Hack

Ab 13. März 2010 (Kabel 1). „Die Straßen von Philadelphia“. 40-tlg. US-Krimiserie von David Koepp („Hack“; 2002–2004).

Mike Olshansky (David Morse) war früher Polizist, flog dann raus, weil er Geld von einem Tatort gestohlen hatte, und fährt nun Taxi in Philadelphia. Nebenbei klärt er selbstverständlich weiterhin Verbrechen auf und hilft Menschen, die in Schwierigkeiten sind. Sein Ex-Partner Marcellus Washington (Andre Braugher) steckt ihm nützliche Infos. Bleibt noch Zeit übrig, verbringt Mike sie mit seinem Sohn Michael junior (Matthew Borish), seiner Ex-Frau Heather (Donna Murphy) oder seinem besten Freund Grizz (George Dzundza).

Jeweils zwei einstündige Folgen laufen samstags ab 23.15 Uhr.

Mord, Lügen und Fernsehen


Tim Roth als Dr. Cal Lightman in Lie To Me.
Foto: Vox

Ein bisschen Mitleid mit Vox muss man schon haben. Seit RTL sich die dauerbrennenden CSI-Krimiserien gekrallt hat, scheinen bei Vox fast nur noch kurzlebige Krimis zu landen, die die Sendeplätze nur vorübergehend füllen. Shark, Standoff, Life, und jetzt Lie To Me.

Lie To Me läuft in den USA zwar noch, die Quoten sind aber rückläufig, was nie ein gutes Zeichen ist. Das heißt aber nicht, dass man gleich die Finger von der Serie lassen sollte; eher, dass man sie genießen sollte, so lange sie anhält.

Im Grunde ist Lie To Me eine ganz konventionelle Krimiserie mit Verbrechen, Ermittlung und Lösung in dieser Reihenfolge. Ein Extra-Gimmick braucht aber heute jeder Krimi, und hier ist es der lebende Lügendetektor Tim Roth, der nicht mal teure Technik benötigt, sondern nur Gesichter zum Reingucken. Und schon sieht er, wann jemand lügt. Lustig wird’s, wenn er diese Fähigkeit auch im Alltag anwendet und dann Parkplatzrüpeln eins auswischt oder er es nicht lassen kann, Passanten zu belehren, was er im Vorbeigehen aufgeschnappt hat.

Das klingt in der Theorie vielleicht nur mittelprächtig, ist aber in der Umsetzung sehr ansehnlich und bekommt deshalb mein Guckmal-Gütesiegel.

Lie To Me, mittwochs um 21.15 Uhr bei Vox.

Michael, 10. März 2010, 05:52.

Lie To Me

Ab 10. März 2010 (Vox). US-Krimiserie von Samuel Baum („Lie To Me“; seit 2009).

Dr. Cal Lightman (Tim Roth) ist zwar kein Polizist, klärt aber trotzdem Kriminalfälle auf. Er ist Psychologe und ein gefragter Experte, wenn es um Körpersprache und Gesichtsausdrücke geht. Dr. Lightman erkennt, ob jemand lügt, wenn er ihn nur ansieht, während er mit ihm spricht. Kein noch so kleines Zucken der Augenbraue, keine noch so winzige Veränderung der Mundwinkel entgeht ihm. Das ändert aber nichts daran, dass er und seine Mitarbeiter Verdächtige verhören und Beweise suchen müssen wie jeder normale Polizist auch, wenn die Privatfirma Lightman Group im Auftrag der Polizei oder der Staatsanwaltschaft agiert. Lightmans Mitarbeiter sind Dr. Gillian Foster (Kelli Williams), die er schon seit dem College kennt, Eli Loker (Brendan Hines), der nie lügt und mit seiner Ehrlichkeit viele Mitmenschen verschreckt, und Ria Torres (Monica Raymund), ein Naturtalent in Sachen Lügen entlarven, das Lightman am Sicherheitscheck des Flughafens entdeckt hat. Ferner ist Agent Ben Reynolds (Mekhi Phifer) vom FBI abgestellt, um die Lightman Group zu unterstützen. Lightmans Teenie-Tochter Emily (Hayley McFarland) ist zwar genervt, dass sie ihren Vater nicht anflunkern kann, verfügt aber selbst über ein ähnliches Talent.

