Die deutschen Fernsehpreise

Stellen Sie sich vor, Thomas Gottschalks Gäste kommen aus der Tür, und keiner klatscht. Harald Schmidt und Oliver Pocher sind lustig, aber keiner lacht. Günther Jauch empfiehlt den Publikumsjoker, aber keiner ist da.

Fernsehshows sind darauf angewiesen, den Saal voller Menschen zu haben, die hörbar reagieren, damit die große Show-Atmosphäre überhaupt erst aufkommen kann. Die Macher der Shows haben von der Anwesenheit des Publikums deshalb wesentlich mehr als das Publikum. Für die Zuschauer ist die Anwesenheit im Studio meistens eine nette Sache, für die Produzenten ist sie existenziell. Deshalb gilt es, dem potenziellen Publikum den Besuch so schmackhaft wie möglich zu machen, zum  Beispiel durch niedrige Eintrittspreise.

Hier sind einige Beispiele, wie viel Sie bezahlen müssen, um deutsche Fernsehshows im Studio oder in der Halle zu sehen. Alle Preise in Euro inkl. Bearbeitungsgebühr.

Wetten, dass…? 30,– bis 50,–
Genial daneben 15,50
TV Total 20,–
Mario Barth präsentiert 21,50
Schmidt & Pocher 19,50
Wer wird Millionär? 19,– bis 24,–

Und so viel bezahlen Sie für einige der populärsten amerikanischen Fernsehshows. Alle Preise in US-Dollar inkl. Bearbeitungsgebühr:

Late Show with David Lettermann 0,–
Late Night with Conan O’Brien 0,–
Daily Show with Jon Stewart 0,–
The Colbert Report 0,–
Saturday Night Live 0,–
Who Wants To be A Millionaire? 0,–

Hm. Sieht aus, als schätzten die Amerikaner die Bedeutung des Publikums etwas anders ein als die Deutschen. Oder sie sind einfach freundlichere Geber.

Was sonst noch über die amerikanischen Shows interessant ist, steht im Buch „New York für Fern-Seher“, und hier erfahren Sie, wer dafür wie viel bezahlen muss. Alle Preise in Euro inkl. Mehrwertsteuer.

Insa T., Hann. Münden 0,–
Klaus S., Lingen 0,–
Simon T., Ennepetal 0,–
Michael S., Münster 0,–
Norman S., München 0,–
alle anderen 12,95

Insa, Klaus, Simon, Michael und Norman sind die ausgelosten Gewinner unseres Gewinnspiels. Die Lösungen waren:

1)     Late Show with David Letterman (Ed Sullivan Theater am Broadway in New York, hier wird die Show aufgezeichnet)
2)     Will & Grace (Puck Building, hier hat Grace Adler ihr Designstudio)
3)     King of Queens (Unisphere-Weltkugel in Flushing Meadows, zu sehen im Vorspann)

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und viel Spaß mit dem Buch, herzlichen Dank an alle fürs Mitmachen, und ebenfalls einen großen Dank für das Lob für unsere kleine Seite, das in vielen Mails mitkam!

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Michael, 29. März 2008, 15:16.

20 Kommentare


  1. Also müsste man für einen Besuch in einer der amerikanischen Shows doch sicherlich ewig warten bis man dort einen Platz bekommt?

  2. Habe das New York Buch zu Ostern bekommen und es macht Spaß zu lesen, wie viel Schein als Sein dem Zuschauer doch vorgespielt wird. 😉

    Es ist tatsächlich so, dass man in New York mit Freikarten eventuell nicht ins Studio kommt, aber dafür verrät das Buch viele Tipps und Tricks, wie man auch spätestens den Tag drauf auf jeden Fall einen Platz hat.

    Einige Preise sind schon leicht übertrieben, wenn man bedenkt, was geboten wird. Bis zu 50 € für Wetten dass…? !? Man kann sich die Misere heute Abend schon vorstellen, wenn man diese Erstklassige Gästeliste betrachtet.

