Heißer Draht ins Jenseits

1974 (DFF). 13-tlg. ungar. Zeichentrickserie von József Romhányi und József Nepp („Üzenet A Jövöböl“; 1968-1969).

Adolar, Sohn der Budapester Familie Mézga, hat zufällig etwas sehr Praktisches entdeckt: eine Verbindung in die Zukunft. Mit Hilfe eines Radios, eines Regenschirms und des Ohrs von Hund Schnuffi kann die Familie Kontakt zu einem Nachfahren aufnehmen, der im Alter von 186 Jahren im 30. Jh. lebt. In der Zukunft sind viele Dinge erfunden worden, von denen man heute noch träumt, und wenn es in der Gegenwart mal wieder hakt, lässt sich Familie Mézga etwas per Lichtpost aus jener Zeit schicken. Das materialisiert sich dann auf dem Fensterbrett (was tragisch ist, wenn wieder keiner daran gedacht hat, das Fenster vorher aufzumachen). Die Hilfen aus der Zukunft erscheinen immer nur anfangs als Lösung für Probleme, auf Dauer aber als Verursacher von unendlichem Chaos. So wie der futuristische Ersatz für das kaputte Fernsehgerät: Durch den kommen Fernsehstars leibhaftig ins Wohnzimmer – aber bei einer Sendung über Bewässerungstechnik eben auch das Wasser …

Die Serie lief auch im regionalen Vorabendprogramm der ARD. Eine Fortsetzung bei Tele 5 trug den Titel Die Abenteuer der Familie Metzger. Die Familie und besonders ihr Sohn und Hund standen auch im Mittelpunkt der Serie Adolars phantastische Abenteuer.

Die Abenteuer der drei Musketiere

1961-1962 (ARD); 1968 (DFF). 22-tlg. US-Abenteuerserie nach dem Roman von Alexandre Dumas („The Three Musketeers“; 1956). Die Abenteuer von d’Artagnan (Jeffrey Stone), Porthos (Peter Trent), Aramis (Paul Campbell) und Athos (George Gonneau), Musketiere im Dienst von König Ludwig XIII. (Victor de la Fosse).

Im Original hat die Serie 26 halbstündige Schwarz-Weiß-Folgen. Die ARD zeigte zwölf Folgen im regionalen Vorabendprogramm. Das DDR-Fernsehen synchronisierte sechs davon neu und zeigte zehn weitere.

Abendgruß

1958-1959 (DFF). Kurze Gute-Nacht-Geschichten für Kinder um 18.55 Uhr.

Besorgt stellten die Verantwortlichen fest, dass das neue Medium Fernsehen auf Kinder eine große Faszination ausübt und dass diese keineswegs nur die Sendungen sehen, die speziell für sie gemacht sind. „Ärzte und Pädagogen verwiesen darauf, die Kinder vom Abendprogramm fern zu halten“, hieß es damals in einer Pressemitteilung zum Start des Abendgruß, der genau dies erreichen sollte: Nach dieser Geschichte sollten die Kinder ins Bett. Anfangs las meist eine Ansagerin einfach aus einem Bilderbuch vor. Ein gutes Jahr später wurde die Geschichte durch eine kurze Rahmenepisode aufgewertet: Unser Sandmännchen trat vorher und hinterher auf. Mehr zur weiteren Geschichte des Abendgruß steht dort.

Ein Abend mit Georg Thomalla

1982-1985 (ARD). Episodenreihe mit in sich abgeschlossenen Geschichten, deren Hauptdarsteller Georg Thomalla war. Wie schon in Komische Geschichten mit Georg Thomalla spielte er auch hier ein paar Mal einen Tommy. Die Nebenrollen waren wechselnd besetzt.

Die ARD zeigte sieben 45-minütige Episoden in loser Folge im Abendprogramm.

Telezirkus

1981-1988 (ARD). 90-minütige Live-Show am Samstagnachmittag mit Spielen, Aktionen, Artistik und Musik.

In Zusammenarbeit mit dem Zirkus Williams-Althoff gastiert die Show alle paar Wochen in einer anderen Stadt, zeigt Ausschnitte aus dem Programm, wirft einen Blick hinter die Kulissen des Zirkus und auf das Leben der Artistenfamilien und gibt Amateurartisten aus der jeweiligen Stadt die Chance, sich ebenfalls im Fernsehen zu präsentieren. Zwischendurch kommen Stargäste zum Talk oder um ihr neues Lied zu singen.

Moderator war bis August 1982 Peter Rapp. Für die neue Staffel ab Sommer 1984 übernahm Michael Schanze die Moderation, der Sendetitel wurde auf Ein Nachmittag im Telezirkus erweitert. Hier etablierte Schanze als einen Bestandteil der Show das spätere Konzept von Kinderquatsch mit Michael. Unter dem Rubriktitel „Geschichten unterm Sternenstaub“ standen Kinder im Lichtkegel auf einem Podest, erzählten Geschichten und sangen Lieder. Weil gelegentlich ein Kind diesen „Sternenstaub“ in den Mund bekam, wurde dieser Part abgeschafft.

In einer weiteren Staffel ab September 1987 dauerten die Folgen nur noch 45 Minuten und liefen auch mal donnerstags. Einzelne Ausgaben im Abendprogramm hießen entsprechend Ein Abend im Telezirkus.

ABC…

1965-1967 (ARD). „Tele-Lexikon für Mädchen“. In loser Folge, aber streng nach dem Alphabet, werden Dinge erklärt, die für Mädchen wichtig sein sollen. Zum Buchstaben F waren dies etwa Figur, Fans, Fauxpas, Flirt, Firlefanz und Folklore, unter P fand die Redaktion Perlen, Persönlichkeit, Pariserin, Playboy und Pointe relevant. Durch die Sendung führte zunächst Ursula Ligocki, später Andrea Wagner und Anna Lutz-Pastré.

Ab in den Urlaub!

2002-2004 (ZDF). Einstündige Volksmusikshow am Donnerstagabend, in der in loser Folge immer zu den typischen Urlaubszeiten im Sommer und Winter Musiker mit ihren Stimmungshits auftreten.

Markus Wolfahrt, Sänger der Volksmusik-Band „Klostertaler“, moderierte die ersten vier Sendungen, die fünfte und letzte übernahm Thomas Ohrner, der sich mit dem Grand Prix der Volksmusik zwischenzeitlich Schunkelkompetenz erworben hatte.

A-Z Lifeshow

1989-1994 (WDR); 1990-1993 (ARD). „Die Sendung mit der roten Ratte aus dem ersten Kanal“. 20-minütiges Jugendmagazin, das in der ARD am Sonntagnachmittag lief. Maskottchen war eine grimmig dreinschauende rote Trickratte, die zwar unter einem Kanaldeckel hauste, was aber hauptsächlich ein Wortspiel fürs Erste Programm war (dennoch verschwand die Show nach drei Jahren wieder dort, woher sie gekommen war: im Dritten). Eine weitere wiederkehrende Figur war Ernst Eiswürfel mit seinen Coolness-Tipps.

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