzen.

So kam es im vergangenen Herbst zum neuen Knight Rider bei RTL, und so kommt es heute zur neuen Sieben-Millionen-Dollar-Frau Bionic Woman bei RTL2, bei der man gar nicht weiß, wo man mit der Aufzählung anfangen soll, was daran alles bescheuert, damlich, hirnrissig oder schwachsinnig ist. Und bis man sich entschieden hat, ist die Serie nach acht Folgen zum Glück auch schon wieder abgesetzt.

Ironischerweise mehr als sieben Millionen Dollar hat allein die Produktion der Pilotfolge angeblich gekostet, Investitionen für Autorenleistungen scheinen im Budget aber nicht enthalten gewesen zu sein.

Die Originale waren wenigstens noch unfreiweillig komisch und wurden zum Trash-Kult. Die neuen Fassungen taugen nicht mal dazu.

Bionic Woman, mittwochs um 22.05 Uhr bei RTL2.

 
Michael in Blog.

Schnellvorlauf

1. März 2010, 06:16

Die neue ProSieben-Mysteryserie FlashForward fängt spannend an: Die gesamte Menscheit fällt gleichzeitig für gut zwei Minuten in Ohnmacht, und jeder hat währenddessen eine Vision seiner eigenen Zukunft in einem halben Jahr. Worum es in der Serie geht, ist die Frage: Wie konnte das passieren, was oder wer steckt dahinter, und lässt sich die Zukunft vielleicht aufhalten?

Alle haben denselben Zeitpunkt am selben Datum gesehen, und auffallend viele haben etwas Maßgebliches erfahren: Dass sie in einem halben Jahr ihren Mann betrügen, schwanger sein oder ein Alkoholproblem haben werden. Das ist in dieser allgemeinen Deutlichkeit absurd, denn wie wahrscheinlich ist es, dass in einem beliebigen Zwei-Minuten-Zeitraum bei jedermann so aussagekräftige Dinge passieren? In den meisten zufälligen Zwei-Minuten-Zeiträumen im Leben eines normalen Menschen passiert vermutlich nicht mehr als essen, schlafen, fernsehen, Auto fahren oder Routinearbeit. Insofern ist es immerhin ein Zugeständnis der Autoren, dass ausgerechnet der Direktor des ermittelnden FBI-Büros sich schlicht auf dem Klo sitzen sah.

Wie gesagt: Es fängt spannend an, weil es eine starke Ausgangssituation ist. Was ist passiert? Kann es wieder passieren? Man möchte die Antwort auf das große Rätsel erfahren und bleibt erst mal dran.

Man muss aber auch den Tatsachen ins Auge sehen: Man wird die Antwort so bald nicht erfahren. Entweder floppt die Serie und wird abgesetzt, bevor sie aufgelöst wird, oder sie ist ein Erfolg und deshalb gezwungen, das Rätsel endlos ohne Auflösung in die Länge zu ziehen. FlashForward ist nicht die erste Serie, die mit einem einem dramatischen Ereignis/großen Rätsel beginnt, das eine Gruppe von Menschen miteinander verbindet, die bis dato nichts miteinander zu tun hatten. Lost und Heroes begannen ähnlich und auch ähnlich stark, aber beide Serien konnten das Niveau nicht halten, und so verloren sie im Lauf ihrer Jahre viele Fans. Die Untergangsserien Jericho und Nemesis wurden nach kurzer Zeit eingestellt. Denn die schleppende Aufklärung des Mysteriösen ist leider nicht halb so interessant wie das Mysteriöse selbst.

Das sind nur Erfahrungswerte aus anderen Serien. Ob FlashForward ebenfalls diesen Weg entslang schleppen wird, weiß ich nicht. Ich hatte leider keine aussagekräftige Zukunftsvision.

FlashForward, heute ab 20.15 Uhr (zwei Folgen), dann immer montags um 21.15 Uhr auf ProSieben.

 
Michael in Blog.

Ich bin die Welt

28. Februar 2010, 18:09

Weil unter den mehr als 80 Künstlern, die unter dem Namen Artists for Haiti eine die Neuauflage des Benefiz-Klassikers „We Are The World“ eingesungen haben, keiner dabei ist, der schon vor 25 Jahren beim Original mitsang, ergriff einer von damals die Initiative und steuert ein Solo-Werk für den guten Zweck bei.

Jimmy Kimmel präsentiert: Huey Lewis mit „I Am The World“.

 
Michael in Blog.
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