The Most Dreistest Klau in News

Der amerikanische „Nachrichtensender“ Fox News hat einen neuen Slogan:

Aber warten Sie, von irgendwo kenne ich den…

Ach ja, richtig:

Michael, 3. Februar 2010, 15:14.

33 Kommentare


  1. Wer traut hier wem?

  2. „Experience the power“ klingt wie eine Drohung.

  3. Besser finde ich noch: „We report, you decide“. Das könnte im Fall von Fox News nicht weiter von der Wirklichkeit entfernt sein.

  4. Viel erschreckender als die Dreistigkeit des Slogandiebstahls ist doch wohl die Behauptung an sich. Und der Umstand, dass sie wahrscheinlich sogar in gewissem Sinne stimmt.

  5. Hmm, mich würde wohl interessieren, was unten beim „Sternchen“ Text steht…? ist immerhin (wahrscheinlich) eine Einschränkung der Eigen-Bauchpinselei „[…] than _any_ other News Network“

  6. Na ja, diese Superlativ-Rivalitäten bei den Nachrichtensendern ist ja nichts wirklich Neues. Als CNN sich damals anfing damit zu brüsten, daß man das „best political team on television“ habe, konterte einer der Konkurrenten (ich glaube, es war MSNBC) damit, daß man selbst das „best political team in the universe“ habe…

    Grundsätzlich finde ich das einhellige Fox-News-bashing hierzulande etwas deplaziert. MSNBC steht ebenso eindeutig auf der anderen Seite des politischen Spektrums, und allen Wahlsprüchen zum Trotz sind sich wohl die meisten der Einseitigkeit der Berichterstattung bewußt.

    Das ziehe ich der teilweise recht subtilen Meinungsmache mancher deutscher Qualitätsmedien (links wie rechts) allemal vor. Und daß die amerikanischen Nachrichtensender qualitativ immer noch mehr zu bieten haben als n-tv oder N24 sollte eigentlich auch unstrittig sein.

  7. @ Dominic:
    Da steht:
    „*Source: Public Policy Polling – January 2010“.
    Ein Umfrageergebnis. Das offenbar im Gegensatz zu einer Studie des Pew Research Center steht, auf die sich CNN beruft.

  8. „Und daß die amerikanischen Nachrichtensender qualitativ immer noch mehr zu bieten haben als n-tv oder N24 sollte eigentlich auch unstrittig sein.“

    Muahahahahahahahahahaha, nich wirklich, allerdings würde ich auch nicht soweit gehen zu behaupten die deutschen Vertreter seien Nachrichtensender im klassischen sinne bzw im Falle von 24 handelt es sich eher um eine Art Discovery-Channel mit Nachrichtenfenster.

    Fox-News ist ein konservativer Propagandakanal, der statt Nachrichten zu senden, seine Klientel befriedigt in dem er denen das zu hören gibt was sie hören wollen, was wiederrum Quote bringt und Geld macht.
    Die offensichtliche dummdreistigkeit mit der das gemacht wird, während man gleichzeitig an die niedersten Instinkte appelliertt, müsste jedem intelligentem Menschen sofort die Tränen in die Augen treiben, aber intelligente Menschen haben was besseres zu tun als Faux-News zu gucken.

  9. Ansonsten ist die Fox News-Anzeige eh ein Fall für Photoshopdisasters, wenn ich mir so den Schattenwurf anschaue ^^

  10. @ Dent42:

    Dann mal herzlichen Glückwunsch zur Intelligenz.

    Ganz ehrlich – bei aller nachvollziehbarer Kritik an Fox News: Die Art und Weise, wie diese hierzulande oft erfolgt, ist mir suspekt. Das hat mit sachlicher Auseinandersetzung auch nicht mehr viel zu tun, da ist eine Menge Schaum vor dem Mund gegen die verhaßten Konservativen. Denn auch auf der anderen Seite des politischen Lagers in den USA gibt es einseitige Berichterstattung, Indoktrinierungsversuche etc. pp. Das regt aber niemanden hierzulande auf, weil man eben (eher) mit dieser Seite sympathisiert. Das tue ich zwar auch, aber ich finde, das sollte eine sachliche Auseinandersetzung nicht beeinflussen.

    Noch suspekter als dies ist mir allerdings die Art und Weise, wie alles über einen – negativen – Kamm geschert wird. „GPS“ auf CNN USA z. B. ist ein hervorragendes Format, die sonntäglichen Talkshows sind zwar ermüdend lang und oft von nichtssagenden Phrasen geprägt, aber es ist immer der Versuch, sich mit aktuellen Themen und relevanten Persönlichkeiten auseinanderzusetzen. Die Berichterstattung bei besonderen politischen Ereignissen (Reden, Wahlen, Debatten) mag zwar oft auf Oberflächlichkeiten fokussiert sein, aber sie ist immerhin (vielleicht sogar zu) ausführlich.