Der lebende Lügendetektor ist das Extra dieser sonst nicht außergewöhnlichen Serie, und die Anwendung dieser Fähigkeit auch im Privatleben gewährleistet die humoristischen Momente der Serie. Vorbild ist der Psychologe Paul Ekman und sein Sachbuch „Gefühle lesen – Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren“.

Die einstündigen Folgen laufen mittwochs um 21.15 Uhr.

Pandora zurück in die Büchse

Diese Oscar-Verleihung dauerte so lange, dass „Avatar“ jetzt in der Vergangenheit spielt.
(Moderator Steve Martin am Ende der mehr als dreieinhalbstündigen Gala.)

„Avatar“ war der große Verlierer bei der Oscar-Verleihung in der vergangenen Nacht. Vielleicht, weil es trotz kleinerer Änderungen am Konzept immer noch keine Kategorie für die größte Diskrepanz zwischen Hype und Handlung gibt.

Vielleicht war die Idee mit den animierten blauen Männchen aber auch einfach nicht neu genug.

Genauso wie dieser Gag.

Michael, 8. März 2010, 11:26.

Kriminalfilme im Wandel der Zeit

Hauptkommissar Schmücke: „Gelobt sei die DNA-Analyse!“
Hauptkommissar Schneider: „Wie haben wir das eigentlich früher gemacht?“
Hauptkommissar Schmücke: „Da mussten wir uns noch richtig anstrengen.“

(Aus: Polizeiruf 110, Sonntagabend im Ersten.)

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Michael, 7. März 2010, 23:16.

Merkwürdige Praxis

Bei Kabel 1 beginnt heute die letzte Staffel der preisgekrönten Serie Practice – Die Anwälte, deren vorletzte, drittletzte und viertletzte Staffel nie im deutschen Fernsehen gelaufen sind.

ProSieben zeigte einst die ersten vier Staffeln dieser Serie, die von David E. Kelley erdacht wurde und deshalb eine Anwaltsserie ist, die in Boston spielt. Danach gab es eine Pause, die länger war, als es gedauert hätte, die fehlenden drei Staffeln ein paar Mal zu zeigen. Wer also Schwierigkeiten hat, beim heutigen Einstieg mit Folge 147 sofort in die Handlung und Zusammenhänge hineinzufinden, darf sich darüber nicht wundern. Dennoch wird er einige Charaktere wiedererkennen, wenn auch nicht zwingend aus den ersten Staffeln von Practice. Neu dabei sind Alan Shore (James Spader) und Tara Wilson (Rhona Mitra), und in fünf Folgen auch Denny Crane (William Shatner), die Vox-Zuschauer aus Boston Legal kennen.

Practice war genauso gut, nur nicht so albern wie später Boston Legal. Boston Legal war im Herbst 2004 die Fortsetzung der langlebigen, aber gerade eingestellten Serie Practice, und für den sanfteren Übergang wurden einige Figuren übernommen.

Der Erfolg von Boston Legal beim Konkurrenten Vox erklärt, warum sich der ProSiebenSat.1-Konzern entschieden hat, die Rechte an Practice zumindest teilweise zu nutzen und, wenn schon nicht die 67 fehlenden Folgen im Mittelteil, dann doch immerhin die letzte Staffel mit den bekannten Gesichtern bei Kabel 1 zu zeigen.

Und darüber sollten wir uns für einen kleinen Augenblick freuen.

Freu.

So, das reicht. Denn es kommt nicht oft vor, dass sich programmplanerische Entscheidungen des deutschen Fernsehens mit gesundem Menschenverstand erklären lassen.

Practice – Die Anwälte, freitags um 23.05 Uhr bei Kabel 1.

