Ich hab noch Sand in den Augen aus der DDR

Wie Sie vielleicht schon in Tageszeitungen gelesen haben, die sonst nichts zu berichten haben, wird das Sandmännchen heute 50. (Die „Rhein-Zeitung“ hielt dies zum Beispiel für einen Aufmacher auf Seite 1. Nun denn.)

Der Jahrestag betrifft das Ost-Sandmännchen, das damals das erste der beiden war und heute der letzte Hinterbliebene des Fernsehens der DDR ist (und werfen Sie an dieser Stelle den Polizeiruf 110 nur ein, wenn Sie ihn auch ohne Vorspann noch vom Tatort unterscheiden können). Für uns ein schöner Anlass, die umfassenden Lexikontexte zu den Sandmännern aus Ost und West endlich online verfügbar zu machen und nun ins Bett zu gehen. Gute Nacht.


Foto: rbb

Ach ja, vorher vielleicht noch die Jubiläumsendung im RBB programmieren. Heute um 20.15 Uhr: Danke für die Träume.

Schlagwörter: , ,
Michael, 22. November 2009, 18:17.

9 Kommentare


  1. ….läuft natürlich auch zeitgleich im MDR…

  2. Die Irrelevanz des Polizeirufs 110 erkenne ich schlicht daran, dass er euch kein Stichwort wert ist.

    Und ich bin sonst willens, jeder Fernsehsendung eine Chance zu geben. War bei dieser Reihe noch nie der Fall…

  3. Der einzige Unterschied, der mir einfällt: Im „Tatort“ gibt’s immer ne Leiche, beim Polizeiruf nicht unbedingt. Oder fällt jemandem ein „Tatort“ ohne Leiche ein?

  4. Tatort ohne Leiche: Kressin stoppt den Nordexpress. Bin ich mir zumindest ziemlich sicher. Ciao, Dirk

  5. Wir freuen uns immer, wenn auch Radio- und Fernsehleute in unsere Zeitung schauen und beim Wiedergeben von Inhalten uns dann sogar nennen. Beim zweiten Schritt hapert es manchmal.

    Allerdings hätte es sich gelohnt, auch noch mehr als die Seite 1 zu lesen (auf der der Aufmacher im übrigen der Wettskandal war…). Wir hatten nämlich noch eine ganze Seite zum Sandmännchen – und das, obwohl es auch sonst eine ganze Menge zu berichten gab und wir eine ganze Menge berichtet haben. Ich schicke gerne noch mal eine Ausgabe zu, wenn Bedarf besteht. 😉

  6. @rheinzeitung

    Ich glaube, Sie haben die Aussage des Autores zu Ihrer Zeitung nicht verstanden… 😉

  7. @@rheinzeitung:

    Danke, ich habe die Ausgabe gelesen und werde sie mir rahmen. Auch der Aufmacher auf der Panorama-Seite „Jäger töteten zahmen Keiler – Cochem-Zell: Frau trauert um Wildschwein Harry“ war ein Glanzlicht.

    „Am 14. November quiekte Harry nicht. Da lag er einfach nur da. Als Amina Kuhn ihr Wildschein (sic) leblos am Boden sah, wusste sie gleich: ‚Er wurde erschossen.‘ Es war ein Irrtum, aber einer, der nicht mehr zu korrigieren ist…“
    (…)
    „Harry fiel im eigenen Gehege.“
    (…)
    „Und Harry? Den hat sich inzwischen ein Metzger geholt.“

    Auch die Bildunterschrift ist preiswürdig, die das Foto eines beliebigen lebenden Tieres untertitelt mit:
    „Dieses Wildschwein ist glücklicher dran als der arme Harry.“

    Doch, die ganze Geschichte machte sich echt gut zwischen „Ich habe einen Geist mit meinen eigenen Augen gesehen“ und „Bande soll Fett von Ermordeten verkauft haben“.

    Interessant war, dass Ihr Gastautor Wolfram Weimer in seinem Auszug aus einem „Cicero“-Text auf Seite 2 so hemmungslos einseitig auf die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender einschlug. Am selben Abend im öffentlich-rechtlichen SWR Fernsehen kam es mir vor, als schlüge er vor allem auf die Privatsender ein. Aber man kann es natürlich nicht der Rhein-Zeitung vorwerfen, wenn ein Journalist immer das von sich gibt, was sein jeweiliger Auftraggeber am liebsten hören will.

    Was die Seite 1 angeht, bitte ich um Entschuldigung: Wenn man genau hinsieht, kann man tatsächlich gerade über dem Bruch noch die Überschrift des „Aufmachers“ erkennen.

    Und auch enden möchte ich mit einer positiven Note: Dass Sie beim Wiedergeben von Inhalten neuerdings ebenfalls eine Nennung der Quelle befürworten, ist ehrenwert. Als Ihr Kolumnist, der vor einigen Wochen unter dem Namen „Ecki“ einige Sätze über die „Abschaffung des Herbstes“ verlor und dazu ungefragt und ohne Quellenangabe einige wesentliche Gedankengänge und die Schlusspointe aus einer Glosse übernahm, die ich zwei Tage zuvor in meiner SWR3-Sendung ausgestrahlt hatte, galt diese Hauspolitik offenbar noch nicht. Vermutlich eine Neuregelung seit 01.11.2009.

    Glückwunsch, es geht aufwärts!

  8. Gegen das Erzähltempo des Polizeirufs geht selbst ein Tatort als atemloser Videoclip durch.

  9. Sehr schöne Serie über die Sandmännchen.


Senf abgeben?





Das Buch

die Autoren

Weitere Bücher

New York für Fern-SeherDie kleine House-Apotheke

Links