Das Ärgernis der Serienmörderserie
Dexter Morgan (Michael C. Hall) ist ein Serienkiller, der Serienkiller umbringt. Tagsüber arbeitet er in Miami bei der Polizei und entwickelt aus Blutspritzern am Tatort ganze Täterprofile. Nachts lockt er die Bösen in einen Hinterhalt, entnimmt ihnen eine Blutprobe für seine Sammlung und testet die komplette Black&Decker-Produktfamilie an ihren Körperteilen. Er ist besessen von Blut, empfindet keine Gefühle, ist aber ein Meister darin, sie vorzutäuschen. Töten muss er, weil er als kleines Kind ein traumatisches Erlebnis hatte.

Foto: RTL 2
In den USA ist gerade die dritte Staffel von Dexter angelaufen, RTL 2 zeigt von heute an immer montags (am „unmoralischen Montag“) die ersten zwölf Folgen der Krimiserie, die provozierend gemeint und außerordentlich ärgerlich ist.
Das Problem von Dexter besteht nicht darin, einen sympathischen Serienmörder zu zeigen. Im Gegenteil, das hätte ich gerne gesehen: Eine Serie über einen freundlichen, witzigen, charmanten und intelligenten Menschen, der nebenbei, aus Boshaftigkeit, Gier oder Machtwillen, jedenfalls ohne Moral, Leute umbringt. Eine Serie, die mich als Zuschauer verwirrt, weil ich mich fragen muss, wie jemand, der so sympathisch ist, so böse sein kann, und jemand, der so böse ist, so sympathisch. Das wäre interessantes Dilemma gewesen.
Das Problem von Dexter besteht darin, einen nützlichen Serienmörder zu zeigen. Dass Dexter der Gesellschaft einen Gefallen tut, indem er die schlimmsten Verbrecher beseitigt, die sonst womöglich entkommen würden, steht für die Serie außer Frage. Dexter ist ein guter Serienmörder. Er ist so anständig gewesen, trotz seines psychischen Defekts zu versprechen, nur die Leute hinzumetzeln, die es „verdient“ haben. Beunruhigend und abstoßend ist für die Zuschauer nur, mit welchem Genuss, welchem kalten Sadismus er seine Morde zelebriert. Aber dass er die Welt von diesen Monstern befreit, ist an sich vergleichsweise unproblematisch. Die Welt wäre eine bessere Welt, sagt die Serie, wenn es mehr solche Serienmörder gäbe.
Das ist aber für mich kein interessantes Dilemma, sondern eine abstoßende politische Botschaft. Sie erklärt nicht nur – wieder einmal – den Rechtsstaat für lästigen Ballast, der Gerechtigkeit verhindert statt ermöglicht. Sie geht auch, ohne großes Tamtam, davon aus, dass es Menschen gibt, die den Tod verdient haben, Menschen, die nicht als Menschen zu behandeln sind.
Nun kann eine Serie, trotz einer solchen Ideologie, künstlerisch faszinieren — und im besten (und schlechtesten) Fall einen Sog entwickeln, dem man sich nicht entziehen kann, so sehr man sich dagegen sträubt. Die Macher von Dexter waren aber offensichtlich so besoffen davon, wie mutig und spektakulär ihre Grundkonstellation vom Serienkiller als Held ist, dass sie sich keine Mühe mehr gaben, gute Geschichten zu entwickeln, gute Dialoge zu schreiben, vielschichtige Charaktere zu zeigen. Dexter ist von einer erschütternden Schlichtheit, die von Blut und abgetrennten Körperteilen notdürftig überdeckt wird. Alles, auch das Offensichtlichste, wird erklärt und von Dexter in endlosen Monologen ausgesprochen. Es gibt kein Geheimnis. Nicht einmal die Pilotfolge lang dürfen wir rätseln, was es mit Dexter auf sich hat. Selbst der Kodex, den ihm sein Adoptivvater Harry mit auf den Weg gegeben hat, wird schon in einer Rückblende mitsamt der ganzen Serienmoral erklärt:
Harry: Mein Sohn, es gibt Leute, da draußen, die ganz schlimme Dinge tun. Schreckliche Leute. Und die Polizei kann sie nicht alle fangen. Verstehst du, was ich sagen will?
Dexter: Du meinst, sie verdienen es?
Harry: Genau. Aber natürlich musst du lernen, wie du sie erkennst. Wie du deine Spuren verwischt.
Dexter: Vater…
Harry: Es ist okay, Dex. Du kannst nichts dafür, was mit dir passiert. Aber du kannst das beste daraus machen.
So schlicht ist das. So schlicht ist nicht nur die Moral. So schlicht ist auch die Erzählweise, dass das alles gleich am Anfang ausgesprochen und erklärt werden muss. Und so schlicht sind auch die Fälle.
In der ersten Folge ist Dexter einem Mann auf der Spur, der verdächtigt wird, eine Frau umgebracht zu haben. Und weil wir sonst das womöglich nicht schlimm genug finden könnten (und als Anspielung auf einer spätere, sehr unüberraschende Erklärung dafür, warum Dexter selbst so emotional beschädigt ist) blättert er in einer Mappe mit den Fotos von den Kindern der Frau und erzählt uns, dass diese Halbweisen nun für ihr Leben lang emotional beschädigt seien.
Der Mann ist schuldig, aber wegen irgendeiner lächerlichen Formalie auf freiem Fuß. Und wie überführt ihn Dexter? Er bricht in sein Haus ein. Er findet dort eine Kamera und ein SM-Magazin, in dem der Täter die Anzeige für ein Portal mit Snuff-Filmen praktischerweise rot eingekringelt hat. Er geht auf die Website, guckt sich den Snuff-Film an und sieht, dass der Täter darin dasselbe Tattoo hat wie der Verdächtige. Das ist es. Er ist es definitiv. Und Dexter erklärt uns: „Das ist es. Er ist es definitiv.“
Das ist mir zu blöd. Dafür muss man sich nicht einmal über Moral und Ideologie der Serie unterhalten – wenn sie als reiner Krimi schon so versagt, weil sie so unterkomplex, unlogisch, dämlich daherkommt.
Selbst bei dem großen Fall, der sich über die ganze erste Staffel erstreckt, dem Killer, der Dexter durchschaut hat und zu einem Duell herausfordert, der genau so zu ticken scheint wie er, dieselbe Faszination für Blut zu haben scheint, ist die Auflösung, wer dieser Dexter so seelenverwandt scheinende Täter ist, exakt die, die Ihnen jetzt einfallen würde, wenn Sie 30 Sekunden darüber nachdenken.
Dexter ist doppelt ärgerlich: moralisch und künstlerisch, als Botschaft und als Krimi.
Dexter, von heute an montags, 22.55 Uhr, RTL 2.











29. September 2008 um 13:15
und sowas läuft in den USA erfolgreich? klingt ja irgendwie miserabel so wie du es erklärst.
29. September 2008 um 13:27
Naja, die Geschmäcker der Menschen sind unterschiedlich. Auch in Deutschland:
http://www.fuenf-filmfreunde.de/2008/05/10/dexter-season-1/
http://www.spreeblick.com/2008/09/29/darkly-dreaming-dexter/
29. September 2008 um 13:36
Also für mich war gerade diese Moralvorstellung von Harrys Codex, eher abschreckend. Harry war keiner von den guten Jungs und Dexter flüchtet sich, von meinem Gefühl her, in diese Scheingerechtigkeit. Gerade die äußerst brutalen Hinrichtungen zeigen, dass es ihm nur um seine Befriedigung geht. Harrys Idee, Dexter als Punisher mit Skalpell und Kreissäge auf die Verbrecher los zu lassen, erschien mir immer als besonders brutal. Die Fälle waren zwar immer hübsch bizarr, aber tatsächlich fand ich den Krimiaspekt auch eher schwach. Ich habe mittlerweile die beiden ersten Staffeln gesehen und weiß immer noch nicht, was mich eigentlich so genau fasziniert hat. Für mich war Dexter zwar sicher keine Offenbarung, aber sehr gute Unterhaltung.
