Bastian Pastewka: Keine Sendung für Marcel Reich-Ranicki!

12. Oktober 2008, 17:56

Ein Kommentar von Bastian Pastewka über den Eklat, den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Fernsehpreises auslöste, als er die Annahme des Ehrenpreises ablehnte (wir berichteten).

Marcel Reich-Ranicki hat unrecht. Er hat sich offenbar in einem Anfall von Überforderung zu etwas hinreißen lassen, das ihm selbst schon nach wenigen Minuten aus der Hand glitt. Ich glaube, das Publikum hätte ihn gefeiert, wenn er den Preis nur zögerlich angenommen und den bisherigen Abend mit spitzer Zunge kommentiert hätte. Denn uninspirierte und flache Momente gab es wirklich genug. Das tat Reich-Ranicki jedoch nicht, und deshalb blieb sein Auftritt in erster Linie eines: rätselhaft.

Im Gegensatz zu den Verleihungen des Deutschen Fernsehpreises in den Vorjahren hatte man sich diesmal entschieden, die Zahl der Entertainer unter den Laudatoren deutlich zu reduzieren. Allein Atze Schröder, Ingolf Lück, Ralf Schmitz und das Schweizer Duo „Ohne Rolf“ liefen auf und machten ihre Sache allesamt bestens. Das war es aber auch. Was man sich für die meisten übrigen Kollegen ausgedacht hatte (die aus anderen Fachbereichen kamen, aber mit einem Mal so lässig und witzig sein sollten wie die Entertainer im Saal), führte — wie so oft — zu ratlosen Gesichtern.

Ausdrücklich von der Kritik auszunehmen ist Thomas Gottschalk, der den Abend perfekt meisterte und speziell nach dem Schock durch Marcel Reich-Ranicki zur Höchstform auflief. Man darf nicht vergessen: Um den 88-jährigen Kritiker zu schonen, wurde die Verleihung des Ehrenpreises spontan vorgezogen und ins letzte Drittel des Ablaufs gelegt. Dies geschah offenbar, da Reich-Ranicki sich ausbedungen hatte, nicht bis zum Ende bleiben zu müssen. Also musste Gottschalk noch 40 Minuten rudern, als der Eklat bereits perfekt war — und das tat er erstklassig.

Und ja, auch wenn sich manche Laudatio zog wie Kaugummi: Es ist falsch, den Abend mit dem Wort „Blödsinn“ abzustempeln. Was müssen die anwesenden Nominierten (und kurz zuvor ausgezeichneten) Reporter aus Krisengebieten gedacht haben, die ihr Leben einsetzen, um über Unrecht in China, Pakistan oder unserem Land zu berichten? Was müssen die anwesenden Fernsehfilm-Autoren, Nachrichten-Mitarbeiter, Cutter oder auch nur die zwei sympathischen älteren Herren von Eurosport gedacht haben, die nicht permanent vor der Kamera stehen, sondern sich seit Jahren teilweise im Stillen engagieren, als Reich-Ranicki sagte: „Ich finde schlimm, was wir uns über Stunden hier ansehen mussten!“. Er hat eben nicht ausgesprochen, was ein Teil der Betrachter im Verlauf der Show mehrfach dachte; da war der letztjährige Ehrenpreisträger Götz George mit seiner Bemerkung „Kinder, wir müssen zum Ende kommen!“ deutlich näher an der Wahrheit.

Genau das, und nur das, macht Reich-Ranickis Auftritt zu einem traurigen Höhepunkt in seinem Schaffen. Es ist bedauerlich, dass ein Großteil von Branche und Publikum ihm beipflichten werden, nachdem sie heute Abend die über weite Strecken spannungsarme Show im ZDF verfolgt haben. Und noch bedauerlicher ist es, dass die Stifter-Sender offenbar aus Sorge um den eigenen Ruf erwägen, diese Fehlleistung mit einer weiteren TV-Sendung für Marcel Reich-Ranicki wettzumachen.

Nachtrag:

Reich-Ranicki hat inzwischen gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärt:

Ich sage ja nicht, dass alles schlecht war, was da ausgezeichnet wurde, überhaupt nicht. Aber auch die guten, vielleicht sogar sehr guten Produktionen, die einen Preis erhielten, wurden auf eine Art und Weise präsentiert, die ihre Qualität überhaupt nicht erkennen ließen. Ein Beispiel: Eric Fiedler bekam einen Preis für seine Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“. Das soll ein guter, sehr beachtlicher Film sein. Aber man sah nur einen ganz kurzen Ausschnitt, der überhaupt nichts von dieser Qualität sichtbar machte. So ging es den ganzen Abend, und zwischendurch immer wieder Köche, nichts als Köche. Es war schrecklich.

Dem stimme ich natürlich zu. Aber sein erster Satz „Ich sage nicht, dass alles schlecht war“ fiel eben erst hinterher. Ich beziehe mich nur auf die Verleihung an sich, nicht auf nachträgliche Kommentare Reich-Ranickis! Denn die „Köche, nichts als Köche“ meine ich natürlich auch mit meiner Kritik!

 
Bastian Pastewka in Blog.

134 Kommentare


  1. das ging schnell…

    Aber haette es irgendwem interessiert wenn er es nicht so hart formuliert haette..?!?!?

  2. [...] einem Gastkommentar auf fernsehlexikon.de bedauert er, dass die Sender überlegen, die „Fehlleistung” des Literaturkritikers [...]

  3. Es gibt viele Helden in Deutschland. Das die Fernsehhelden einen Fernsehpreis im Fernsehen bekommen, weil sie beim Fernsehenarbeiten ist eben einfach so… Dadurch haben sie aber nicht mehr verdient, nicht mit einer grausamen Wahrheit über ihre Kollegen konfrontiert zu werden.

  4. Wo leben wir eigentlich?

    MRR darf sich vor den Kameras produzieren, und bekommt eine eigene Sendung.

    KK fährt nach Hause und fliegt aus der Nationalmannschaft.

    Da wird doch mit zweierlei Maß gemessen ;-)

  5. „…die ihr Leben einsetzen, um über Unrecht in China, Pakistan oder unserem Land zu berichten?…..“
    Pastewka. Komiker?

  6. Wo ist denn der Widerspruch?

    „Was müssen die anwesenden Nominierten (und kurz zuvor ausgezeichneten) Reporter aus Krisengebieten gedacht haben, die ihr Leben einsetzen, um über Unrecht in China, Pakistan oder unserem Land zu berichten?“

    Sie waren doch anwesend, Herr Pastewka – vielleicht sollten sie die Betreffenden einfach mal fragen. Vielleicht sind da einige dabei, die sich über eine Ehrung freuten, aber ebenfalls nicht mit Dieter Bohlen auf dem gleichen Siegertreppchen stehen wollten.

    Wenn Widerspruch, dann bitte mit etwas mehr Substanz: Ist der Deutsche Fernsehpreis wirklich ein Qualitätssiegel? Ist DSDS das Beste, was wir zu bieten haben? Ist es völlig OK sich jedes Jahr Kategorien wie „Beste Reality-Sendung“ und „Bester TV Coach“ aus den Finger zu saugen, damit der Formatbrei der Privaten eben nicht nur in den Kategorien Unterhaltungsshow und Comedy einen Preis bekommt?

  7. Reich-Ranicki erläutert:

    Ich sage ja nicht, dass alles schlecht war, was da ausgezeichnet wurde, überhaupt nicht. Aber auch die guten, vielleicht sogar sehr guten Produktionen, die einen Preis erhielten, wurden auf eine Art und Weise präsentiert, die ihre Qualität überhaupt nicht erkennen ließen. Ein Beispiel: Eric Fiedler bekam einen Preis für seine Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“. Das soll ein guter, sehr beachtlicher Film sein. Aber man sah nur einen ganz kurzen Ausschnitt, der überhaupt nichts von dieser Qualität sichtbar machte. So ging es den ganzen Abend, und zwischendurch immer wieder Köche, nichts als Köche. Es war schrecklich.

    http://shorl.com/kaprydedroproka

  8. Egal auf welcher Seite man steht: immerhin ist jetzt eine Diskussion ausgebrochen, die dem Fernsehpreis hoffentlich nur gut tun kann. Allein deswegen danke ich Herrn Reich-Ranicki, der es geschafft hat, dass die Nachberichterstattung zur Verleihung mehr als interessant ist.

  9. Dieser Text ist genauso flach wie Pastewka. Solche Leute wie Pastewka und die ganzen Leute die sich heute Comedians nennen hat Herr Reich-Ranicki gemeint. Wenn man dieses langweilige Pamphlet liest bleibt nur:

    Quod erat demonstrandum.

  10. [...] Deutsch-Aufgaben: Man bekommt das vorgelegt und das, das auch noch und der Vollständigkeit halber jenes. Alles soll gelesen und danach in eigenen Worten wiedergeben [...]

  11. Eben – darum geht es, wie Torsten auch sagt:
    Das jene, die sich ehrlich und engagiert einsetzten, letztlich im großen, ganzen BLÖDSINN untergehen, nicht gewürdigt werden – können.

    Wer soll zwischen der Beliebigkeit, dem Quatsch und dem Leichten noch irgendeinen Ernst sehen?

    Wer dann eine ernstgemeinte, ehrliche Respektlosigkeit lieber als nettes Einstimmen mit pointierten Spitzen gesehen hätte – der hat meines Erachtens schon den Sinn für das Gesamte verloren….und den Sinn für Respekt und gerade Respektlosigkeit….

    Vielleicht ist es ausnahmsweise mal unter Fernsehmachenden eine klitzekleine Diskussion wert;
    aber die heißen Bügeleisen und verletzten Egos stehen schon bereit, zu bügeln und zurückzuschäumen….

    (ca. fünfter, verärgerter und wohl schlechtester Versuch eines Kommentars…….neeee, echt, unnötiges Fremdbeledigtsein, nur weil jemand mal UNGEFILTERT seine Meinung sagt…)

  12. Hansgerd Zappenduster,

    Lieber Bastian Pastewka,

    „Allein Atze Schröder, Ingolf Lück, Ralf Schmitz und das Schweizer Duo „Ohne Rolf“ liefen auf und machten ihre Sache allesamt bestens.“

    Das darf nicht Ihr Ernst sein, oder?

