CSU Munich — Den Wählern auf der Spur

Zuhören hat eigentlich immer nur Nachteile. Gerade für Journalisten. Denn wenn sie zuhören, was ihr Gesprächspartner sagt, könnte das unter Umständen bedeuten, dass ihre nächste Frage hinfällig wird. Stellen Sie sich das mal vor: Der Interviewte hat gerade etwas erklärt, das die Antwort auf die nächste Frage vorwegnimmt, und der Fragensteller müsste sich allen Ernstes spontan eine darauf zu beziehende, nicht geplante Anschlussfrage ausdenken! Unvorstellbar!

Sigmund Gottlieb vom Bayerischen Rundfunk hat dieses Problem zum Glück nicht. Ein freudig strahlender Mann namens Franz Maget, bei dessen Nennung sich die meisten Deutschen und vielleicht sogar Sigmund Gottlieb vermutlich den Herrn rechts vorstellen, hatte sich gerade sinngemäß zum bayerischen Ministerpräsidenten ausgerufen, weil seine Partei ja fast halb so viele Stimmen wie die CSU erhalten und er das als klaren Regierungsauftrag verstanden hatte („Die CSU ist abgewählt. […] Es gibt eine Möglichkeit, jenseits der CSU eine Regierung zu bilden. Wir wollen davon Gebrauch machen.“), als Sigmund Gottlieb ihn fragte:

Ist das ein Ergebnis für Sie, wo Sie sagen: „Also, ich hab jetzt die Schnauze voll, ich, Franz Maget, ich mach jetzt nicht mehr weiter, ich mach jetzt was Schöneres?“

Die Antwort darauf war noch leichter zu erraten als bei den Gewinnspielfragen, die in anderen Fernsehsendungen vor den Werbepausen gestellt werden. (Sie wissen schon: „Wie heißt der Noch-Trainer von Bayern München? A: Jürgen Klinsmann, B: Gurkenmaske.“)

Michael, 28. September 2008, 19:13.

4 Kommentare


  1. Gottlob hat Gottlieb Maget nicht noch gefragt, ob er sich dafür schämt, in der SPD zu sein. Das wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen. Aber der andere Kanal bot mit Schausten ja auch keine echte Alternative, von wegen „Schnauze voll, ich guck‘ jetzt was Schöneres“.

  2. Die Antwort wäre ein „nein!“. Denn so wie Maget sich gestern präsentiert hat, muss es ein Wahlsieg der SPD gewesen sein… Vielleicht holt ihn irgendwann wieder jemand auf den Boden zurück?

  3. Sigmund Gottlieb, der gehört doch zur Klonarmee von Kanzler Stoibertine?! (Ja, habe Pro 7 geguckt.)

  4. Gottlieb war abgelenkt von der Frage, die er sich stellte: Übernimmt die SPD die Macht in Bayern, bevor ich in Rente gehe?


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