29. September 2008 um 13:36
Also, so niedermachen muss man die Serie ja nun nicht – man muss ihr eine Chance geben. Mir hat die erste Staffel sehr gut gefallen
Schwarzer Humor, gut besetzte Figuren und ein nettes Finale. Sollte jeder für sich entscheiden.
29. September 2008 um 13:36
„Die Welt wäre eine bessere Welt, sagt die Serie, wenn es mehr solche Serienmörder gäbe“
Nein, das sagt sie nicht. Nur weil aus der Sicht des Killers erzählt wird, macht sich die Serie doch nicht seine Weltsicht zu eigen. Mal ganz davon abgesehen, dass Dexter in Staffel zwei ja selbst beginnt, seine persönliche Moral in frage zu stellen.
Da hat aber jemand ein ziemliches Problem mit Ambivalenz.
29. September 2008 um 14:25
Und wann schläft er?
29. September 2008 um 14:34
Hmm, da muss ich wohl eine komplett andere Serie gesehen haben. Für mich ist DEXTER nämlich das beste Stück Drama-Serie was derzeit im (US-)TV läuft.
Gerade auch was die handwerkliche Seite angeht, habe ich die Serie komplett anders wahrgenommen.
29. September 2008 um 14:56
Wie man oben schon lesen konnte, stimme ich Stitch zu, die ersten Folgen mögen noch nach dieser „sie haben es doch verdient“ Moral aussehen, aber gerade da stellt die Serie dem Zuschauer die Aufgabe, sich selbst eine Meinung zu bilden, denn im Endeffekt hätte es dann ja auch Dexter ganz schnell verdient. Ich habe eigentlich selten eine schwarz-weiß Mentalität in Dexter gesehen, sondern eher eine schwarz-schwarz Mentalität. Das Menschenhändlerpäärchen (in der zweiten Staffel? bin mir nicht mehr sicher) ist ein gutes Beispiel. So verachtenswert und auf Dexter’s Richtbank, merkt man dann, dass auch sie Menschen sind und leidet mit ihrem Schicksal.
Auch der Hirngabel stimme ich zu. Gerade die kleinen Details, die wunderbaren Bilder und die guten Schauspieler haben mich auch begeistert. Solche Kleinigkeiten, wie das Essen am Steuer, dass die venünftige 11 und 2 Uhr Haltung der Hände am Lenkrad verhindert, haben mich immer wieder in den Bann gezogen.
@Richard
Das habe ich mich auch manchmal gefragt, aber dann zieht er auch nicht jede Nacht aus. Sein sonstiges Privatleben fand ich übrigens ebenfalls sehr gut inszeniert.
29. September 2008 um 15:14
Ich stimme auch Stitch und DerBonk zu. In der zweiten Staffel wird das doch arg relativiert, Dexter selbst ist sich nicht sicher, ob er nicht auch den Tod verdient hätte.
Und „Harry’s Kodex“ wird in Staffel 2 auch demontiert. Zu den Dialogen: die sind oft sehr wortwitzig – zumindest im Original. Und um die „Fälle“ geht es eigentlich nie wirklich, in manchen Folgen kommen garkeine vor und es wird nur die Haupthandlung weiterentwickelt.
29. September 2008 um 15:46
Hm, also das ist ja nun wirklich eine extreme Einzelmeinung. Ich habe mir bereits die ersten beiden Staffeln auf DVD gekauft und wünsche mir mehr so hervorragend gemachte Serien. Man muss man schon ein ziemlicher Moralapostel sein…
29. September 2008 um 15:46
Was Stitch sagt.
29. September 2008 um 16:18
Hier mal noch einn paar Gegenmeinungen, die es imho wesentlich besser treffen:
http://www.serienjunkies.de/news/dexter-serienstart-19522.html
http://www.metacritic.com/tv/shows/dexter?q=dexter
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,580940,00.html
http://www.imdb.com/title/tt0773262/
29. September 2008 um 16:37
@ marcel weiss: Was Stefan sagt.
29. September 2008 um 16:43
Was ich wirklich schreiben wollte, war: Alle regen sich über Zeitungen und amerikanische (Todes-)Urteile auf, weil die sich über die Rechtsprechung, bzw. Menschenwürde hinweg setzen. In einer Serie, die trotz Fiktionalität sehr viele Leute prägt (Michael Knight hat ja auch immer recht gehabt!) ist das auf einmal nur unterhaltend. Ich weiß nicht.
Auch das Argument mit der zweiten Staffel ist etwas merkwürdig. Da ist für eine Auflösung doch recht viel Zeit vergangen. So ein Umschwung kommt in einem Spielfilm gut. Aber über einen so langen Zeitraum? Außerdem: In Deutschland wird es doch wahrscheinlich keine zweite Staffel geben…
29. September 2008 um 16:45
Eine der besten dramtischen Serien der letzten Jahren und einer der (gottseidank wenigen) Texte im Fernsehlexikon, bei denen ich das Gefühl habe, ich hätte eine völlig andere Serie gesehen …
29. September 2008 um 16:50
@Alberto Green
Woher weisst du eigentlich, dass diese Serie „sehr viele Menschen“ prägt? Und wie genau „prägt“ diese Serie denn die Menschen? Wollen die jetzt alle Serienmörder werden oder andere Serienmörder umbringen oder wie?
Und ist das nicht irgendwie das Standard-Argument von Politikern bei jeder „Killerspiel“-Debatte?
29. September 2008 um 16:57
Ist es nicht. Aber viele werden auch wegen der Serie sagen „Richtig so. Rübe ab! Hat der verdient. Todesstrafe wäre mal was.“ Wenn alle so gut abstrahieren können, warum regen wir uns dann bei den Zeitungen auf, wenn sie Kastration oder mehr für Kinderschänder fordern?
29. September 2008 um 16:58
Was liest du denn für Zeitungen?
29. September 2008 um 17:13
In dem Alter können „diese Halbweisen“ ja auch noch nicht ganz weise sein.
29. September 2008 um 18:04
@Stefan:
Hast Du eigentlich „Breaking Bad“ gesehen? Falls ja würde mich mal interessieren, ob Du da diesselben Bedenken hast. „Breaking Bad“ scheint mir nämlich alles zu sein, was Du an Dexter vermisst.
Zum Thema Moral allgemein, ich finde es etwas hochgegriffen, was Du schreibst. Man darf nicht vergessen, dass sowas auch kathartische Effekte haben kann. Ich kenne Dexter zwar (bis heute abend) noch nicht, aber zumindest der Film mit Jodie Foster als Rächerin (Name vergessen) hat bei mir so gewirkt: Man geht als Zuschauer ganz klar und bewusst von der Prämisse, dass der Rechtsstaat nicht in der Lage ist mich zu schützen, und fühlt sich erleichtert, dass jemand die Dinge selbst in die Hand nimmt (zumindest im Film), das kann man kritisieren, aber es muss auch erlaubt sein. Sonst müsste ja jeder Film, jede Serie politisch korrekt sein. Darf man den nicht so empfinden, das mal einer für Ordnung sorgt und den „ganzen Dreck entsorgt“?
