Verliebt in Berlin

Seit 2005 (Sat.1). Dt. Telenovela.

Auf der Suche nach dem großen Glück zieht die grundgute Lisa Plenske (Alexandra Neldel) aus der kleinen in die große Stadt: Berlin! Sie will in der Modebranche groß rauskommen, bekommt im anvisierten Konzern Kerima Moda aber nur einen Job im Catering. Dafür verliebt sie sich sofort in den neuen Geschäftsführer David Seidel (Mathis Künzler). Der ist natürlich bereits liiert: mit seiner Jugendliebe Mariella von Brahmberg (Bianca Hein), deren Bruder Richard (Karim Köster) und Mutter Sophie (Gabrielle Scharnitzky) seine bösen Geschäftsrivalen sind. Zum Glück hat Lisa viel Zeit, das alles zu regeln. In dieser Zeit arbeitet sie sich im Unternehmen hoch. Zunächst wird sie Davids Assistentin, der das hässliche Entlein mit Brille und Zahnspange aber kaum beachtet. Erst allmählich wird er auf sie aufmerksam und lernt sie als Arbeitskraft wie als Mensch zu schätzen. Sie rettet ihm ein paarmal den Kopf, dann das Leben und später die Firma. Gleichzeitig tritt ein weiterer Mann in ihr Leben: Robert Konrad „Rokko“ Kowalski (Manuel Cortez) buhlt um Lisa, und auch Lisa fühlt sich zu ihm hingezogen. Sie ist zwar immer noch ein hässliches Entlein, aber keine graue Maus mehr. Sie hat an Selbstbewusstsein gewonnen, die Karima-Moda-Tochterfirma B.Style geführt und wird schließlich sogar Geschäftsführerin und Mehrheitseignerin des Unternehmens Kerima Moda selbst, in dem sie als Aushilfskraft angefangen hat. Andere Mitarbeiter sind die feindselige Sekretärin Sabrina Hofmann (Nina-Friederike Gnädig) und der ebensolche Chefdesigner Hugo Haas (Hubertus Regout), dessen Assistentin Hanna Refrath (Laura Osswald), Davids Schwester Kim (Lara-Isabelle Rentinck) und der Laufbursche Timo Pietsch (Matthias Dietrich). Lisas beste Freunde sind der Kioskbesitzer Jürgen Decker (Oliver Bokern) und die Köchin Agnes Hetzer (Susanne Szell).

Am Ende muss sie sich entscheiden zwischen Rokko, dessen Heiratsantrag sie schon angenommen hat, und David, der seine Liebe für Lisa entdeckt und ebenfalls um ihre Hand angehalten hat. Schließlich lässt sie Rokko im großen Finale vor dem Altar stehen und heiratet David, mit dem sie buchstäblich davonsegelt.

Sat.1 verband auf den ersten Blick das Format der kurz zuvor vom ZDF eingeführten Telenovela (Bianca – Wege zum Glück) mit der Idee der ARD-Serie Berlin, Berlin und der Handlung von Samt und Seide– auf den zweiten Blick war es eine Adaption der kolumbianischen Telenovela „Yo soy Betty, la fea“. Womit kaum jemand gerechnet hatte: Die Serie wurde ein Erfolg, und Sat.1 sanierte mit ihr seinen Vorabend. Sendeplatz der halbstündigen Folgen war werktags um 19.15 Uhr. Schon in der ersten Woche erreichten die Marktanteile in der Zielgruppe 20 Prozent, und sie stiegen kontinuierlich an. Mehrmals wurde die ursprünglich auf 225 Folgen angelegte Serie verlängert, und hätte Hauptdarstellerin Alexandra Neldel nicht endlich Brille und Zahnspange ablegen wollen, hätte Sat.1 die Dreiecksbeziehung wohl noch ewig gestreckt. Lisas Traumhochzeit in Folge 364 widmete der Sender am 1. September 2006 einen ganzen Abend, beginnend mit einer Countdown-Show um 19.15 Uhr und endend mit einer großen Starparade um 22.15 Uhr. Das eigentliche Finale war eine spielfilmlange Folge um 20.15 Uhr, die mehr als sieben Millionen Zuschauer erreichte, was sie für Sat.1 in der werberelevanten Zielgruppe zur reichweitenstärksten Sendung des Jahres machte (Marktanteil: 38,6 Prozent).

Und was hätten sie sich gefreut, wäre es so weitergegangen. Euphorisch setzte Sat.1 die Serie trotz dem soeben gesehenen Ende fort und schickte einen neuen Hauptdarsteller ins Rennen: Ausgerechnet jetzt verschlug es Lisas Halbbruder Bruno Lehmann (Tim Sander) ebenfalls nach Berlin und ebenfalls zu Kerima Moda, wo er sich so lange in die Jungdesignerin Nora Lindbergh (Julia Malik) verliebte, bis Sat.1 der ständige Quotenschwund zu bunt wurde und Hannah Refrath zurückkehrte, die schon in den Plenske-Jahren von Anfang an dabei war und nun als ein Drittel einer neuen Dreiecksbeziehung herhalten musste, deren letztes Drittel Davids Schwester Kim Seidel war. Auch das brachte keinen Aufschwung, und im April 2007, knapp neun Monate nach ihrem endgültigen Ausstieg, kehrt Alexandra Neldel vorübergehend als Lisa Plenske zurück.

Verliebt in Berlin wurde 2005 mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste tägliche Serie ausgezeichnet und erhielt außerdem in Luzern zwei Goldene Rosen: als beste Soap und für Neldel als beste Soap-Darstellerin.

Die Serie sollte ursprünglich „Alles nur aus Liebe“ heißen. Aber dann fiel Sat.1 auf, dass die Fans von Soaps und Serien die Titel gerne abkürzen, wie bei „GZSZ“, was in diesem Fall nicht ganz so erwünscht gewesen wäre.

Mit dem Titelsong „Liebe ist“ gelang Nena ihr erster Nr.1-Hit seit „99 Luftballons“ 23 Jahre zuvor.

Ende April 2007 startet Sat.1 Alles Betty, die US-Adaption der gleichen kolumbianischen Telenovela.

Die Folgen mit Lisa Plenske sind komplett auf DVD erschienen, die weiteren erscheinen ebenfalls nach und nach.

2 Kommentare


  1. […] Serie ist wie Verliebt in Berlin eine Adaption der kolumbianischen Telenovela „Yo soy Betty, la fea“. Die US-Version […]

  2. […] Uhr: Zwei weitere Comedypreise gehen an die US-Versionen von Verliebt in Berlin und Stromberg: Alles Betty (Regie) und The Office (Drehbuch). Emmy   Emmys Michael […]


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