Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist

Heute vor 60 Jahren begann das Fernsehen in Deutschland mit der Ausstrahlung von regelmäßigem Programm. Wann es wieder damit aufgehört hat, kann nicht exakt rekonstruiert werden.

Das Fernsehen in Deutschland hat seine besten Zeiten hinter sich. Es ist allerdings nicht mehr ein Auslaufmodell als Zeitungen auf Papier. Es wird es lange geben. Dass es sich Diskussionen über seine Zukunft gefallen lassen muss, hat es sich auch selbst zuzusschreiben.

Denn die Frage nach der Henne und dem Ei stellt sich auch beim Fernsehen. Was war zuerst da? Die technische Möglichkeit, unabhängig vom ausgestrahlten Programm seine Lieblingssendungen ansehen zu können wann und wo man will? Oder war die Motivation, diese technischen Möglichkeiten zu schaffen, getrieben vom unzureichenden Programmangebot?

Das deutsche Fernsehen tut seit langer Zeit viel dafür, es sich mit seinen Zuschauern zu verscherzen. Und das hat viel mit der eingangs angesprochenen Regelmäßigkeit zu tun. Denn Verlass ist auf das Fernsehen nicht. Wann weiß man schon noch mit Sicherheit, wann etwas kommt? Die Tagesschau immer um 20.00 Uhr. Der Tatort immer sonntags um 20.15 Uhr. Two And A Half Men immer. Aber das war’s doch. Selbst die Nachrichtenmagazine Tagesthemen und heute-journal kommen höchstens noch viermal die Woche zur eigentlichen Zeit.

Serienfans sind am meisten gebeutelt. Serien werden gestartet und abgesetzt, kurzfristig auf abwegigen Sendeplätzen versteckt oder in willkürlicher Reihenfolge gezeigt. Oder einfach gar nicht. Sogar Vox, bisher der verlässlichste Sender, überspringt nun die 2. Hälfte der 12. Staffel der Serie Law & Order: Special Victims Unit und damit einen relevanten Handlungsstrang, der zur Auswechslung des Hauptdarstellers führt, und macht gleich bei Staffel 13 weiter. Andere Sender handhaben ihre Ausstrahlungspraxis längst ähnlich, einfach weil es offenbar egal ist. Da ist es doch kein Wunder, wenn Zuschauer, die sich wirklich für die Programme interessieren, auf das Internet oder DVDs ausweichen.

Die Zuschauer, denen es nur darauf ankommt, dass die Glotze läuft, denen das ausgestrahlte Programm aber egal ist, wird das Fernsehen immer behalten. Und damit sind sie in guter Gesellschaft. Denn den Machern ist das Programm ja auch egal. Würden sie andernfalls so lieblos mit ihren eigenen Sendungen umghen?

Es geht nicht nur um die Reihenfolge und die Sendeplätze. Es geht um die Behandlung jeder einzelnen Sendung. Werbeunterbrechungen werden an beliebigen Stellen ins Programm gerotzt, gern mitten in eine Szene und mitten in einen Dialog hinein. Jegliche Dramaturgie geht dabei flöten.

Dass Fernsehsendungen überhaupt von Werbung unterbrochen werden, ist nicht das Problem. Irgendwie muss das Programm schließlich finanziert werden. Das Problem ist, wie dies geschieht. Wenn ich in den USA Serien sehe, werden diese zwar noch häufiger unterbrochen als bei uns, aber es nervt weniger. Denn die Serien sind wie ein Theaterstück in mehrere Akte unterteilt, und am Ende eines Akts gibt es womöglich sogar so etwas wie einen Cliffhanger und dann die Pause. Das deutsche Fernsehen setzt seine Werbeblöcke bei US-Produktionen aber nicht an diese dafür vorgesehenen Stellen, sondern einfach irgendwohin. Darauf angesprochen, erklären die Sender einhellig, die deutschen Werberichtlinien ließen es nicht zu, die Werbung an diesen Stellen zu platzieren. Das ist Quatsch. Es zwingt die Deutschen ja niemand dazu, an allen dieser Stellen Werbung zu platzieren. De facto sind die Positionen der zweiten und vierten Unterbrechung in einer amerikanischen TV-Stunde nahezu identisch mit den den Positionen der ersten und zweiten Unterbrechung bei uns. Nahezu. Will man uns beim Privatfernsehen ernsthaft erzählen, es gebe keinen Spielraum für ein Verschiebung der Blöcke um 30 bis 120 Sekunden? Das wäre seltsam, denn immer wenn die Platzierung der Werbeblöcke exakt an das starke Konkurrenzprogramm im anderen Sender angepasst wird, scheint das kein Problem zu sein.

Es geht außerdem um die Eindeutschung ausländischer Produktionen, mit der oft Übersetzer und Autoren beauftragt sind, denen diese Produktionen selbst, ihr Umfeld und Anlass nicht geläufig sind – oder auch wieder schlicht egal. Die Simpsons wurden fünfzehn Jahre lang von jemandem übersetzt, der die Gags nicht verstannd und sie deshalb in der deutschen Fassung verschwinden ließ. Dr. House wurde von jemandem übersetzt, der die Serie vielleicht nicht einmal sah. Im Serienfinale, das RTL im Dezember zeigte, schlossen die Autoren einen Kreis. Zu Beginn der Pilotfolge hatte House den Krebs einer Patientin als langweilig abgetan. Damit wurde House als jemand eingeführt, der knifflige Rätsel liebt, der medizinisch herausgefordert werden will. Krebs vermag das nicht. „Sie hat Krebs. Sie wird sterben. Langweilig“. Am Ende der letzten Folge bricht House mit seinem an Krebs erkrankten Freund Wilson ins Abenteuer auf Motorrädern auf, um dessen letzte Monate auszukosten. Als Wilson noch einmal auf seinen Krebs zu sprechen kommen will, fährt House ihm über den Mund und sagt: „Krebs ist langweilig“. Es sind die letzten Worte in der Serie. Aber nur im Original. In der deutschen Fassung sagt House: „Scheiß auf den.“ Das mag sinngemäß ähnlich sein, spannt aber nicht den Bogen zurück zum Serienanfang. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber solche Details machen viel vom Reiz einer Serie aus. Sonst könnte man auch gleich wieder Ansagerinnen Inhaltsangaben verlesen lassen und müsste die Sendungen selbst gar nicht zeigen.