Viel schlimmer ist doch das mediale Gewalt sei sie nun in Filmen, Serien oder Videospielen ein cooles Accessoire geworden ist, wie Michael Hanneke sagen würde.
29. September 2008 um 18:05
Das Problem, das ich mit der Serie habe, ist, dass sie mir nicht einmal erfolgreich das Gefühl vermittelt, die Bösen „haben es verdient“. Anderen Serien wie 24 oder manchmal Without A Trace leisten das besser: Ein Bösewicht wird eingeführt, man leidet mit, während er lange Zeit ungesühnt sein Unwesen treibt und empfindet schließlich diese Genugtuung, wenn sich der Serienheld über das Gesetz hinwegsetzt und dem Bösen endlich seine vermeintlich gerechte Strafe zufügt. In Dexter gibt es diese Einführungsphase nicht. Es gibt kein „erndlich“, denn wir kannten diese Bösen ja bis gerade noch gar nicht. Es wird kaum mehr als mitgeteilt, dass diese Leute „es verdient haben“, und wir Zuschauer müssen das schlicht glauben. Das reicht mir nicht und reizt mich nicht.
29. September 2008 um 18:11
Ach so, und zum Thema Publikumserfolg in Amerika, der so oft erwähnt wird: Als die Serie aus ihrem naturgemäß eingeschränkten Pay-TV-Umfeld gelöst wurde und im Frühjahr im frei empfangbaren Sender CBS gezeigt wurde, um andere Programmausfälle zu kompensieren, die der Autorenstreik verursacht hatte, wollte die Serie kaum jemand sehen.
Natürlich lief sie dort nur in geschnittener Fassung, und natürlich ist der Erfolg kein Maßstab für Qualität. Es sei nur der Vollständigkeit halber vermerkt.
29. September 2008 um 18:16
…wobei es aber doch im Gegentum vollkommen unerheblich ist, ob irgendwelche Leute „es verdient“ haben, denn so funktioniert Dexter nun mal nicht. Meines Erachtens spricht aus solchen Sätzen ebenfallls, we auch schon im Eingangposting, eher ein Problem mit der Herangehensweise – mit: Erwartungen – als mit der Serie selbst. Hier wird eine eindeutige Moral erwartet, die die Serie so eben nicht bietet, und deshalb hat man ein Problem damit.
Der Vergleich mit „Breaking Bad“, der weiter oben angestellt wird, ist dementsprechend nicht so ganz passend, da Bryan Cranstons (der vollkommen zurecht dafür den Emmy bekommen hat, by the way) Figur von vornherein immer wieder Bedenken hat, und diese erst nach und nach (allerdings nie völlig), vor allem aufgrund des Sogs der Spirale, die er da selbst in Gang gesetzt hat, ablegt.
29. September 2008 um 18:26
Lobend erwähnend sollte man aber wenigstens den hervorragenden Vorspann
29. September 2008 um 18:54
Ui… Meistens haben die Kollegen vom Fernsehlexikon ja einen treffsicheren Geschmack, aber wenn sie daneben langen, dann offenbar so richtig.
Leute, lasst euch nix einreden. Dexter ist ein pechschwarzes Kleinod der TV-Unterhaltung, sowohl handwerklich als auch inhaltlich hervorragend gemacht. Einfach nicht zu viel analysieren, sondern genießen.
Am Besten im Original und auf DVD. Wer echtes Qualitätsfernsehen unterstützen will, kommt hieran jedenfalls nicht vorbei.
29. September 2008 um 19:36
Jetzt weiß ich auch, wo der „Bundesmoralapostel“ sitzt, mit dem der der Sender in seinen Spots wirbt.
:
http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=30051
29. September 2008 um 19:45
Ich bin über diesen herben Verriss auch überrascht. Für mich gehört die 1. Staffel „Dexter“ zu dem besten, was Fernsehen in den letzten 10 Jahren zustande gebracht hat. Gerade wenn man sie als ganzes und am liebsten auch als abgeschlossen betrachtet. Von „Unterkomplexität“ kann meines Erachtes keine Rede sein, „unlogisch“ kann ich auch nicht nachvollziehen und „dämlich“ ist beleidigend. Die 2. Staffel spielt leider schon in einer ganz anderen Liga.
cu.
29. September 2008 um 20:08
@Michael
Also das ausgerechnet „24″ als Gegenbeispiel einer Serie herhalten soll, bei der man sich besser fühlen kann, wenn es die Bösen erwischt, halte ich für sehr gewagt.
Ich kenne kaum eine Serie, deren Umgang mit Gewalt ich dermaßen unerträglich finde wie in „24″. Folter als (de facto) legitimes rechtstaatliches Instrument. Und das geschieht mit einer Selbstverständlichkeit und ohne den geringsten Zweifel am eigenen Handeln. Da hat selbst der Serienmörder „Dexter“ mehr Skrupel als der heldenfafte Jack Bauer.
29. September 2008 um 20:56
Ach, diese Moraldebatte ist doch eh Kokolores. Da hat jeder seine ganz eigene subjektive Schmerzgrenze – und die ist ja auch jedem zuzugestehen.
Meine eigene ist wohl relativ hoch. Ich bewerte fiktionale Unterhaltung grundsätzlich nicht nach moralischen oder ideologischen Gesichtspunkten. Wo manch einer überempfindlich ist, gehen derartige Aspekte meistens komplett an mir vorbei. Mich stört weder die Folter bei 24, noch die Selbstjustiz-Verherrlichung der Death-Wish-Filme. Ehrlich gesagt, fällt mir so etwas gar nicht auf, wenn ich spannend unterhalten werde.
Was mich viel mehr verblüfft, ist die Kritik an handwerklichen Aspekten der Serie, denn gerade da punktet Dexter imho. Und wenn dsa jemand als „unterkomplex, unlogisch, dämlich“, dann hat er tatsächlich etwas vollkommen anderes gesehen als ich.
29. September 2008 um 21:56
@Dim Sum
Zumindest vereinfacht 24 in der Hinsicht nicht soweit, dass derjenige, der gefoltert wird, es auch zwangsläufig verdient hat. Im Gegenteil: Im Laufe der Serie sind dort immer wieder Unschuldige ganz böse unter die Räder gekommen und genau deshalb geht sie für meine Begriffe sehr gut mit dem Thema um, s. das von Stefan vermisste Dilemma. Da wird Folter weder beschönigt noch grundsätzlich per Drehbuch kurzerhand gerechtfertigt. Sollte dies bei Dexter tatsächlich der Fall sein, wäre es auch in meinen Augen problematisch.
Gerade die Entscheidung, dem Helden in solchen Situationen eben keinen weißen Fleck auf die schwarze Weste zu schreiben, macht in meinen Augen den Reiz von 24 aus. Die Serie bricht mit vielen Konventionen und dazu gehört unter anderem, dass man nicht alles gut finden muss, was der Protagonist anstellt, einiges sogar grundfalsch ist. Unappetitlichste Aktionen aus Prinzip mit einem rechtfertigenden Aspekt zu würzen, ist mMn feige.
Von daher kann ich die Vorauskritik zu Dexter, falls sie denn so zutrifft, durchaus nachvollziehen. Ich werde mir selbstverständlich trotzdem selbst ein Bild davon machen.
29. September 2008 um 22:14
@Lars:
“
„Einfach nicht zu viel analysieren, sondern genießen.
Hört sich an wie: „Nicht denken, lieber Gehirn abschalten.“
Wunderbar.