    Oder sind wir hier alle auf die Satirefalle rein gefallen? Ich glaube nicht…

  13. Vielleicht wird endlich auch mal über die Qualität des deutschen Fernsehens diskutiert.
    Reality-Shows, Coach-Formate, Gerichtsshows, Talk-Shows, Comedy-Formate (die nicht witzig sind), Casting-Shows, Call-In-Shows, … Wer braucht das? Und warum werden manche dieser Shows auch noch mit einem Preis aufgewertet?

    Viele gute Produktionen werden fast schon ignoriert, um Platz zu machen für den Mainstream-Müll.

  14. er hat doch recht. heute wird mit dreck quote gemacht. und scheiße wird als gold und witzig verkauft. wo soll das hinführen?

  15. @Hansgerd:

    Soll bzw. kann jemand wie Herr Pastewka (der hier wohl etwas vorschnell eine Reaktion abgeliefert hat, siehe auch Torstens Beitrag) seinen Branchenkollegen die Witzigkeit absprechen? Na also und genau das ist eigentlich das Traurige daran. Und ich bin mir sicher, das weiss auch Herr Pastewka.

    Er hat schon kalkoefskere (©), wirklich gute Beiträge zur TV-Landschaft abgeliefert, aber diese halbgare Kritik ist weder Fisch noch Fleisch.

  16. Pastewka hat Recht und Unrecht zugleich. Ja, es ist längst en vogue, auf das schlechte Fernsehprogramm einzuprügeln. Dass es niemand schauen muss, wird dabei oft vergessen. Und das man zwei, drei Filme, Features oder sonst was im Monat findet, die es wirklich wert sind, auch. Aber der fortlaufende Blödsinn, der einem da – gerade von den öffentlich-rechtlichen – präsentiert wird, nimmt schon arg zu. Neulich war einer der früher meistgespielten deutschen Dramatiker, Franz-Xaver Kroetz bei „Wetten, dass…“ und trug mit einem Pseudokomiker zusammen eine Lederhose. Da ist jeder Kindergeburtstag inspirierter. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen degeneriert gerade (und mit ihm das Radio). Daran kann kein Zweifel bestehen. Die Gründe sind bekannt und gehörten diskutiert. Reich-Ranicki ist dafür sicherlich der falsche.

    Wenn man dann vorher Atze Schröder gesehen hat, verstehe ich, dass einem eine solche Gala auf die Nerven geht. Aber der hat ja, so Pastewka, seine Sache „bestens“ gemacht. Ich frage mich nur, wie ein Proll-Comedian seine Sache bestens machen kann, ohne dass dabei Proll-Comedy herauskommt.

    MRR ist 88 Jahre alt; von ihm zu verlangen, er wisse, was da auf ihn zukomme, ist kühn. Das für einen solchen Herren Atze Schröders Auftritte schauderhaft sind, leuchtet ein (sie sollten es eigentlich für jeden Menschen sein). Auch wenn Reich-Ranicki mit seinem so viel gelobten Literarischen Quartett die Trivialisierung des Literaturdiskurses in Deutschland fortgeschrieben hat. Unter uns: Reich-Ranicki war der unbedeutendste und unwichtigste Literaturkritiker – er ist aber, und das ist das Problem, bekannt und beliebt, weil er das macht, was die Leute gerne haben. Er vereinfacht rücksichtslos, kennt nur „gut“ oder „schlecht“. Und Frau Heidenreich, die im Glashaus sitzt, erregt sich derart künstlich, dass der Grad zur Peinlichkeit noch gesteigert wird.

    Wenn Elke Heidenreich die verdummende Wirkung dieser Veranstaltung beklagt, so ist das ein Treppenwitz. Ausgerechnet ihre sogenannte Literatursendung „Lesen!“ macht nichts anderes. Man kann meine Meinung dazu hier nachlesen.

    Am Donnerstag meinte Thomas Gottschalk bei „Schmidt & Pocher“ sinngemäss, MRR sei sein Freund. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder Gottschalk glaubt das nur – dann wäre dieser Reich-Ranicki-Auftritt echt. Oder es stimmt, und beide liefern eine grandiose Show ab. Ich glaube letzteres nicht. Reich-Ranicki, der zwar unglaublich eitel ist, hat diese Art von Zustimmung nicht mehr nötig.

    Nein, ich bin auch gegen eine Reich-Ranicki-Sendung zur Fernsehkritik. Die Leute sollten lieber Leute wie Niggemeier zur Primetime mal Kritik machen lassen. Schon damit dieser in seinem Blog nicht Kommentare über den Hintern von Sarah Palin lesen muss oder Hinweise für alarmistische Demos postet.

  17. [...] Pastewka denkt übrigens so über die ganze [...]

  18. [...] Und Bastian Pastewka stellt sich leider dumm. [...]

  19. mal abgesehen davon dass ich Herrn Keuschnig ansonsten zustimme, würde eine größere Fernsehpräsenz von Herr Niggemeier nicht erst recht zu Kommentaren über Palins Hintern in seinem Blog führen?
    Allerdings würde ich mich tatsächlich über eine Sendung mit Telnahme von Herrn Niggemeier freuen, da er vielleicht noch neben dem, besonders im Fernsehen, zelebrierten Personenkult steht.

  20. Bezeichnend ist ja, dass sich hier ein Vertreter der Comedy-Ecke gegen Ranicki wendet, nicht jemand der Dokumentar-Filmer. Und es steht ja auch außer Frage, dass MRR nicht die Dokumentar-Filmer gemeint hat. Nach seinen eigenen Worten hat er die Fernsehmacher gemeint. Nur nach Heidenreich seien Comedians wie Atze Schröder unzumutbar. Nein, ich befürchte, hier hat sich Bastewka, und ich liebe all seine Fernsehformate, verhoben, nicht MRR. Denn dessen Schaffen, und hier muss man Bastewka wirklich widersprechen, ist von diesem Fernsehpreis-Tamtam nun wirklich nicht angetastet.

  21. Lassen wir einfach offen, warum genau Herr Reich-Ranicki sich zu dieser Rede hinreißen ließ und wem er damit Unrecht tat und wem nicht. Grund dafür hin oder her, so hat er doch eine Sache getan:

    Er hat _endlich_ eine öffentliche Diskussion über die Qualität des deutschen Fernsehens los getreten. Das macht diesen Ausbruch in meinen Augen unglaublich sympathisch und – mit Verlaub – das war auch dringend notwendig.

    Selbst ich als Kind der Mediengesellschaft kann nicht mehr abstreiten, dass zu viele „Sendungen“ welche im deutschen Fernsehen gezeigt werden schlicht „Volksverdummung“ sind… Von eiskalter (und immer noch geduldeter) Abzocke diverser Anruf-Shows will ich gar nicht erst reden.

    Auch wenn das etwas drastisch klingt: Hierbei die Reporter hoch zu halten welche ihr Leben riskieren, ist meiner Auffassung nicht richtig und lenkt vom eigentlichen Thema ab:

    Wenn Shows wie „Deine Chance! 3 Bewerber – 1 Job“ (+ „und eine Franchise-Kette die vermutlich ordentlich Geld bezahlt, damit sie einen Job vor Laufender Kamera vergeben darf“) nominiert sind, kann doch etwas nicht richtig laufen in dieser Fernsehlandschaft. Als Zyniker wartet man doch nur darauf, dass irgendwann die „Beste Call-In Show“ als Kategorie auftaucht.

  22. [...] klare Gegenposition zu Elke Heidenreich vertritt bei Fernsehlexikon.de übrigens Bastian [...]

  23. Danke für den weitaus besseren Kommentar (als den von dem Komiker) an Georg Keuschnig.

  24. doc strangelove,

    …haben Ihre Sache gut gemacht. So was geschmackloses wie den Auftritt von Ingolf Lück habe ich selten gesehen. Er sollte besser auf seine Nase aufpassen.

  25. Bitte später, wenn screengeschottet wird, auch MRRs Visage zeigen, als Lück seinen unsäglichen VR-Kokolores aufführt! herrlich

  26. Lothar Schwarz,

    Nicht nur die Preisverleihung und der Abend war flach und kritikwürdig. Das ganze Programm der Fernsehsender ist zwischenzeitlich zu einem kulturlosen Pipifax verkommen. So denken viele Menschen, denen MRR aus der Seele gesprochen hat…

  27. @zachrid

    was beste call-in show ist keine preiskategorie, sagen sie bloß auch die macher der besten dauerwerbesendung mußten preisungekrönt von dannen ziehen.

    ich bin erschüttert.

  28. Brrr wenn ich das Geschleime vom Pastewka lese wird mir übel. Ok der „Was müssen die anwesenden Nominierten … Reporter aus Krisengebieten gedacht haben … ?“ Gag hat schon was, liegt aber kaum über dem Niveau von 70er Jahre DDR Schulhofwitzen wie „Eh! Werf das Essen nicht weg, packs in ein Paket und schick es nach Vietnam – da hungern die Kinder!“.

  29. [...] Pastewka übrigens, fand MRRs Auftritt einen “traurigen Höhepunkt in seinem Schaffen”. Wenn man das mit Reich-Ranickis anschließenden Einlassungen bei FAZ.net in Relation setzt, in [...]

  30. [...] Pastewka übrigens, fand MRRs Auftritt einen “traurigen Höhepunkt in seinem Schaffen”. Wenn man das mit Reich-Ranickis anschließenden Einlassungen bei FAZ.net in Relation setzt, in [...]

  31. Lothar: Das ist die beste Erklärung für die Quoten von arte, die ich seit langem gelesen habe. Naja, vielleicht doch nicht.

  32. [...] Zorn Die Fernsehlexikonesen haben indes die Allzweckwaffe Bastian Pastewka dazu gebracht, ein Gegenargument zu verfassen, in dem der Comedian nur ankreidet, dass es Reich-Ranicki ein bisschen übertrieben [...]

  33. MRR hat sich die Show angesehen, und es hat ihn gegruselt. Das hat er, da er nun mal ans Mikrofon gelassen wurde, dann auch zum Ausdruck gebracht. Ich glaube, daß jemand mit seiner Vita eine grundsätzlich andere Sicht auf „Qualitätsfernsehen“ hat als Pastewka, der im Kommerzfernsehen zu überleben versucht. Das darf man MRR nicht vorwerfen. Und daß er den Mund aufmacht, auch nicht.

  34. Ob es während der Preisverleihungen einige – oder sogar viele – ehrenvolle bzw. preiswürdige Menschen gegeben hat, spielt nicht die geringste Rolle. Das ist einfach nicht der Punkt.