All dies sind keine Auswüchse des heutigen Privatfernsehens. Früher war nicht alles besser: Auch früher wurden die meisten Serien und von den anderen Serien die meisten Folgen den Zuschauern vorenthalten. Wir haben es nur nicht gemerkt, es gab ja noch kein Internet. Aber wenn ARD oder ZDF in den 1960er-Jahren 13 oder 26 Folgen einer Serie gezeigt hatten, war es meist genug, zum Beispiel bei Auf der Flucht oder Ihr Auftritt, Al Mundy. Ob dann noch hunderte Folgen übrig waren, spielte keine Rolle. Selbst von der 80er-Jahre-Kultserie Ein Colt für alle Fälle wurden bis heute mehr als ein Dutzend Folgen in Deutschland nie gezeigt, von Rauchende Colts fehlen uns etwa 400.

Auch Synchronfassungen hatten damals nur bedingt mit dem Original zu tun. Der Synchronautor Rainer Brandt ergänzte Die 2 im ZDF um viele neue Gags, was ihm allgemein und fälschlerweise den Ruf einbrachte, die Serie dadurch und nur in Deutschland zu einem Erfolg gemacht zu haben. Tatsächlich ließ er in ähnlichem Maße Gags weg und ersetzte den subtilen, hintergründigen Humor der Originaltonfassung mit deutschen Holzhammer-Sprüchen, wie er sie auch in die Filme mit Terence Hill und Bud Spencer einbaute. Die ARD schnitt aus jeder Folge von Magnum mehrere Minuten raus und brachte sie damit nicht nur auf die 45 Minuten Länge, die sie der Serie wöchentlich zubilligten, sondern entfernten aus der Biografie der Hauptfigur die komplette Vietnam-Vergangenheit. Aus Columbo wurden noch größere Stücke entfernt, damit man die Reihe zeitlich im Vorabendprogramm unterbringen konnte. Die niederländische Serie Das Geheimnis des siebten Weges konnte nach 1994 nirgendwo mehr wiederholt werden, weil der SWF sie weggeworfen und damit die deutsche Fassung vernichtet hatte. So scheint es also, als habe das deutsche Fernsehen seine Zuschauer noch nie ernstgenommen, nicht erst neuerdings.

Hat das Fernsehen also noch eine Zukunft? Selbst macht es zumindest keine Anstalten, auch nur den Anschein zu erwecken. Wo investiert das Fernsehen denn noch in die Formate von morgen? Wo bemüht es sich denn, etwas Neues zu schaffen, mit dem man zumindest über das nächste Jahrzehnt kommen könnte, statt immer und immer wieder das Bestehende wiederzukäuen, weil man damit ja immerhin noch über das nächste Jahr kommt, und dann kann man ja weitersehen?

Weder beim öffentlich-rechtlichen noch im privaten Fernsehen finden sich Macher, die ein Gefühl für Fernsehen haben und nicht nur kalkulierend die sichere Bank einfordern. Produzenten haben kaum eine Chance, für ein neues, innovatives Format einen Abnehmer zu finden. Dagegen ist die Chance groß, wenn es sich um ein Überflieger-Format aus dem Ausland handelt, oder noch besser: um ein Format, das es in ähnlicher Form sogar in Deutschland schon gibt und die Zuschauerresonanz deshalb absehbar ist. Aus diesem Grund gab es so lange überall Quizsendungen, bis die Quoten einbrachen, weil die Übersättigung eingetreten war. Ebenso lief es mit Talk- und Gerichtsshows. Mit amerikanischen Forensik-Serien. Derzeit erleben die Castingshows den kollektiven Quotenrückgang, weil es einfach zu viele von ihnen gibt. Und bei den Sendern verzweifelt man, weil man auf die Zeit danach nicht vorbereitet ist. Dazu hätte man ja mal was Neues ausprobieren müssen. Alle warten nur darauf, dass jemand anderem mal ein Zufallstreffer gelingt, damit sie den dann kopieren können.

Das Personal, das zur Präsentation dieser Sendungen verpflichtet wird, wirkt ebenfalls nicht wie eine Investition in die Zukunft. Einzig und ausgerechnet RTL hat in den vergangenen Jahren mit Daniel Hartwich einen Newcomer systematisch gefördert und aufgebaut. Die Öffentlich-Rechtlichen hätten diese Möglichkeit auch. In den dritten Programmen und den Digitalkanälen gibt es talentierte junge Leute. Aber niemand traut sich, sie auf ein großes Publikum loszulassen. So hat das ZDF zum Beispiel Joko & Klaas verloren. Bei der ARD hat man gar keine Zeit, den eigenen Nachwuchs zu sichten, weil man viel zu beschäftigt damit ist, eine Verwendung für vielsprechende junge Neueinkäufe wie Thomas Gottschalk zu finden.

Einer der Gründe, warum hier im Blog so wenig passiert, ist, dass ich es schlicht kaum noch ertragen kann, mir das Fernsehprogramm anzusehen, über das ich dann schreiben würde. Es langweilt mich, mir sogenannte „neue“ Showideen anzusehen, die erstens nur eine Abwandlung von Bewährtem sind und zweitens so stromlinienförmig, dass es schwerfällt, überhaupt eine Meinung zu entwickeln. Es nervt mich, neue Serien zu besprechen, die dann doch nur maximal sechs Wochen im Programm sind und dann abgesetzt werden. Und es kotzt mich an, aus dem Genuss einer Sendung rüde herausgerissen zu werden, weil mitten in der Szene die Werbung kommt, ein Programmhinweis eingeblendet wird oder die sentimentale Schlussszene abgerissen wird, weil der Splitscreen-Abspann mich auf den nächsten Blockbuster hinweist.

Ich gucke weiter meine Lieblingsserien auf DVD oder Festplatte, gucke die heute-show in der ZDF-Mediathek oder sogar manchmal im Fernsehen, und ich gucke Schlag den Raab zeitversetzt vom Festplattenrekorder und hole auf diese Weise meistens nach spätestens zwei Stunden die TV-Ausstrahlung ein. Damit hat sich mein TV-Konsum aber auch schon. Ich informiere mich über Nachrichtenportale im Internet, Deutschlandradio Kultur und für ausführlichere Hintergründe gelegentlich mit dem Blick in gedruckte Zeitungen. Ich gucke was ich will und wann ich es will. Manchmal entdecke ich durch Zufall eine der Dokumentationen, die die ARD zeigt, wenn alle im Bett sind, und sehe sie dann später. Das Fernsehprogramm spielt für mich kaum noch eine Rolle.

Für mich ist es deshalb nicht so, dass das Fernsehen in seiner jetzigen Form keine Zukunft hat. Es hat längst keine Gegenwart mehr.

 

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Michael, 25. Dezember 2012, 15:18.

66 Kommentare


  1. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen!

  2. Bravo. Genau so sieht es aus.

  3. Da hast du dir aber jetzt mal den gesammelten Frust runter geschrieben, oder? ;)

  4. In einem Punkt möchte ich widersprechen: Fernsehen kann noch richtig Spaß machen, wenn man dafür bezahlt. Sender wie FOX oder TNT Serie zeigen Serien ohne Werbung, regelmäßig und zuverlässig, mit nur minimalen Schnitten und umschaltbaren Sprachen.