29. September 2008 um 22:31
@ Amy
Ich meinte wohl eher „nicht politisieren“. Das Gehirn sollte man schon eingeschaltet lassen, denn hier haben wir es mit ausgesprochen intelligenter Unterhaltung zu tun.
29. September 2008 um 23:05
hm… ich würd’s jetzt trotz allem ganz gerne mal angucken, aber online scheint es rtl2 nicht zu geben und im holländischen kabelfernsehen gibt’s leider kein rtl2 :-/
29. September 2008 um 23:49
Meiner Meinung nach liegt das Dilemma der Serie nicht darin daß sie vermittelt daß wir keinen Rechtsstaat mehr brauchen. Die Serie spielt mit der Psyche des Zuschauers.
Wir wissen daß es falsch ist was er tut. Und doch bekommt man für einen winzigen Moment den Gedanken, daß die ermordeten es verdient haben weil sie ja selber Serienkiller sind. Das alleine finde ich aber erschreckend!
Die Serie konfrontiert jeden Zuschauer mit seiner Dunklen Seite. Sicher hätte man es komplexer machen können… aber ganz so einfach wie es hier dargestellt wird finde ich es dann doch nicht…
Davon abgesehen ist die Serie nicht als Crime Serie sondern Drama Serie verzeichnet.
29. September 2008 um 23:53
Der Verriss tut wirklich weh. Ich muss aber gestehen, dass mir beim Sehen der Serie ähnliche Gedanken kamen. Aber das tolle an dieser Serie ist, dass sie immer diese kleine Balance hält. Dexter ist nicht der Rächer der Entrechteten. Das wird später (auch in Staffel 3) relativiert. Und die boulevardeske Sympathie, die so einem Mörder zukommt, wird in der Serie auch thematisiert. Insofern ist sie sehr doppelbödig und gerade deshalb, weil sie in dieser Richtung zum Nachdenken anregt und keine einfachen Antworten gibt, nur zu empfehlen.
30. September 2008 um 00:24
@ KJ
Erschreckend finde ich das nicht, dass mein Gerechtigkeitssinn eine Bestrafung des Täters fordert. Erschreckend ist, mit welch simplen Mitteln die Serie dies zu erreichen versucht. Gleich zu Beginn wird mir da ein Täter kredenzt, der Kinder verscharrt hat. Tut mir leid, aber das ist so unerträglich plump manipulativ, dass mein Verstand sofort die Notbremse zieht. Das ist fast so schlimm wie im letzten Rambo, wo Stallone den bösen General kleine Jungs missbrauchen lässt, um auch für den letzten Idioten die Fronten abzustecken. Zum Augenrollen schlicht.
Das finde ich im Fall von Dexter insofern tragisch, als ich in den guten Momenten der Folge heute überzeugt war, Michael C. Hall hätte diese vielen Planken, die ihm die Autoren da ins Wasser schmeißen, gar nicht nötig. Immer dann, wenn er seinem Trieb eben nicht nachgibt und in diese furchtbare weiße Weste gezwängt wird. Er hätte das Zeug, den psychopathischen Protagonisten ohne das Feigenblatt der Gerechtigkeit zu spielen. Aber die Serie lässt ihn nicht. Sicher nicht zuletzt, weil sie sich so, wie sie ist, viel leichter verkaufen lässt.
Das kann ich aus Sicht der Macher nachvollziehen. Gut finden muss ich es nicht.
30. September 2008 um 00:49
@ SB
Dass ihm eine weiße Weste aufgezwängt wird, kann ich ja nun nicht nachvollziehen. Immerhin haben wir es hier mit einem Soziopathen zu tun, der keinerlei Gefühle gegenüber seinen Mitmenschen empfinden kann, deshalb auch keine eigene Moral besitzt. Seine vermeintliche Moralvorstellung ist jene, die ihm sein Stiefvater aufgedrängt hat und ihm eigentlich nur als Entschuldigung dient, seinen perversen Trieb austzuleben. Im weiteren Verlauf der Serie wird das noch deutlicher, Vielleicht solltest du einfach mal abwarten.
30. September 2008 um 03:23
@L.
Mit „weiße Weste“ meinte ich auch keine reine weiße Weste, sondern diesen für meine Begriffe sehr bemüht herbeigeschriebenen weißen Fleck auf der schwarzen, das obligatorische moralische Feigenblatt. Keine Ahnung, ob das noch mehr Tiefe kriegt oder gar mal wegfällt, aber nach der ersten Folge könnte man in deinem Beitrag „Stiefvater“ durch „Autoren“ ersetzen. Die Moralvorstellung ist plakativ und aufgesetzt, nichts weiter als der Zuckerwürfel, der die bittere Medizin versüßen bzw. helfen soll, die Serie an den Sender zu bringen. Und leider der anarchischen Grundidee gehörig die Beine wegtritt.
Ich werde auf jeden Fall noch ein paar Folgen dranbleiben, da das Duell der Killer IMO Potenzial hat. Im Gegensatz zum doofen White-Hat-SAW zwischendurch.
30. September 2008 um 03:39
Also ich kann Stefans Urteil nur zustimmen. Ich fand die Serie (ich habe bislang nur die erste Staffel gesehen) als Ganzes gesehen ziemlich öde und belanglos. Die Charaktere waren mir zu platt, die Stories zu dünn, aber meisten genervt hat mich die Selbstverständlichkeit mit der Dexter sein Leben gelebt und den Tod gebracht hat. Kein Zaudern, kein Hadern, kein wirkliches Hinterfragen seiner Existenz. Welche Motive treiben die Serienmörder, die er umbringt? Haben sie wirklich den Tod verdient und wenn ja, warum er nicht?
Ganz stark fand ich hingegen den Einblick in den Kopf des Serienkillers Dexter. Wir erfahren, wie er die Welt sieht, was ihn von anderen Menschen unterscheidet, womit er Schwierigkeiten hat, was ihm leichter fällt als den „Normalos“. Kurz gesagt: Ziemlich kranke Scheiße!
Ich hätte von einer aktueller US-Dramaserie aber etwas mehr erwartet als diesen größtenteils platten Softgoreporn. Vielleicht bin ich von HBO in den letzten Jahren zu sehr verwöhnt worden, aber ich bin mit Dexter einfach nicht wirklich warm geworden. Nun ja, aber wie man den Kommentaren entnehmen kann, soll Dexter in der zweiten Staffel mal zumindest Zweifel an seinem Tun bekommen. Das lässt auf Besserung hoffen.
Womit ich aber gar nicht einverstanden bin, ist wie hier die Folterszenen in 24 verteidigt werden. Man kann zwar nicht wirklich erwarten, dass sich eine Actionserie wie 24 mal etwas Zeit nimmt, um jetzt das Für und Wider von Folter zu thematisieren, aber dass der Held und die Identitätsfigur Jack Bauer es sich nicht nehmen lässt in fast allen Staffel neben diversen anderen Straftaten auch mal die ein oder andere Folterorgie durchzuexerzieren, die dann actiontypisch groß aufgezogen wird, finde ich mehr als fragwürdig. Gefährlich finde ich es, dass Bauer dafür bislang nicht zur Verantwortung gezogen wurde. Lächerlich wurde es in der 6. Staffel dann, als Bauer (selbst monatelang Opfer von brutalster Folter) sich dazu entschließt seinen Bruder zu foltern, obwohl er zu diesem Zeitpunkt faktisch keine wirklichen Beweise, nicht einmal echte Indizien hatte. Naja, das Bauchgefühl Bauers und das schlechte storystelling haben hier wohl den Ausschlag gegeben.
