Chefstewart Oscar — LIVE!

Eigentlich sollte die Überschrift Little Jon & The Golden Statues lauten, eine Anspielung auf Long John & The Silver Beatles, den früheren Namen der Beatles, und auf Jon Stewarts Körpergröße von nur 1,68 Meter, aber das erschien dann sogar mir zu weit hergeholt.

Als ich den Fernseher einschalte, steht Steven Gätjen gerade ratlos herum und hält nach irgendwem Ausschau, den ich nicht kenne. Diese Situation ist nicht repräsentativ. Ich bin sehr beeindruckt, welche Kinokenntnisse Gätjen wieder aus dem Ärmel schüttelt und wie professionell er seine Sendezeit im Gespräch mit dem roten Teppichvolk füllt.

Aber eigentlich sind wir ja hier, um den Amerikanern zuzusehen. Mit meinem Respekt vor Steven Gätjen stehe ich erfahrungsgemäß ohnehin allein da.

2.00 Uhr: Das ist Regis Philbin, der in diesem Jahr die 30-minütige Vorab-Show moderiert. Philbin ist etwa ungefähr 150 Jahre alt, in den USA eine Fernsehlegende und Guinness-Weltrekordhalter für die meisten moderierten Fernsehstunden. Er teilt mit:

1978 habe ich das hier schon mal gemacht, und ich war so gut, dass sie mich nur 30 Jahre später schon wieder gefragt haben.

2.14 Uhr: Der Informationsgehalt der halben Stunde vor der Show beschränkt sich wie üblich darauf, dass die Schauspielerinnen Kleidung tragen und diese von jemandem entworfen wurden. Wer hätte das gedacht?

2.17 Uhr: Ich hätte die Zeit nutzen können, mich über die nominierten Filme zu informieren. Ich glaube, dieses Jahr kenne ich zum ersten Mal keinen einzigen. Ich hätte ja was im Fernsehen verpassen können, während ich im Kino sitze.

Ist es nicht eigentlich merkwürdig, dass die Verleihung von Fernsehpreisen im Fernsehen gezeigt wird, die Verleihung von Kinopreisen aber auch?

2.27 Uhr: So, jetzt müsste aber allmählich mal dieser Teppich gereinigt werden. Regis ist schon im Theater und erklärt Treppenstufen und sitzende Menschen. Er nennt etliche Namen, und es klingt wie Dieter Thomas Heck, der den Abspann vorliest. Der gleichzeitig durchlaufende Abspann deckt sich aber nicht mit den Namen. Dann geht’s jetzt wohl gleich los.

2.33 Uhr. Jon Stewart freut sich, dass der Autorenstreik endlich zu Ende ist, nachdem Hollywood dreieinhalb Monate gespalten war:

Willkommen zum Versöhnungssex!
 

2.36 Uhr:

Die Geschichte einer Frau, die ihren eigenen Mann vergisst. Hillary Clinton nennt ihn „Den Wohlfühlfilm des Jahres.“

2.38 Uhr:

Dennis Hopper ist hier. Ich sage das nur, damit Dennis Hopper weiß, wo er ist. Keine Sorge, ich werde es alle 15 Minuten erwähnen.

2.40 Uhr: Das prominente Publikum reagiert verhalten auf ein paar politische Witze, taut aber auf, als Jon Stewart den Bogen von Barack Obama und Hillary Clinton wieder zurück zum Film schlägt.

Wenn man einen Schwarzen oder eine Frau als Präsident sieht, rechnet man eigentlich damit, dass jeden Moment ein Asteroid die Freiheitsstatue zerstört.

2.41 Uhr:

Barack Hussein Obama. Sein mittlerer Name ist der Nachname des früheren irakischen Tyrannen. Sein Nachname reimt sich auf Osama. Das muss man erst mal überwinden. Wir erinnern uns alle an die gescheiterte 1944er Präsidentschaftskampagne von Gaydolf Titler.

2.48 Uhr: George Clooney feiert die 80-jährige Oscar-Geschichte:

Eines hatten alle Verleihungen gemeinsam: Sie waren lang.

2.49 Uhr: Sehr schöne Clipshow bewegender Oscar-Momente. Lässt sich schlecht wiedergeben. Nur schade, dass sie dazu Celine Dion spielen. Weiß ABC in den USA denn nicht, dass wir in Deutschland in den Werbepausen bereits Monrose ertragen müssen?

