Die nackte Pistole

1994 (ProSieben). 6‑tlg. US-Comedyserie von Jerry Zucker, Jim Abrahams und David Zucker („Police Squad“; 1982).

Wenn man ihn bei der Arbeit beobachtet, wundert man sich schon sehr, wie Detective Frank Drebin (Leslie Nielsen) es schafft, mysteriöse Mordfälle aufzuklären. Irgendwie findet er am Ende immer den Mörder, aber vorher richtet er vor allen Dingen großes Chaos an. Sein Vorgesetzter ist Captain Ed Hocken (Alan North). Auf dem Revier arbeiten außerdem Officer Nordberg (Peter Lupus) und Ted Olson (Ed Williams), der im Labor immer wieder Wunderwaffen für den alltäglichen Einsatz erfindet. Der Schuhputzer Johnny (William Duell) versorgt Drebin mit wichtigen Informationen. Er weiß einfach alles,  ganz gleich, worum es geht.

Die Serie parodierte die Gaststarepidemie in anderen Serien und ermordete den jeweiligen Gastpromi immer gleich in der ersten Szene: Lorne Greene und William Conrad werden erstochen aus einem fahrenden Auto geworfen, Georg Stanford Brown wird von einem herunterfallenden Safe erschlagen, Florence Henderson beim Kochen erschossen, William Shatner schafft es in einem Restaurant, den Schüssen auszuweichen, trinkt dann aber vergifteten Wein, Robert Goulet wird nach seiner letzten Zigarette in einem mexikanischen Gefängnis erschossen. Eigentlich hätte in der letzten Folge John Belushi („Blues Brothers“) den Gaststartod sterben sollen – doch leider starb er kurz darauf tatsächlich, und die Szene wurde nie gezeigt. Auch kündigte die Stimme des Ansagers jedes Mal einen anderen Folgentitel an als den, der gleichzeitig eingeblendet wurde. Die Dialoge waren albern und surrealistisch: „Wer sind Sie und wie sind Sie hier reingekommen?“ – „Ich bin ein Schlosser und … ich bin ein Schlosser!“ Das konkrete Vorbild war Dezernat M, an dem sich Stil, Musik, Vorspann und Ich-Erzähler orientierten.

In den USA floppte die Serie und wurde nach nur sechs Folgen eingestellt – vermutlich waren die Zuschauer überfordert. Die Fülle an Gags und Parodien auf bekannte Serien und Filme, die die Autoren gleichzeitig in Vorder-, Hintergrund und Dialoge einbauten, war einfach zu groß für den kleinen Fernsehbildschirm. Der Sender ABC begründete die Absetzung konsequenterweise damit, dass die Show so gemacht sei, dass sie leider nur funktioniere, wenn die Zuschauer tatsächlich richtig zuschauten, was sie ja, wie man weiß, selten tun. Aus Idee und Handlung machte das Erfindertrio Zucker/Abrahams/Zucker später die drei überaus erfolgreichen „Die nackte Kanone“-Kinofilme, ebenfalls mit Nielsen. Erst nach den Kinoerfolgen wurde die Serie erstmals in Deutschland ausgestrahlt, dabei gab man ihr einen Titel, der an die Filme erinnerte.

2 Kommentare


  1. […] 30.10. Robert Goulet, 73, häufiger Gaststar in US-Serien, z.B. Fantasy Island und Die nackte Pistole […]

  2. […] US-amerikanischen Zuschauer damit seinerzeit überfordert waren: Nach nur sechs Folgen wurde ‘Die nackte Pistole‘ […]


Senf abgeben?





Das Buch

die Autoren

Weitere Bücher

New York für Fern-SeherDie kleine House-Apotheke

Links