Das ist an Widerwärtigkeit und Unfug nicht zu toppen. Sicher kann man dem entgegenhalten, dass es sich hier nur um eine fiktive Serie handelt oder umgekehrt man ruhig zeigen soll, was im Geheimen mit Verdächtigen gemacht wird (Waterboarding), aber passt so etwas in der reißerischen Form und mit dieser Selbstverständlichkeit überhaupt in ein Unterhaltungsformat? Mich erinnert dass frappierend an das blutige Abschlachten von Stieren in einer Arena oder römische Gladiatorenkämpfe.
30. September 2008 um 05:33
24 empfinde ich inhaltlich auch als wesentlich unakzeptabler, da es gerade aus dem reaktionären Haus der Neocons -FOX- kommt und die völlig unkritisch präsentierte Botschaft auf fruchtbaren Boden bei schlichten Gemütern fällt. Die politische Unterstützung der schwarz/weißen Bush-Politik und in FOX News wird hier dann im Unterhaltungsprogramm fortgesetzt.
30. September 2008 um 09:01
Für mich ist (und bleibt, angesichts Deiner Vorstellung) Dexter eine der besten, jemals produzierten Serien.
Ich kann beim besten Willen keine fehlende Logik, unzulängliche Komplexität oder erhöhte Dämlichkeit feststellen. Es geht mir genau anders herum: Die Fälle sind intelligent aufgezogen, die Dramatik wächst nicht nur innerhalb des „Falls der Woche“, sondern auch innerhalb des Staffelbogens. Dramatik, Intelligenz, charismatischer Hauptdarsteller, das Neue (und Krasse) der Story – Dexter ist eine der besten Serien der letzten Zeit.
Ich denke auch, Dexters Zwiespalt und das metaphorische „Das was er macht, ist doch irgendwie falsch“ kommt über die Staffel(n) genug zum Vorschein. Allein schon wenn er mit der Black&Decker-Armada im sterilen Plastikfolienraum seine Opfer massakriert. Das strotz doch nur so vor Unwirklichkeit und Ironie.
Das mag dadurch zwar etwas weniger unmoralisch werden, verändert den Tenor allerdings nur unwesentlich. Letztendlich hast Du also recht, dass das, was Dexter dort tut, falsch und unmoralisch ist. Nur fängt das eben schon bei der Ausgangssituation an: Dexter ist Serienmörder. Ist das nicht schon die Königsdisziplin der Unmoralität? Welche Motive er dabei verfolgt verändern dabei (IMHO) nur wenig den Unmoralitätsfaktor…
Aber Moral? Generell? Das ist ja keine Prämisse, die eine unterhaltsame Serie erfüllen muss.
Dexter ist eine der besten, best-gemachtesten und best-behauptdarstellerten Serien, die es gibt. Für mich jedenfalls.
30. September 2008 um 11:06
@Andi
Du sprichst mir aus der Seele.
Stefan hat imho das Gundmotiv der Serie nicht verstanden und leitet daraus einen ganzen Wust aus Fehlinterpretationen ab ( – woran wahrscheinlich auch seine ideologischen Scheuklappen nicht ganz unschuldig sind.)
Dexter ist ja eben kein „Selbstjustizler“ a la Charles Bronson, der tötet, um Rache zu nehmen oder gar der Gerechtigkeit zum Sieg zu helfen. Er tötet, weil er nicht anders kann. Dass er seinen Trieb nun kanalisiert, indem er sich diejenigen vorknöpft, die es verdient haben, hat nicht an erster Stelle mit Moral und Anstand zu tun. Und natürlich zelebriert er – wie jeder Serienkiller – diese Morde mit Lust und eiskaltem Zynismus. Genau das negiert ja das vermeintliche Rachemotiv. Aus den Taten gar eine politische Botschaft herauszulesen, halte ich geradezu für absurd.
Dies ist keine Serie, die moralisiert, weder in die eine noch in die andere Richtung, oder gar schwarz-weiß zeichnet. Dexter mag vielleicht Protagonist sein und allgemein sympathisch dargestellt werden, aber mit seiner Eigenschaft, keine Gefühle zu empfinden, dürfte er den meisten Zuschauern eher fremd bleiben und kaum als Identifikationsfigur taugen.
Diese Ambivalenz ist es, die die Serie zu einem wirklich intelligenten und herausfordernden Stück TV-Unterhaltung macht.
30. September 2008 um 11:39
andi und marc2 haben absolut Recht.
Die Serie stellt keine Moral vor, sie will dazu anregen, dass sich der Zuschauer eine eigene bildet. Denn die moralischen Fragen, die sich Dexter stellt sind doch nur vorgeschoben. Er ist ein Killer, Zweifel daran, wird er wohl nie haben.
30. September 2008 um 11:55
Hat das Fersehlexikon.de-Team etwa ‘nen Mirakelfrucht-Salat gefuttert?
Erst der deutlich zu positiv geratene Artikel zur unerträglichen „Sonja & Dirk Show“, jetzt dafür dieser Verriss einer der besten Serien der letzten Jahre…
Naja, Geschmäcker sind halt verschieden, aber ich jedenfalls, als absoluter Gegner der Todesstrafe (selbst für die schlimmsten Verbrechen), finde ‘Dexter’ als Psychogramm eines Soziopathen/Serienkillers äußerst gelungen und überaus interessant. ‘Dexter’ ist KEIN Krimi, und will es meiner Meinung nach auch gar nicht sein; die Fälle stehen fast nie im Mittelpunkt, sondern fast immer der Soziopath Dexter Morgan und seine Versuche ‘normal’ zu erscheinen und gleichzeitig seinen Trieb auszuleben!
Staffel 1 & 2 habe ich bereits im Original gesehen, und die erste Folge der dritten Staffel, die am Sonntag lief, macht auch schon wieder Lust auf mehr…
So schlicht, wie du die Serie hier beschreibst, ist sie einfach nicht.
30. September 2008 um 13:06
Mich würde ja in diesem Zusammenhang auch mal interessieren, wie das fernsehlexikon.de-Team eigentlich den Film „Leon – Der Profi“? Der wird ja gemeinhin auch als gut beurteilt (#37 in der allwissenden IMDB) und hat m.E. ein weitaus weniger differenziertes Profil eines Serienkillers (und nichts anderes sind Auftragsmörder ja letzten Endes – auch wenn der es kein innerer Antrieb sondern Geld ist, das ihn zum Mörder macht).
30. September 2008 um 13:07
Hmpf. Da fehlt ein „bewertet“ im ersten Satz…
30. September 2008 um 15:34
@ Paralyta
Falls sich der Vorwurf, die Folzerszenen in 24 zu verteidigen, an mich richtet, muss ich mich dagegen entschieden wehren. Weder verteidige ich Folter noch IMO die Serie selbst. Wie geschrieben wird dort nicht nur Folter ungeschönt gezeigt, sondern auch, wie Unschuldige darunter leiden und dass sie nicht zwangsläufig zum Ziel führt. Ich wundere mich immer wieder, wie manche Menschen das problemlos darauf runterbrechen, dass 24 Werbung für Folter sei. Dazu müsste sie mMn schon in irgendeiner Form idealisiert werden, sei es nun in puncto Form oder Ergebnis. Beides ist nicht der Fall.
Genauso wie die Behauptung Quatsch ist, es handele sich dabei um glasklare Propaganda für Bush und Neo-Cons. Dazu sind die Hardliner in der Serie zu offensichtlich die negativ besetzten Charaktere. Und als ob das noch nicht reicht, ist die Terrorbekämpfung noch geprägt von einer Kette von Pannen, Misserfolgen und Intrigen bis ins Weiße Haus, wo sich der Präsident auch schon mal als Drahtzieher hinter dem Mord an seinem Vorgänger entpuppt.