    Das finde ich alles immer noch brauchbarer als ein „Nachrichten“programm, das außerhalb der normalen Arbeitszeiten nur aus Weltkriegsdokus mit Nachrichtenticker besteht. Und was die Qualität der tatsächlichen politischen Berichterstattung angeht, sehe ich n-tv und N24 nun wirklich nicht als bedeutend qualitativ besser an als die amerikanischen Kollegen, sorry.

    Was die politische Berichterstattung auf den „Vollprogrammen“ angeht, mag die deutsche Überheblichkeit (noch) berechtigt sein. Auch das aber wohl nur so lange, wie man auf die öffentlich-rechtlichen Sender verweisen kann.

  11. „Das hat mit sachlicher Auseinandersetzung auch nicht mehr viel zu tun, da ist eine Menge Schaum vor dem Mund gegen die verhaßten Konservativen.“
    Sendungen wie Glenn Beck, etc, entziehen sich jeder sachlichen Auseinandersetzung. Gegen, dass, was auf Fox News läuft ist Bild neutral und sachlich. Wenn man die Sendungen und Aussagen sieht und weiß, dass das die meistgesehen Nachrichtensendungen der USA sind, dann muss sich ernsthaft fragen, wie unglaublich dumm jemand sein muss, um das zu ertragen ohne Kopfschmerzen von der Dummheit zu bekommen.

  12. Glenn Beck ist kraß, ohne Frage. Aber jeder Sender hat da „seine“ Populisten, mal nach rechts, mal nach links – seien es Lou Dobbs (bis vor kurzem) und Jack Cafferty bei CNN, O’Reilly und Beck bei FOX oder Olbermann bei MSNBC. Bring halt Quote – würde, wären unsere Journalisten nicht alle so dröge, bei uns vermutlich auch funktionieren. (Bei Friedman ging das ja schon mal in die Richtung.) Mein Ding ist das alles auch nicht. Aber warum stört sich niemand z. B. an Olbermann? Dessen Darstellungen sind auch einseitig, das Vokabular oft unter aller Kanone. Aber das kritisiert niemand. FOX ist halt konservativ ausgerichtet, und man mag die Konservativen nicht. Das ist ja auch verständlich, aber es ist einfach nicht objektiv. Meine Meinung.

    Davon ab stört mich grundsätzlich diese Arroganz gegenüber den „dummen“ Amerikanern extrem, und diese Überheblichkeit gegenüber deren angeblich im Vergleich so viel schlechteren Medien. Hierzulande gibt es wahrlich genug eigene Defizite zu beklagen, kümmern wir uns doch mal lieber erst mal darum. Wenn ich gerade die neue medienübergreifende Hetzkampagne gegen „Hartz-IV-Abzocker“ sehe, während über die unmöglichen Zustände bei den ARGEn kaum jemand ein Wort verliert, dann habe ich z. B. auch schon mal meine Zweifel, wie viel besser unsere Berichterstattung denn wohl so ist…

  13. Hab erst „Most truest name in news“ gelesen. Fand ich lustiger.

  14. Seit Untergang des Warschauer Paktes hat es keine größere Propaganda-Maschinerie gegeben als Fox. Einziger Zweck dieses Unternehmens ist die Sicherung des Groß-Kapitals. Und ich bin noch nicht einmal Sozialist, wenn ich das feststelle.

  15. Ich schaue mir regelmäßig ‚the daily show ith Jon Stewart‘ an. Und da kommen ALLE Nachrichtensender ausgiebig zu Wort (wenn man so will^^). Fox mag zwar die „Nummer 1“ sein, aber auch MSNBC und Co stehen dem nicht viel nach 😉 Vergessen wurde von ts auch noch Rush Limbaugh – wobei der ja glaube bei keinem der großen Networks ist und „nur“ Radio macht…

    Von Olberman habe ich bisher nur die Rede komplett gesehen, o er gegen Bush wettert, weil der das golfspielen aufgegeben hatte und so betrübt darüber war – hier Teil1 davon:
    http://www.youtube.com/watch?v=lkv9conbEfI

    Da finde ich KO sogar verdammt gut und ich konnte ihm nur zustimmen!!!