    Dort lassen sich Perlen wie The Walking Dead (aktuell Staffel 3), Game of Thrones (Wiederholung von Staffel 2) oder Doctor Who (Staffel 7) genießen ohne auf die Willkür der Free TV Sender angewiesen zu sein. Auch abgesetzte Serien wie “White Collar” landen anschließend zur besten Sendezeit im Pay TV (RTL Crime) und sind dort nicht dem angeblich übermächtigen Quotendruck ausgesetzt.

    Inzwischen wünsche ich mir fast das gute Serien im Pay TV oder auf Spartenkanälen laufen, dort ergeht es ihnen nämlich wesentlich besser.

  5. Mir geht es mit meinem Fernsehkonsum ähnlich. Um dann die seltenen Juwelen (wie beispielsweise den Tatortreiniger) nicht zu verpassen, schaue ich dann z.B. hier vorbei.
    Aber wenn es schon keine Juwelen mehr gibt, muss man wenigstens drüber lästern können.

  6. Auch bei den Dokumentationen sieht’s mit deutsche Produktionen zunehmend düsterer aus. Immer wenn ich im ZDF & co eine ganz gute Doku sehe, kenne ich diese schon. Warum? Weil sie einfach von der BBC eingekauft wurde und ich die schon vor Monaten gesehen hab. Komisch, dass man dann bei den restlichen Dokus, den Selbstproduzierten, lieber den fragwürdigen Stil der Amerikaner kopiert, wo alles äußerst dramatisiert wird, als sich die BBC als Vorbild zu nehmen, wo deren Sendungen bei den Deutschen doch so gut ankommen.

    Einzig ARTE kann wirklich mit Dokus überzeugen, bei der ARD findet sich meiner Meinung nach seltener etwas Interessantes.

    Was die Privaten Sender fabrizieren ist mir gänzlich unbekannt. Ich habe vor Jahren aufgehört diesen Schund zu beachten, ist besser für den Blutdruck.

  7. Ich lebe seit knapp 13 Jahren ohne TV und ja, es geht sehr gut. Vielleicht auch mal ausprobieren?

  8. So, so, in den USA nervt die Werbung weniger? Eine Sitcom wird dort x-fach unterbrochen – aus 20 Min. wird schnell eine Stunde. Ein Fernsehfilm kann bis zu 4 (!) Std. dauern, weil er unzählige Male für Werbung unterbrochen wird und dies MITTEN im Satz!

    Nach der Werbung folgen erst einmal wieder volle 2 Min. der letzten Szenen VOR der Werbung … In Deutschland würden die Leute ausflippen, wäre das gängige Praxis. Der Werbeanteil ist hier deutlich geringer und wesentlich harmonischer platziert.

    Deutschland hat eines der vielfältigsten Rundfunkangebote, um das uns viele Länder beneiden. Unsere Nachbarn schauen unsere Programme regelmäßig. Warum wohl??

    Natürlich gibt es auch Kritikwürdiges. Und natürlich hoffen wir alle mal wieder auf einen richtigen Straßenfeger. Sowas gibt es aber in der heutigen Medienwelt nicht mehr. Dazu hat ist das Angebot zu groß und das Nutzungsverhalten zu unterschiedlich.

    Und wer sich beschwert, dass die Sender keinen Mut haben oder Serien und Shows zu schnell aus dem Programm nehmen oder in die Nacht schieben, soll doch einmal darüber nachdenken, wie speziell im Web alle wie die Geier über etwas Neues herfallen, was nicht sofort inhaltlich und vor allen Dingen hinsichtlich der Quoten ein Bombenerfolg ist. Und wird etwas erstmal nur in einem Regionalprogramm (zB Tatortreiniger) ausprobiert, dann schreien alle, warum SOWAS denn nicht bundesweit läuft. Geradezu hämisch wird vieles Neue begleitet – als ob man eigentlich gar keinen Erfolg will.Entsprechend hektisch reagiert die Werbeindustrie und das zwingt wieder die Sender zum Reagieren.

    Das stete populistische Gemecker über das deutsche TV nervt wie eine Sitcomszene, die in Dauerschleife läuft und den immergleichen künstlichen Applaus vom Band liefert. Gähn!

    Übrigens ist trotz des Internets der Fernsehkonsum ungebrochen sehr hoch. Wenn so viele Menschen tagtäglich dieses Medium nutzen, weshalb es für “gescheitert” erklären?

  9. Amen!

    Wenn ich mir dagegen ansehe, was z. B. das britische Fernsehen so an Serien produziert, könnte ich heulen. Da geht man auch mal Risiken ein und produziert Serien für Nischen-Publikum, z. B. Misfits, The Fades, Dirk Gently, etc.. Bei uns dagegen gibt es nur die drölfzigste Vorabend-Krimiserie. Selbst so etwas wie Doctor Who, Merlin oder Torchwood wäre hier wohl allen viel zu riskant. Die letzte deutsche Serienproduktion, die mich wirklich interessiert hat, war glaub ich Allein gegen die Zeit.

    Ich schau vielleicht noch vier oder fünf Sendungen regelmässig. Dazu täglich nebenbei Scrubs (die einzige Serie, die bei mir auch in Dauerwiederholung nur geringe Abnutzungserscheinungen zeigt).

    Ich bin schon vor einem halben Jahrzehnt dazu übergegangen, mir meine ganzen Serien im Original aus dem Internet zu ziehen. Damals noch, weil es kaum eine andere Möglichkeit gab. Und inzwischen hab ich mich einfach so daran gewöhnt, alle meine Serien bequem und einfach per RSS-Feed der neuesten Torrents aussuchen und herunterladen zu können. Und von Festplatte kann ich sie schauen, wann ich will und wie oft ich will. Selbst in 720p passen da fast 1000 Folgen auf eine externe Festplatte. Vor allem muss ich mir keine Sorgen um unterschiedliche Anbieter, Formate, Sender, Sendeplätze, Programmplatz-Verschiebungen und -wechsel, Aufnahme-Einstellungen, etc, etc zu machen.

    Wenn mir eine Serie wirklich gefällt, schau ich dann mal, ob es sie zu einem vernünftigen Preis zu kaufen gibt. Früher auf DVD, jetzt eher aus Platzgründen als Kauf-Download. Schade, dass es kein dt. Hulu oder Netflix gibt…

  10. >In einem Punkt möchte ich widersprechen: Fernsehen kann noch richtig Spaß machen, wenn man dafür bezahlt. Sender wie FOX oder TNT Serie zeigen Serien ohne Werbung, regelmäßig und zuverlässig, mit nur minimalen Schnitten und umschaltbaren Sprachen.