Wenn das Werbung ist für das System, habe ich das Konzept derselben offenbar jahrelang falsch verstanden.
30. September 2008 um 15:50
Ich bin ganz Stefans Meinung und hätte auch noch was zu den dusseligen Frauenrollen zu sagen (ich copypaste mich mal selber):
„Neben Dexter, der ständig die Augen unheilvoll zusammenzieht und ein Lächeln auf den Lippen hat, das maliziös aussehen soll, aber bloß affig ist, befindet sich im Darstelleraufgebot unter anderem noch seine Schwester, die in den ersten fünf Folgen rein gar nichts gebacken kriegt. Sie ist, wie Brüderchen, bei der Polizei und wird nur befördert, weil Dex ihr ständig Tipps gibt. Hach, endlich mal ne ausgereifte Frauenfigur. Eine weitere tolle weibliche Heldin ist die Chefin der Polizeitruppe, die sinnlos Großwildjagden auf den angeblichen Killer anzettelt – der es aber gar nicht ist, wie peinlich – und die Leere ihres berufstätigen Lebens immer spürt, wenn Kinder im Bild sind oder sie eine Kirche betritt.“
http://www.ankegroener.de/?p=2175
30. September 2008 um 16:07
@sb
Die Wahrnehmung das in „24″ ein ganz bestimmte politische (sehr, sehr konservative) Linie verfolgt wird, die eben auch Folter als legitmes und probates Mittel darstellt ist ganz sicher keine Einzelmeinung …
Ein interessanter Artikel dazu in der SZ-Online:
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/257/107150/6/
Weitere Artikel bei Wikipedia:
de.wikipedia.org/wiki/24_(Fernsehserie)
30. September 2008 um 16:18
@ Dim Sum
Eine Einzelmeinung ist das nicht, aber trotzdem umstritten. Ich persönlich finde, dass 24 eine eher liberale Ausrichtung hat, denn tatsächlich sind die Hardliner i.d.R. die (neben den Terroristen) am negativsten besetzten Charaktere. Komisch, dass das immer wieder ignoriert wird und der Folter-Aspekt (der imho eher dramaturgische Ziele verfolgt) in der Debatte derart überhöht wird.
30. September 2008 um 16:29
@Anke
Also naja ich weiss ja nicht… Die Männer kommen in der Serie, wenn man es mal auf das Polizeirevier beschränkt, nun auch nicht wirklich gut weg. Man nehme da den dauergeilen Masuka, Angel, der selten was gebacken bekommt, oder der dauernd rumkläffende Haudrauf Doakes – ich kann da nur ein bedingt besseres „Männer-“ als „Frauenbild“ erkennen. Aber gut, wenn man will, kann man die Diskussionskeule natürlich auch mal wieder auspacken.
30. September 2008 um 16:50
Danke.
Viel besser beschrieben als ich das kann,
aber das mit der (Un)Moral seh ich genauso wie ich gestern auch bei spreeblick kommentierte.
30. September 2008 um 16:53
Der Moralaspekt hat mich beim Schauen gestern gar nicht sonderlich interessiert. Aber ich fand die Folge einfach langweilig. Blasse, durchweg unsympathische Charaktere, keinerlei Spannung beim Lösen des Falles, meiner Meinung nach absurd einfache Erklärung für Dexters Rächerverhalten („der Kodex“, uiuiui). Ich werd der Serie mal noch ne Chance geben, muss ja irgendwas dran sein.
30. September 2008 um 16:56
@Marsellinho,
ich kann mich leider kaum noch an die Kerle erinnern, weil es schon länger her ist, dass ich die Serie geguckt habe. Mir fallen halt miese Frauenrollen auf, weil es so wenige nicht miese gibt. Und: Das ist keine Keule, eher ein leises Bedauern und Sehnsucht nach besseren Charakteren. Dürfen auch gerne männliche sein.
30. September 2008 um 17:53
@ Marsellinho; zu „Leon – Der Profi“: Nie gesehen. Aber „Dexter“ wird ja auch weitgehend als gut bewertet.
Aber da gab’s doch so einen lustigen Film mit den Cusack-Geschwistern, in dem John einen Killer spielte. Ich glaube, der war gut. Ist aber schon ne Weile her.
30. September 2008 um 18:06
[...] die es verdient haben. Das ist moralisch natürlich sehr fragwürdig. Stefan Niggemeier hat beim Fernsehlexikon darüber geschrieben, was in den Kommentaren einen Auflauf von entrüsteten Dexter-Fans verursacht [...]
30. September 2008 um 18:11
@sb
Also ich kann mich nicht entsinnen, in welcher Episode von 24, Jack Bauer jemals völlig „unnötig“ gefoltert hat. Er hat eigentlich immer irgendetwas „Verwertbares“ rauspressen können. Bei mir kommt es jedenfalls so an, dass alles was Bauer macht, richtig ist, weil er damit irgendeine Katastrophe verhindern oder eine Verschwörung aufdecken kann. Besonders erschütternd waren Szenen, in der Bauer z.B. einsehen musste, dass er einen Verschörer nicht knacken konnte und er seiner unschuldigen Frau einfach ins Bein geschossen hat. So cool dieser Twist auch spannungstechnisch wirkt, hinterlässt das ganze einen faden Beigeschmack. Unschuldige Opfer als Kolleteralschaden – ist das die neue amerikanische Serienkultur?
Oder doch…
Wenn ich mich richtig erinnere, wurde in er Serie mal der Sohn des Verteidugungministers gefoltert und das einzige was man aus dem Sohn rausbekam, war dass er homosexuell war und das vor seinem Vater verheimlichen wollte. Gut, dass kann ich durchgehen lassen, hier wurde wirklich ein Unschuldiger gefoltert. Aber musste jemand dafür Konsequenzen tragen? Hat sich jemand bei dem Jungen entschuldigt? Nö, da hies es lapidar. „Das war es also dein Geheimnis. Kein Problem, hättest es mir ruhig sagen können.“
Selten so einen kranken Bullshit gesehen…
30. September 2008 um 18:34
@ Dim Sum
Dass 24 als konservativ verschrien ist, hatte ich selbst angemerkt, darüber mein Erstaunen zum Ausdruck gemacht und dieses recht ausführlich begründet.
Der verlinkte Beitrag vereinfacht IMO viele Aspekte der Serie unzulässig. Der völlig korrekte Einwand, der Gefolterte könne auch die Klappe halten oder gar lügen, wird quasi gegen die Serie verwendet. Dabei verneint sie diese Möglichkeit ebenso wenig wie die, dass Unschuldige ihr zum Opfer fallen können.
Aber dann auch noch das Fazit „Amerika, die unfähige Supermacht, ist endlich wieder ein Gewinner.“ aus der Serie zu ziehen halte ich angesichts der angesprochenen Intrigen, Pannen und Opfer bei 24, deren Menge schon fast grotesk ist, für bodenlosen Schwachsinn.
30. September 2008 um 18:50
@ Paralyta
Ehrlich gesagt, fände ich es unrealistisch, würden die Verantwortliche in derartigen Situation nicht zu verschärften Verhörmethoden greifen. Da würde es mich eher stören, wenn die Verdächtigen mit Samthandschuhen angefasst würden. Ich kann mich jedenfalls nicht enstinnen, dass mir das bei 24 auch nur ein einziges Mal negativ aufgefallen wäre, sprich ich die angewandte Folter als unnötig erachtet hätte.