  16. @ Sven:

    Ich sage ja nicht, daß Olbermann schlecht ist. Er ist nur nicht minder unsachlich als seine Gegenstücke auf der politischen Rechten. (Oder würdest Du den Ausschnitt, und der ist verglichen mit vielem anderem noch zurückhaltend, als „sachlich“ und „ausgewogen“ einordnen?) Ich habe kein Problem damit, Olbermanns Positionen *sympathischer* – oder auch zutreffender – zu finden als die von Beck, Limbaugh oder O’Reilly. Von objektiver und sachlicher Berichterstattung sind beide Seiten aber schlichtweg gleich weit entfernt. Wenn man über FOX‘ „Propaganda“ schimpft, die angeblich die schlimmste seit dem Ende des Warschauer Pakts ist, darf man nicht so tun, als würde es das auf der „liberalen“ Seite nicht in ganz ähnlicher Form geben.

    Mich stört einfach die Doppelzüngigkeit der Kritiker: Wenn konservative Kommentatoren gegen Obama solche Tiraden wie die verlinkte von Olbermann von sich geben, ist es die schlimmste Propaganda seit dem Ende des Warschauer Paktes und so dumm, daß es weh tut. Wenn liberale Kommentatoren dagegen ganz ähnlich gegen Bush wettern, ist es „verdammt gut und ich konnte ihm nur zustimmen“. Das Format (und das Niveau) ist aber quasi dasselbe. Der Unterschied liegt primär darin, daß einem eben im einen Fall die vermittelten Aussagen gefallen und im anderen nicht.

    Das ist für sich genommen auch völlig unproblematisch und verständlich. Aber die beißende Kritik an FOX führt sich dadurch m. E. selbst ad absurdum. Entweder ist es grundsätzlich unangebracht, wenn in Nachrichtenformaten einseitige Positionen bezogen und drastische Formulierungen verwendet werden, weil politische Berichterstattung sachlich erfolgen sollte. Oder es ist grundsätzlich in Ordnung, weil Meinungsformate die Debatte beleben. Dann gilt das aber jeweils für alle beteiligten demokratischen Akteure. (Und ja, die Republikaner sind auch demokratische Akteure, auch wenn jetzt bestimmt wieder jemand kommen wird, um zu behaupten, daß sie ja eigentlich Kryptofaschisten sind und die Demokratie zerstören wollen.) Es kann m. E. einfach nicht das eine dumme Propaganda sein und das andere verdammt gut, nur weil einem eben die eine Seite mehr zusagt als die andere. Nach der Logik würden alle linken Bild-Kritiker eine Boulevard-Zeitung auf ähnlichem Niveau, die sich jedoch politisch anders positioniert, dann auch „verdammt gut“ finden müssen.

  17. Nun, solange Olbermann dies auch als Kommentare kennzeichnet, ist es ja ok. Was aber nicht immer der Fall ist…
    Zumindest scheint mir „Countdown“ deutlich solider mit Fakten unterfüttert zu sein als entsprechende FNC-Sendungen.

  18. @ Arne:

    Na ja, bei Live-Ereignissen vergreift sich Olbermann schon auch so manches Mal im Ton. Und Kennzeichnung hin oder her (das ist in der Tat positiv zu erwähnen) – wenn Zitate wie folgendes nicht „over the top“ sind, weiß ich es nicht:

    „In short, in Scott Brown we have an irresponsible, homophobic, racist, reactionary, ex-nude model, teabagging supporter of violence against women and against politicians with whom he disagrees.“

    Und auf die Aufforderung, sich für diese derben Worte zu entschuldigen, reagierte Olbermann damit, daß er sich tatsächlich entschuldigen wolle, weil er „sexist“ vergessen habe. Sorry, aber das hat für mich mit politischem Diskurs auch nicht mehr zu tun als das, was Glenn Beck oder Bill O’Reilly von sich geben. Nur erntet Olbermann eben hierzulande für so etwas Beifall, weil man die Republikaner nicht mag und er es ihnen „gibt“, während es bei einem Konservativen übelste Propaganda, Rufmord, „Zensur“ etc. pp. ist. Und das finde ich dann einfach unredlich.