    Es ist eine Tatsache, dass man den alten Mann stundenlang warten ließ und es ist eine Tatsache, dass das Prozedere dieses „Fernsehpreises“ unerträglich ist.

    Dummheit findet sich auch. Reichlich.

    Sicher aber nicht in der harschen Reaktion von Reich-Ranicki.

    Wäre auch nur ein einziger der hoch- und höchstbezahlten öffentlich-rechtlichen Intendanten auf die Idee gekommen, auf die Bühne zu gehen und dort kurz zu verkünden, dass man über die harte Kritik von Reich-Ranicki unglücklich ist, aber dass man sich auf die Sendung mit ihm freut – auch, weil Kritik bei ARD und ZDF seinen Platz hat und hier frei geäußert werden darf. Man werde sich der Kritik stellen.

    Sowas in der Art.

  35. [...] hat Bastian Pastewka im fernsehlexikon.de Reich-Ranicki Contra gegeben. Und Stefan&Peer haben an gleicher Stelle live ihren Senf zur Sendung dazugegeben. Mit einem [...]

  36. @Torsten: Im Grunde stimme ich Dir zu, mann kann jedoch sagen, dass MRR dann nicht so ein pauschales Statement hätte abgeben müssen. Welches ja genau das wiederzugeben scheint, was Herr Pastewka bemängelt. Eine differenziertere Meinung zu der ganzen Sache scheint er gehabt zu haben, wie man deinem Link entnehmen kann. Warum also nicht eben diese dem Publikum mitteilen und so NICHT die Arbeit der engagierteren Fernsehvertreter herabwürdigen?

    @sanddorn: Die Sendung nicht gesehen?
    Und Geschleime?
    Bei wem hat er sich denn eingeschleimt?
    Jaja..schon gut, don´t feed the troll. Ich bin ja schon ruhig.

  37. [...] Bastian Pastewka: Keine Sendung für Marcel Reich-Ranicki! Tags:Fernsehpreis, Reich-Ranicki, ZDF [...]

  38. Obwohl ich kein Fan von Herrn MRR bin, fand ich seine Kritik an dieser Sendung und auch an der Selbstdarstellung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens hervorragend. Endlich spricht Herr MRR vor Millionen von Menschen das aus, was die „Nichthirnamputierten“ der Nation wahrscheinlich tagtäglich denken. Wir müssen uns auf Kosten der Quote „verblöden“ lassen. Armes Deuschland!
    Hervorragende Schauspieler, Redakteure und Filmemacher mussten erleben, wie sie mit Sendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“ und „Deutschlands Top Model“ auf eine Stufe gestellt wurden. Äußerst peinlich! Ich überlege wirklich, ob ich mir die Rundfunkgebühren insgesamt sparen sollte. Auf den Empfang der privaten Sender haben wir bereits bewußt verzichtet und haben es bislang gut überlebt. Die Privatsender leider auch!

  39. Wenn Reich-Ranicki diese Fernsehpreis-Show nicht gesprengt hätte, wäre sie so langweilig und überflüssig gewesen wie der Sat.1-Fun-Freitag.

  40. [...] Völlig anderer Meinung ist Übrigens Bastian Pastewka, was man hier nachlesen kann: Klick! [...]

  41. Kuang: Ich nehme mal an, dass Reich-Ranicki im Gegensatz zu allen anderen tatsächlich ein spontanes Statement abgegeben hat. Dass das dann in der akuten Situation nicht völlig ausgewogen ist, ist nachvollziehbar, vielleicht sogar verständlich.

    Soweit ich bisher mitbekommen habe – nein, ich guck mir keine ZDF-Gala an – hat MRR mehr die Inszenierung als die prämierten Inhalte kritisiert.

    Thomas Gottschalk hat in den heute-Nachrichten ein interessantes Statement abgegeben.

    „Es ist doch ganz klar, dass ein Mensch, der sich lange mit Fernsehen nicht beschäftigt hat, ein wenig erschrickt, wenn er sieht, was um ihn herum so alles passiert ist.“

    Vielleicht sollten wir alle mal zwi Schirtte zurückgehen und – ebenso wie Reich-Ranicki – erschrecken.

  42. Auf jeden Fall braucht das deutsche Fernsehen dringend ein regelmäßiges TV-Kritik-Quartett oder ähnliches.

  43. [...] Pastewka hingegen nahm Stellung gegen Reich-Ranicki [...]

  44. [...] ausgerechnet Bastian Pastewka sich über Reich-Ranickis Auftritt ärgerte und allen Ernstes seinem Kollegen Atze Schröder bescheinigt, er habe seine Sache »bestens [...]

  45. Ich habe gerade den Fernsehpreis gesehen und überlegt, ob ich in meinem Blog darüber schreiben soll. Doch dann entdeckte ich diese Diskussion hier, der ich mich mal anschließen möchte.

    Ich glaube auch, Bastian Pastewka hat Recht und Unrecht.
    Nach MRRs Tirade dachte ich zuerst, wie sich wohl all die Ausgezeichneten fühlen mussten, die, nun, eben ausgezeichnete Produktionen ablieferten. Letztlich denke ich aber, dass diese so intelligent sind, sich diesen Schuh nicht anzuziehen. Natürlich hat MRR all den Fernsehmist gemeint, der tagtäglich unser Hirn penetriert.
    Sicher, auch eine Kochsendung kann unterhaltsam sein; sie kann auch gut produziert worden sein. Doch würde ich sie nie mit dem Fernsehpreis belohnen (ist ja auch nicht passiert, ich bringe es nur als – traurigerweise durchaus vorstellbares – Beispiel).
    Eine eigene Kategorie für Reality-TV? Ein Hohn.
    Unterhaltungssendung als Kategorie lasse ich durchaus durchgehen, aber DSDS? Was ist denn daran auszeichnenswert? Die Quote? Die Jury? Die ewig gleiche Kulisse? Der unsägliche Moderatorenroboter, Marco „Ich-mach-die-Sieger-Verkündung-ganz-
    dolle-spannend“ Schreyl? Der Einzige, der den Preis in diesem Fall verdient hätte, ist wohl Thomas Godoj.
    Doch ich schweife ab.

    MRR meinte, meiner Meinung nach sehr richtig, dass der Verfall des deutschen Fernsehens, hinweg von Qualität und Anspruch hin zu kostengünstigem Einheitsbrei, der selbstverständlich auf Quote aus ist und uns zu diesem Zwecke gerne das Leid anderer Menschen darbietet (Schulden, Scheitern, Schwachsinn), nun bereits Einzug in den Deutschen Fernsehpreis hielt.

    Herr Pastewka, ich halte Sie für einen der drei besten Comedians in Deutschland, der nicht zuletzt mit seiner Serie „Pastewka“ ein qualitativ hochwertiges Produkt bietet. Ihr Einsatz für die Kollegen in allen Ehren, aber springen Sie nicht für die Falschen in die Bresche!

    Diejenigen, die ausgezeichnet wurden, wissen sicher, dass MRR nicht die Auslangskorrespondenten, Sportjournalisten oder Autoren meinte.
    Auch rechtfertigte er die Wahl des Wortes „Blödsinn“ damit, dass die Einspielern beim Fernsehpreis in keinster Weise Aussage über Qualität des Films oder der Serie hätte geben können…womit er Recht hat.

    Nun, ich denke, dass die Diskussion über gutes Fernsehen wieder an fahrt gewonnen hat…und der ein oder andere Intendant möglicherweise wieder mehr auf Qualität, Tiefe, Geduld setzt statt auf pure Zahlen.
    Ein schönes Utopia, was?

  46. [...] ZDF.de lässt sich Reich-Ranickis Auftritt anschauen. Bastian Pastewka hat in einem Kommentar Reich-Ranickis Auftritt kritisiert – ich stimme Pastewka allerdings nicht zu. Geschrieben von [...]

  47. Ich finde, dass Herr Pastewka die einzig mögliche Kritik an Ranicki gut formuliert hat: Wie kann man sowas sagen, wo doch unter den ausgezeichneten auch Leute sind, die das wirklich verdient haben. Finde ich nämlich genauso.

    Es ist allerdings schon etwas merkwürdig, dass diese Worte gerade von Bastian Pastewka kommen, der ist ja selbst auch irgendwie gemeint. Seine TV-Shows sind jedenfalls nicht grad der Hammer.

    Michael Reufsteck ist jedenfalls allein schon viel lustiger als alle TV Comediens zusammen, aber der bloggt ja auch ganz frei und ohne Quotendruck.

  48. Herr MRR hat absolut recht. Im privaten Fernsehen wird viel „Müll“ produziert, dem sich leider auch die öffentlich rechtlichen Sender in den letzen Jahren oftmals angeschlossen haben.- Und für viele Nichtskönner (deren Ergüsse nur wenige wenige interessieren) gibt es auch noch Preise.Und für die Preisverlehung gibt sich auch nach Th. Gottschalk als Moderator her …

  49. Lieber Bastian Pastewka, Du bist ja noch einer der erträglichen Komiker, bitte runiere Deinen Ruf nicht durch diese peinliche Anbiederung. Kunst kommt von Können und nicht von Gefallen, und deshalb hat MRR einfach nur recht. Er (und die wenigen guten Preisträger) wurden in den Dreck gezogen, in dem sie zusammen mit Müll a la Atze Schröder auftreten mussten.
    Preise sind ohnehin eine Verarsche, aber hier dienen MRR und andere doch nur als Alibi, weil man sonst noch peinlicher daher käme. Und wenn Thomas Gottschalk der beste Moderator ist, dann Gute Nacht Deutschland!
    Masse ist nicht Klasse, und Preise sollten Klasse bewerten. Ansonsten ab ins Dschungelcamp, Pastewka!

  50. Ich finde Marcel Reich-Ranicki’s Kritik gar nicht so falsch. Das deutsche Fernsehprogramm, vor allem auch bei den privaten Sendern, ist seit Ewigkeiten einfach nur platt. Damit meine ich nicht, dass mehr künstlerischer oder intellektueller Anspruch her muss, sondern einfach intelligenteres Breite-Masse-Fernsehen. Es gibt etliche Formate, die aktiv die Massenverdummung vorantreiben oder einer Stagnation von Intelligenz förderlich sind. Wenn man will, kann man als Beispiele zahlreiche Talkshows, eigentlich alle Quiz-Sendungen der privaten Sender, die Unmengen an Sendungen zum Thema „Klatsch und Tratsch“ und die Sendungen in denen sich Sarkasmus und Schadenfreude breit machen nennen. Und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was mal in einer hitzigen Debatte diskutiert werden sollte. Die breite Masse der Menschen konsumiert die Themen und Inhalte platter Unterhaltung gedankenlos. Schlimmer wird es noch, wenn durch ständigen Konsum eine Verinnerlichung eintritt und das gesehene als Normalzustand bzw. Maß für das eigene Leben angesehen wird. Menschen werden regelrecht mit falschen Werte „programmiert“. Das System Fernsehen hat einfach große Defizite, die es zu beseitigen gilt… .