30. September 2008 um 19:01
@ Paralyta
„Also ich kann mich nicht entsinnen, in welcher Episode von 24, Jack Bauer jemals völlig „unnötig“ gefoltert hat.“
Dann hast Du die Serie offenbar nur sporadisch verfolgt. Im Laufe der Serie wurden immer wieder unschuldige Mitarbeiter und Angehörige gefoltert, zuletzt IIRC wurde der Nachfolgerin von Buchanan übel zugesetzt, Jack hat u.a. in Staffel 4 den Ex-Mann von Audrey Raines gefoltert, weil er ihm fälschlicherweise die Kooperation mit Terroristen unterstellt hatte. Die Liste ließe sich fortsetzen. Das könnte man der Figur alles ersparen. Tun die Autoren aber nicht. Und dafür bin ich ihnen dankbar.
„Besonders erschütternd waren Szenen, in der Bauer z.B. einsehen musste, dass er einen Verschörer nicht knacken konnte und er seiner unschuldigen Frau einfach ins Bein geschossen hat.“
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was diese, wie Du richtig schreibst, erschütternde Szene oder die üble Folterung von Hellers Sohn ins Positive verdrehen sollte. Weil man per Fernseh-Definition alles, was der Protagonist tut, gut zu finden hat? Bist Du nie auf die Idee gekommen, dass diese grausamen Aktionen – übrigens unabhängig davon, wen es erwischt – eben genau das sein könnten? Grausame Aktionen?
Und zwar, um wieder zum Ausgangsthema zurückzukommmen, eben keine grausamen Aktionen, die gottlob legitimiert werden, indem man ins Skript schreibt, dass es das Opfer auch verdient hat.
30. September 2008 um 19:25
@ sb
So eine Serie funktioniert imho aber nur, wenn es keine Falschen trifft, denn nur dann ist eine ambivalente Gratwanderung in der Charakterisierung des Protagonisten möglich. Würde er Unschuldige töten, wäre das wieder eine reine Schwarz-weiß-Geschichte. Dann wäre auch das ganze moralische Dilemma futsch, in das die Macher das Publikum bewusst versetzten wollen. Das fände ich persönlich uninteressant.
30. September 2008 um 22:48
@ Lars
Das sehe ich eben genau anders. Die Figur eines Killers zu entwickeln, der sich nicht schnöde ausschließlich an Bösewichtern abarbeiten darf, um auf dieser Ebene zu punkten, sondern durch seine Komplexität mein Interesse weckt, _das_ wäre eine Herausforderung an die Autoren und würde mir entsprechend viel Anerkennung abnötigen. So funktioniert ein Hannibal Lecter.
Einfach zu sagen „Er tötet nur die, die es verdient haben – fertig!“ ist etwas arg mager, erst recht wenn es, wie Stefan bereits schrieb, bereits in der ersten Folge komplett mit der Ursache abgehakt wird.
Wie gesagt: Ich erhoffe mir in der Hinsicht zumindest noch etwas von dem Killer-Duell. Das sollte aber bitte nicht genauso schlicht daher kommen.
30. September 2008 um 23:06
Habe zwar von Dexter schon viel gehört, aber gestern erst die erste Folge gesehen. Wenn ich ein Urteil abgeben müsste, dann würde ich den Zynismus hervorheben. Und gerade der zynische Umgang mit Mord, die morbide Faszination für Blut und das locker-flockige Selbstverständnis der Hauptfigur sprechen gegen eine abzuleitende Moral. Ich sehe in den Tötungen von Verbrechern kein Plädoyer für Selbstjustiz, dazu erscheinen die handelnden Personen zu karikiert. Ob die Serie ein Geniestreich ist, das wage ich zur Zeit noch nicht zu beurteilen. Prinzipiell halte ich es jedoch für problematisch, dass man den Zuschauer bevormundet, indem man ihm unterstellt, eine fiktionale Handlung als Ansporn für ähnliches Tun zu nehmen. Das erinnert an die unsägliche Debatte über diverse Videospiele. Wer dort tötet, setzt es auch nicht in die Realität um. Und die, die sich davon wirklich inspirieren lassen, deren labiler Gemütszustand wäre auch ohne „Killerspiel“ früher oder später kollabiert.
30. September 2008 um 23:43
@ sb
Ich halte Dexter in der Tat für einen wesentlich komplexeren Charakter als Hannibal Lector. Letzterer ist aufgrund seines Intellekts durchaus vielschichtig und interessant, aber immer auf eine dämonische Art und Weise. Er ist ein klassischer Antagonist, kein Protagonist. Niemand würde auf die Idee kommen, mit ihm und seinen Taten zu sympathisieren.
Dexter fällt da in eine ganz andere Kategorie, da er den Zuschauer zum Komplizen, möglicherweise sogar heimlichen Sympathisanten seines Tuns macht. Das ist für mich ein interessanter und origineller Umgang mit dem Thema. Alles andere kenne ich bereits.
1. Oktober 2008 um 00:10
Wobei ich es auch ziemlich fragwürdig finden würde, einen Killer der sich an Unschuldigen vergreift, zum Protagonisten einer TV-Serie zu machen – das würde auch mit Hannibal nicht funktionieren. So komplex kann man einen Charakter gar nicht gestalten.
1. Oktober 2008 um 09:24
Um sich mal vorzustellen, wie eine Serie aussehen könnte (deren Mittelpunkt ein Serienmörder ist), die aber keinerlei (dramaturgische) Rechtfertigung für seine Taten liefert, wo ausschließlich Unschuldige getötet werden und auch ansonsten auf jeden Anflug von Humor und den ganzen psychologischen Überbau verzichtet wird, dem sei (der wirklich gute Film) „Henry: Portrait of a Serial Killer“ von John McNaughton empfohlen.
Die meisten würden vermutlich relativ schnell zustimmen, dass etwas vergleichbares als Serie unerträglich wäre.
1. Oktober 2008 um 11:50
Danke Stefan, ich dachte schon, ich bin ganz alleine.
Ich mag Torture Porn nicht und ich frage mich immer, warum diejenigen, die jeden Egoshooter (die ich auch nicht mag, weil langweilig) als gewaltverherrlichend und gewaltauslösend brandmarken, nicht gegen diese Torture Porn Welle vorgehen.
Und dieses „der Rechtsstaat ist schwach“- und „die haben es verdient“-Gelaber finde ich auch grässlich.
Aber vermutlich ist das Leben einfach einfacher, wenn man so denkt.
Handwerklich fand ich den Piloten auch nicht doll, also wo, zum Kuckuck ist der Unterhaltungswert?
Und die Darstellung eins Serienkillers kann jenseits des Schauwerts eines Hannibal Lecter auch gut gemacht sein, ich erinnere nur an „Henry: Portrait of a Serial Killer“.
1. Oktober 2008 um 12:25
Handwerklich nicht so doll? Was ist denn das für eine Aussage? Allein das Intro ist aufwändiger und „doller“, als vieles, was es im Fernsehen zu sehen gibt.
(Ich halte übrigens Dexter für ein grandios geschriebenes Stück Fernsehen. Mir fehlt aber gerade die Lust, nach eine imaginären Ebene zu suchen, auf der ich das erklären könnte. Ich find’s einfach gut
)
1. Oktober 2008 um 12:46
Ich habe wohl auch eine andere Serie gesehen. Eine, die weder Botschaft noch Krimi ist.
