Einer gegen 100

2002; 2008 (RTL). Quizshow.

Ein Kandidat spielt gegen 100 Studiogäste. Alle müssen die gleichen Multiple-Choice-Fragen beantworten, der Gewinn des Kandidaten errechnet sich aus der Anzahl der Studiogäste, die die Frage nicht beantworten konnten. Diese scheiden dann aus. Der Kandidat auf dem Stuhl in der Mitte hat gewonnen, wenn nur noch er übrig ist. Er hat drei Joker und kann gegen 25 bzw. danach 50 und 75 Prozent seines bisher erspielten Gewinns die richtige Antwort kaufen. Scheidet er mit einer falschen Antwort aus, wird aus den noch übrigen Studiogästen ein neuer Kandidat ermittelt, der dann wieder bei 100 Gegnern beginnt.

Die erste Version der Quizsendung war ein einstündige Abendshow mit Linda de Mol und eigentlich ein später Nachzügler der durch Wer wird Millionär? ausgelösten Quizwelle. Die 100 Gegner bildeten zugleich das Studiopublikum. Obwohl auch Einer gegen 100 an Stimmigkeit und Genialität (und Erfolg!) natürlich nicht annähernd an das Original heranreichte, war es einer der gelungeneren Ableger. Weil Linda de Mol so naiv, unwissend und anteilnehmend war und gar nicht erst in die Versuchung kam, Jauch zu kopieren. Und weil der Kampf Einer gegen 100 ein originelles Element war, auch wenn die Regeln zu vielen Ungerechtigkeiten führten, wie der, dass einige Gewinner nach endlosen Kämpfen und überragenden Leistungen mit lächerlichen Beträgen nach Hause gehen mussten.

Lief zunächst samstags zur Primetime, direkt nach Wer wird Millionär?, und erreichte in diesem Sog sehr gute Quoten und bis zu sieben Millionen Zuschauer. Im Sommer 2002, während der Sommerpause von Wer wird Millionär?, übernahm Einer gegen 100 dessen Sendeplätze am Montag und Freitag um 20.15 Uhr und verschwand danach. Sechs Jahre später startete RTL im Mai 2008 eine Neuauflage mit Wolfram Kons, jetzt als halbstündige Show jeden Werktag um 17.00 Uhr. Die 100 Gegner sitzen nun in beleuchteten Kabinen und haben auch einen Ansporn, denn scheidet der Kandidat vorzeitig aus, teilen sich die verbliebenen Gegner seinen bis dahin erspielten Gewinn. Unter ihnen sitzen auch jetzt auch Prominente und ehemalige Millionengewinner aus Wer wird Millionär?. Die Joker für den Kandidaten sind andere als früher: Er kann sich jetzt einen Gegner herazuspicken und ihn als Experten befragen, er kann von einem Zufallsgenerator zwei Gegner mit unterschiedlichen Antworten herauspicken lassen und sie nach ihrer Begründung für ihre Antworten fragen, und er kann für seine bevorzugte Antwortmöglichkeit erfragen, wie viele Gegner auch so geantwortet haben. Ein Studiopublikum gibt es jetzt zusätzlich zu den Gegnern.

Die Neuauflage währte nur bis zum Herbst.

5 Kommentare


  1. […] Kons, der bei RTL schon wahnsinnig viel wegmoderiert hat und jetzt das Quiz Einer gegen 100 präsentiert, zu seinem prominenten Gast Vera Int-Veen. Michael in […]

  2. Irgendwann müssen wir mit dem Niveau doch mal unten angekommen sein. Ich habe das Gefühl es geht eben immer noch eine Stufe weiter nach unten in den Sumpf des widerwärtigen, bildungsfreien, Krawallfernsehns. Die wehrte Frau de Mol war mir ja schon immer suspekt seit sie uns aus dem (Privat-)bildschirm entgegenflimmert. Und seit Callactive und deren, sagen wir mal ‚innovativen‘ Sendungskonzept, weiss ich auch endlich warum. Es ist wie in der Industrie und deren moralischen Werteverfall eben auch so bei Endemol (und anderen): Es wird nicht Fernsehen gemacht für die Erbauung der Bevölkerung, nein, es wird Produziert für den Konzern und das wohlergehen deren Inhaber. Das sich Menschen bei allen möglichen Castingshows zu Wischlappen der Sender machen lassen mit denen man mal kurz um das Klo feudelt und sie bei Bedarf der Lächerlichkeit preisgibt, oder auch im besten Falle den Erfolg und den finanziellen Erlös aus ihnen herauswringt ist schon sehr bedauerlich, denn die Teilnehmer glauben wirklich es ginge um sie. Tja, welch grosse Enttäuschung, es geht einzig und allein um das Interesse des veranstalltenden Senders und der Produzenten der ganzen Veranstalltungen. Oder was glaubt Ihr warum ständig Mehrwertrufnummern eingeblendet werden? Oder warum die Wertschöpfungsfreie Werbeindustrie diese Sendungen ständig unterbricht? Bestimmt nicht aus lauteren Beweggründen. Was mich stört ist das so getan wird als wäre das aber so. Und das diese art Sendung so einen Erfolg hat beweist das ein Grossteil des willenlosen Zuschauerviehs, das ist es doch was gewünscht ist, bereits bestens konditioniert ist. Ein wirklich grossartiger Erfolg. Fragt sich nur für wen.

  3. @marcus bei einer VS 100 (2008) werden keine merhwertnummern eingeblendet.

    Ok, ich habe von der SEndung mehr erwartet, und bin etwas entaeuscht das es pro Sendung nur 5 oder 6 Fragen gibt, aber das hat na nun gar nichts darueber auszusagen ob die sendung schlecht ist, was ich nicht finde.

    Es ist ein Quizsendung, nicht mehr und auch nicht weniger.

  4. […] schon ein interessanter Halbsatz ist. Es passiert auch kaum weniger als im Sendeplatzvorgänger Einer gegen 100, und dass der muskulöse Polizistensohn in der Mitte der ersten Episode seine Jacke auszieht […]

  5. […] Einer gegen 100, RTL, vier Monate […]


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