    Viele VIP’s leben in ihrer straff durchgeplanten Promi-Welt mit festgefahrenen Strukturen und wissen gar nicht mehr, wie der einfache Normalbürger die Inhalte, die gesendet werden, aufnimmt bzw. was am Ende überhaupt noch vermittelt wurde. Und wenn Herr Reich-Ranicki sagt: „Ich sage nicht, dass alles schlecht war“, ist es trotz der Meinung von Herrn Pastewka egal wann er dies tut. Fakt ist doch, dass die Qualität der ganzen Präsentation trotzdem ungenügend war, und diese Ansicht teile ich. An den verstörten Gesichtern der Promis war abzulesen, dass sie keinen blassen Schimmer hatten, worüber Herr Reich-Ranicki sich da empörte. Und wenn Herr Gottschalk nicht professioneller Weise die große Intelligenzkluft zwischen der seichten Promiunterhaltung und der Hochkultur der literarischen Tiefgründigkeit geschlossen hätte, wäre das große Schiff „Deutscher Fernsehpreis“ unaufhaltsam auf eine Sandbank aufgelaufen… .

    Gottschalks Aussage über die 9Live Quiz-Moderatoren war auch mal ganz erfrischend. Alle denken es, aber keiner traut es sich öffentlich im Fernsehen zu sagen. Quiz-Sendungen sind leider eine große Einnahmequelle für die Sender und den „Dummen“ oder Spielsüchtigen, die dort ständig anrufen, wird regelmäßig das eh schon knappe Geld aus der Tasche gezogen. Da stellt sich mir immer noch die Frage: Gab es nicht mal den strafrechtlichen Tatbestand „Bauernfänger“?

    Um nun trotzdem wieder auf das eigentliche Thema zurück zu kommen, ich gebe Herrn Reich-Ranicki prinzipiell Recht und begrüße seine Kritik.

    Robert

  51. Also ich bezweifele ernsthaft, dass MRR nicht wusste auf was er sich eingelassen hatte, als er zu dieser Veranstaltung ging. Aber selbst wenn, dann hätte er nicht so beschissen pauschaulisieren sollen. So ist er eben der MRR. Er kennt scheinbar nur schwarz und weiss – und das nicht nur in der Literaturkritik.
    Immerhin wurden auch anspruchsvolle Sendungen und deren Moderatoren und Macher ausgezeichnet. Das hat er ja auch später eingesehen.
    Er mag zwar alt und tattrig sein, aber senil ist er sicher nicht.
    Vielleicht hat er es sogar drauf angelegt und hatte diesen Coup von Anfang angeplant. Allen Grund dazu hat er ja. Fernsehkritik hat das deutsche Fernsehen momentan nötiger als es ihm lieb wäre und wo kommt Kritik besser als direkt im gemachten Nest, wenn die Fernsehnation zuschaut?

    Trotzdem: Gut gemacht, MRR!
    Und das sage ich als Mitarbeiter der ÖR. Was von meinem Verein in den letzten Monaten über den Äther geschickt wurde, ist bar jeglicher Vernunft. Es fehlen nur noch Sexy Clips, Coaching und Call-In-TV, dann wäre der Unterschied zu den Privaten wohl nur noch am Logo erkennbar.

    Ich hoffe das MRRs fehlgezündete Fernsehkritikbombe zu einem Nachdenken oder gar Umdenken führt. Denn die ÖR vergessen wohl momentan völlig, dass sie einen öffentlichen Auftrag zu erfüllen haben und die Quote für sie kein absolutes Richtmaß sein sollte.

    Zudem sollte die ÖR sich am besten von solchen Veranstaltungen wie dem Fernsehpreis heraushalten oder diese komplett refomieren. Denn nur weil es momentan viele Coachingsendungen gibt, müssen die nicht gut gemacht, informativ, witzig oder anspruchsvoll sein. Und wenn das eben zutrifft, ist das keine Aufforderung für diesen Müll noch eine Sonderkategorie zu erfinden. Was soll denn sonst als nächstes kommen? Beste Trash-Talkshow? Beste Kochsendung? Beste Call-In Sendung? Beste Strip-Sendung? Beste Bahnstrecken Deutschlands?

    Es sollte feste Kategorien geben und wenn die Privaten fast nichts gewinnen, ist es deren Schuld. Ausnahmen sollte es wirklich nur für Ausnahmesendungen geben, die entweder in keiner Kategorie richtig zu Hause sind, aber einen Ehrenpreis verdient haben.

    Zu allererst sollte man (zumindest bei den ÖR) bitte das Programm verbessern!
    Verabschieden sollte man sich aber von dem Gedanken, dass die Deutschen die Schnauze voll haben von dem Scheiss der im Fernsehen läuft. Es wird weitergeguckt, egal wie blödsinning, kriminell und menschenverachtend manche Formate sind. Das ist wie bei den Gaffern am Unfallort mit Toten. Oder an wie vielen Tagen hatten arte, 3sat, phoenix und Co. den größten Marktanteil an Zuschauern in Deutschland?

  52. Kleiner Nachtrag:

    In meinem letzten Beitrag schrieb ich, Herr Gottschalk hätte die Intelligenzkluft zwischen der seichten Promiunterhaltung und der Hochkultur der literarischen Tiefgründigkeit geschlossen. Das Schließen der Intelligenzkluft bezog sich auf den diplomatischen Versuch von Herrn Gottschalk eine Diskussion in einer sicherlich nieveauvollere Umgebung und mit Herrn Reich-Ranicki und ihm intelligenztechnisch gewachsenen, hoffentlich einsichtigen Gesprächspartnern zu ermöglichen. Aber wie Elke Heidenreich bereits durchklingen ließ, sind wohl alle Hoffnungen vergebens.

    Oder wie einmal ein intelligenter Mensch treffend formulierte: „Hoffnung ist nur ein Mangel an Informationen.“

    Robert

  53. „…ich gehöre nicht in diese Reihe der heute – vielleicht sehr zurecht – Preisgekrönten.“ – Wörtliches Zitat MRR

    http://de.youtube.com/watch?v=U-kH2FPKk5c

    ‘tschuldigung, aber er hat doch zugestanden, dass die anderen Preisträger diese „begehrte Trophähe“ eventuell durchaus verdient haben mögen. Hat der Basti das nun überhört, weil der Gesamteindruck so negativ war oder weil er im Geiste bereits diesen Kommentar vorformuliert hat? Und nur so am Rande, wenn das tatsächlich seine ehrliche, professionelle Meinung zu den Darbietungen seiner Kollegen ist, habe ich anscheinend bisher sein Niveau überschätzt. ^^

    Mir jedenfalls gefällt die Idee einer eigenen Sendung für TV-Kritik. Also, warum nicht gleich Nägel mit Köpfen machen und das Ganze von 9Live ausrichten lassen, als Call-In Format, in dem sich die Verantwortlichen aller Sender einmal wöchentlich live im Fernsehen vor ihrem Publikum für die versendete geistige Umweltverschmutzung verantworten müssen. Das wird ein Spaß!

    (… und brächte mit Sicherheit Traumquoten, von der Anrufkohle ganz zu schweigen.)

  54. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dem Dieter Bohlen der Literaturkritik – man erinnere sich nur an seine genüßlich zelebrierte öffentliche Demütigung von Frau Löffler im literarischen Quartett – eine Stunde öffentlich-rechtliches Heuchlergeschwafel zuzugestehen. Das sollte man lieber Leuten überlassen, die über eine gewisse Medienkompetenz verfügen, nicht Literaturkritikern, die selbst nichts für das Medium Fernsehen geleistet haben, weshalb sich der geneigte Zuschauer unwillkürlich fragen muß, warum so jemand überhaupt in Betracht zieht, sich einen Fernsehpreis abzuholen, statt ihn von vorneherein als „Blödsinn“ abzulehnen.

  55. Ich finde, dass die ganze Show ihren sinn verfehlt. Warum entscheidet eine Jury wer mit einem Glaskasten nach hause geht und wer nicht? Warum kann nicht der Endverbraucher, der sich ja den Kram auch alles angucken soll entscheiden?

    Ich finde, dass die Sendungen (zb. DSDS, Bauer sucht Frau, Das Dschungel Camp, Richter-Shows,…) eine schande für die TV Landschaft ist.
    Wo ist der Bildungsauftrag?

    Die ganzen Kinder kommen von der Schule, setzen sich vor den TV und sehen zb. Barbara Salisch. Wie so ein Türke den Saal betritt und dann erstmal die Richterin anbaggert. Ist das das Bild was wir unseren Kindern zeigen wollen?

    ARD & ZDF,
    I LOVE YOU!!!

  56. [...] und viele Stellungnahmen dazu: Marcel Reich-Ranicki selbst, Elke Heidenreich, Thomas Gottschalk, Bastian Pastewka, Miriam [...]

  57. Ich habe gestern den hervorragenden Tatort aus Kiel geschaut.
    Der lief gleichzeitig mit dem Fernsehpreis.
    @scherzkeks dafür ruf ich gleich zwei mal an.

  58. @hans Den hab ich aufgerzeichnet. Auf Arte kam „All the president’s Men“.

  59. Reich-Ranicki hat recht und Pastewka gehört – genauso wie Lück, Atze Schröder, Schmitz usw. – in die Aservatenkammer

  60. Man kann das Fernsehen übrigens auch ausschalten.

    Vielleicht vereinfacht das die Diskussion.

  61. Rudi Blitzableiter,

    Pastewka stellt sich schützend vor Kriegsberichtserstatter.

    Der Mann ist sogar komisch, wenn er es gar nicht sein will.

