In Memoriam Heinz Schenk

Man will ja nicht pietätlos sein. Aber man will ja auch nicht lügen. Natürlich fand ich die meisten Darbietungen, ob humoristischer oder musikalischer Art, die Heinz Schenk in Zum Blauen Bock präsentierte, ganz schrecklich. Aber natürlich war Heinz Schenk auch über viele Jahre eine feste Größe im deutschen Fernsehen, der sich nicht reinreden ließ, der keine faulen Kompromisse machte. Er gestaltete seine Sendungen exakt so, wie er sich das vorstellte. Deshalb gab es zwar viele, die seine Sendungen nicht mochten. Aber genau deshalb gab es auch so viele, die sie liebten. Und es gab viele, die sie in ihrer Kindheit mit den Eltern guckten, ohne darüber nachzudenken, ob sie das eigentlich wollten. Wir hatten ja nichts.

Heinz Schenk war ein Entertainer vom alten Schlag, der sich nicht verbiegen ließ, und der in der Lage war, sich auch selbst auf den Arm zu nehmen, wie er u.a. als schmieriger Moderator Heinz Wäscher in Hape Kerkelings Film „Kein Pardon“ zeigte. Denn Witzischkeit kennt keine Grenzen. Heute darf auch Traurischkeit dabeisein.

Heinz Schenk ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Michael, 1. Mai 2014, 11:36.

2 Kommentare


  1. Da hatte der Mittelmäßige Rundfunk aber auch grade mal nix anderes, um seine Übernahmequote vom hr zu erfüllen.

    Dieser 90-Minuten-Rückblick, den man in FFM produziert hat, ist wirklich eine schöne Sendung. Es schadet ihr allerdings etwas, dass sie seit der Erstausstrahlung 14tägig eingesetzt wurde.

    Es ist auf jeden Fall eine schöne Erinnerung an eine Fernsehzeit, in der die Macher, die vor die Kamera gelangten ihren Beruf wirklich noch als Berufung begriffen und nicht nur Fließbandarbeit ablieferten. Und Heinz Schenk hat offensichtlich selbst sehr viel Arbeit in seine Sendungen gesteckt. Dafür verdient er alle Hochachtung, auch wenn der damals jubendliche Zuschauer auch aus der heutigen Sichtweise für manches selbstgeschriebene, schräge Lied oder einen gar zu billigen Kalauer nicht mal mehr ein müdes Lächeln übrig hat.

    Er gehört für viele wirklich zur Kindheitserinnerung und hat auch meine Hochachtung für den Mut die Rolle in „Kein Pardon“ zu spielen.

    – Käffchen, Heinz?
    – Isch nemm nix!

  2. Vielen Dank.

    Eine Persönlichkeit. Auch unsereiner hockte vor dem Flimmer, wenn Heinz Schenk zum Blauen Bock einlud.


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