Hanni, Nanni und Nonni

Ich suche seit langem einen Serien-Musiktitel einer Vorabendserie von ARD oder ZDF namens „Hanny und Nany“, in der es um ein junges Geschwisterpaar in Island geht.André

Danke für den Hinweis auf die Geschwister in Island. Sonst hätten wir nämlich jetzt lange vergeblich nach einer weiteren Verfilmung von Enid Blytons Hanni und Nanni-Büchern gesucht außer der japanischen Zeichentrickserie, die erst 2002 im Ki.Ka gezeigt wurde. Was Du meinst, hieß Nonni und Manni und war die ZDF-Weihnachtsserie 1988. Welchen konkreten Song Du suchst, ist ohne nähere Anhaltspunkte schwer auszumachen, aber vermutlich den Titelsong „Ocean“, gesungen von Lisa Lagoda. Falls er das nicht ist, empfehlen wir den gesamten Soundtrack von Klaus Doldinger, der hier auf CD zu haben ist und das gesuchte Stück mit Sicherheit enthält.

Let’s Dance

Seit 2006 (RTL). Tanzshow mit Hape Kerkeling und Nazan Eckes.

Prominente tanzen um die Wette. Dabei bekommt jeder Promi einen professionellen Partner zur Seite, mit dem gemeinsam er in jeder Sendung zu neuen Rhythmen vortanzen muss. Nach dem hundertmal gesehenen Prinzip beurteilt eine Jury die Leistungen, und das Fernsehpublikum stimmt telefonisch über seine Favoriten ab. Das letztplatzierte Tanzpaar fliegt jeweils raus. Filmchen vom Training ergänzen die Live-Show, und Nazan Eckes reportiert aus dem Backstage-Bereich, ob auch alle schön aufgeregt sind.

Die Jury der ersten Staffel bestand aus Katarina Witt, Michael Hull, Joachim Llambi und Markus Schöffl; Pepe Lienhard musizierte mit seinem Orchester. In der zweiten Staffel saß Ute Lemper an Witts Stelle, im Finale wiederum Dieter Bohlen an ihrer.

Die Show lief jeweils zum Staffelstart an einem Montag um 21.15 Uhr direkt nach Wer wird Millionär? in der Hoffnung, dass das erfolgreiche Quiz noch genug Publikum mitzöge, und dann samstags zur gleichen Zeit.

Vieles an dieser Show war überraschend: Dass sie erfolgreich war, dass Moderator Hape Kerkeling die ganze Sache auffallend ernst nahm, und dass die Teilnehmer der ersten Runde im Frühjahr 2006 tatsächlich ziemlich prominent waren, was man von ähnlichen Shows sonst nicht behaupten kann. Es tanzten an: Axel Bulthaupt, Wayne Carpendale, Wolke Hegenbarth, Heike Henkel, Jürgen Hingsen, Jochen Horst, Sandy Mölling und Heide Simonis. Letztere schied vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus, nachdem sie einer Hetzkampagne der „Bild“-Zeitung ausgesetzt war, die tagelang auf Seite 1 ihre Tanzversuche verhöhnt und sie als „Hoppel-Heide“ tituliert hatte. Finalsieger in der achten Ausgabe wurde Wayne Carpendale mit seiner Tanzpartnerin Isabel Edvardsson, und zur Belohnung durfte Carpendale im Herbst 2006 die sehr ähnliche Show Dancing On Ice moderieren.

In der zweiten Staffel ein Jahr später tanzten Jenny Elvers-Elbertzhagen, Eralp Uzun, Margarethe Schreinemakers, Markus Majowski, Guildo Horn, Ben, Jasmin Wagner, Giovane Élber, Katja Ebstein und Susan Sideropoulos um die Wette, letztere gewann mit ihrem Partner Christian Polanc.

Dr. House

Seit 2006 (RTL). 176-tlg. US-Arztserie von David Shore („House“; 2004–2012).

