Las Vegas

2006 (Pro Sieben); seit 2007 (Kabel 1). US-Glitzerserie von Gary Scott Thompson („Las Vegas“; seit 2003).

Die Mitarbeiter des Montecito Hotel & Casino in Las Vegas kümmern sich um das Wohl der Gäste und Spieler und vor allem des Casinos selbst. Casino-Veteran Ed Deline (James Caan), der Manager und Chef des Sicherheitsteams, und sein Protegé Danny McCoy (Josh Duhamel) überwachen vom Kontrollraum aus auf den vielen Monitoren die Spieltische und sorgen dafür, dass niemand betrügt und niemand zu viel Glück hat. Ihr Verhältnis kühlt zunächst vorübergehend etwas ab, nachdem Ed Danny in der Pilotfolge mit seiner Tochter Delinda (Molly Sims) im Bett erwischt. Mary Connell (Nikki Cox) ist für das Unterhaltungsprogramm im Hotel verantwortlich. Sie ist eine gute Freundin Dannys, wäre aber insgeheim gern mehr. Sam Jane Marquez (Vanessa Marcil) sorgt dafür, dass es den wohlhabenden Gästen an nichts fehlt, und die kühle „Eiskönigin“ Nessa Holt (Marsha Thomason) ist die aufmerksame Chefin der Spieltische. Auf dem Parkplatz kümmert sich der immer informierte Mike Cannon (James Lesure) um die Karossen der Gäste.

Serie mit Tiefe, jedoch hauptsächlich, was die Dekolletés betrifft. In der zweiten und dritten Staffel gab es jeweils eine Folge, die eine Handlung fortsetzte, die in den USA am Vortag in der Serie Crossing Jordan begonnen worden war, mit Hauptfiguren aus beiden Serien. Da die Serien in den USA beim gleichen, in Deutschland jedoch bei konkurrierenden Sendern gezeigt wurden, bestand nie Anlass zur Hoffnung, diese Doppelfolgen würden auch hierzulande zusammenhängend gezeigt. Immerhin dachte Vox mit und zeigte die entsprechenden Folgen von Crossing Jordan einfach gar nicht.

Las Vegas lief mittwochs um 21.15 Uhr, aber nur sechsmal, dann gab Pro Sieben wie so oft vorzeitig auf. Seit Herbst 2007 sind weitere Folgen am späten Sonntagabend bei Kabel 1 zu sehen.

Close To Home

Seit 2007 (Vox). 44-tlg. US-Krimiserie von Jim Leonard („Close To Home“; 2005–2007).

Nach dem Mutterschutz kehrt Annabeth Chase (Jennifer Finnigan) in ihren Job bei der Staatsanwaltschaft in Indianapolis zurück, ohne die erhoffte Beförderung zu bekommen. Die ging an ihre verhasste Kollegin Maureen Scofield (Kimberly Elise), die damit jetzt Jennifers direkte Vorgesetzte ist. Noch weiter oben in der Hierarchie steht allerdings der ihr wohlgesonnene Bezirksstaatsanwalt Steve Sharpe (John Carroll Lynch). Annabeth klärt als Strafverfolgerin Delikte im direkten Umkreis ihrer eigenen Nachbarschaft in der gemütlich wirkenden Vorstadt auf. Es geht um häusliche Gewalt, Missbrauch, Mord oder Brandstiftung. Die zunächst glückliche Ehe, die Annabeth mit Jack (Christian Kane) führt, wird allmählich durch ihr enormes Arbeitspensum immer mehr belastet. In der letzten Folge der ersten Staffel kommt Jack bei einem Unfall ums Leben, und Annabeth muss sich fortan als alleinerziehende Mutter durchschlagen. Gleichzeitig kommt es zu Beginn der  zweiten Staffel zu Veränderungen im Job, allerdings nur um sie herum: Staatsanwalt James Conlon (David James Elliot) ist ihr und Maureens neuer Chef, der gleich seine rechte Hand Ray Blackwell (Jon Seda) aus New York mitgebracht hat. Blackwell und der Polizist Ed Williams (Cress Williams) geraten oft aneinander, und Annabeth muss schlichten.