2.52 Uhr: Es ist so toll, dass Steve Carell, ein früherer Mitarbeiter von Jon Stewarts Daily Show, nicht nur Fernsehen, sondern auch Filme macht. So haben wir bei jeder Art von Preisverleihung eine lustige Rede von ihm. Diesmal hebt er an, den Stellenwert relevanter Dokumentationen herauszustellen, muss sich dann aber darauf hinweisen lassen, dass er nur „Bester Trickfilm“ vergeben darf. „Ratatouille“ gewinnt.

2.56 Uhr: Der Preis für Make-up steht an. Eigentlich müsste der Maskenbildner der roten Teppichshow gewinnen. Regis Philbin sah noch gar nicht aus wie 150.

2.57 Uhr: Stattdessen gewinnt jemand, der aussieht wie Horst Schlämmer. Gut, auch schlüssig.

3.02 Uhr: Ich tippe mal, dass die unmoderierten Oscar-Ausschnitte mit Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones auch mit der 80-Jahr-Feier zu tun haben. Oder ist das Paar bei einem Autounfall ums Leben gekommen?

3.05 Uhr: Ich mag diesen Song, mit dem sie Germany’s Next Top Model bewerben: „Acceptable In The 80s“ von Calvin Harris. Ich bin ja so gespannt, ob ich ihn in zwei Stunden immer noch mag.

3.07 Uhr: Jon Stewart erklärt, was im Saal eigentlich während der Werbung passiert:

Wir machen gehässige Bemerkungen über die Outfits, die Sie zu Hause tragen.

3.12 Uhr: Hat die ältere Frau gerade „I am so grapefruit“ gesagt? Oder doch „grateful“? Ich sehe sie mir noch mal an und bin weiter unsicher.

3.19 Uhr: Javier Bardem („No Country For Old Men“) ist der beste Nebendarsteller und bedankt sich auf spanisch. Wenn er jetzt flucht, kann der ABC-Zensor womöglich nicht schnell genug reagieren.

3.23 Uhr: Einige Filmmontagen mit alten Ausschnitten haben wir schon gesehen. Jetzt erklärt Jon Stewart, wie die Oscars ausgesehen hätten, wenn der Autorenstreik nicht rechtzeitig beendet worden wäre: Vier Stunden lang noch mehr Montagen. Als Beweis zeigt er „Oscars Würdigung von Ferngläsern und Periskopen.“

3.27 Uhr: Der übersteuerte Ton bei diesem nominierten Song klingt furchtbar. Warum konnte es nicht bei Celine Dion derart zerren?

3.31 Uhr: Jerry Seinfeld ist als animierte Biene aus „Bee Movie“ zu hören und zeigt eine Montage mit Ausschnitten aus Bienenfilmen, um auf seine früheren Rollen hinzuweisen.

3.36 Uhr: Tilda Swinton gewinnt den Oscar als beste Nebendarstellerin für „Michael Clayton. Cate Blanchett als Bob Dylan und Ilja Richter für seine Rolle in „Tante Trude aus Buxtehude“ gehen leer aus.

3.45 Uhr: Jon Stewart zählt durch:

Wie aufregend: Jessica Alba ist schwanger, Cate Blanchett ist schwanger… gleich zwei schwangere Frauen im Saal! Andererseits… die Nacht ist noch jung, und Jack Nicholson ist hier. Am Ende des Abends wird neu ausgezählt.

3.48 Uhr: Die verrückten Coen-Brüder gewinnen für „No Country for Old Men.“ Der Name ihrer Kategorie, „Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published“, ist länger als ihre Dankesrede.

3.50 Uhr: Eine Filmeinspielung, für die offenbar nicht Jon Stewart und seine Autoren, sondern die Academy direkt verantwortlich ist, erklärt ausführlich, wie die Gewinner ermittelt und bis zur Preisverleihung geheim gehalten werden. Das ist ungefähr so lustig und auch mit der gleichen Musik unterlegt wie die Sicherheitshinweise vor einem Langstreckenflug.

3.52 Uhr: Jon Stewart kommt nach dieser filmischen Erläuterung zurück auf die Bühne und sagt im aufgesetztesten Tonfall, den man sich vorstellen kann:

Wow, das war fantastisch! Ich dachte immer, es geschehe durch Superdelegierte.

