Akut

1992–1993 (Sat.1). Sensationsmagazin mit Karlo Malmedie.

Im August 1992 zeigte das Magazin in einem kritischen Beitrag über die „Gesellschaft für humanes Sterben“ Ausschnitte aus einem Video, das ein 51-jähriger Selbstmörder von seinem eigenen Tod gedreht hatte. Er hatte sich die Selbstmordanleitung von der Gesellschaft besorgt; die Ausstrahlung sollte beweisen, so die Redaktion, wie grausam der Todeskampf entgegen der Versprechen der Gesellschaft sei. Ausführlich war zu sehen, wie der Mann röchelnd und würgend nackt in einer Badewanne lag, nachdem er ein tödliches Medikament eingenommen hatte. Die „Bild“-Zeitung hatte den Skandal bereits vorher quotenwirksam ankündigen dürfen.

Auch auf einen Beitrag aus der letzten Akut-Sendung stieg die befreundete Springer-Presse groß ein: Akut brachte Thomas Gottschalk mit Scientology in Verbindung. Der Sat.1-Programmdirektor Heinz Klaus Mertes, der kurz vorher die Absetzung des Magazins beschlossen hatte, entschuldigte sich daraufhin bei Gottschalk und bot ihm eine Berichtigung im Sat.1-Programm an.

Akut lief mittwochs, ab 1993 montags gegen 22.00 Uhr. In der letzten Ausgabe verabschiedete sich das Magazin mit den Worten: „Das war Akut. 76-mal zeigten wir Ihnen die Härten des Lebens, jetzt hat uns selbst die Härte erwischt.“ Nachfolger wurde AlSo — allerdings am Sonntagmorgen.


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