Altmodische Krimiserie aus Jerry Bruckheimers Serienfabrik, in der im Gegensatz zu den meisten Bruckheimer-Serien die Fälle durch Befragungen und herkömmliche Ermittlungen gelöst werden und ohne wissenschaftliche Special Effects oder Forensik. Also mehr Worte als Wattestäbchen.

Nachdem Vox bereits den Mittwoch und den Montag erfolgreich als Krimitage mit erfolgreichen US-Serien etabliert hat, folgte im Februar 2007 auch noch der Freitag, in dessen Mittelpunkt um 21.05 Uhr Close To Home rückte, gepaart mit Wiederholungen von Crossing Jordan – Pathologin mit Profil. Trotz akzeptabler Einschaltquoten läuft die zweite Staffel mittwochs eine Stunde später.

Crossing Jordan – Pathologin mit Profil

2003–2008 (Vox). 117-tlg. US-Krimiserie von Tim Kring („Crossing Jordan“; 2001–2007).

Die Gerichtsmedizinerin Jordan Cavanaugh (Jill Hennessy) hilft der Polizei in Boston bei der Aufklärung von Mordfällen – ob die Polizei das will oder nicht. Jordan ist eifrig, manchmal besessen von ihren Fällen und eckt mit ihrer forschen Art oft bei ihrem Chef Dr. Garret Macy (Miguel Ferrer) an. Ihre Mutter wurde einst ermordet, der Täter nie gefunden. Von ihrem Vater, dem Ex-Polizisten Max (Ken Howard), der das Thema am liebsten ruhen ließe, holt Jordan sich während der ersten drei Staffeln Rat bei der Aufklärung komplizierter Fälle, die beide oft gemeinsam mit einem der legendären „Cavanaugh-Rollenspiele“ lösen, indem sie fiktiv in die Rollen von Täter und Opfer schlüpfen. Jordans Kollegen sind der Kriminalist Dr. Nigel Townsend (Steve Valentine) und der forensische Insektenkundler „Bug“ (Ravi Kapoor). Er heißt eigentlich Dr. Mahesh Vijayaraghavensatyanaryanamurthy – also doch lieber „Bug“. Lily Lebowski (Kathryn Hahn) ist Macys Sekretärin sowie Trauerberaterin für Hinterbliebene. Trey Sanders (Mahershalalhashbaz Ali) ist ein junger Arzt im Praktikum. Er ist nur in der ersten Staffel dabei, in der zweiten kommen der Polizist Woody Hoyt (Jerry O’Connell), der Jordans Ermittlungen unterstützt, und die Medizinerin Elaine Duchamps (Lorraine Toussiant) dazu, in der dritten ferner die junge Ärztin im Praktikum Devan Maguire (Jennifer Finnigan), die letzteren beiden nur vorübergehend. Ab der fünften Staffel arbeitet die Polizistin Tallulah „Lu“ Simmons verstärkt mit Woody Hoyt zusammen.

Hoffentlich flimmern Ihnen die Augen angesichts der langen Namen jetzt nicht allzu sehr. Wir haben noch Glück, dass Dr. Vijayaraghavensatyanaryanamurthy nicht von Mahershalalhashbaz Ali gespielt wurde.

