Frauentausch

Seit 2003 (RTL 2). Realityshow.

Zwei Frauen müssen für zehn Tage den fremden Haushalt der jeweils anderen führen und sich um deren Familien kümmern. Anfangs bestimmt die Familie die Regeln des Zusammenlebens, am Ende darf die Gastmutter versuchen, Vorgaben zu machen. Die Zuschauer zuhause wählen hinterher, wer ihnen sympathischer war, und die Gewinnerin erhält 200 Euro.

Richtig Spaß, weiß RTL 2, macht die Sendung, wenn unterschiedliche Welten aufeinander prallen. Also werden die Konstellationen so gewählt, dass Konflikte vorprogrammiert sind: Eine Frau vom Land, die Abgase nicht verträgt, wird in die Großstadt geschickt und vom Gast-Ehemann gezwungen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Eine reaktionäre Spießerfamilie muss selbstverständlich eine lesbische Punkerbraut beherbergen. Regelmäßige Differenzen zwischen Frau und Gastfamilie sind die Folge, Tränen fließen, Schimpfworte werden gebrüllt, die Kinder kauern mittendrin, und die Einschaltquoten steigen. Im Sommer 2006 landete eine Teilnehmerin nach den Dreharbeiten im Krankenhaus, weil es beim ersten Aufeinandertreffen der Tauschmütter nach dem Fremdfamilienaufenthalt zu einem „Handgemenge“ gekommen war, bei dem sich eine der Teilnehmerinnen stark verletzt hatte.

Das Konzept stammte von der britischen Show „Wife Swap“. Das Originalformat hatte der Muttersender RTL gekauft, aber unter dem Titel Ich tausche meine Familie erst lange nach der frei adaptierten RTL-2-Version und deutlich harmloser auf Sendung gebracht.

RTL 2 zeigte zunächst acht einstündige Zusammenschnitte und einen Rückblick montags um 20.15 Uhr. Wegen des für RTL-2-Verhältnisse gigantischen Erfolgs wurden neue Folgen auf zwei Stunden gedehnt. Im Februar 2004 liefen zwei Promi-Specials mit Ralf Richter und Martin Semmelrogge.


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