Dr. Gregory House (Hugh Laurie) ist ein sarkastischer Misanthrop („Menschlichkeit ist überbewertet“). Außerdem ist er Arzt. Er arbeitet in einem renommierten Krankenhaus in New Jersey, und der Grund, warum das Krankenhaus so renommiert ist, ist er. House leitet die diagnostische Abteilung und hat sich auf besonders mysteriöse Krankheitsbilder spezialisiert. Er interessiert sich zwar keinen Deut für seine Patienten und vermeidet nach Möglichkeit jeden direkten Kontakt mit ihnen („Jeder Mensch lügt“), aber für ihre Krankheiten: Je rätselhafter die Symptome, desto besser. („Gehirntumor. Sie wird sterben. Langweilig.“) Um die Behandlung zu ermöglichen, überschreitet er Kompetenzen, Richtlinien und notfalls Gesetze, und treibt mit seinen Alleingängen und Extrawürsten seine Chefin, Krankenhausdirektorin Lisa Cuddy (Lisa Edelstein), zur Weißglut, auch, weil House sich weigert, einen Arztkittel zu tragen. Gewöhnliche Wehwehchen langweilen ihn, dann guckt er lieber General Hospital im Fernsehen. House ist gehbehindert, geht am Stock und hat ständig Schmerzen im Bein, was ihn tablettenabhängig gemacht hat. Seine gegängelten Mitarbeiter sind Dr. Eric Foreman (Omar Epps), Dr. Robert Chase (Jesse Spencer) und Dr. Allison Cameron (Jennifer Morrison). Der Onkologe Dr. James Wilson (Robert Sean Leonard) ist sein einziger Freund.

Spannende Arztserie, die wie ein Krimi aufgebaut ist: Wie Kommissare, die den Tathergang rekonstruieren und den Mörder suchen, tasten sich die Ärzte Indiz für Indiz vor, um die Ursachen für eine mysteriöse Krankheit und damit eine Behandlungsmöglichkeit zu finden. Und ebenfalls wie im Krimi stellt sich fast immer heraus, dass die erste Spur die falsche war. Der Sarkasmus des Hauptdarstellers gibt der Serie ihren beißenden Humor.

RTL zeigte die einstündigen Folgen zunächst dienstags um 22.15 Uhr, wo sie so erfolgreich waren, dass RTL sie schon nach wenigen Wochen auf 21.15 Uhr vorzog.

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Lutscher!

Die große böse Tante mit dem Lolli hat wieder zugeschlagen. Ihrem Locken nicht widerstehen könnend, folgt nun auch die Serie CSI ihrer Tochter CSI: Miami von Vox zu RTL. Vox ist der kleine Sender aus der RTL-Familie, der dank seiner US-Krimiserien seit Jahren einen Marktanteilsrekord nach dem anderen bricht und inzwischen RTL2 und Kabel 1 in der zweiten Liga der Fernsehsender abgehängt hat. RTL ist der andere kleine Sender aus der RTL-Familie, der früher mit Eigenproduktionen viele Zuschauer anziehen konnte. Diese Zeiten sind vorbei, weshalb Vox nun schon zum zweiten Mal seine erfolgreichste Serie abgeben muss.

Einerseits ist es legitim, Vox als Windkanal zu benutzen wie die ARD ihre dritten Programme, und nach erfolgreichem Test diese Programme selbst auszustrahlen. Andererseits ist es ein Armutszeugnis für den Marktführer aus Prinzip. Das erste Eingeständnis für das eigene Versagen war die Übernahme von CSI: Miami im April 2005. Im November 2006 folgt CSI und läuft dann mit neuen Folgen donnerstags um 21.15 Uhr. Und was hat RTL in den eineinhalb Jahren dazwischen gerissen? Nein, ernsthaft, was??? Na, Freiwillige? Und Dr. House gilt nicht, das ist auch eine US-Serie, die noch vor zwei Jahren bei Vox gelandet wäre. Also was? Ach ja, richtig, Let’s Dance. Hoch die Tassen. Auf diesen Erfolg könnte sich RTL eigentlich mal ein perfektes Dinner gönnen.

Michael, 12. Oktober 2006, 15:52.
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