Nachdem Vox über Jahre dienstags um 22.10 Uhr großen Erfolg mit Ally McBeal hatte, setzte es nach deren Ende die Pathologin mit Profil auf diesen Sendeplatz, wie Ally eine Frau in Boston, und wurde nicht enttäuscht. Ab der dritten Staffel im Januar 2005 wurde die Serie dennoch auf Montag zur gleichen Zeit verlegt, wo sie sich im Sog der vorher laufenden Krimiserien CSI: NY und Criminal Intent – Verbrechen im Visier zum noch größeren Erfolg mit regelmäßig rund drei Millionen Zuschauern entwickelte. Im Februar 2007 transferierte Vox die Serie auf freitags um 20.15 Uhr, um gemeinsam mit Close To Home einen weiteren, diesmal weiblich geprägten Krimiabend zu etablieren.

In der vierten und fünften Staffel gab es jeweils eine Folge, die eine Handlung begann, die in den USA am nächsten Tag in der Serie Las Vegas fortgesetzt wurde, mit Hauptfiguren aus beiden Serien. Da in Deutschland die Rechte an Las Vegas beim Konkurrenten Pro Sieben lagen, übersprang Vox diese „halben“ Folgen.

Das A-Team

1987 (ARD); 1990–1991 (RTL). 97-tlg. US-Actionserie von Frank Lupo und Stephen J. Cannell („The A Team“; 1983–1987).

„Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer militärischen Spezialeinheit für ein Verbrechen verurteilt, das sie nicht begangen hatten. Sie brachen aus dem Gefängnis aus und tauchten in Los Angeles unter. Seitdem werden sie von der Militärpolizei gejagt, aber sie helfen anderen, die in Not sind. Sie wollen nicht so ganz ernst genommen werden, aber ihre Gegner müssen sie ernst nehmen. Also, wenn Sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiterwissen, suchen Sie doch das A-Team!“

Die Vietnam-Veteranen John „Hannibal“ Smith (George Peppard), Bosco „B. A.“ Baracus (Mr. T), Templeton „Faceman“ Peck (Dirk Benedict) und H. M. „Howling Mad“ Murdock (Dwight Schultz) lassen sich also auf der Flucht vor Militär und Regierung als Helfer in schwierigen Lebenslagen engagieren. Sie jagen Verbrecher in aller Welt im Auftrag von Menschen, die sich das A-Team leisten können. Dabei fliegen regelmäßig nicht nur die Fetzen, vor allem, wenn der Furcht einflößende Muskelprotz B. A. zuschlägt. Hannibal leitet das Team („Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“), Faceman ist wie Hannibal ein Schauspiel- und Verkleidungskünstler, der leicht geisteskranke „Howling Mad“ Murdock entwickelt Flugmaschinen und ist deren Pilot, und ausgerechnet der starke B. A. hat dummerweise Angst vor dem Fliegen. Für eine Weile ist die Reporterin Amy Allen (Melinda Culea) dabei, die für das A-Team Informationen über deren Gegner recherchiert. In der letzten Staffel verstärkt „Dishpan“ Frankie Sanchez (Eddie Velez) die Truppe und sorgt für Spezialeffekte. Als das A-Team eines Tages gefasst und seinen Mitgliedern die Todesstrafe angedroht wird, willigen sie in der letzten Staffel ein, fortan im Auftrag von General Hunt Stockwell (Robert Vaughn) für die Regierung zu arbeiten.

Im regionalen Vorabendprogramm der ARD liefen nur 26 ausgewählte Folgen, die besonders harmlos waren. RTL zeigte später meist freitags am frühen Abend auch die Folgen, in denen es zur Sache ging (vorab hatte RTL an einem Donnerstagabend erstmals die spielfilmlange Pilotfolge gezeigt, in der „Face“ noch von Tim Dunigan gespielt wurde). Das Besondere daran: In Kampfszenen wurde fast nie jemand verletzt oder gar getötet. Publikumsliebling wurde ausgerechnet der so unsympathisch wirkende Afroamerikaner Mr. T als B. A., eine Abkürzung für „Bad Attitude“. Er trug einen Bart, Irokesen-Haarschnitt und stets Unmengen an Gold- und Juwelenketten um den Hals. Mr. T war in der Tat der richtige Name des Schauspielers. Er war zwar als Laurence Tureaud geboren worden, hatte seinen Namen aber rechtmäßig ändern lassen. Durch die Serie wurde er im wahrsten Sinne ein Prominenter der A-Liste und erhielt zwei eigene Serien: „T & T“ und „Mr. T“.