  62. auf die Sendung am Freitag bin ich ja mal gespannt. Vielleicht wird ja dadurch eine längst überfällige Diskussion über Qualität in der deutschen Fernsehlanschaft angestossen.
    Vieles was man uns da in den letzten Jahren geboten hat, war wirklich unterirdisch.
    Andererseits greift die Kritik an den Privaten und ihren Sendungen wie DSDS, Bauer sucht Frau, Dschungel-Camp, Doku-Soaps und Richter-Shows meiner Ansicht nach zu kurz.
    Die Privaten haben keinen Bildungsauftrag, ihr einziger Maßstab ist die Quote, der wirtschaftliche Erfolg des Programms.
    Wenn die Leute das schauen, was sollen die Privaten anderes senden ?
    Schliesslich wird keiner gezwungen, schlechtes Fernsehen zu schauen.
    Und es ist ja auch nicht so, dass es kein gutes Programm im deutschen Fernsehen gibt.
    Wenn die Leute wollten, könnten sie sich ohne Probleme aus dem Programm von ARD/ZDF, 3sat, ARTE, und Phoenix jeden Tag ein anspruchsvolles, interessantes Programm zusammen stellen, und dabei vielleicht sogar noch was lernen.
    Das sie es nicht tun, ist nicht die Schuld von RTL, Sat1, ProSieben, oder 1Live. Die machen schlicht das Programm, das die beste Quote bringt.
    Ihnen das vorzuwerfen, wäre absurd.

    Das ARD und ZDF sich nicht zu schade sind, diese „Leistungen“ noch mit Preisen zu belohnen, mag bedauerlich sein, ist aber letztlich nur konsequent. Belohnt wird dabei Erfolg, nicht unbedingt Qualität.

    Ich stimme MRR zu. Die Show war langweilig, uninspiriert, furchtbar.
    Fernseh-Deutschland feiert sich selbst.

    Aber diejenigen, die sich hier in feinster Intellektuellen-Manier über die mangelnde „Qualität“ im deutschen Fernsehen aufregen, sollten sich mal fragen, ob sie nicht ein wenig an der Realität vorbei argumentieren.
    Tatsache ist, wir haben genau das Programm, das wir verdienen. ^^

  63. Ergänzend sei gesagt: Ja, eine Art „TV-Quartett“ wird dringend benötigt (Wunschteilnehmer: Stefan Niggemeier und Hans Hoff). Diese Sendung sollte zur Primetime ausgestrahlt werden.

    Eine Herrenrunde mit MRR, Gottschalk und Intendantenflachnasen bringt nichts; MRR hat gar keine Ahnung, was für ein Müll inzwischen produziert wird (den Eindruck hat er auf der Gala erst bekommen). Wenn eine Sendung wie DSDS mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wird, muss es arg um’s Fernsehen stehen.

    Und Jeff hat mit seinem „Dieter Bohlen der Literaturkritik“ nicht Unrecht.

    (Hier übrigens der korrekte Link zu meinem Kommentar; sorry für den Fehler.)

  64. Die Generation von MRR sitzt doch teilweise in den Gremien und verursacht diesen Blödsinn im TV. Das Programm von ARD und ZDF ist wohl wesetlich schlimmer, dümmer und durchweg schlechter als das von den Privaten und doch wird immer mehr auf den Privaten rumgekloppt. Natürlich haben die auch ein unsäglich schlechtes Programm, aber eben „auch“ und nicht eben „nur“!
    Da Fernsehen von den über 50jährigen thematisch dominiert wird bleibt die Qualität solange schlecht bis man selber in dem Alter ist und der Anspruch über die Jahre geschliffen wurde. Das Problem sind also nicht so witzlose Comedians sondern deren Arbeitgeber. Und MRR´s Sendung ist ja nicht gerade ein Meilenstein des deutschen Fernsehens sondern eher eine Art mediales Valium gewesen. Ihm jetzt eine Sendung zu geben ist genauso toll wie Volksmusik Eurovisonsblödsinn und das verdammungswürdige Wort zu Sonntag.

  65. „as Programm von ARD und ZDF ist wohl wesetlich schlimmer, dümmer und durchweg schlechter als das von den Privaten“

    Das „wohl“ ist wohl ein Hinweis darauf, dass Du das Programm von ARD und ZDF nicht kennst?

  66. Lieber Bastian Pastewka,

    ich habe nur Ralf Schmitz gesehen, und das ging gar nicht. Was gefällt dir daran ?

    Danke MRR.

  67. Herr Reich-Ranicki hat einfach Recht. Die öffentlich-rechtlichen bemühen sich, auf das Niveau der privaten abzusinken. Zum Beispiel galten die „Dritten“ in ihrer Startphase mal als Bildungsfernsehen. Und heute kopieren sie jeden Sch…, einschl. sog. „Doku-Soaps“.
    Ludger Baack, 47051 Duisburg

  68. Herrn Reich-Ranicki ging es darum, das Fernsehniveau anzuklagen (insgesamt und allgemein) und eine Diskussion in Gang zu bringen.

    Ich bin ihm dafür sehr dankbar und hoffe, dass sich irgendwann ein ganz kleines bißchen Qualität im TV erkennen lässt.

    Ich verbringe meine wertvolle Zeit nur noch ganz selten vorm TV, da ich oft Wutanfälle oder Brechreiz bekomme. Im besten Falle schlafe ich ein…

    Und bitte: SCHAFFT ENDLICH DIE WERBUNG WÄHREND DEN SENDUNGEN AB !!!!!!!!!

  69. Diese Diskussion ist aber nun auf einem wirklich beunruhigendem Niveau angekommen.

  70. Darf man fragen, warum Herr Pastewka nicht hier unten in den Kommentaren mitdiskutiert?
    Es gab hier ja nun ein paar ganz passable Antworten, auf die es sich lohnen würde einzugehen.

  71. Flauschewoelkchen,

    „Was müssen die anwesenden Nominierten (und kurz zuvor ausgezeichneten) Reporter aus Krisengebieten gedacht haben, die ihr Leben einsetzen, um über Unrecht in China, Pakistan oder unserem Land zu berichten?“

    (Um mich der Meinung meiner Vorredner anzuschließen:)

    Und was müssen diese anwesenden Nominierten sich gedacht haben, als sie durch ihre Nominierung auf eine Stufe gestellt wurden mit stupiden Reality-Sendungen und einer Show, die vom Jugendmedienschutz überwacht werden muss (DSDS)? Was hat so ein Preis denn schon für einen Wert, wenn er Goldmünzen in eine Waagschale mit Hausstaub legt?

    Schon als ich die Nominierten-Liste für den Fernsehpreises gesehen hatte, war es mir, wie schon in den Jahren zuvor, eiskalt den Rücken hinuntergelaufen, und ich habe der Sendung darum niemals große Aufmerksamkeit gewidmet. In der Kritik stand der Fernsehpreis ob seiner z.T. fragwürdigen Nominierungen ja schon lange. Dass es endlich mal jemand offen in die Kamera spricht, war im Grunde schon überfällig.

  72. [...] peinlich finde ich die Reaktion von Bastian Pastewka. Gut, man schlägt nicht die Hand die einen füttert, aber ein Satz wie “Marcel Reich-Ranicki [...]

  73. Irgendwo las ich, dass man eine Preis vorher ablehnt und nicht erst bei der Preisverleihung. Falsch, denn obwohl einer der Ältesten, versteht MRR immerhin, wie das Geschäft läuft. Ein Artikel von ihm in z.B. der FAZ mit der Überschrift „Warum ich den Deutschen Fernsehpreis ablehne“ wäre vielleicht beim perlentaucher und in manchen Spezial-Blogs diskutiert worden, aber nie so in der Öffentlichkeit. Und sicher ist auch MRR durch das Fernsehen zum Starkritiker geworden, aber das „Reich-Ranicki war der unbedeutendste und unwichtigste Literaturkritiker“ ist ja wohl auch Unsinn und disqualifiziert eigentlich den Autor.
    Eigentlich schade für unsere Öffentlichkeit, dass die Öffentlichkeit einen 88jährigen, der nichts mehr zu verlieren hat braucht, um uns auf den TV-Schwachsinn erneut hinzuweisen.

  74. [...] Bastian Pastewkas Kommentar angeht, dessen gleichnamige Serie übrigens meiner Meinung nach zu den besseren Comedy-Formaten im [...]

  75. [...] auch PR Blogger Bastian Pastewka auf fernsehlexikon.de Spreeblick und [...]

  76. Ich halte DSDS durchaus für eine perfekt inszenierte und professionell gemachte Unterhaltungssendung und damit auch für preiswürdig. Ich seh`s mir jedenfalls sehr gerne an – und ich habe studiert. ;-)

  77. Natürlich saßen da auch viele sich mühegebende Arbeiter, viele von denen arbeiten aber auch nur zynisch der Papp-Maschine zu und so erst entsteht ja diese Prösterchenproll-Show-Kultur. Das ist nichts zu entschuldigen! MRR hat daher vollkommen recht und sollte jetzt bloß nicht einknicken! Wir brauchen mehr die sich wehren, auch wenn es komisch aussieht.

  78. Marcel Reich-Ranicki hat Recht.
    Man braucht doch nur in die Programmzeitung sehen. Da gibt és fast nur Ballerei, Tode und Verletzte oder Sendungen über Stars. Das geht mir Dreck an ,was die Stars machen oder nicht. Die Comedy ist auch Ätzend, wenn da ein angeblicher Comedy Star auf der Bühne herum hüpft und herum blödelt. Wann und wo in den Vortrag (Comedy) muß man lachen und wo nicht? Der Jenige braucht bloß aufzutretten und schon lacht das Publikum. Wenn mann aber die Leute auf der Straße eine allgemeine Frage (Wirtschaft,Politik,Geographie usw) satellt, da sehen die meisten belämmert aus, weil sie es nicht wissen.
    Wieso steht als Überschrift Senf abgeben? Was er da gesagt hat stimmt. Meine Hochachtung, daß ER vor der Kamera und Publikum so aufgetretten war.Ich fand es auch unverschämt, daß die Promis bei der Rede, es als lächerlich angesehen haben. Sie hatten sicher gedacht, er würde ein Sketch bringen. So habe ich es jedenfalls empfunden.Es war nicht rätselhaft, was er da von sich gab. Es hatte schon Hand- und Fuß.

  79. Ja, wer hat denn da seit Jahren die Augen zugemacht, dass erst auf einen solchen Auftritt hin „bewusst“ wird, dass sich insbes. seit dem Aufkommen der Privatsender das Niveau (und nicht nur das im TV selbst!) im freien Fall befindet?

    Leider haben auch die Ö.R. die Zeichen der Zeit „erkannt“ und mischen (unten) mit – allen voran ein T. Gottschalk.

    Das TV ist eines der wichtigsten Spiegelbilder unserer Zeit – und es ist nurmehr ein Zerrspiegel.

