Frankfurter Rundschau

Das Buch ist nichts für wertkonservative Lamentierer, die Fernsehkultur gleich zur Unkultur degenerieren sehen. Der Schinken ist ein wunderbares „Hängenbleiben-und-Nachlese-Werk“, das auch noch alle Handlungsstränge von Serien und Spielfilmen präzise zusammenfasst. Sogar von solchen Folgen-Monstern wie Dallas, Die Schwarzwaldklinik und Lindenstraße: Nachzulesen ist da beispielsweise ein genaues Sterberegister aller Verblichenen aus dem Bavaria-Dauerbrenner samt ihrer Todesursachen: Joschi Bennarsch (Herzinfarkt), Henny Schildknecht (Selbstmord), Stefan Nossek (Autounfall), etc. etc.

Das Fernsehlexikon demokratisiert Fernsehen, weil es nicht nur nach Einschaltquoten, Serienlänge oder Produktionsbudget guckt, sondern die Autoren auch ihre ganz privaten und auch ganz bescheuerten Vorlieben ausleben (so darf sich Niggemeier am TV-Psychologen Fliege genauso austoben wie Reufsteck an Witta Pohl aus Diese Drombuschs). Und wahrscheinlich ist diese manchmal bösartige, oft unaufgeregte Haltung genau die, mit der man dem Medium Fernsehen auch begegnen sollte.

[ganzer Artikel]

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.



Das Buch

die Autoren

Weitere Bücher

New York für Fern-SeherDie kleine House-Apotheke

Links