Die Titelmusik stammte von Mike Post und Pete Carpenter.

Volle Deckung!

Vielleicht müssen wir die Sache mit der Talsohle des Reality-TV bald schon ein weiteres Mal überdenken. Der US-Sender CBS zeigt gerade „Armed & Famous“ („Bewaffnet und berühmt“), eine Show, in der fünf Menschen, die für diesen Zweck als prominent betrachtet werden, eine Polizeiausbildung durchlaufen, inklusive Dienst an der Waffe. Unter den Teilnehmern sind Erik Estrada, bekannt aus der Serie CHiPs und zahllosen Witzen über gewesene Stars, Ozzys Sohn Jack Osbourne und Michaels Schwester LaToya Jackson. Die Frage ist also, ob im Falle einer deutschen Version eine Gefahr für die nationale Sicherheit besteht, je nachdem, welche „Stars“ eine Schusswaffe in die Hand gedrückt bekommen. Die Antwort ist aber auch schon absehbar. Zu den Teilnehmern solcher Shows gehört ja in der Regel Axel Schulz, und von dem wissen wir zum Glück, dass er, selbst wenn er wollte, keiner Fliege etwas zuleide tun könnte.

Michael, 26. Januar 2007, 19:15.

CHiPs

1989–1992 (RTL). 137‑tlg. US-Actionserie von Rick Rosner („CHiPs“; 1977–1983).

CHiPs ist die Abkürzung für California Highway Patrol. Für diese sind die gegensätzlichen Police Officer Frank Poncherello, genannt Ponch (Erik Estrada), und Jonathan Baker (Larry Wilcox) gemeinsam auf Motorradstreife. Ihr Chef ist Commanding Officer Joe Getraer (Robert Pine).

Nennenswerte Handlung hatte die Serie nicht, beide Hauptdarsteller ziehen auch nicht ein einziges Mal die Waffe, dürfen dafür aber einmal einen Transporter voller nackter Volleyball-Spielerinnen verfolgen. Die Serie war nur eine Ausrede, Männer im Village‑People‑ohne‑Schnauzer‑Look in engen Uniformen und hohen Stiefeln auf 1000er Kawasakis zu zeigen. Wenigstens wurde Erik Estrada einmal bei einem Motorrad-Stunt ernsthaft verletzt. Persönliche Differenzen zwischen den beiden Hauptdarstellern führten vor der letzten Staffel zum Ausstieg von Wilcox, weshalb Ponch in den letzten Folgen mit wechselnden neuen Partnern auf Streife war. Trotzdem drehten beide zehn Jahre später einen Film zusammen: „ChiPs ’99“. Um die Jahrtausendwende verkaufte Estrada Fitnesszubehör in Dauerwerbesendungen.

Die einstündigen Folgen liefen im Vorabend-, später im werktäglichen Nachmittagsprogramm.

Die Drews – Eine furchtbar nette Familie

2003 (RTL2). 3-tlg. dt. Reality-Doku-Soap. Nach dem Sensationserfolg der MTV-Serie The Osbournes, die das Privatleben des Rockstars Ozzy Osbourne samt Familie dokumentierte, suchten deutsche Sender flugs nach eigenen Prominenten, die bereit waren, ihr Leben zur Schau zu stellen. Der Schlagersänger Jürgen Drews war schon lange bekannt, eben dies gern zu tun, und so wurde RTL 2 als erster Sender fündig. Die Kameras begleiteten Jürgen, seine Frau Ramona, Tochter Joelina und Dackel Fienchen im heimischen Einfamilienhaus in Dülmen. Die Folgen liefen montags um 21.15 Uhr.