    Halte ich für ein Gerücht.
    30.12.2012 – 15:40
    Zwischen den Welten
    ot: World’s Apart
    Staffel: 2
    Episode: 1

    04.01.2013 – 22:20
    Die Überlebenden
    ot: Live and Learn
    Staffel: 1
    Episode: 1

    Quelle:http://www.tnt-serie.de/shows/falling-skies/airtime

    Es laufen also offenbar 2 Staffeln parallel.
    Mir ist kein einziger Sender bekant der sowas wie ne Serien App(könnte ja auch in die Sender app integriert sein) hat,die Pusht wenn eine neue Folge kommt.

    Auch weiß man auch im PAy TV nie ob man die nächste Staffeln auch noch dort sehen kann.

    Sci hatte damals die original V Serie gezeigt.
    Als sie fertig waren,haben sie die Serie direkt wiederholt,allerdings statt in der woche wie zuerst am Wochende.

    Also beim PayTV schlägt man sich leider mit den selben Problmen wie beim FreeTV herum.

  11. Leider wahr.
    Erst gestern wieder hatte ich auch so ein Schlüsselerlebnis.
    N24 (!) zeigte den bildgewaltigen (oscar-prämierten) Naturfilm “Die Reise der Pinguine”. Nicht nur, dass er alle paar Minuten durch Werbung unterbrochen wurde, es lief auch ständig ein Nachrichtenband unten am Bildschirmrand (und das an Heiligabend).
    Da fragt man sich dann, warum so ein Sender Geld für einen hochwertigen Film ausgibt, wenn er ihn dann nur zersendet (fast hätte ich “vergewaltigt” geschrieben).

  12. @ Stefan:
    Da gebe ich dir recht, gerade das parallele Senden von neuen und alten Staffeln ist teilweise sehr verwirrend. Auch weil kein Sender im “Videotext” die genaue Staffel und Episode angibt und das eigene Verwalten zur logistischen Aufgabe wird. Mir hilft dabei Serienjunkies oder das coole watched.li:
    http://alpha.watched.li/

    Speziell Falling Skies läuft aber schon zum wiederholte Mal, das ist auch ein Vorteil von Pay TV: Bei einer neuen Staffel kann man alte Folgen einfach noch mal in Marathonprogrammierung raushauen.

    Ich stimme aber vollumfänglich zu das es noch viel Luft nach oben gibt. Ich würde auch gerne einzelne Serien oder Staffeln kaufen, aber teilweise weigern sich die Sender geradezu:
    http://www.golem.de/news/game-of-thrones-nimm-mein-geld-kampagne-soll-hbo-umstimmen-1206-92375.html

    Mir ist das völlig unverständlich, auch Skys “Pakete” Politik ist maximal kompliziert und unflexibel.

  13. Schöne Fest-, oder sollte man besser sagen Grabesrede. Ich habe mit dem deutschen Fernsehen auch so gut wie abgeschlossen und sehe mittlerweile auch fast nur noch Nachrichten, Dokus und gelegentliche Highlights wie Schlag den Raab, ansonsten sehe ich fast nur noch DVD und Internet-Videos. Die deutschen Fernseh-Sender haben es sich mit ihrer Mischung aus Lieb- und Interesselosigkeit und purer Gier nach schnellst- und größtmöglichem Profit selbst verscherzt. Die Produktion hochwertiger Serien und innovativer Show-Formate findet so gut wie gar nicht mehr statt, stattdessen wird das Unterschichtenfernsehen auf den Privaten mit Scripted Reality, Proll-Soaps (Berlin Tag & Nacht, Die Geissens, etc.) und Loser-Vorführ-Formaten (Schwigertochter gesucht & Co.) immer gruseliger, die Werbung wird immer dreister, und ARD und ZDF bringen nur noch die immergleiche Degeto- und Pilcher-Rentner-Einschlafhilfe.
    Ich bin es ja selbst leid, die immergleiche “Die Anderen können’s einfach besser”-Laier runter zu spulen, aber wie man es richtig macht, zeigen Länder wie Großbritannien, USA, Kanada, Australien. Natürlich ist auch dort nicht alles Gold, was glänzt und gibt es auch dort viel Mist, aber wenn man sieht, was dort gerade im hierzulande sträflich vernachlässigten Serien- und Unterhaltungs-Bereich produziert wird – man könnte sofort die Koffer packen und auswandern.

  14. [...] am ersten Weihnachtstag zur Primetime – und als eigentlich keine Hoffnung mehr für das Fernsehen als sinnvollem Medium zu bestehen schien – hat es das ZDF gewagt, in einer [...]

  15. [...] 60 Jahren ziemlich breit gemacht und Dir dabei nicht umbedingt Freunde. So kann man zum Beispiel im Fernsehlexikon lesen, das Du eingentlich gescheitert [...]

  16. Ich habe seit geraumer Zeit den Verdacht, dass die Serien deshalb so vergewaltigt werden, damit die Leute, die wirklich Wert darauf legen, gezwungen sind, ins Pay-TV zu wechseln oder sich DVDs zu kaufen. So kann man dort erhöhten Umsatz generieren und letztendlich verdienen Produktions-/Medienunternehmen unter dem Strich mehr.

  17. Dr. Frasier Crane,

    @ Michael Reufsteck: Ist die Kinder-/ Jugendserie “Das Geheimnis des siebten Weges” auch für Erwachsene zu empfehlen, die diese bisher noch nicht gesehen haben und somit auch keine nostalgischen Gefühle damit verbinden? Sind 23,99 Euro ( http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-Siebten-Weges-Jubil%C3%A4ums-Edition/dp/B008G8MS76/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1356479626&sr=8-3 ) gut investiert?

  18. Man schaue sich aber auch einfach mal an, was passiert ist, wenn in den letzten Jahren wirklich mal was Innovatives gesendet wurde. Meist waren die Quoten mau, da hilft es wenig, wenn die Fanbase umso enthusiastischer ist. Paradebeispiel sei nur “Im Angesicht des Verbrechens”. Hochgelobte Kritik, aber schlechte Quoten.

    Wenn das ein Privatsender nicht macht, kann ich das verstehen, aber Öffentlich-Rechtlich sollte viel mehr so etwas zeigen, sie sind nicht auf Quote angewiesen. Dass sie das wissen, erkennt man daran, dass sie richtig gute Filme in den späten Abend verschieben und auf tolle Quoten verzichten.

    Obwohl ich in der Tat nicht ausschließen kann, dass eine DEGETO- Produktion freitags abends nicht bessere Quoten erzielt als z. B. Babel, trotz Brad Pitt.

    Das wäre dann der Beweis, dass dieses Volk das Versehen, äh Fernsehen verdient hat, welches es bekommt.