  80. Zunächst einmal würde ich zu dieser Thematik gerne auf den Film „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ verweisen, wobei mir ein Spruch noch deutlich in Erinnerung ist: „Wir zeigen den Leuten solange Dreck, bis sie nur noch Dreck sehen wollen“ – sie kennen dann nichts anderes mehr und wollen halt immer nur neuen Dreck. Hier setzte ich auch mit meinem Kommentar an.

    Die Kritik von Herrn Reich-Ranicki geht mir meiner Meinung nach nicht weit genug. Nicht nur, dass diese Gala-Sendung und auch viele andere Sendungen einfach nur Blödsinn sind, die Unsinnigkeit solcher Sendungen ist schon so krotesk geworden, wir merken überhaupt nicht mehr, dass wenn wir uns soetwas ansehen eigentlich über NICHTS unterhalten werden. Dieser ganze Schrott muss Raus aus dem Programm – raus mit Stumpfsinnigen Stars- und Sternchen-Shows, raus mit all den Reality-Tv-Menschen-aus-Hartz4-Schicht-im-Zoo-ansehen-Shows, welche nur noch entwürdigend sind, raus mit allem, wo Menschen ihres letzten Bischiens Selbstachtung beraubt werden.

    Gerade die Privat-Sender produzieren diesen Mist doch nur, weil sie mit der geschalteten Werbung Geld verdienen wollen. Was glaubt ihr, wozu es Privatsender gibt und warum die sich überhaupt diese ganze Arbeit machen sollten. Sie wollen uns nur vor den Fernseher ziehen um uns mit Werbung zu bombardieren, wodurch die erst ihr Geld verdienen. Und dafür ist ihnen jedes Mittel recht und wenn sie uns zeigen, wie sich Menschen gegnseitig mit Kot bewerfen, sie würden es ausstrahlen. Das es in einigen Sendungen ernste Sichtweisen auf menschliche Probleme gibt, wage ich zu bezweifeln, da erstens diese Probleme dabei auch nur ausgeschlachtet werden, zweitens es fast immer nur best Gesellschaftsgruppen trifft und drittens darf man nicht vergessen – all das dient in der Regel nur zur Unterhaltung, nicht zu Dokumentationszwecken, d. h. dass auch der Realitäts-bzw. Wahrheitsgehalt von 99% dieser Sendungen ebenfalls anzuzweifeln ist, also vieles einfach nur gestellt ist um dem Konzept der Sendung zu dienen.
    Ja es gibt gute Dokumentationen und gute Sendungen, aber leider viel zu wenig. Zum Beispiel habe ich „Das Schweigen der Quandts“ noch nie auf Prosieben oder Sat1 laufen sehen.
    Das muss endlich aufhören. Gerade Menschen aus bildungsferner Schicht, welche oft nichts anderes als den Fernseher kennen und sich wahrscheinlich auch keine Bildung leisten können (Bücher sind nunmal recht teuer, gerade für ALGII-Empfänger) muss, damit sie auch mit Bildung in Kontakt kommen Bildung über eben dieses Medium Fernsehen ranngebracht werden. Und wenn ihnen dass nicht zusagt und sie den Fernseher ausschalten, dann würden sie womöglich etwas lesen, womit schonmal ein erster richtiger Schritt getan wäre. Ausserdem gäbe es so viel mehr Raum um wirklich wichtige und informative Informationen und Inhalte durch das Medium Fernsehen zu verbreiten. Wir müssen meiner Meinung nach von einer auf Unterhaltung ausgerichteten zu einer auf Bildungsinhalte ausgreichteten Bildungsfernsehen-Medien-Landschaft wechseln in der in erster Linie sinnvolle und zum Nachdenken anregende Inhalte zählen und nicht platte Unterhaltungsformate wo Leute fast nur noch apatisch auf den Bildschirm starren. Ich habe nichts gegen den einen oder anderen Spielfilm oder gegen ein paar Serien, aber plattes Programm darf nicht den Großteil der Fernsehlandschaft ausmachen.

    Sinnvolle Inhalte können auch spannend sein und gleichzeitig etwas zum geistigen Niveau beitragen. Und wenn dann einige Leute, die sonst nur vor dem Fernsehr hängen, ihr Gerät ausschalten, dann würden sie die Fenster aufschlagen und feststellen, dass es auch noch einer andere Welt dadrausen gibt, als die, welche ihnen sonst von RTL2 und Co. präsentiert wird. Wir wollen eine Bildungsgesellschaft werden und sein, also sollten wir Bildung auch dort hinbringen wo sie viele Leute erreichen kann.

  81. [...] Eine Diskussion um niveauvolles Programm scheint mir durchaus angebracht, aber Marcel Reich-Ranicki mit seiner Globalkritik ist mir zu undifferenziert. Auf mich macht er den Eindruck eines abgekapselten Intellektuellen, der — durch die Ehrung aufgeschreckt — seit Langem wieder einmal in Kontakt mit dem Medium Fernsehen gekommen ist. [...]

  82. [...] • Bastian Pastewka: Keine Sendung für Marcel Reich-Ranicki! [...]

  83. Bastian Pastewka hat unrecht. Marcel Reich-Ranicki sagte bereits in seiner Rede, wahrscheinlich seien die Preise hier zurecht verliehen worden.
    Der «Blödsinn» bezog sich darauf, was sich er während Stunden vorher angucken musste – ist eine reine Geschmacksfrage.
    Es wäre in der Tat von Vorteil zu erkennen, dass Marcel Reich-Ranicki seine Worte setzt und nicht kritiklose Wortschwälle erbricht.

    Nachdem die Finanzkrise nach einer neuen Weltordnung strebt, könnte die Fernsehkrise im Unterhaltungssektor nach Neuorientierung suchen.
    Unterhaltung ist nicht bloss Agitation auf unterster Ebene, damit möglichst die Masse der Labilen und vom Leben Gelangweilten erreicht wird zwecks Quote.
    Grundsätzlich bin ich mit den Fernsehsendern einig:
    Hirnloses Dummerlingszeug ist billig in der Herstellung und kann durchaus von Dummerlingen produziert werden.

  84. „Hirnloses Dummerlingszeug“? Ich muss aufhören, hier die Kommentare zu lesen.

  85. Reich hat recht!Aber das Unbehagen über das TV in Deutschland lässt sich nicht in einer 1stündigen Livediskussion beheben. Das TV-Programm ist ein Spiegel der Gesellschaft. Die Produzenten machen da nichts vor, sondern sie spüren und sehen, was ist, und geben das dann dokumentierend, kommentierend, stilisierend, satirisch o.a. wieder. Das an sich ist nicht das Problem. Das Problem liegt tiefer. Wir Deutschen sind so flach geworden, wie das im Fernsehen zu sehen ist. Und warum? Warum ist alles so seicht und flach geworden? Weil unser Leben keinen Tiefgang mehr hat. Weil wir keinen Ort mehr haben, wo wir unsre Schuld abladen können. Das jüdische Volk, zu dem ja Herr Reich-Ranicki auch gehört, hat immerhin noch den Jom Kippur, wo es einmal im Jahr um Vergebung für alle begangenen Fehler bittet. Unser Volk hat, wie viele andere Gesellschaften seine christlichen Wurzeln gekappt und geht nicht mehr in die Tiefe. Fernsehshows können diesen Sinnverlust nicht ausgleichen. Kultur kommt von Kult.

  86. Ich finde, dieser Spontanauftritt von MRR wird viel zu sehr hochgekocht. Nüchtern betrachtet war es der Abgang eines über 80-jährigen, der ein bisserl grantig war, weil er vier Stunden ein mehr oder minder (eher minder) unterhaltsames Showprogramm mit endlosen Dankesreden ertragen musste. Willkommen in der Welt der Award-Shows. Diese Schelte auf die gesamte Fernsehwelt umzumünzen, halte ich für übertrieben. Und wer dieses tut, hat entweder keinen Fernseher, oder keine Ahnung.

    Man musste ja nur mal anfangen, während oder nach der Sendung herumzuzappen. Wer das tat, der konnte zeitgleich zur DFP-Übertragung im Ersten einen wirklich sehr gut genmachten Tatort genießen, gefolgt von einem Polittalk, einer Kultursendung, einem Wissensmagazin und einem französischen Spielfilm.

    Wer nach der Preisverleihung im Zweiten nicht abgeschaltet hätte, der wäre gleich nach dem heute journal in den Genuß des 5. Teils der hervorragend gemachten schwedischen Krimireihe Kommissarin Lund gekommen.

    Auf 3sat hätte es ab 20.15 den Scheibenwischer gegeben (der nach Hildebrands Abgang zugegebenermaßen nicht mehr derselbe ist), gefolgt von 2 Dokumentationen und einem Klassiker des Politthrillers aus den 70ern.

    Einen weiteren ausgezeichneten Politthriller (vom selben Regisseur) hätte er auf arte gesehen, bevor 2 Dokus den Themenabend abgeschlossen hätten.

    Tele 5 hatte den Michael-Douglas-Streifen „The Wonder Boys“ im Programm, den jeder gesehen haben sollte, der sich für den Literaturbetrieb interessiert.

    Eine gute Unterhaltungsshow wäre man auf dem WDR mit „Zimmer frei“ drin gewesen. Oder auch eine Kömodie mit Götz George, eine neue Ausgabe von „Dittsche“, sowie den Neo-Noir-Streifen „Die schwarze Dahlie“ im NDR.

    Noch etwas für MRR: „Fröhlich lesen“ mit Roger Willemsen im MDR, diverse Dokus auf Phönix, South Park auf MTV. Und mit Navy CIS oder Criminal Minds fährt man imho nicht schlecht, wenn man einfach nur gute Krimiunterhaltung bevorzugt.

    Das deutsche Fernsehen ist ja sooo schlecht. Der Deutsche an sich braucht offensichtlich immer etwas über das er meckern kann. Und wenn jemand daherkommt, der populistisch ein Halbweisheiten in den Raum wirft, schreien sowieso alle „Juhu“. Das muss man schon fast als ignorant bezeichnen.

  87. [...] findet sich auch ein Text von Bastian Pastewka (den ich in Teilen seiner Arbeit sehr schätze), in dem dieser MRRs Auftritt kritisierte: [...]

  88. [...] der wenigen Gegenstimmen von Bastian Pastewka: Keine Sendung für Marcel Reich-Ranicki Beschlagwortet mit:Ehrenpreis, Fernsehen, Fernsehgeschichte, Marcel, Reich-Ranicki, ZDF [...]