  3. Wie läuft das dann ab? Meldet man sich für Freikarten an und dann werden einfach mehr Karten rausgegeben wie Plätze vorhanden sind (dass auf jeden Fall jeder Platz besetzt ist)? Oder geht man einfach hin und schaut, ob man rein kommt? Stell mir das auch nervig vor, wenn ich extra 200km anreise und dir mir dann sagen: „Sorry, alles voll!“. Da zahl ich doch lieber 20€ und hab dann meinen Platz sicher.

  4. Unfassbar, dass die Sender die Studios wirklich voll bekommen.
    Dachte, die 12,50 € die Sat.1 für seine in Adlershof produzierten Shows haben möchte (u.a. Hitgiganten, Die Comedy Falle) wären schon wucher.
    Ich weiß nämlich aus Erfahrung dass Sat.1 in Berlin immer extreme Probleme hatte Publikum zu bekommen. Früher haben die einem Karten hinterher geschmissen…

    Ach ja, Anne Will sind auch 12,50 €

  5. @ Marcel: Die Wartezeit ist nicht immer ewig, es gibt unterschiedliche Systeme. Bei manchen, z.B. „Live with Regis & Kelly“ wartet man tatsächlich recht lange, ca. ein Jahr. Andere, z.B. Conan O’Brien und Jon Stewart, geben die Tickets erst wenige Tage bis einige Wochen vor der Show frei, wodurch man einigermaßen planen kann.

    Die in Deutschland zu zahlenden Eintrittspreise bedeuten übrigens nicht, dass man keine lange Wartezeit hat. Auf Karten für „Wer wird MIllionär?“ muss man z.B. zwei Jahre (!) warten.

    @ Jochen:
    Freut mich, dass Dir das Buch gefällt! Danke für die vorzügliche Werbung!

    @ t:
    Ja, man meldet sich an, mit einem Vorlauf, der zwischen ein paar Tagen und etlichen Monaten liegen kann (s.o.). Einfach hingehen hat bei den wenigsten Sendungen einen Zweck. Und ja, es werden geringfügig mehr Tickets ausgegeben als Plätze zur Verfügung stehen. Auf diese Weise sichern sich die Produzenten gegen leere Plätze ab, denn bei freiem Eintritt ist die Gefahr natürlich größer, dass jemand spontan entscheidet, einfach nicht zu kommen und auch nicht absagt.
    Die meisten Shows haben für den Fall, dass man ein reguläres Ticket hat, aber nicht reinkommt, aber eine Ersatzregelung, z.B. einen garantierten Platz am nächsten Tag oder an einem frei zu wählenden Termin.

  6. Mir wurden die Eintrittspreise mal so erklärt, dass die Macher mehr Planungssicherheit hätten, wenn die Zuschauer Geld bezahlt haben. Bei Freikarten könnte es ja passieren, dass hinterher keiner kommt – „War ja eh umsonst.“

  7. Solange die Studios und die Wartelisten voll sind, sind die Preise sicher nicht zu hoch. Angebot und Nachfrage. Wo ist das Problem?

  8. Es gibt aber auch Sendungen, bei denen die Macher froh sind, wenn die Sitzplätze belegt sind. So ungefähr im Jahr 2000 sind wir mal in einer kleineren Gruppe (ca. 10 Leute) durch die Münchener Innenstadt gelaufen und wurden von einem Typen angesprochen, ob wir später am Abend Studiopublikum für eine Sendung mit Hape Kerkeling sein wollten (es war eine Best-Of-Ausgabe von ‚Darüber lacht die Welt‘). Und als wir spontan ja sagten, wirkte der Mann recht froh über seinen großen Fang. (Und als wir dann auch tatsächlich aufgetaucht sind erst recht.)

    Was ich mich nur damals schon gefragt habe: Sind wirklich alle Zuschauer so wie wir für lau in den Genuss von Sekt aus Plastikbechern, einem Warm-Up das enttäuschenderweise nicht Kerkeling persönlich gemacht hat und der Aufnahme der Sendung gekommen, oder waren auch welche darunter, die Karten gekauft haben. Ich werde es wohl nie erfahren…

  9. Ich saß 1995 mal bei der Produktion eines Piloten für eine Zauberershow im Publikum. Ich war gerade beim Bund und der Spieß fragte ob wir lieber einen Tag durch die Gegend marschieren wollen oder nach München zu Fernsehaufnahmen. Schwierige Frage 😉 An viel kann ich mich nicht mehr erinnern, nur noch daran, dass Dieter Moor als Produzent beteiligt war. Ob das irgendwann mal ausgestrahlt wurde weiß ich nicht.