  19. [...] Fernsehlexikon: Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist Bewerten:Share and Enjoy:TwitterE-MailDigg Schlagworte: Contentindustrie, Link, TV Kommentare RSS Feed [...]

  20. das Schlimme ist ja, daß man gezwungen wird, dafür jeden Monat seinen Beitrag abzudrücken. Dafür dass ich mir einmal am Tag die Tagesschau im Web ansehe wann ich es will, ist das garantiert zuviel. Den Rest kann man schon seit Jahren vollständig vergessen.

  21. Sehr schöner Bericht an einem sehr langweiligen zweiten Weihnachtstag und einem sehr langweiligen Weihnachten (auch wenn der Bericht von gestern ist). Danke und jetzt schaue ich ein paar Serien (nicht im TV…)

  22. Alles richtig…
    Und doch vieles zu einseitig gesehen.
    Sollte Fernsehen der einzige Lebensinhalt sein? Nein – Es gibt Bücher, den PC und das Internet, “Mensch ärgere Dich nicht” und Kneipen.
    Und dazwischen passt dann immer mal eine nette Fernsehsendung.
    Als Langseher aus den goldenen Jahren der ÖR (sogar noch in Schwarzweiß) habe ich immer gute Sendungen sehen können, die mir gefielen. Sogar in den Zeiten, als noch so etwas wie Sendschluss und Hymne gab. Als nicht 30 Sender im Hamburger DVB-T Sendungen in 24-Stunden-Schichten ausstoßen mussten.
    Ach ja – Joko und Klaas sind diejenigen, die es beim ausgefallenen Weltuntergang als erstes hätte erwischen müssen ;o))

  23. Glubschipupschi,

    Ausser der Tagesschau und den Tatort gibt es noch weitere Konstanten: das Vorabendprogramm bei RTL mit “Unter uns”, “Explo-”, “Exklusiv”, “RTL Aktuell”, “Alles was zählt” und GZSZ.

    Bei Pro7 vielleicht noch “Die Simpsons”

  24. Super Artikel.
    Aber die Kritik am schnodderdeutsch von Diet2
    kann ich nicht verstehen.
    Das englische original mag und kennt in England zu recht keine sau.

  25. Oh. Das erklärt, warum ich “Der siebte Weg “ nie wieder irgendwo gesehen habe…

  26. >aber Öffentlich-Rechtlich sollte viel mehr so etwas zeigen, sie sind nicht auf Quote angewiesen. Dass sie das wissen, erkennt man daran, dass sie richtig gute Filme in den späten Abend verschieben und auf tolle Quoten verzichten.

    Da täuscht du dich aber Gewaltig.
    ARD und ZDF brauchen auch den Rückhalt in der Geselschaft/Politik,und müssen dafür ihr immage bei den Wichtigen gruppen im Auge behalten.

    Und deswegen laufen eben gute filme mitten in der Nacht,und Serien werden genauso zerhunzt wie woanders,wenn nicht noch schlechter.

    Der ÖRR hat seine Legitimität längst verloren,und das wissen sie.

  27. Ich stimme dieser Tirade ja fast 100-prozentig zu. Und DVDs kauft man sich ja wirklich in Massen, um gute Serien überhaupt sehen zu können. Aber es kann doch nicht die Lösung sein, dass diejenigen, die an gutem Fernsehen interessiert sind, auf Pay–TV zurückgreifen müssen. Die Privaten finanzieren sich nicht schlecht aus Werrbung – und als Gegenleistung bekommt der Zuschauer zerstückelte Serien und reinsten Trash serviert. Die ÖRs kreigen unsere Gebühren – und im Gegensatz zum “Fernsehkritiker” (dessen Name mir gerade entfallen ist) zahle ich für einige Programme gern – liefern dafür aber auch nur bruchstückhaft wirklich ihrem Auftrag entsprechendes Programm. Wie gern wär ich mal einen Tag ARD-Intendant…

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  29. Absolute zustimmung. Aber in einem hast Du die Stärken des deutschen TVs (verglichen mit den USA u. Europa) vergessen. Nachrichten, Regionales, Reportagen, Dokus, da kann den Deutschen kaum einer das Wasser reichen – im Bereich Doku ist allenfalls die BBC noch besser.
    USA, Italien, Frankreich sind im Bereich Nachrichten, investgativem Journalismus, Reportagen hingegen eine Katastrophe, abhängig von Parteien und Wirtschaft. Da besteht in Deutschland wenigstens noch eine gewisse Unabhängigkeit, wenn auch nicht 100pro.

  30. Ein sehr sehr guter Artikel. RESPEKT
    Es gibt auch einen Haufen an Serien die zwar bei Uns angepriesen werden doch dann Nie gezeigt werden.
    Das Kürzen und weglassen von Folgen hat was mit den Länge der Staffeln zu tun,ich sag nur LOST,auch die Übersätzungen (Brech).Man will die Leute bei der Stange halten und Verkackt dann trozdem.
    Und die Öffentlich-Rechtlichen!!! Wer schaut das noch????
    Ich werde mich auch im nächsten wieder Bemühen keine GEZ zu Bezahlen,mal sehen wie weit ich komme!!!!
    Nice Night und mal wieder ABSCHALTEN

  31. Kann dem auch nur zustimmen, niemand will unterhalten. Das Fernsehn dient der meinungsmanipulation und zum geld verdienen, wenn man das bedenkt macht das alles auch sinn.

    PS: TNT zeigt aber wirklich ein paar gute serien.

  32. Zu “Das Geheimnis des siebten Weges”: Fans haben die verloren geglaubte deutsche Tonspur zusammen gesammelt und so ist dann diese DVD entstanden: http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-Siebten-Weges-Jubil%C3%A4ums-Edition/dp/B008G8MS76%3FSubscriptionId%3DAKIAI5ZN5RYDMF45I7EA%26tag%3Dwunschliste%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3DB008G8MS76

  33. Im TV geht es wie im übrigen neoliberalen Kapitalismus zu: Hauptsache billig. Gute Übersetzer werden so zwangsläufig arbeitslos, wenn sie sich nicht unter Wert verkaufen wollen. Der Billigheimer macht es dann für ein Butterbrot – mit der entsprechenden Qualität.

    Und wie sehr den Anstalten am Zuschauer gelegen ist konnte man auch bei der Fusion von SWF und SDR sehen.

    Wem da auch der Kragen platzt der sollte mal nach “Klagen statt zahlen” googlen und zumindest ab nächstem Jahr nur “unter Vorbehalt” seine Haushaltszwangsgebühr bezahlen.