  19. Ich habe ein sehr differenziertes Weltbild gegenüber den Amerikanern, ich weiß sehr wohl das es enorme regionale Unterschiede gibt, ich halte nichts von einseitigem und unfairen Amerika-bashing, ich habe selbst zu George W. Bush ein differenzierteres Verhältnis als die meissten, obwohl ich zum gleichen Ergebnis komme wie die meissten.
    Der Unterschied zwischen MSNBC und FNC ist aber doch gravierend, MSNBC tendiert stark nach links,während FOX eindeutig und komplett einseitig konservativ ist aber gleichzeitig die chuzbe hat sich als „fair and balanced“ auszgeben. MSNBC hat einige liberale im Programm die sich eindeutig positionieren, FNC hat mit Shep Smith nur eine Figur im Programm die halbwegs neutral ist und dafür regelmässig Prügel kassiert. Man muß sich nur mal angucken wenn Fox so alles alles auf der Gehaltsliste hat: Karl Rove, Sarah Palin, Oliver North, Bill Kristol usw. Hinzu kommen Figuren wie O’Reilly, Beck und Hannity, aber die sind ein Kapitel für sich.

  20. @ts:
    Ich sehe es im Bezug auf das von mir verlinkte Video mit Olberman so wie Arne – das war ein Kommentar und in dem darf durchaus auch mal Stellung bezogen werden. Dass er sonst auch mal im Ton sich deutlich vergreift, bestreite ich auch gar nicht 😉

    Wie ich ja oben schon schrieb – es betrifft alle Nachrichtensender in den USA. Wobei Fox da schon noch einen Zacken schlimmer ist – zumindest miner Meinung nach.

  21. @ Sven:

    Ich glaub, da liegen wir dann im Endeffekt gar nicht weit auseinander in unserer Bewertung… 😉

  22. Ja, ich denke, der Zusammenfassung von Sven kann ich auch beipflichten… ^^

    Dies hängt natürlich auch mit der unterschiedlichen Kultur in den USA zusammen, in der Meinungsjournalismus wesentlich akzeptierter ist. Man denka da an die traditionellen Wahlempfehlungen. Ähnliches in Deutschland 2002 durch die FTD sorgte hierzulande ja für ziemlichen Wirbel.

  23. Jon Stewart war bei Bill O’Reilly zu Gast und hat da ein paar passende Sachen gesagt

    Über Fox News‘ und Obama:

    „Here’s what Fox has done, through their cyclonic perpetual emotional machine that is 24 hours a day, 7 days a week: They have taken reasonable concerns about this president and this economy and turned it into full-fledged panic attack about the next coming of Chairman Mao“

    Über O’Reilly

    „You hav someways become the voice of sanity here, which is -as I said- being the thinnest kid in Fat-Camp“

    Treffend formuliert.

  24. Jon Stewart bei Bill O’Reilly als Video gibt’s übrigens hier zu sehen:

    http://www.huffingtonpost.com/2010/02/02/jon-stewart-bill-oreilly_n_446372.html

    Mein persönliches Highlight war aber immer noch der Auftritt Jon Stewarts bei CNN’s „Crossfire“ im Jahr 2004, der im Jahr darauf auch als einer der Gründe für die Absetzung der Sendung genannt wurde.

    http://www.youtube.com/watch?v=aFQFB5YpDZE

  25. Rupert Murdoch hat mal gesagt, daß er auch einen liberalen Nachrichtensender aufmachen würde, wenn der mehr Geld bringen würde als ein Konservativer.

    Murdoch ist zwarein reaktionärer Knochen aber seine eigentliche Ideologie heisst Kapitalismus und er hat es geschafft eien bestimmte Zielgruppe an FOX-News zu binden in dem er sie mit den Nachrichten, Meinungen und Ideologien füttert, die diese hören wollen bzw. vertreten.
    Vor ein paar Jahren war bei Fox News die Kritik am Präsidenten während Kriegszeiten noch quasi Landesverrat, inzwischen ist es quasi erste Bürgerpflicht, man kann auch sagen sie haben den Geldbeutel in den Wind gehängt.

  26. Keith Olberman hat noch mal die Teile von O’Reilly’s Interview mit Stewart analysiert, die nicht im Fernsehn sondern nur auf der Webseite von Fox zu sehen waren – warum auch immer O’Reilly dort alles veröffentlicht hat.

    http://www.msnbc.msn.com/id/3036677//vp/35265665#35265665

  27. Das komplette Interview hier:
    http://www.foxnews.com/search-results/m/28885801/entire-jon-stewart-interview.htm#q=jon+stewart

    Immerhin muss man Olbermann zu Gute halten, dass er nach der Stewart-Kritik an seinen Scott-Brown-Äußerungen und anderem „Name-Calling“ zugab, „over the top“ agiert zu haben. Diese Kritikfähigkeit vermisse ich beim FNC ebenfalls…

  28. Ich seh den Klau nicht so ganz. FOX hat Anspruch auf den Slogan.

    Das beweist die von FOX aus dem Hut gezauberte Umfrage doch eindeutig* und bestätigt, was man bei FOX schon längst wusste.