The Osbournes

2002–2005 (MTV). 50‑tlg. US-Doku-Soap („The Osbournes“; 2002–2005).

Alt-Rocker Ozzy Osbourne, bekannt geworden durch die Heavy-Metal-Band Black Sabbath und dadurch, dass er schon mal einer Taube den Kopf abbiss oder an einer Fledermaus nagte, rettete mit dieser Serie das im Sterben liegende Realitygenre. Als erster Prominenter ließ er es zu, dass Kameras das ganz normale Alltagsleben seiner Familie zu Hause filmten. MTV begleitete Papa Ozzy, Mama Sharon und die Teenagerkinder Jack und Kelly (Tochter Aimee wollte an der Serie nicht teilnehmen) über mehrere Monate, in halbstündigen Zusammenschnitten wurden die Höhepunkte gezeigt. Diese verdeutlichten, dass der Rockstar die gleichen Probleme hat wie andere auch. Er kapierte den Videorekorder nicht, die Haustiere kackten überall hin, und die Kinder waren frech. Lediglich die Wortwahl war etwas ungehaltener. Egal wer sprach, kaum ein Satz verging ohne Mehrfachnennung des Wörtchens „fuck“.

MTV USA durfte mit dieser Reihe den größten Erfolg der Sendergeschichte feiern, während der ersten Staffel war sie das meistgesehene Programm im amerikanischen Kabelfernsehen. MTV Deutschland zeigte die Serie im Originalton mit Untertiteln und überpiepste im Gegensatz zum US-Fernsehen die Schimpfworte nicht.

Titelsong war „Crazy Train“, gesungen von Pat Boone. Er klang wie ein Song aus den 50er-Jahren, als Boone mit Schnulzen wie „April Love“ und „Love Letters In The Sand“ seine größten Hits hatte. In Wirklichkeit handelte es sich um einen Song von Ozzy Osbourne, den Pat Boone erst 1997 aus einer Metal-Laune heraus neu aufgenommen hatte.

Auf der Suche nach jemandem, mit dem man eine ähnliche Sendung in Deutschland drehen könnte, fand sich nur — Jürgen Drews. Seine Version war entsprechend kurzlebig und hieß Die Drews — Eine furchtbar nette Familie.

Sing und schwing das Bein

Worauf bezieht sich denn die allwissende Müllhalde in der Überschrift vom 14. Januar? Das kommt mir bekannt vor, aber ich komm nicht drauf. – Jasmin

Die Müllhalde, schwer erreichbar im Garten der blöden Gorgs, war Ratgeber in allen Lebenslagen für die Fraggles.

Die Fraggles

 

1983–1986 (ZDF). 85-tlg. US‑Puppenserie von Jim Henson („Fraggle Rock“; 1983–1988).

 

Unter der Werkstatt des exzentrischen Erfinders Doc (Hans-Helmut Dickow) liegt Fraggle Rock, eine eigene Welt, die von fröhlichen kleinen Wesen namens Fraggles bewohnt wird. Doc hat keine Ahnung davon, doch sein Hund Sprocket sieht die Fraggles regelmäßig aus einem kleinen Loch in der Wand hervorschauen. Natürlich kann er es niemandem erzählen, und so sehr er sich diesbezüglich auch um Aufmerksamkeit bemüht, nimmt ihn Doc nicht wirklich ernst. Der mutige Gobo ist der Anführer der Fraggles, die anderen sind die nimmermüde Red mit den zwei roten Zöpfen, ihre beste Freundin Mokey, eine verträumte Künstlerin, der Zauderer Wembley und der ängstliche Langweiler Boober. Er trägt eine Mütze, und die Haare hängen ihm so weit über die Augen, dass er das drohende Unheil, das ihn ständig beunruhigt, wenigstens nicht sehen muss.