3.54 Uhr: Ähnlich wie die Werbepausen bei ABC und ProSieben sind die Pinkelpausen bei den fünf Filmfreunden und dem Fernsehlexikon synchron. Aber woher wissen ABC und ProSieben, wann wir wieder zurück sind?

4.01 Uhr: Jon Stewart stockt auf: Jessica Alba ist schwanger, Cate Blanchett ist schwanger — und Nicole Kidman auch. Der Bildschirm wird in Einzelbilder geteilt wie bei den Nominierten und Jon verkündet:

And the baby goes to…. Angelina Jolie!
  

4.04 Uhr: Ich habe keine Ahnung, wer die hässlichen Männer sind, die sich darum streiten, wer bei der Laudatio die Rolle von Halle Berry, und wer Judi Dench spielen darf, aber keiner von ihnen ist Ilja Richter.

4.13 Uhr: Als beste Hauptdarstellerin wird die einzige Frau in dieser Kategorie geehrt, deren Namen ich nicht schreiben kann. Machen wir es über das Ausschlussprinzip: Es sind nicht Cate Blanchett, Julie Christie, Laura Linney und Ellen Page.

4.23 Uhr: Nach dem letzten nominierten Song konnte man für einen kurzen Augenblick hören, dass die Laudatoren über die Saalbeschallung offenbar namentlich angekündigt werden. Diese Geheiminformationen dürfen die Zuschauer zu Hause jedoch auf keinen Fall erreichen. Aber gut, Jack Nicholson, der jetzt kommt, kenne sogar ich.

4.24 Uhr bis ca. 8.00 Uhr: Lange Liste der bisher als „Bester Film“ ausgezeichneten Werke.

4.28 Uhr: Oh, doch schon fertig.

4.29 Uhr: Der Preis für den besten Schnitt wird präsentiert von Renée Zellweger, die einst als beste Schnitte gewann. (Entschuldigung.)

4.34 Uhr: Robert Boyle, der alte Ausstatter, bekommt im Alter von 98 Jahren den Ehrenoscar fürs Lebenswerk. Für den richtigen war er zwar viermal nominiert, hat aber nie gewonnen. Martin Scorsese hätte das beinahe auch geblüht.

4.42 Uhr: Jon Stewart schockt die Welt:

Wir hatten ein kleines technisches Problem und müssen mit der Show noch mal von vorn anfangen.

4.44 Uhr: Der österreichische „Fälscher“ wird bester fremdsprachiger Film.

4.47 Uhr: Der da den finalen besten Song-Nominierten singt, sieht aus wie ein junger Tom Cruise, ist aber etwa einen Meter zu groß.

4.50 Uhr: Der Oscar für den besten Song wird überreicht, was Anlass zur Hoffnung gibt, dass ab jetzt niemand mehr singt. Das dreifach nominierte „Enchanted“-Duo aus Alan Menken und Stephen Schwartz geht leer aus, „Once“ gewinnt.

4.56 Uhr: Der bisher schönste Oscar-Moment: Markéta Irglová, eine Hälfte des Autorenduos, das eben den Oscar für den besten Song gewann, war nicht zu ihren Danksagungen gekommen, weil das Orchester die beiden von der Bühne spielte. Klar, Musiker haben wenig Verständnis für Musiker. Nach der Werbepause holt Jon Stewart sie zurück auf die Bühne und lässt sie, ohne dass ein ag dahintersteckt, ihren Dank nachholen. Respekt!

5.05 Uhr: Der Applausometer-Preis für den beliebtesten Verstorbenen geht an Deborah Kerr und Ingmar Bergman. Heath Ledger profitiert vom allgemeinen Schlussapplaus.

5.12 Uhr: Fünf Soldaten präsentieren die Kurzdoku-Nominierten per Satelliten-Schaltung aus Bagdad. Der Ton ist nicht ganz so schlecht wie bei den ersten Song-Nominierten.

5.18 Uhr: Der Langdoku-Sieger Alex Gibney („Taxi To The Dark Side“ über die US-Folterpraktiken in Afghanistan, dem Irak und Guantanamo) verkündet:

Meine Frau hatte gehofft, ich drehe eine romantische Komödie.

5.30 Uhr: Helen Mirren sagt einzelne Wörter auf. Sollen charakterdarstellerische Eigenschaften symbolisieren. Dann sagt sie auf, wer bester Hauptdarsteller wird: Daniel Day-Lewis.