  34. Eine ausführliche Replik auf diesen Text: http://fernseherkaputt.blogspot.com/2012/12/ist-nicht-nur-das-deutsche-fernsehen.html

  35. Es wird in vielen Artikeln ja immer das Geld genannt. Aber wie schaffen es dann bspw die Dänen so tolle Serien zu schaffen, die sogar international ankommen? Ich kenne mich in dem Fernsehmarkt nicht aus, aber alleine von den potenziellen Zuschauern dürften die Dänen deutlich weniger Geld zur Verfügung haben.

    Wenn dann noch solche Nulpen wie, auch in diesem Text, Joko und Klaas als talentiert bezeichnet werden dann liegt es vielleicth auch daran, dass die dt. Fernsehkritik Mittelmaß hochjubelt. Die beidne haben ernsthaft einen Preis für “Besondere Leistung” bekommen. Worin die bestand wird nichtmals der härteste Fan der beiden erklären können. Solange Kritiker und Preise sich mit Mittelmaß zufrieden geben und nichtmal richtig draufhauen dann wird es auch nicht besser werden.
    Die beiden werden als Zukunft verkauft, weil “niemand anderes da” ist. Das alleine sagt schon viel aus, aber nicht nur über das dt Fernsehen, sondern auch über über Kritiker und Jurys. Sollten die nicht auch neue Talente entdecken und mit positiven Kritiken und Preisen ihre Karriere ankurbeln?

    Es wird einfach zu viel schlechtes gelobt oder vollkommen verkannt. Siehe die Lobhudelei auf zdfneo als Brustätte von neuen Fernsehleuten und Showkonzepten. Wo waren die denn aber? Es waren doch nur alte Viva/MTV Nasen, die eingekauft wurden und dann das getan haben, was sie dort eh schon getan haben. Oder ist Sarah Kuttner ein Newcomer? Eppert mag ich bspw, aber das ist weder ein neues Konzept noch ist er ein junges Talent.
    Es wird zudem auch ständig über das Wegfallen von MTV und Viva gemeckert, weil von dort angeblich so viele Showgrößen herkamen, nur wo sind diese denn? Stefan Raab und ? Der Rest ist doch sang und klanglos untergegangen, hat in kleinsten Nischen etwas gefunden oder ist “Schauspieler” geworden.
    Vielleicht bräucht man da auch mal in der Kritik mehr Fachmenschen, die nicht einfach nur “fand ich persönloch nicht lustig” schreiben, sondern methodisch analysieren und vllt sogar verstehen, wie man eine Sendung macht. Die meisten Kritiken in Deutschland sind bloße Nacherzählungen des Sendungsverlaufs und dann eine kurze, persönliche Bewertung. Wenn ich eine subjektive Meinung haben will gehe ich auf Twitter, da bekomme ich hunderte, ungefiltert. In anderen Ländern klappt das auch, dort sind (ein paar) Kritiker auch dementsprechend anerkannt und respektiert.

    Die heute show ist leider auch so ein Fall, wo schlecht aus den USA kopiert wird und sich dann allen ernstes von den Machern darüber becschwert wird, wenn man das vergleicht. Dann denkt euch doch was eigenes aus und kopiert nicht.

    Am Publikum liegt es allerdings auch. Hier gibt es bspw keine wirkliche Late Night Kultur, weil es Leuten zu spät ist (LATE NIGHT, verstehste?) und Sendungen mit Anspruch werden nicht eingeschaltet. Ich finde eine reine Fixierung auf Quote fürchterlich, andererseits: wie sinnvoll sind Kultur und Bildungsendungen, die eh keine Sau guckt? Gibts aber auch außerhalb des Fernsehens, Museen sind an Tagen mit freiem Eintritt auch nicht wegen Überfüllung geschlossen.
    ich will auch nicht nur anspruchsvolles Fernsehen, aber zumindest handwerklich gut gemachtes. Ich will keine amateurhaft geschriebenen Scripted Realities, ich will keine “Entertainer” der Marke Joko/Klaas und Pocher, die ihre eigenen Witzchen zerlachen und ich will keine Betongesichter als Schauspieler.
    Anderswo klappt es doch auch. Aber Deutschland ist in solchen Dingen wirklich merkwürdig. Hier wird übrigens auch europaweit am wenigsten für Unterhaltung ausgegeben, im Internet wird kaum für etwas bezahlt und bei den Kinobesuchen pro Person pro Jahr sind wir auch weit abgeschlagen. Daran mag es auch liegen.

  36. Verstehe nicht, warum mein Kommentar nicht freigegeben wird. Kritiker vertragen wohl keine Kritik. Obwohl es bei mir keine Kritik war, sondern nur die Anmerkung, dass “Das Geheimnis des siebten Weges” in Deutsch wieder erhältlich ist, respektive von Fans rekonstruiert wurde auf Amazon gekauft werden kann.

  37. orinoco: “Im TV geht es wie im übrigen neoliberalen Kapitalismus zu”