  89. Pastewka? Gehört der nicht weiland auch zur Besatzung des Rheindampfers, auch so eine „Sternstunde des Fernsehens“? Da bekonmt der Ausdruck „Flachbildschirm“ doch eine ganz neue Bedeutung! Klar, der Mann will so weitermachen und ist gar nicht glücklich, plötzlich hören zu müssen, dass er und Konsorten einfach langweilen und nerven! Reich-Ranicki hat vollkommen recht, weg mit dem Mist!

  90. Reich-Ranicki hat gesagt: Weg mit dem Mist? Wann? Wo?

    (Süß, und das unter dem Namen „Anti-Proll“.)

  91. Wann? Wo? – Am kommenden Freitag um 22:30 im Zett-De-Eff.

  92. [Kommentar wegen Beklopptheit gelöscht]

  93. Daß genau die Vertreter der (ehemals von den Privatsender initiierten) Medienwelle, die Reich-Ranicki heute zu recht auch im öffentlich-rechtlichen Sektor als zutiefst witzlos und mittelmäßig beklagt, dem x-fachen Honorarprofessor implizit „Senilität und Altresstarrsinn“ (statt Zivilcourage!) unterzumogeln trachten, war ja zu erwartetn!

    Die „Überforderung“ liegt aber m. E. eher darin, daß die selbsternannten „Till Eulenspiegel der Neuzeit“, die bei näherem Hinsehen nur noch „Blödler“ und „Quatschmacher“ sind, und denen jedes sozialkritische Bewußtsein abgehnt, es nicht ertragen können, wenn mal einer kommt und IHNEN einen Spiegel vorhält:

    http://www.humanistische-aktion.homepage.t-online.de/infantil.htm

    Manchmal möchte der gequälte Fernsehzuschauer doch dreinschlagen in dieses Kasperle-Theater, daß ihnen jeden Tag (von WEM eigentlich?) vorgesetzt wird:

    http://www.youtube.com/watch?v=rexmxprBhHQ

  94. Ach herrje… Ich versteh’ die Aufregung nicht: ich schau mir die Aufzeichnung der Fernsehpreis-Verleihung an und stelle fest: bei aller Grantelei flirtet Ranicki in jeder Sekunde mit dem Publikum, verbrüdert sich am Ende noch mit Thomas Gottschalk und wir haben wir unterm Strich nur einen alten Fuchs, der sich seinem Image entsprechend souverän wieder ins Gespräch bringt. Dass es natürlich nicht gerade elegant ist, das mit Kollegenschelte zu tun ist klar und nur zu nachvollziehbar – weil unter seinem Niveau. Anders gesagt: dass es nicht perfekter Stil ist und entsprechend schlecht ankommt, wenn er statt auf Bücher auf Fernsehleute eindrischt (deren einer er auch zu sein er zugelassen hat – ob aus Eitelkeit oder pekuniärer Erwägung), hat er wohl unterschätzt – denn das sind Leute, die sich wie Pastewka mit sich Herzblut für ihr Zeug packen wie Ranicki sich für Thomas Mann und dann lange niemand packt.

    Conclusio: die meisten Aufreger (und zwar sowohl Ranicki wie die teutonischen Feuilletonisten und hier die Kommentatoren) kapieren nicht, dass man sich sein tägliches TV-Programm aus einer Überfülle an Programmen mit einem Textmarker wunderbar so zusammenstellen kann, und zwar so, dass man vor lauter guten Sendungen in allen Sparten mit dem Aufnehmen nicht nachkommt. Nur „Sturm der Liebe“ oder Carmen Nebel zu schauen und auf dieser Basis die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten zu geißeln ist so unfair wie es wäre, aufgrund von DSDS oder der Supernanny die Privaten in Grund und Boden zu hassen. Ich sag mal so: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seinem selbstverschuldeten Fernsehprogramm ;-) Weiter mit Musik.

  95. [...] die Schauspieler, die Auslandsreporter (die alle einen guten Job machen). Bastian Pastewka schreibt auf dem Fernsehlexikon: “Was müssen die anwesenden Nominierten (und kurz zuvor ausgezeichneten) Reporter aus [...]

  96. [...] Komiker der unterirdischen Art, hat Marcel Reich-Ranicki mit seiner Kritik an der Echo-Verleihung unrecht. So machten nach seiner Einschätzung Atze Schröder, Ingolf Lück, Ralf Schmitz und das Schweizer [...]

  97. [...] Auch schön dazu der Kommentar von Bastian Pastewka im Blog von filmlexikon.de: Bastian Pastewka: Keine Sendung für Marcel Reich-Ranicki! [...]

  98. Wenn das ZDF, wie BILD heute fragt, Heidenreichs Sendung wegen ihres absolut zutreffenden Kommentars in der FAZ einstellt, dann werde ich das ZDF wohl ganz boykottieren, Kerner habe ich nach dem Herauswurf von Eva Hermann ohnehin nicht mehr eingeschaltet.
    P.S. Was hat eigentlich bei dieser Vorstellung Frau Elvers-E zu suchen, gibt es irgendeine Leistung dieser Person, die es zu würdigen gilt?

    H.G. Weerning

  99. @Sven K: Danke!

    @Weerning: Sie ist nett. Sie hat in mindestens einer schönen Serie mitgespielt. Sie sieht gut aus. Sie hat Humor. Was wären Ihre Einlasskriterien beim Fernsehpreis? (Nein, sie wurde nicht „gewürdigt“ da, sie war Gast.)

  100. Warum ist es anscheinend nicht mehr möglich, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein Progamm zu gestalten, wie es eigentlich einmal gemeint war – und früher auch gesendet wurde: Information, Kultur, Bildung und halbwegs intelligente Unterhaltung?

    Noch vor 10 Jahren reichte es, die „privaten“ (also Reklame-) Kanäle auf die hinteren Plätze in der Senderreihenfolge zu programmieren, und schon blieb einem auch der „Film-Film“ (mit extra viel Werbumg-Werbung) erspart. Heute äffen ARD und ZDF genau diese Programme nach: politische Magazine sind inzwischen auf 30 Minuten gekürzt worden, Dokumentationen bestehen fast nur noch aus nachgespielten Szenen, die mit dramatischer Musik unterlegt sind, sogenannte „Comedians“ wetteifern um die ältesten Gags, und in den Talkshows lächeln exakt die beiden Figuren das letzte bisschen Niveau aus dem Programm, die früher bei SAT1 für den Mord an der Bundesliga-Berichterstattung zuständig waren.

    Der alte Mann hat natürlich Recht. Nützen wird es aber wohl nicht; denn solange sich die zuständigen TV-Leute weiter an „der Quote“ orientieren, wird es nicht gelingen, den ganzen Schmonz wieder dahin zu drängen, wo er her kommt, in die Parallelwelt von Supidupi-RTL-plusplus etc.

  101. Normalerweise sollte man sich über den
    gegenwärtigen Zustand des Deutschen Fernsehen keine Illusionen machen.
    Oftmals ist das Programm einfach nur noch erbärmlich.Seit
    seinerzeit die privaten Sender dazukamen,
    geht es nur noch den Bach herunter. Das
    ist doch bereits seit Jahren bekannt.
    Und wenn diese bekannte Tatsache, wieder
    einmal durch M.R.R. öffentlich gemacht
    wird, weil er wahrscheinlich von dieser ganzen Sendung gelangweiligt
    und frustiert war, kann man das ihn
    nicht vorwerfen. Etwas verwunderlich
    finde ich nur die Aufregung und Diskussion darüber, denn eigentlich
    hat er ja nur allzu bekannte Zustände
    beschrieben.

  102. Karin Bönisch,

    Ich kann Herrn Pastewka nur zustimmen. RR lebt sicher nicht schlecht von den TV-Medien und nur durch sie ist er bekannt geworden. Kritik mag gut und wichtig sein, aber ausschließlich mit Kritik sich selbst wichtig machen, ist nur traurig. WIR ALLE prägen die Medienlandschaft mit unserem Verhalten, fassen wir uns also selbst an der Nase und verstecken wir uns nicht hinter einem trotzigen Alten, der seine Show abziehen musste, um in die Schlagzeilen zu kommen.

  103. [...] wer sich jetzt von den Medienschaffenden, wie z.B. Pastewka, so gewollt wortgewaltig über MRR erregt, der sollte nicht vergessen, dass über diesen – ach so [...]

  104. Ich finde, das Fernsehen war in seiner Gesamtheit nie so gut wie heute. Das sage ich als jemand, der noch mit 3 Kanälen großgeworden ist. Zur besten Sendezeit gab es meist Unterhaltungsshows, Volksmusik, die Schwarzwaldklinik, oder ein Lustspiel mit Theo Lingen. Ausweichmöglichkeiten gab`s keine. So war sie, die gute alte Zeit.

  105. Ich kann Marcel Reich-Ranicki nur zustimmen! Es ist gut, dass es endlich jemand öffentlich gesagt hat. Die Preisverleihung war eine Zumutung – eine konfuse Ansammlung von Blödsinn der mit Preisen ausgestattet wurde. Wer muss sowas sehen? Aber es zeigt eben, in welchem Zustand die deutsche Fernseh Landschaft ist, Atze Schröder und Konsorten – seit Jahren werden wir damit gequält – und es scheint genug Deppen zu geben, die ihnen immer noch zujubeln. Wenn ich daran denke, dass dieser ganze Krempel noch zum Teil von meinen GEZ Gebühren bezahlt wird, kann mir nur schlecht werden. Trotzdem: Danke Reich-Ranicki! Danke! Danke!

  106. Ulf Frohneberg,

    Der Unterschied zwischen Pastewka und Atze Schröder ist der, dass Pastewka intelligent genug ist, um zu erkennen, dass Leute wie er selbst gemeint waren mit der Kritik von Reich-Ranicki – deshalb schießt er jetzt zurück.
    Die Atze Schröders, Ingolf Lücks und Ralf Schmitzs dieser Welt haben sich auf die Schenkel geschlagen und Standing Ovations geliefert, ohne zu verstehen, was R.R. überhaupt gesagt und wen er überhaupt gemeint hat.

  107. Niggemeier hat mein Förmchen weggenommen.

    Ich würde übrigens noch den Benutzernamen „Stefan“ für Gäste sperren, Stefan, das erleichtert die Orientierung.