  10. Erich von Halacz,

    Wir haben Sonntagvormittag und noch immer kein „Verriss“ der gestrigen Ausgabe von „Wetten Dass..“
    Bei Spiegel online findet sich schon ein Artikel, aber dieser klingt nicht nach einem Verriss. Genauso wie Wetten Dass zu einem Ritual geworden ist, ist auch der am nächsten Morgen erscheinende Verriss über die Sendung mittlerweile ein Ritual.
    Also bitte… wenigstens einen Vierzeiler oder so.
    Vielen Dank schon mal im Voraus.

  11. Gab’s zu Hochzeiten der Nachmittagstalkshows von Meiser & Co. nicht ständig Geschichten, daß RTL jeden Tag in den Fußgängerzonen Leute für’s Studiopublikum gesammelt hat, die dann sofort per Taxi nach Hürth gekarrt wurden? Hat da überhaupt jemand Eintritt gezahlt?

  12. Zunächst mal vorab vielen Dank für das gewonnene Buch. Freue mich schon darauf. Es war spannend, die Locations aufzuspüren, obwohl ich weder Will & Grace noch King of Queens schaue. Aber mit Google, Flickr und Wikipedia kann man vom Sofa wirklich die ganze Welt erkunden.

    Ich kann mich übrigens noch erinnern, dass meine Frau und ich in den 80er Jahren bei einem Aufenthalt in New York auf der Straße angesprochen wurde, ob wir Lust hätten als Zuschauer an einer Talkshow teilzunehmen. Und prompt saßen wir kurz darauf in der „Joan Rivers Show“, die wir uns im Fernsehen nie angeschaut hätten, aber live war es mal ganz interessant.

  13. Bei der ersten TV Total Sendung sind die Mitarbeiter auch kurz vorher auf die Straße gegangen und haben Passanten nahezu angefleht, doch für lau ins Studio zu kommen. Obwohl der Raab damals in gewissen Kreisen eine Kultfigur war …
    Also bis 20EUR für ne TV Show finde ich als einmaligen Besuch, wenn man aber in der Nähe des Studios wohnt und des öfteren erscheinen kann/will, wird das auf Dauer ein teurer Spaß …

  14. Also bis 20EUR für ne TV Show finde ich als einmaligen Besuch akzepltabel, …

    Da habe ich doch glatt n Wörtchen vajessen …

  15. hey super! danke! 😉

  16. Den wohl spektakuläreren Auftritt hatte das Unisphere doch eher in Men in Black

    http://www.bigwaste.com/photos/locations.shtml

    *WohlDochKeineExpertenHier@Fernsehlexikon.de*

    ;-p

  17. @chili-Ketchup statt Senf: In welcher Parallelwelt ist MiB kein Kinofilm, sondern eine Fernsehsendung? Um diese ging es.

  18. Es wurde ja NiCHT EXPLiZiT nach Serien, sondern nach ->SENDUNGENSENDUNGEN<- die folgenden drei Schauplätze gehören.“

    … und Spielfilme für das Kino zählen nun mal auch dazu ;-P
    Tante Wiki wird es allen NichtExperten bestätigen!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehsendung

  19. Es wurde ja NiCHT EXPLiZiT nach Serien, sondern nach ->SENDUNGENSENDUNGEN<- die folgenden drei Schauplätze gehören.“
    … und Spielfilme für das Kino zählen nun mal auch dazu ;-P
    Tante Wiki wird es allen NichtExperten bestätigen!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehsendung

  20. Copy & Paste funktioniert hier wohl nicht richtig ;-p
    Eigentlich gehören noch folgende Worte dazwischen


    ,sondern nach SENDUNGEN gefragt! („Mail hierher, zu welchen SENDUNGEN die folgenden drei Schauplätze gehören.“ )


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