 

Das Loch zur Werkstatt hat in der ersten Folge Gobos abenteuerlustiger Onkel Matt entdeckt und sich sogleich auf die Reise in die Außenwelt gemacht. Von unterwegs schreibt er Postkarten für die Fraggles an Docs Werkstatt. Doc weiß mit dem Adressaten natürlich nie etwas anzufangen und wirft sie in den Mülleimer, wo Gobo sie unter Einsatz seines Lebens und auf der Hut vor Sprocket herausfischt. Auf den Karten schildert Matt seine Forschungsergebnisse im Reich der merkwürdigen Zweibeiner, die z. B. Wasser vom Himmel holen können, indem sie eine umgedrehte Schüssel an einem Stock in die Luft halten. Mit den Fraggles zusammen leben in deren Höhlensystem die Doozer, eifrige Winzlinge, die den ganzen Tag Türme und Brücken bauen. Unentwegt. Und unermüdlich.

 

Die Fraggles ernähren sich von zwei Dingen: Radieschen, die im benachbarten Garten wachsen, der von den riesigen, unfreundlichen Gorgs Pa, Ma und Junior bewohnt wird, und deren Ernte entsprechend gefährlich ist, und von den Bauten der Doozer. Den Doozern macht es nichts aus, dass dauernd ihre Arbeit gefressen wird, denn dadurch haben sie Platz für neue Bauwerke. Alles außerhalb ihres eigenen Reichs ist den Fraggles ein großes Rätsel. Was Matts Postkarten nicht beantworten, versuchen sie selbst zu entschlüsseln. Das gelingt ihnen nicht immer. So bemühen sie sich vergeblich, dieses helle Ding zu fangen, das regelmäßig in ihrem Teich schwimmt (der Mond). Bei den wirklich wichtigen Fragen des Lebens konsultieren die Fraggles die allwissende Müllhalde Marjorie. Doch um zu ihr zu gelangen, müssen sie den Garten der Gorgs durchqueren.

 

Die unbeschwerte Serie galt als der Nachfolger der Muppet Show, richtete sich jedoch an ein jüngeres Publikum und hatte mit ihr nicht wirklich etwas zu tun, außer dass alle Puppen von Jim Henson stammten. 1987 entstand außerdem eine Zeichentrickversion. Die Szenen mit Hans-Helmut Dickow, dem einzigen wiederkehrenden Menschen in der Serie, wurden speziell für Deutschland gedreht (die Rolle wurde in jedem Land mit einem einheimischen Schauspieler besetzt, im Original spielte sie Gerry Parks), auch die Erlebnisse von Onkel Matt waren jeweils in den Ausstrahlungsregionen neu gedreht worden. Die Fraggles erzählten oft pädagogische Geschichten über Freundschaft, Toleranz und Mut. Die Artenvielfalt unter und über der Erde zeigte, dass ein friedliches Zusammenleben möglich, zugleich aber Vorsicht nötig ist. In der Folge „Der Doozer-Wettstreit“ spalten sich die Doozer in zwei Lager auf und bauen fortan um die Wette, immer darauf bedacht, die Besten zu sein. Das Resultat: Den Fraggles schmecken die Bauten nicht mehr. Die Lehre: Konkurrenzdenken ist doof. Dazu wurden in jeder Folge mehrere Lieder gesungen (denn wenn irgendwann mal kein Fraggle mehr singt, geht in der Höhle das Licht aus). Im Titelsong heißt es: „Sing und schwing das Bein / Lass die Sorgen Sorgen sein / In das Lied stimm ein / So nach Fraggle-Art“, und im Schlusslied wurde empfohlen: „Hat’s dir nicht gefallen, dann bohr dir doch ein Loch ins Knie. Denn manchen kann man’s recht oft tun, doch allen eben nie.“

 

Die halbstündigen Folgen liefen am Wochenende nachmittags. Elf Originalfolgen wurden nicht gezeigt.

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