    Ich bin immer wieder erstaunt, was für ein difuses Weltbild Menschen haben. Es ist natürlich auch einfacher alles auf einen vollkommen unscharfen Begriff runterzubrechen anstatt sich mit der sperrigen Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Außerdem ist “Kapitalismus” auch nur ein theoretischer Begriff, wie der Kommunismus, von der gleichen Person erfunden. Aber schon erstaunlich, was sich so alles mit “Der Kapitalismus” erklären lässt.
    Vielleicht ja sogar die Zwangsgebühr vollkommen ohne Wettbewerb bei den ÖR. Da könnte man, wenn man trollen wollte den Vergleich mit dem Sozialismus ansetzen. Werde ich allerdings nicht, weil ich das, wie beim anderen Beispiel, zu plump und vollkommen falsch halte.
    Am Geld liegt es sicher nicht. Denn dann wären nur Privatsender davon betroffen. Das ÖR hat eine unvorstellbare Summe, die großteils verplempert wird. Warum sind dort überhaupt Politiker in den Gremien? Wegen der Unabhängigkeit? Das widerspricht sich doch vollkommen. Wieso gibt es dort überhaupt Werbung? Reichen die Gebühren nicht? Wieso werdne Summen gezahlt, die absolut nicht den Marktwerten entsprechen? Roger Schwawinski hat sich mal über die Praktik der ÖR beschwert nicht in einen Handel über etwa Fußballrechte zu treten und mitzubieten, sondern einfach gleichmal um ein mehrfaches (ohne Not) zu überbieten.
    Siehe bspw die Champions League. Für Sat.1 kann sich das nur rechnen, wenn Bayern München weit kommt, die anderen dt Vereine ziehen nicht so viel. Selbst dann machen sie keinen großen Gewinn damit. Es bringt aber natürlich Marktanteile, die teuer erkauft werden. Wenn die dt Mannschaften ausscheiden, dann hat man massig Geld und Zuschauer verloren. Es ist also ein Glücksspiel und an dem beteiligt sich das ZDF. Wohlgemerkt zu Preisen, die auch mit viel Werbung gar nicht refinanzierbar wären. Dazu kommt noch, dass das gesamte Team deutlich größer ist als bei Sat.1.
    Vor ein paar Jährchen gab es den Treppenwitz mit Tatorten in 50 verschiedenen Städten. Warten wir nochmal zwei Jahre, dann sind es 51.
    Wer braucht 5 Politiktalkshows, die sich zwangsweise auf den Füßen stehen und wo sowieso nie etwas bei rauskommt, außer, dass man die Gäste nach einem Auftritt noch mehr hasst als vorher?
    Wieso kann die Degeto so viel Geld versenken ohne wirkliche Kontrolle?
    Wo zum Teufel ist der Nachwuchs? Die leidlich jungen Leute, die auf zdfneo zu sehen sind waren fast alle schon vorher jahrelang im Fernsehen zu sehen. Das sind keine Newcomer. Da hätte man dann auch bei Null anfangen müssen und nicht einfach aus der Konkursmasse bei MTV etwas zusammenkaufen.
    Ob man Moderatoren mag oder nicht ist Geschmackssache, allerdings sollte es dort doch nicht wie momentan darauf hinauslaufen, dass alle Schulter zuckend sagen: ‘Ja, wen anders haben wir halt nicht.’
    Anstatt mal nach neuen Leute Ausschau zu halten versuchte man ernsthaft mit einem 60 jährigen junge Leute vor die Kiste zu locken. Ein fast Rentner, der mit Sätzen angekündigt wurde wie “Der Thomas schickt mir auch mal per Email einen Youtubelink” Wenn das jemand in einer Comedyserie sagen würde, würde ich abwinken und sagen ‘Das ist zu weit hergeholt, so einen Blödsinn gibt es in Echt nicht.’ Gut, da lag ich dann vollkommen falsch.
    Ich finde es generell gut, wenn Menschen mehrere Chancen bekommen und nicht gleich bei einem Quotenflop die Karriere vorbei ist. Bei Thommy allerdings sind eigentlich alle Formate bis auf Wetten, dass… baden gegangen. Mit dem Geld was man bei Gottschalk versenkt hat hätte man sich auch 10 neue Shows leisten können, die katastrophal floppen. Dann hätte man aber wenigstens mal etwas Neues ausprobiert.

  38. @Anna:

    “Deutschland hat eines der vielfältigsten Rundfunkangebote, um das uns viele Länder beneiden. Unsere Nachbarn schauen unsere Programme regelmäßig. Warum wohl??”

    Dem kann ich nicht gänzlich zustimmen. Unsere Nachbarn (ich nehme mal an Du meinst Österreich & Schweiz, denn sonst gibt es keine deutschsprachigen Nachbarn) schauen die Sendungen entweder weil sie es müssen (Eurovision Kooperation, z.B. “Wetten, dass…?”) oder weil es zu wenig Alternativen in den eigenen Ländern gibt: ORF1/ORF2 …

    Wenn man sich die vielfalt der BBC anschaut, die wirklich weitestgehend Nieschen abdeckt (von Krimi bis Sci-Fi), muss man Dir schlicht widersprechen. Allerdings ist im angelsächsischen Raum Privatfernsehen eng mit Pay-TV verknüpft (Sky, Fox-Tel, usw.)

    Was die Werbeblöcke betrifft, stimmt es, dass diese mehrmals im angelsächsischen Raum eingeblendet. Allerdings gibt es dieses “1 Minute vor der Werbung nochmal wiederholen” auch im deutschen Fernsehen. Meistens sind es Serien, die auf Pro7 laufen.

  39. [...] [text] das deutsche fernsehen wird 60 – warum es gescheitert ist (fernsehlexikon) [...]

  40. Andreas (@Andy2600),

    Artikel ist ganz durchschnittlich. Leider hat er des Pudels Kern nicht getroffen.

    Gerade deutsche Synchro ist denke ich eine der besten weltweit!
    Und dann dieses Gemeckere wegen der US-Serien. Dann schauts halt übers Netz!! Fertig Punkt

    Was mir am meisten auffällt ist das niemand mehr richtig in das Fernsehen investiert bzw. in was Inhaltliches.
    Da wird nur über HD-Programme und Mediatheken geredet. Ist ja gut und Recht, aber wo bleibt den der Grund das Fernsehen einzuschalten?
    Wo gibt es witzige, geistreiche lange Dialoge? Wo wird man nicht als Rentner oder Vollpfosten angesprochen? Wo wird man im Fernsehen für ernst genommen?

  41. Hachja, wieder diese “Ich habe seit so und so viel Jahren kein TV mehr, probiers mal aus”-Leute unter den Kommentartoren, man auch das ist langweilig; wieso dann in einem Blog, wo es ums Fernsehen irgendwie gehen soll schreiben?! Furz!

  42. @ Gerry: Dein Kommentar war offenbar wegen des langen Links im Spamfilter gelandet. Verzeihung. Ich hab ihn dort rausgefischt.

    @ Dr. Frasier Crane: Kann ich leider nicht beurteilen, weil ich es “Das Geheimnis des siebten Weges” zuletzt in meiner Jugend gesehen habe.

  43. Hallo zusammen,

    erstmal mein Kompliment an Michael für den Artikel. Genau das Richtige für die Zeit um Weihnachten / Silvester, wo man ja ohnehin ganz gerne mal “Bilanz” zieht und sich um die großen und kleinen Dinge im Leben Gedanken macht.

    Von mir noch einige Anmerkungen zu den Themen, die im Artikel angesprochen wurden:

    1.) “Den Machern ist das Programm egal” / Wo sind die Talente?

    Hier sehe ich einen wesentlichen Punkt für die Misere. Viele Leute in den Redaktionen, Sendern, etc. haben offenbar keine große Leidenschaft (mehr?) für das, was sie tun. Dabei finde ich das erstaunlich – es drängen doch immer mehr (vor allem junge) Leute in den Medienbereich.

    Das müßte doch ein so großes “Angebot” an potentiellen Mitarbeitern sein, um hier die besten, talentiersten, motiviertesten und leidenschaftlichsten Leute auswählen zu können. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Stattdessen kommen einem viele Redaktionen und Mitarbeiter irgendwie “erstarrt” vor. Und mehr denn je scheint in vielen Fällen “Vitamin B” die beste Eintrittskarte in die Medienwelt zu sein.