    Da es vor allem in selbstgeschaffenen Superlativ-Regionen einsam ist, bekommt der Zweite, der Anführer der Verlierer, eins auf den Deckel. Wie jede große Marke, die was auf sich hält, teilt auch FOX gegen die Konkurrenz aus. US-Marketing halt. Nur weniger originell als jede andere große Marke das tun würde.

    Aber die Frage ist doch: Was will CNN mit dem Slogan noch? Etwa lügen? Das übernimmt ab jetzt FOX.

  29. @“ts,“
    Ich mag dir nicht grundsätzlich in deiner Auffassung zustimmen. Ich finde selbst Olberman stets näher an der Realität als O’Reilly (den Jon Stewart ja als die vernünftigste Stimme von Fox News bezeichnet). Fox News vertritt eine strenge politische Agenda, wobei die Regierung Obama gleichgestellt wird mit einem sozialistischem Regime. Da ist doch eindeutig ein Realitätsverlust, der bei den anderen Netzwerken nicht vergleichbar hoch stattfindet, oder?
    O’Reilly hat in dem hier mehrfach verlinkten Interview versucht diese Sichtweise aus der Welt zu räumen, ich konnte mich seinen lahmen Argumenten nicht anschließen. Fox News bleibt der Teufel – nicht nur wegen der „falschen“ Meinung ;o)

  30. @ Thomas L:

    Sind wir doch mal ehrlich: Wer von denen, die hierzulande gegen Fox wettern, würde sich einem O’Reilly oder Beck, wenn er morgen plötzlich sachlich und fundiert etwas belegen würde, was einem nicht ins Weltbild paßt, anschließen können?

    Mir fehlt eigentlich wirklich die Lust, mich da „für“ jemanden in die Bresche zu werfen, mit dem ich auch absolut nicht überein stimme. Aber ich finde schon, daß bei der Kritik die ideologischen Scheuklappen oft eine nicht unmaßgebliche Rolle spielen und man dann auch gern mal unzulässig verallgemeinert oder mit zweierlei Maß mißt, je nachdem, wer es ist, der da gerade spricht.

    Es ist nämlich nicht nur für die Obama-Kritiker dieser ein Sozialist, sondern es war auch der vorige Präsident für dessen Gegner Chimpy McBushitler, Fox News ist der Teufel, Dick Cheney saugt als Vampir am Hals der Freiheitsstatue etc. pp. Und hierzulande gilt dann letzteres als legitime, ja der Realität gerecht werdende Position, während ersteres üble Propaganda ist.

    (Hier ist übrigens die entgegengesetzte Dynamik zugange gegenüber der, die man Fox vorwirft: Fox, so heißt es, habe unter Bush Kritik am Präsidenten als Vaterlandsverrat gebrandmarkt, und nenne nun Obama einen Sozialisten. Gleichzeitig sind es aber nun diejenigen, die damals betont haben, wie wichtig Opposition ist und sich auch für diejenigen Stimmen stark gemacht haben, die ziemlich deftige Sprache benutzt haben, die es als Skandal betrachten, wenn die Republikaner in der Opposition Ähnliches machen. Hier gilt wieder: Eine Seite darf das, weil man ihrer Meinung ist, macht die andere es, ist es dagegen Beweis für ihre Verderbtheit.)

    Ich habe tendenziell mit Fox auch mehr Probleme als mit anderen Nachrichtensendern, und meine politischen Sympathien weichen gar nicht groß von denen der meisten hierzulande ab. Aber mit der karikaturhaften, verallgemeinernden Darstellung eines großen, heterogenen, demokratischen Lagers in den USA habe ich auch meine Probleme, ebenso wie mit den unterschiedlichen Standards, die man je nach ideologischem Wohlgefallen anlegt. Das ist zwar alles bequem kuschelig, weil man sich da gegenseitig bestätigen und hochschaukeln kann, aber objektiv ist es nicht.

  31. „als wie“ – schon krass, dieser ALS-WIE-Fehler wird immer mehr salonfähig 🙁

  32. Es geht nicht um Opposition an sich, sondern darum das der mediale Arm der republikanischen Partei mehr als nur Heuchelei betreibt und gleichzeitig lügt manipuliert und an die niedersten Instikte der Zuschauer appeliert um damit Geld zu verdienen und die Stimmung im Lande zu beeinflussen, übrigens gegen die Interessen der meissten Zuschauer

  33. Ich frage mich ob wir die gleiche Diskussion auch hätten wenn wir über Stephen Fry vs. Catholic Church diskutieren würden
    (vgl. Stephen Fry on Catholicism, from the Intelligence Squared debate)


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