Narren gekappt

Traditionell gibt es auch dieses Jahr wieder Ärger unter Karnevalisten. Die Mainzer Hofsänger sind beleidigt, weil sie bei der Mainzer Sitzung nur traditionell zum Finale ein paar Stimmungslieder singen, aber auf ihr ebenso traditionelles politsatirisches Potpourri verzichten sollten. Den Hofsängern war das zu wenig, also haben sie ihren Auftritt gleich ganz abgesagt. Karneval ist eben kein Spaß.

Vergangene amüsante Karnevalsskandale, Eklats und sonstige Unstimmigkeiten haben wir hier und da gesammelt, und außerdem noch da und dort.

Schlagwörter: , ,
Michael, 29. Januar 2008, 15:02.

6 Kommentare


  1. Michael krieg,

    Karneval ist wirklich kein Spaß, siehe folgendes:

    Zur Erklärung:
    Diese Büttenrede wurde 1995 in Flörsheim am Main (Karnevalshochburg) gehalten: Der Redner musste nach dem Vortrag unter Polizeischutz rausgebracht werden und die Sitzung wurde vorzeitig beendet, aber die Rede ist seitdem Kult !!!

    Hessische Büttenrede

    (Narhalla-Marsch)

    „Alaaf und Helau! – Seid ihr bereit?
    Willkommen zur Beklopptenzeit!
    Mer kenne des aus Akte X,
    doch Mulder rufe hilft da nix,
    des kommt durch Strahle aus dem All,
    und plötzlisch ist dann Karneval!
    (Tusch)

    Uff einen Schlach werd’n alle dämlisch,
    denn das befiehlt das Datum nämlisch!
    Es ist die Zeit der tollen Tage,
    so eine Art Idiotenplage,
    eine Verschwörung, blöd zu werden,
    die jährlich um sich greift auf Erden.
    Ei‘ wahre Ausgeburt der Hölle,
    und Ausgangspunkt davon ist Kölle!
    (Tusch)

    Denn dort gibt’s nisch nur RTL,
    das Fernseh-Einheitsbrei-Kartell,
    sondern aach jede Menge Jecken,
    die sisch auf Nasen Pappe stecken,
    in Teufelssekten sich gruppieren
    danach zum Elferrat formieren
    und dann muss selbst das döfste Schwein
    dort auf Kommando fröhlisch sein.
    (Tusch)

    Auf einmal tun in allen Ländern
    die Leude sisch ganz schlimm verändern
    Sie geh’n sisch hemmungslos besaufe
    und fremde Mensche Freibier kaufe
    schmeiße sisch Bonbons an die Schädel,
    betatsche Jungens und aach Mädel
    und tun eim jede, den sie sehen,
    ganz fuschtbar uff de Eier gehen!
    Sie tun nur noch in Reime spreche
    und sind so witzisch, man könnt‘ breche,
    bewege sisch in Polonäsen,
    als trügen sie Gehirnprothesen,
    man möschte ihnen – im Vertrauen
    – am liebsten in die Fresse hauen!
    (Tusch und Konfetti-Kanone)

    Doch was soll man dagege mache?
    Soll man vielleicht noch drüber lache?
    Es hilft kein Schreie und kein Schimpfe,
    man kann sisch nich mal gegen impfe,
    die Macht der Doofen ist zu staak,
    als dass man sisch zu wehr’n vermag!
    (kein Tusch)

    Am besten ist, man bleibt zu Haus
    und sperrt den Wahnsinn aanfach aus.
    Man schließt sich ein paar Tage ein
    und lässt die Blöden blöde sein!
    Der Trick ist, dass man sich verpisst
    bis widder Aschermittwoch ist!

    Und steht ein Zombie vor der Tür,
    mit so ’nem Pappnasengeschwür,
    und sagt statt „Hallo“ nur „Helau“,
    dann dreh sie um, die dumme Sau,
    und tritt ihr kräftisch in den Arsch
    und ruf dabei: Narrhalla-Marsch!“

  2. auch nicht schlecht 🙂

    aber mir haben die hofsänger nie besonders gut gefallen. von daher werd ich es verkraften.

    ich finde es allerdings schade, dass der protokoller nicht dabei ist. den hat das zdf nämlich auch gestrichen.

  3. Dass diese Büttenrede wirklich gehalten wurde ist auch so eine unausrottbare Legende 🙂

  4. paranoid android,

    Diese Rede wurde von Oliver Kalkofe geschrieben und erschien im Jahr 2000 in seiner TV-Spielfilm-Kolumne.
    Während seiner Bühnentournee 2006/07 hat er die Rede allerdings mit viel Schwung vorgetragen und sich köstlich über die oben erwähnte Internet-Legende amüsiert.

  5. Och Leute, rottet die schöne Legende doch nicht aus 😉

  6. Ich erinnere mich , dass diese Rede 1995! in der TV Spielfilm Kolumne erschien !!!


Senf abgeben?





Das Buch

die Autoren

Weitere Bücher

New York für Fern-SeherDie kleine House-Apotheke

Links