5.36 Uhr: So, zwei hamwa noch, dann is Schicht. Beste Regie und Bester Film. Heißt: ProSieben zeigt den langen Trailer für „Michael Clayton“ höchstens noch achtmal.

5.43 Uhr: Noch ein Oscar, diesmal Regie, für Joel und Ethan Coen. Ethan, der vorhin schon nur „Danke“ sagte, erklärt, er habe dem von vorhin nichts hinzuzufügen.

5.46 Uhr: Bester Film: „No Country for Old Men“. Die Coen-Brüder waren nicht mal zurück auf ihren Plätzen.

5.48 Uhr: Ende. Ich danke allen Lesern und Kommentierenden für die Anteilnahme, Jon Stewart für die lustige, unaufdringliche Moderation, ProSieben dafür, dass mich die Werbeblockfüllungen immerhin etwas weniger genervt haben als normalerweise, …. (Orchester spielt mich ins Bett.)

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Michael, 25. Februar 2008, 02:02.

98 Kommentare


  1. @Michael, ach *du* warst einer von den drei Zuschauern, die Roswell damals erreicht hat. 😉

    In letzter Zeit ist sie eher aus Grey’s Anatomy bekannt.

  2. Soso, nach Werbung fürs iPhone jetzt also auch noch Reklame für die Wii…

  3. @ PhilParma: Auch Dir sei Dank. Hat ja keiner behauptet, das hier sei eine Informationsveranstaltung.

  4. @ Maik: Weiß ich doch. Aber ich sag ja nur, in welcher Serie ich sie mochte.

  5. No Offense. 😀
    Mag Seth Rogen ja sehr.

  6. Sehr schöner Song!

    Fand ja Katherine Heigl auch in „100 Girls“ sehr toll, der in Deutschland unter dem unsäglichen Titel „Eins, zwei, Pie“ völlig versenkt worden ist.

  7. Ich mag sie als Schauspielerin auch in GA. Der Charakter ist zunehmend unerträglich, aber dafür muss man denke ich eher den Autoren vors Schienbein treten, nicht ihr.

  8. Sehe ich das richtig, dass derzeit The Bourne Ultimatum die Gewinnerliste mit 3 Oscars anführt?

  9. Die Liste der besten Filme aller Zeiten sozusagen zeigt, wie relativ das doch alles ist. Und der beste Film 2007 bestätigt dies nochmal 😉

  10. War das Jahr während „Shakespeare in Love“ so schwach oder unterschätze ich den Film?

  11. Jup, das ist wohl wahr, Thomas.

    Aber schon mal sehr schön alle Filme so aneinandergereiht zu sehen!

  12. Also die drei Enchanted-Songs heute waren ein deutliches Argument dafür, sich den Film keinesfalls anzuschauen.

  13. Yes! Once!

    Nimm das Enchanted-Schmonz!

  14. In your face, Alan Menken!

    Der richtige Sieger!

  15. Ich verstehe nicht, warum sie die Dankesreden derart schnell und brutal abwürgen. Nichts gegen den Ehrenoscar für den Opa… aber die längste und nicht abgewürgte Dankesreden war die langweiligste und schlechteste.

  16. Finde, es sollte auch wieder häufiger echte authentische Standing Ovations geben (wie damals bei Cuba Gooding Jr.) und nicht nur, wenn’s beim Ehrenoscar halt so üblich ist.

  17. Oh, sie darf doch noch danke sagen 😉

  18. Laura Linney muss heute auffällig häufig als emotionsgeladene Impression aus dem Publikum herhalten.

  19. Irgendwie europäische Filmfestspiele bei den Oscars dieses Jahr:

    Bardem, Cottilard, Swinton, Die Fälscher, Once, Ferretti, Tempeton, Pollet-Villard, Lavergne…

    Mal schauen wo das noch hinführt… (Daniel Day Lewis, anyone?)

  20. Was für eine große Geste, die Dame noch was sagen zu lassen. Sehr toll!

  21. „Beliebtester Verstorbener“??? Man muss sich hier ja nicht über alles lustig machen…

  22. Das mit den Soldaten ist ernst gemeint oder?

  23. Die Soldaten können dann nächstes Mal bei der Wahl zum „Beliebstesten Verstorbenen 2008“ mitmachen.
    Ich verstehe auch nicht, was diese üble Episode bei den Oscars zu tun hat. Naja, ich gehe dann mal stark davon aus, dass der „Beste“ Film von ein paar Flüchtlingen aus Dafur verkündet wird.