(Über das Ergebnis meines 30sekündigen Nachdenkens, eher nur 5sekündig, da ich nach den ersten neun Folgen schon den Icetruckkiller in Person kenne, freue ich mich allerdings nicht so sehr. Doof, das. Ich hab’s befürchtet…)
(hallo Stich, übrigens. Schöne kleine Onlinewelt:)
1. Oktober 2008 um 15:37
mir kommt so vor als würde diese serie eher leute anspornen, selbstjustiz zu unterstützen, und die polizei ist unfähig morde aufzuklären, bzw das gericht diese leute zu verurteilen und ihnen die gerechte strafe zu zuführen. ich fand diese sendung sehr morbid, auf orf haben sie nicht 1 folge ausgestrahlt sondern gleich 2! die serie dexter sollte eher abgesetzt werden. wer will bitte jemanden beim töten anderer menschen zusehen ich nicht! man könnte auch sagen man bekommt tipps wie man es macht, aber soweit möchte ich gar nicht gehen! ein freund von mir hat recht er meinte die masse macht das geschäft und nicht der einzelne!
1. Oktober 2008 um 18:19
@ Lars
„Dexter fällt da in eine ganz andere Kategorie, da er den Zuschauer zum Komplizen, möglicherweise sogar heimlichen Sympathisanten seines Tuns macht.“
Nur leider auf die angesprochene plumpe Art und Weise. Ich habe nichts dagegen, dass mich die Serie gespaltene Gefühle für einen Killer empfinden lassen will. Sie sollte es nur bitte cleverer tun.
„So komplex kann man einen Charakter gar nicht gestalten.“
Die Autoren von Dexter jedenfalls nicht, wie es aussieht. Nur wäre das nach den Vorankündigungen der Serie eben genau das gewesen, worauf ich gespannt war. Wie man es schafft, einen Killer als Hauptdarsteller einer Serie zu etablieren.
Um so enttäuschter bin ich davon, wie die Autoren das Problem gelöst haben. Mit dem einen und einzigen angesprochenen simplen Kniff, dass es halt nur Arschlöcher erwischt. Nach Möglichkeit Bösewichte mit gezwirbeltem Schnauzbart und schwarzem Hut, die lachend junge Frauen auf Bahngleise binden. Falls Schnauzbärte aus sind, tut’s zur Not auch ein Kindermörder. Uuuuh, Dexter versucht, an meinem Rachedurst zu kitzeln, der vielleicht abgesehen vom Dalai Lama jedem innewohnt.
Sorry, aber wenn ich die Mechanik so offen arbeiten sehen kann, nimmt das der Konstruktion den Reiz.
Frage an diejenigen, die die weiteren Folgen bereits kennen: Werden wenigstens die Opfer komplexer? Über die Schiene ließe sich ja durchaus was drehen. Der Nuttenmörder, der auf seiner hellen Seite liebender Familienvater ist und vor Dexters Abrechnung auch als solcher gezeigt wird? _Das_ wäre mal eine moralische Herausforderung. Die beiden Abziehbildchen aus der ersten Folge waren es nicht.
1. Oktober 2008 um 20:09
In Staffel 3 werden die Opfer komplexer, ja. Auch in Staffel 2 gibt es „fragwürdige“, nicht intendierte Kollateralschäden.
1. Oktober 2008 um 21:03
Nach zwei _Staffeln_?! Bei der Wegstrecke werde ich mir das aber noch einmal gründlich überlegen.
Ich hatte jetzt vielleicht mit einem halben Dutzend Anlauf-Folgen gerechnet, so kulant bin ich dann bei neuen Serien doch, aber Dexter zwei Staffeln lang nur diese holzschnittartigen Bösewichte unters Messer zu schreiben, ohne seine Opfer auszuarbeiten, ist arg heftig.
1. Oktober 2008 um 22:20
Man merkt schon, dass in Deutschland solch eine Sendung nie produziert werden würde – vorher hätte sich die Moralgestapo genötigt gefühlt, nur politisch korrekte Serienmörder auf komplexe aufarbeitbare fragwürdige Opfer losgehen zu lassen.
1. Oktober 2008 um 22:22
„Moralgestapo“ ist aber ein interessantes Wort.
1. Oktober 2008 um 23:48
..von der zischend und schon mit als surreal zu bezeichnenden Betonungsweisen arbeitenden Hauptdarstellersynchro (einer der Schmidt-Voss Brothers)nicht zu reden.
Der Fakt, dass dieser Gestörtensingsang mit „S“-Fehler niemandem aufzufallen scheint, läßt mich ganze Horden von Geschmackspolizei – Geschmapo – Dexters für die Zuschauerschaft herbeiwünschen…
2. Oktober 2008 um 00:05
Kann ich da ein Copyright für haben?
Die Synchro ist natürlich schlecht, man sollte sich Dexter nach Möglichkeit in der Orginalfassung anschauen, auch für Nichtamerikanistikstudenten relativ einfach zu verstehen.
2. Oktober 2008 um 00:34
77 Kommentare? Bezüglich einer Sendung von RTL2? Hat’s das seit der ersten BB-Staffel jemals gegeben?
2. Oktober 2008 um 00:41
Was für ein dümmlicher Artikel von Stefan Niggemeier.
2. Oktober 2008 um 01:37
[...] Serie wird weder große Diskussionen wie Dexter auslösen noch die Zuschauer in zwei Lager spalten, dafür ist sie nicht [...]
2. Oktober 2008 um 09:52
@ Andreas
Dass ich Dexter ganz im Gegenteil vorwerfe, übermäßig politisch korrekt designt worden zu sein, eben weil seine Opfer so erschreckend eindimensional sind, ist dir aber klar, oder?
Ach, was frag ich …
2. Oktober 2008 um 12:48
@ Andreas: (c) bei mir..
)
3. Oktober 2008 um 16:30
Ich habe mit dem grundsätzlichen Plot so meine Probleme, da er das Bild eines Serienmörders konstruiert der nur die „Bösen“ killt.
Vom Setting her ist die Serie weder Science Fiction noch Fantasy, daher ist mir da zuwenig Abstraktion dabei.
Serienmörder haben etwas faszinierendes, sind aber durch die Bank gefährlich und gehören eingesperrt. Da etwas relativieren zu wollen, halt ich für zynisch. Die Typen wissen was sie tun, und sie wissen auch, dass es nicht richtig ist. Weswegen sie ja auch heimlich morden und versuchen ihre Täterschaft zu vertuschen anstelle am helllichten Tag ihrem Drang nachzugehen oder danach zur Polizei zu gehen.
6. Oktober 2008 um 23:36
[...] funktionierende bereiche. (von der inneren struktur der geschichte her, meine ich, nicht wegen des fragwürdigen inhalts.) ich weiß nicht, was es ist. aber so geht es nicht. [...]
8. Oktober 2008 um 15:03
[...] hier ist mal ein link zu einer besprechung die auch meine gefühle ganz gut auf den punkt bring: Fernsehlexikon Das Ärgernis der Serienmörderserie eine Bitte: ich weiß die serie läuft in usa schon länger u kam hier auch schon auf premiere – [...]
11. Oktober 2008 um 09:00
[...] hatte mich etwas über den Feldzug von Stefan Niggemeier gegen “Dexter” gewundert. Zwar sind die vorgetragenen Argumente alle erst einmal nachvollziehbar. Aber die Machart [...]
14. Oktober 2008 um 07:46
[...] “Dexter auf RTL II hat Stefan Niggemeier eine ganz andere Art der Gewaltkritik gefunden. In Dexter nämlich erkennt er eine “abstoßende politische Botschaft”: “Sie [...]
23. März 2010 um 18:22
[...] einen Artikel bei Surfguard bin ich auf seinen Dexter-Veriss im “Fernsehlexikon” aufmerksam gworden, der wohl auch in der FAS abgedruckt wurde [...]