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Michael, 5. März 2010, 06:15.

Der Sieben-Millionen-Dollar-Flop

Es gab in den 70er- und 80er-Jahren ein paar Fernsehenserien, von denen man unterbewusst bestimmt schon damals wusste, wie beknackt sie waren, zum Beispiel die mit dem sprechenden Wunderauto oder die mit der High-Tech-Frau mit künstlichen Körperteilen, die ihr Superkräfte verleihen.

Dann gab es die Zeit, als man zufällig in den 90er-Jahren noch mal in Wiederholungen dieser Serien hineingeriet und plötzlich völlig bewusst feststellte, wie beknackt die waren.

Und schließlich kamen die Nuller-Jahre, die nicht nur wegen der Schreibweise der Jahreszahlen so hießen, sondern auch wegen der Entscheider, die in dieser Zeit die Chefetagen bei den wichtigen Fernsehsendern übernahmen. Das waren diese Menschen, denen weder bewusst noch unbewusst klar war, wie beknackt diese Serien waren, und die deshalb entschieden, in einem erwachsen gewordenen Fernsehen Neuauflagen zu programmieren und diese mit den modernen Mitteln der Gegenwart, aber den kindischen Geschichten von einst umzusetzen.

So kam es im vergangenen Herbst zum neuen Knight Rider bei RTL, und so kommt es heute zur neuen Sieben-Millionen-Dollar-Frau Bionic Woman bei RTL2, bei der man gar nicht weiß, wo man mit der Aufzählung anfangen soll, was daran alles bescheuert, damlich, hirnrissig oder schwachsinnig ist. Und bis man sich entschieden hat, ist die Serie nach acht Folgen zum Glück auch schon wieder abgesetzt.

Ironischerweise mehr als sieben Millionen Dollar hat allein die Produktion der Pilotfolge angeblich gekostet, Investitionen für Autorenleistungen scheinen im Budget aber nicht enthalten gewesen zu sein.

Die Originale waren wenigstens noch unfreiweillig komisch und wurden zum Trash-Kult. Die neuen Fassungen taugen nicht mal dazu.

Bionic Woman, mittwochs um 22.05 Uhr bei RTL2.

Michael, 3. März 2010, 05:55.

Bionic Woman

Ab 3. März 2010 (RTL2). 8-tlg. US-Actionserie („Bionic Woman“; 2007).

Die Ex-Kellnerin Jaime Sommers (Michelle Ryan) wird nach einem eigentlich tödlichen Unfall von ihrem Freund Will Anthros (Chris Bowers) mit künstlichen Körperteilen aufgemotzt, die ihr Superkräfte geben. Sie läuft jetzt schneller als ein Auto fährt, sieht schärfer als jeder andere und hat stärkere Arme als manche amerikanischen Gouverneure. Mit diesen Fähigkeiten arbeitet sie fortan für die Berkut Group unter Jonas Bledsoe (Miguel Ferrer), Ruth Treadwell (Molly Price) und Jae Kim (Will Yun Lee), die zwar alle sehr dubios wirken, aber glücklicherweise das Böse bekämpfen. Privat kümmert sich Jaime um ihre jüngere Schwester Becca (Lucy Kate Hale).

Neuauflage der Sieben-Millionen-Dollar-Frau, nur noch schlechter. Die einstündigen Folgen laufen mittwochs um 22.05 Uhr.

Schnellvorlauf

Die neue ProSieben-Mysteryserie FlashForward fängt spannend an: Die gesamte Menscheit fällt gleichzeitig für gut zwei Minuten in Ohnmacht, und jeder hat währenddessen eine Vision seiner eigenen Zukunft in einem halben Jahr. Worum es in der Serie geht, ist die Frage: Wie konnte das passieren, was oder wer steckt dahinter, und lässt sich die Zukunft vielleicht aufhalten?