  24. Waren die Soldaten eine Liveschalte? Ich hätte jetzt gedacht pre-taped.

  25. Im Zusammenhang mit „Taxi to the Dark side“ kurz darauf ergibt sich ein kleiner Treppenwitz der Oscar-Geschichte. lol

  26. Ich mag die USA genau für sowas:

    Erst eine kleine Werbeeinlage für das US-Militär und dann gewinnt direkt danach eine regierungskritische Dokumentation über Guantanamo & Co.

  27. @ Ellen-Page-Fanboy!!!1: Das kann damit zusammenhängen, dass die meisten Amerikaner sehr gut unterscheiden können zwischen den Menschen, die vor Ort die Drecksarbeit machen, und denen, die sie dahingeschickt haben.

  28. Yes, da ist dann auch der „Trost“-Oscar für JUNO. Sehr schön!

  29. Kreative Musikauswahl für Harrison Fords Auftritt. Der hat auch noch in zwei, drei anderen Filmen mitgespielt…

  30. @Michael

    Ich weiss! Mein Kommentar war auch frei von jeglicher Ironie oder Sarkasmus absolut so gemeint, wie er da steht.

  31. […] Fernsehlexikon wrote an interesting post today on Chefstewart Oscar — LIVE!Here’s a quick excerpt Eigentlich sollte die Überschrift Little Jon & The Golden Statues lauten, eine Anspielung auf Long John & The Silver Beatles, den früheren Namen der Beatles, und auf Jon Stewarts Körpergröße von nur 1,68 Meter, aber das erschien dann sogar mir zu weit hergeholt. Als ich den Fernseher einschalte, steht Steven Gätjen gerade ratlos herum und hält nach irgendwem Ausschau, den ich nicht kenne. Diese Situation ist nicht repräsentativ. Ich bin sehr beeindruckt, welche Kinokenntnisse Gätjen wi […]

  32. Wahnsinn, keine einzige Darstellerkategorie von einem/einer US-Darsteller/in gewonnen. Gab es das schon einmal?

  33. Day-Lewis: Best Achievement in Overacting in a Leading Role 🙁

  34. „Das kann damit zusammenhängen, dass die meisten Amerikaner sehr gut unterscheiden können zwischen den Menschen, die vor Ort die Drecksarbeit machen, und denen, die sie dahingeschickt haben.“

    Das würde ich so nicht unterschreiben.
    Schließlich gucken die meisten Amerikaner eher weniger Dokus und gerade solche äußerst kritische Dokus werden fast gar nicht auf größeren Stationen ausgestrahlt.
    Und selbst so eine Mainstream-Doku wie Fahrenheit 9/11 hat die Hälfte der Amis nicht davon abgehalten Bush wiederzuwählen. Selbst wenn sich viele von ihrer Regierung im Punkto Irakkrieg verraten und verkauft gefühlt haben, so haben wirtschaftliche Aspekte einen größeren Einfluss auf die Menschen. Und ein nicht zu unterschätzender Teil der Amis weiß ja heute nch, dass Saddam mit dem 9/11 direkt oder indirekt zu tun hatte.

  35. Na, das nenne ich doch mal einen ziemlich dicken Abräumer. Jetzt bin ich sehr gespannt auf NCFOM nächste Woche!

    War ne schöne, erstaunlich kurzweilige Show, fand ich. Sicherlich auch dank Stewart.

  36. Klasse finde ich, dass alle vier Awards für No Country for Old Men schon jetzt in der Wikipedia stehen. Auf Filmgeeks ist eben Verlass.

  37. Schade. Hätte P.T. Anderson so sehr seinen Oscar gewünscht. Aber die Coens haben ihn sicher ebenfalls verdient.

    Wenn Anderson so weiter macht, wird er von alleine kommen.

  38. Der arme Kevin O’Connell. Auch die 20. Nominierung bringt ihn keinen Oscar. ;-(

  39. Die Show war mal wieder gähnend langweilig und nur mit viel Zappen zu ertragen, aber hatte mit NCFOM doch einen verdienten Abräumer.

    Aber wie jedes Jahr fallen mir auch dieses Mal wieder rund ein Dutzend Filme ein, die es genauso verdient hätten und einige die ganz klar besser waren, aber bedauerlicherweise gar nicht nominiert waren, da entweder zu unbekannt oder zu gewagt für den Oscar-Mainstream.

