Extratour

1985–1989 (ARD). Musik-, Aktions- und Nonsensshow von Michael Leckebusch mit Margarethe Schreinemakers und Stefan Viering.

Außer Sketchen, Sprüchen und Musik gab es Kabaretteinlagen und Parodien und viele Auftritte von Gaststars. Als Außenreporter versuchten Michael Geyer und Christian Berg die brave Bevölkerung zu provozieren. Sie forderten Zuschauer auf, zum Kriegerdenkmal in Hamburg zu kommen und es zu verhüllen, oder boten Autofahrern eine Monatskarte für die Straßenbahn, wenn sie ihren Wagen an Ort und Stelle abschleppen ließen und ihn eine Woche nicht abholten. Einmal besuchten sie das Bremer Hauptpostamt und öffneten dort Briefe, um — als „ganz besonderer Bürgerservice“ — den Zuschauern heute schon zu sagen, was sie morgen in der Post haben würden. Erst gegen Ende der Sendung wurde diese Aktion als Scherz entlarvt, der dennoch viele Zuschauerproteste auslöste. Rudi Carrell besuchte eine nichtsahnende Familie, um mit ihr ein Quiz zu spielen. Zweiter Preis: ein Essen mit Rudi Carrell. Erster Preis: ein Essen ohne Rudi Carrell.

1987 erhielt Extratour einen Adolf-Grimme-Preis mit Silber, weil Radio Bremen, wie die Jury feststellte, damit „ein genuines Fernsehkabarett gelungen“ sei, „eines, das kräftig und unbekümmert den Vergreisungstendenzen des Mediums entgegenarbeitet“. Statt von cleveren oder sinnfreien Provokationen waren die letzten Ausgaben allerdings eher durch peinliche und platte Routine geprägt.
Extratour war die Nachfolgesendung des Musikladens, lief viermal jährlich und brachte es auf 19 Ausgaben.


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