  108. Heribert Schneider,

    Fernsehmacher und etliche Protagonisten leben in der Tat in einer Art Parallelwelt, quotengeil und selbstverliebt. Sie haben kaum noch eine Vorstellung darüber, wie ihre Produktionen beim Zuschauer erlebt werden und welchen Samen aus Gier, Gehässigkeit, Unflat und Oberflächlichkeit sie in die Köpfe gerade junger Zuschauer säen.

    Die Pauschalbegründung „Wir produzieren, was der Zuschauer sehen will“ ist einfach falsch, denn die Medien selbst bestimmen schon lange, was hip ist.

    Wir erleben gerade auf vielen Gebieten das, was schon immer Wahrheit war: Macht und Erfolg sind kein Zeichen von Intelligenz. Es ist dringend erforderlich, Normalnull in einigen Bereichen endlich neu zu definieren.

  109. Catweazle beim Fernsehpreis…

    In den 70er Jahren wurde im deutschen Fernsehen die Serie „Catweazle“ ausgestrahlt. Ein Zauberer – eben jener Catweazle – wurde vom 11. Jahrhundert in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts „versetzt“. Die Komik bestand darin, dass er all die u…

  110. @ Gregor: „Catweazle beim Fernsehpreis“ ist eine großartige Analogie. Merci!

  111. [...] Nun ja nicht Sonntag und auch keine Stunde, aber immerhin setzt man sich (meiner Meinung und einiger anderer nach unnötig) zusammen und diskutiert über etwas was ein alter Mann nicht versteht [...]

  112. Ich kann nur soviel dazu sagen:
    http://www.bazonline.ch/kultur/fernsehen/Popstars–Todesnachricht-als-Quotenrenner/story/24041171

  113. @Schwiizer: Aha.

    Ich kann dazu noch dieses sagen: http://www.bildblog.de/3484/die-popstars-luege-von-bild/

  114. Bild Leser wissen halt mehr… auch in der Schwiitz…

  115. nunja..
    am bedauerlichsten ist wohl die überheblichkeit und verbohrtheit mit der die medien-helden sich feiern.
    Das eine solche spontane kritik nun dazu einläd alles auf die eine veranstaltung zu schieben war ja irgendwie klar. Schade, das keiner der großen medienmacher sehen will, dass schon seit einigen jahren im dtsch. tv überwiegend scheiße (um es mal beim namen zu nennen) durch die kanäle fließt, nur unterbrochen von unerträglichen werbeblöcken..
    Wie radikal und überextrem müssen denn (selbst vom medien-brother anerkannte) kritiker denn noch werden, bis wenigstens etwas demut und denkfähigkeit zurückkehren?!

  116. PS: Siehe zum allgemein spürbaren Niveau-Verlust und zur Anbiederung der Öffentlich-Rechtlichen bei den Kommerziellen auch den aktuellen Artikel „Barth und Bohlen bei Kerner – Volltreffer gegen den Vollpfosten“ in der Online-Ausgabe der FAZ…

  117. …und folgende Karikatur: http://www.wiedenroth-karikatur.de/KariAblage0809/20081016_FernsehqualitaetGottschalkReich-Ranicki.jpg

  118. Und, da „alle guten Dinge drei sind“: Sogar der Gestalter des „Gegenstands“ (genannt „Fernsehpreis“) ist auf Ranickis Seite: http://www.abendblatt.de/daten/2008/10/17/954340.html

  119. Ich halte MRRs Auftritt für einen positiven Höhepunkt in seinem Schaffen und sage ihm tausend Dank, dass er die Diskussion über die Qualität im dt. Fernsehen wieder angestoßen hat. Eben jene in die Länge gezogene Preisverleihung war schon wieder eine Zumutung! Leider hat gerade das ZDF in den letzten Jahren keinen Qualitätspreis verdient – abgesehen natürlich von wenigen hervorragenden Sendungen wie Frontal 21 und Neues aus der Anstalt. Ich beobachte mit Abscheu, dass sich die Machart von Sendungen – z.B. Doku-Soaps wie Terra X – immer mehr an die der Privatsender annähert. Wo bleibt da der Anspruch des Gebührenzahlers? Eine Enttäuschung ist für mich momentan auch „Eine Nacht im November“ – die eigentlich herausragende Dokumentation wurde von Anfang bis Ende mit seichter Musik unterlegt und damit die Dramatik der tatsächlichen Ereignisse zerstört. Muss das sein? Wieder eine Chance vertan, sich von den Privaten abzuheben.

  120. ach ja:
    (falls sich noch jemand erinnern kann-)

    KEIN APPLAUS FÜR SCHEIßE!

    buenos dias, messias -mfg

  121. Was MRR da losgetreten hat, war nicht eine situative – dazu überzogene – Unmutsäußerung, sondern immanente System-Kritik. Die Eitebeule, genannt Kommerz-Fernsehen auf Öffentlich-Rechtlich gestylt („Die Quote muß erfüllt werden!“, „Was gewünscht wird, ist auch gut!“ etc.), ist aufgeplatzt, sie brauchte eh nur angeritzt zu werden. Eine Unflatlawine über den Konsensverweigerer gerät ins Rollen. Man ist sich wieder einig: Kloeimer von Häme werden über den alten MRR ausgekippt. Und diese permanente Rechtfertigung der Mittelmäßigkeit, die auf dem Fuße folgt, trägt schon fast – Pardon – „faschistoide“ („orwellsche“) Züge: „The Imperium strikes back!“ Bastian „Comedy“ Pastewka, Dieter „Penisbruch“ Bohlen, Günther „SS“ Grass melden sich „großkotzig“ zu Wort, geben ungefragt ihren Senf dazu. Die Presse, die sich für zivilisiert und „bürgernah“ hält, bietet sich ihnen vorauseilend als „Sprachrohr“ an. Selbstkritik und -reflexion? Fehlanzeige! Ich kann das nicht mehr mit ansehen, mir wird schlecht…

  122. na wenigstens ist das 2te so groß-zügig uns an dem intermezzo teilhaben zu lassen.
    Hab grad die aufzeichnung gesehen, die hoffentlich net so stark gesnitten war wie der eigentl. preisverleih.
    Zunächst noch -danke MRR, auch vor mir, danke Tw.
    T.G. hat tatsächlich stellvertretend auf `die quote` forciert. Und das wo doch die gez fleißig kassiert ZUSÄTZLICH zu der werbung; ist da eine quote tatsächlich nötig? fürs ego? masse ist alles?
    Und dann: Müssen sinnvolle inhalte und unterhaltung gezwungen nur in der klassik stecken?
    Vs.
    Ist in den einschlägigen soaps, shows, `comedy`.. inhalt drin nur weil diese ein paar triebe bedienen? Dann hat kerner, bohlen + co womöglich komplexe zusammenhänge und heiteres seelenleben nur einfacher ausgedrückt, so dass es die `heutige generation` adaptieren kann?!
    Mir geht es -wie oben- tausendwasser; mir is nich wohl dabei. Das führte dazu, das ich die flimmerkiste seit einiger zeit nur noch für dvd od. bd anstelle.

  123. [...] Die Vorgeschichte kann auf amüsante Weise im Fernsehelexikon nachgelesen werden. [...]

  124. [...] Zum Beispiel: Miriam Meckel (okay, die hat ihr Buch vorgelesen, aber eigentlich im Internet quasi), Bastian Pastewka, sogar Hoi Poloi. Und dann gabs da noch die Heidenreich, die es einfach nicht begreift und für [...]

  125. [...] Gottschalk und Bastian Pastewka reagieren beleidigt, weil man ihnen den Spiegel vor die Nase hält und ihnen sagt, dass dass [...]

  126. [...] Prozent der Preisträger an den Pranger stellen. Sehr schön hat das meiner Meinung nach Bastian Pastewka in seinem Kommentar im Fernsehlexikon auf den Punkt [...]

  127. [...] Das Aufsehen ist groß, das Problem bekannt, und Marcel Reich-Ranicki im Unrecht. Man kann natürlich zurecht alles pauschal Kritisieren, muss dann aber damit rechnen in manchen Punkten auf der falschen Seite zu sein. Mit Nichten ist alles schlecht, auch nicht beim Fernsehpreis. So fragt Bastian Pastewka zurecht beim Fernsehlexikon: Was müssen die anwesenden Nominierten (und kurz zuvor ausgezeichneten) Reporter aus Krisengebieten gedacht haben, die ihr Leben einsetzen, um über Unrecht in China, Pakistan oder unserem Land zu berichten? (Hier zum gesamten Beitrag) [...]

  128. [...] (oder wie schreibt der sich gerade noch mal?) tritt im Fernsehen selbigem auf die Füße, Bastian Pastewka schießt zurück und Elke Heidenreich stellt sich hinter MR-R. Dabei gibt es noch [...]

  129. Naja, das Fernsehen. Also ich nutze das Fernsehen kaum als Entertainment-Quelle. SWITCH RELOADED ist ganz lustig, aber auch nur teilweise. RICHLING – ZWERCH TRIFFT FELL finde ich auch noch lustig, aber das ist schon grenzwertig. Das Fernsehen ist keine gute Entertainment-Quelle. Da holt man sich lieber eine DVD oder geht ins Kino oder spielt TETRIS. Und Pornos gibt es im Internet.

    Das Fernsehen ist vor allem durch Dokumentarfilme interessant. Dokumentarfilme über historische Ereignisse vor allem. Und da findet man immer wieder einiges in den dritten Programmen, auf ARTE, 3SAT. Geil ist auch BR-ALPHA, da gibt es richtige Bildungsprogramme, ganz billig, aber informativ. Die ZDF-HISTORY-Sachen von Guido Knopp sind mir zu krawallig.

    Also: Fernsehen ist ganz gut, aber nur öffentlich-rechtliche Sender und da vor allem die Dokumentarfilme.

  130. [...] Hier ist der Link zum Pastewka-Eintrag. [...]

  131. [...] Die Rede von Marcel Reich-Ranicki während der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Eine besonders amüsante stammt von Bastian Pastewka: [...]

  132. [...] peinlich finde ich die Reaktion von Bastian Pastewka. Gut, man schlägt nicht die Hand die einen füttert, aber ein Satz wie “Marcel Reich-Ranicki [...]

  133. [...] unterstellt Bastian Pastewka beim Fernsehlexikon Herrn Ranicki einen "Anfall der Überforderung" hätte wohl zu den Worten geführt und [...]

  134. Das war doch das einziges Sehenswertes bei dieser Verleihung.


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