    Naja, zum Glück ist es diesmal nicht so knüppeldick peinlich gewsen wie mit dem Englischen Patienten, Titanic, Shakespeare in Love, Chicago oder gar Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs.

    Mich schüttelt es jetzt noch, wenn ich daran denke, dass die Trilogie übers Wandern mit so viel Oscars überhäuft wurde.

    Da bin ich mit No Contry… doch halbwegs zufrieden.

  40. […] wissen möchte was auf der anderen Seite des großen Teiches passiert ist, der kann bei Fernsehlexikon […]

  41. paranoid android,

    Ich hab selten so einen glücklichen „Verlierer“ wie Johnny Depp gesehen. Der Mann scheint ja wirklich eine extreme Panik vor Bühnenauftritten zu haben!

  42. Ich habe nur die erste Stunde gesehen, dann war ich zu müde. Mein Eindruck war aber, dass die Show technisch und vom Ablauf her permanent auf der Kippe zum Desaster stand: Übersteuerter Ton, Einspieler, bei denen das Bild irgendwie „doppelt“ war (oder sollten die in 3D laufen), Preisträger und Laudatoren, die nicht wussten, in welche Richtung sie abgehen sollten. Und trotzdem war alles ganz toll.

  43. Die Bild- und Tonqualität bei ProSieben war unter aller Kanone!!
    4:3-Bild, obwohl die Show in 16:9 produziert wurde.
    Ist euch aufgefallen, dass bei den Einspielern plötzlich doch ein 16:9-Bild war? Das 4:3-Bild lag allerdings noch schattenhaft dahinter, deshalb die „Geisterbilder“.
    Und warum der miese Ton? War das Mono? Es klangt alles wie ein Hörsturz. Bei den Trailern und Werbespots kam der Ton dann immer aus allen Boxen.
    Was die ARD mit der qualitativ hochwertigen Super-Bowl-Übertragung geschafft, sollte ProSieben mit dem Oscar auch endlich mal hinkriegen!
    Das heute Nacht war jedenfalls ein Desaster.

  44. Mit meinem Respekt vor Steven Gätjen stehe ich erfahrungsgemäß ohnehin allein da.

    Nicht ganz. Ich finde auch, dass er seine Sache ganz ordentlich macht. Vielleicht liegt es daran, dass nur einmal im Jahr OSCAR®-Verleihung ist. Jede Woche Bundesliga war jedenfalls nicht sein Ding.

    War eigentlich Diablo Cody im US-Vorlauf zu hören? Bei ihr hätte mich ausnahmsweise wirklich mal interessiert, welcher Designer für ihr sehr luftiges Gewand verantwortlich war. Begonnen hat sie übrigens als Bloggerin, und war sichtlich bemüht, während ihres Auf- und Abtritts keine falschen Assoziationen mit dem früheren Namen ihres Blogs aufkommen zu lassen. Es hieß übrigens „The Pussy Ranch“.

    Interessant war auch die Laudatio dieser Pastewka-Biene. Problem: Wie rendert man im Vorfeld eine Szene, deren genauen Wortlaut man noch nicht kennt, den Sieger? Im entscheidenden Moment hält sich das Insekt einfach den Umschlag vor den Mund. Spitze!

  45. Hat hier eigentlich noch niemand den Auftritt von „The Rock“ erwähnt?
    Meines Wissens war es das erste Mal in der Geschichte der Oscars, dass ein schauspielender Wrestler einen Oscar überreicht hat.
    Und ich muss noch Michael danken:
    ich habe gestern die ganze Zeit überlegt, welcher der Gag von Jon Stewart war, über den ich mich am meisten kaputt gelacht hatte. Es war um 2.40, der Witz mit dem Asteroiden!
    Jon Stewart war klasse!

  46. Danke, dass ich’s in drei Minuten lesen durfte, und dafür nicht gefühlte 8 Stunden aufbleiben musste.

  47. […] Tage nach der Oscar-Verleihung in Hollywood, mit einer tollen Moderatorenleistung von Jon Stewart, aber überwiegend […]

  48. Schöne Zusammenfassung des Events!
    Für mich war die Reaktion des Saales auf den „Gaydolf Titler“ Witz der Joke des Abends!
    In der deutschen Wiederholung am nächsten Tag wurde übrigens dieser Gag weggeschnitten.


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