Alle haben denselben Zeitpunkt am selben Datum gesehen, und auffallend viele haben etwas Maßgebliches erfahren: Dass sie in einem halben Jahr ihren Mann betrügen, schwanger sein oder ein Alkoholproblem haben werden. Das ist in dieser allgemeinen Deutlichkeit absurd, denn wie wahrscheinlich ist es, dass in einem beliebigen Zwei-Minuten-Zeitraum bei jedermann so aussagekräftige Dinge passieren? In den meisten zufälligen Zwei-Minuten-Zeiträumen im Leben eines normalen Menschen passiert vermutlich nicht mehr als essen, schlafen, fernsehen, Auto fahren oder Routinearbeit. Insofern ist es immerhin ein Zugeständnis der Autoren, dass ausgerechnet der Direktor des ermittelnden FBI-Büros sich schlicht auf dem Klo sitzen sah.

Wie gesagt: Es fängt spannend an, weil es eine starke Ausgangssituation ist. Was ist passiert? Kann es wieder passieren? Man möchte die Antwort auf das große Rätsel erfahren und bleibt erst mal dran.

Man muss aber auch den Tatsachen ins Auge sehen: Man wird die Antwort so bald nicht erfahren. Entweder floppt die Serie und wird abgesetzt, bevor sie aufgelöst wird, oder sie ist ein Erfolg und deshalb gezwungen, das Rätsel endlos ohne Auflösung in die Länge zu ziehen. FlashForward ist nicht die erste Serie, die mit einem einem dramatischen Ereignis/großen Rätsel beginnt, das eine Gruppe von Menschen miteinander verbindet, die bis dato nichts miteinander zu tun hatten. Lost und Heroes begannen ähnlich und auch ähnlich stark, aber beide Serien konnten das Niveau nicht halten, und so verloren sie im Lauf ihrer Jahre viele Fans. Die Untergangsserien Jericho und Nemesis wurden nach kurzer Zeit eingestellt. Denn die schleppende Aufklärung des Mysteriösen ist leider nicht halb so interessant wie das Mysteriöse selbst.

Das sind nur Erfahrungswerte aus anderen Serien. Ob FlashForward ebenfalls diesen Weg entslang schleppen wird, weiß ich nicht. Ich hatte leider keine aussagekräftige Zukunftsvision.

FlashForward, heute ab 20.15 Uhr (zwei Folgen), dann immer montags um 21.15 Uhr auf ProSieben.

Michael, 1. März 2010, 06:16.

FlashForward

Ab 1. März 2010 (ProSieben). US-Mysteryserie von Brannon Braga und David S. Goyer („FlashForward“; seit 2009).

Für genau zwei Minuten und 17 Sekunden verliert die gesamte Menschheit das Bewusstsein. Gleichzeitig. Während die Erdbevölkerung in der Gegenwart einen Blackout hat, sieht sie ihre Zukunft. Die Visionen, die die Menschen haben, scheinen Ausblicke auf ihr eigenes Leben in etwa sechs Monaten zu sein. Was ist passiert? FBI-Agent Mark Benford (Joseph Fiennes) versucht es herauszufinden. Glücklicherweise hat er in seiner Vision einige Hinweise gesehen, in deren Richtung er nun ermitteln kann. Zu seinem Team gehören sein Partner Demetri Noh (John Cho) und Janis Hawk (Christine Woods), Direktor Stanford Wedeck (Courtney B. Vance) ist ihr Vorgesetzter. Marks Frau Olivia (Sonya Walger) ist Chirurgin und dem krebskranken jungen Arzt Bryce Varley (Zachary Knighton) vorgesetzt, der nach dem Blackout beschließt, sich doch nicht das Leben zu nehmen. Olivia sieht sich in ihrer Zukunftsvision ein Verhältnis mit dem Akademiker Dr. Lloyd Simcoe (Jack Davenport) haben, den sie in der Gegenwart noch gar nicht kennt. Und dann ist da noch ein mysteriöser Mann auf einem Überwachungsvideo, der offenbar als Einziger während des weltweiten Blackouts bei Bewusstsein war.

Die einstündigen Folgen laufen montags zur Primetime.

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