    Resultat: Sender und Mitarbeiter schwimmen so immer in der gleichen Brühe und kreisen viel zu oft hauptsächlich um sich selbst. Strukturen sind oftmals erschreckend verkrustet, ähnlich wie auch in Parteien, Vereinen und anderen Institutionen. Irgendwie hat sich alles festgefahren…

    2.) Synchronfassung von Dr. House

    Bei Dr. House hat man (soweit ich weiß) bereits bei den Folgentiteln den Bogen zwischen erster und letzter Folge zerstört. Man muß aber die Macher der Synchronfassung auch ein Stück weit in Schutz nehmen:

    Ich vermute mal, daß das Synchronstudio zum Zeitpunkt, als die letzte Folge synchronisiert wurde, die erste Folge gar nicht mehr vorliegen hatte. Gibt es dann von der Produktionsfirma o.ä. keine ausdrücklichen Informationen zu irgendwelchen Rückbezügen, sind solche Dinge relativ schwer zu erkennen. Die amerikanischen Autoren in ihrem Writers Room dürften da ein entsprechendes Handbuch mit allen Infos haben.

    Man sieht doch auch bei Serien oft, daß Rückblick-Szenen aus früheren Folgen/Staffeln einfach erneut übersetzt und synchronisiert werden, und nicht das entsprechende Stück der ursprünglichen Synchro eingesetzt wird.

    3.) “Die 2″ und die Brandt-Synchro

    Gibt es eigentlich irgendwo genauere Informationen zum Thema, ob/inwiefern die deutsche Synchro für den Erfolg von “Die 2″ in Deutschland verantwortlich ist?

    Meist liest man ja nur entweder die Legende “In England ein Mißerfolg, in Deutschland dank toller Synchro ein Erfolg” oder aber das Dementi “Stimmt alles gar nicht!”. Ich habe aber bislang noch nirgends eine genauere “Analyse” o.ä. gefunden und viele Quellen widersprechen sich irgendwie.

    4.) Kürzungen bei Columbo

    Da werden wohl ein paar Dinge etwas vermischt. Ein paar wenige Folgen wurden von der ARD wohl schon für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm gekürzt. In mindestens einem Fall wird vermutet, daß die ARD schon die gekürzte Syndication-Fassung für die Synchro bekam.

    Für Wiederholungen im Vorabendprogramm wurden dann aber bereits vorhandene, vollständige Master gekürzt. Diese Folgen laufen bei der RTL-Familie aber wieder komplett in der ursprünglichen ARD-Fassung. Das Problem war da aber, daß Universal für die erste(?) Columbo-Staffel auf DVD aus irgendeinem Grund vermutlich diese gekürzten Master erwischt hatte, sodaß da bei einigen

    Folgen größere Teile im “Original mit Untertiteln” sind.

    Das Kernproblem dürfte da sein, daß bei Sendern, Produktionsfirma und DVD-Verlagen teilweise einfach das Knowhow für die Sendungen fehlt, die man da verwertet. Da fehlen einfach die Freaks, die in ihren Episodenführern und Internet-Foren längst genau ermittelt haben, wo was in welcher Folge fehlt und wann sie auf welchem Sender in welcher Fassung zu sehen war.

    5.) “Das Geheimnis des siebten Weges”

    Ja, angeblich soll der SWF/SWR die deutschen Sendebänder für diese Serie vernichtet haben, sodaß für die deutsche DVD auf die Tonspur von VHS-Mitschnitten zurückgegriffen werden mußte (die deutsche, restaurierte Tonspur der Mitschnitte wurde an ein neues, niederländisches Bildmaster angelegt). Dieser Vorwurf schaffte es sogar in die TV Spielfilm, als die DVD auf den Markt kam.

    Das wäre aber mal ein schönes Thema für genauere Recherchen: Was haben denn ARD/ZDF noch von früher ausgestrahlten Lizenzserien im Archiv? Und wie ist überhaupt so die Archivierungspolitik der einzelnen Sender? Das ZDF hat wohl noch einige früher gezeigte US-Serien im Bestand. Vom SWR hat man auch schon gehört, daß interessierte Zuschauer noch Mitschnitte von fast schon vergessenen Serien bestellen konnten.

    Wer weiß… vielleicht ist “der siebte Weg” auch nur im Zuständigkeitswirrwar der verschiedenen SWR-Archive an den einzelnen Standorten untergegangen? Daß man die Serie vorsätzlich vernichtet hat, mag ich kaum glauben. Leider kommt man da als Außenstehender nur schwer an Infos.

    6.) “Fernsehen hat keine Zukunft bzw. Gegenwart mehr”

    Bei dem Thema muß ich immer an eine Folge von “Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert” denken, wo Commander Data zum Thema Fernsehen sagt (sinngemäß zitiert): “Dieses primitive Medium hat das Jahr 2040(?) nicht überlebt”.

    Als ich die Szene irgendwann vor ca. 10-15 Jahren erstmals sah, mußte ich lachen (weil mir das in einer immer technischer werdenden Welt völlig abwegig erschien). Heute halte ich diese “Prognose” aber für gar nicht mehr so unrealistisch.

    7.) Buchtipps

    Da weiter oben der frühere Sat1-Chef Roger Schawinski angesprochen wurde: Seit Buch “Die TV-Falle” ist zwar schon ein paar Jahre im Handel, aber immer noch ein interessantes Buch mit einigen Blicken hinter die Kulissen.

    Und wenn wir schon bei Buchempfehlungen sind: Der ehemalige ZDF-Intendant Dieter Stolte hat ja vor kurzem seine Erinnerungen an das ZDF herausgebracht. Auch da ist so manche interessante Anekdote drin enthalten.

  44. [...] das nächste große Ding auf seinen Durchbruch wartet, das wir dann auf dem Second Screen feiern, während das TV-Programm wegnickt und Print für uns Digitalos gar keine Rolle mehr spielt, die meisten unserer weniger netzaffinen [...]

  45. Ist die Buchbranche gescheitert, weil es im Buchladen auch “Das Geheimnis”, die Bis(s)-Reihe oder Eragon gibt?
    Ich mag keine Pauschalisierungen!

  46. Danke für den leidenschaftlichen und ausführlichen Artikel!

    Als jd., den das Thema Synchro größtenteils frustriert, finde ich es hoch interessant ein bisschen was Fundierteres über die andere Perspektive, Synchrongeschichte usw. zu lesen. Weitere Infos würden mich auch hier auf dem Blog sehr interessieren.

    @Mathias: ZDF-Info wirkt mitunter als hätte sich das ZDF sein eigenes N24 geschaffen. Dann beruhigt es mich im Gegenzug, dass Formate wie 37° immer noch erfolgreich sind. Reportagen und Kurzdokus sind die Dinge im dt. Fernsehen, die mich (neben ein paar anderen Dingen) am ehesten begeistern und unterhalten. Ich finde eigtl. viele Reportagen der ARD passabel.
    Jedenfalls im Vergleich zu dem, was bei “ZDF ZOOM” so abgeht: Die ganze Cinema Verité-Masche wirkt aufdiktiert und …unprofessionell und immer wenn ich reinschalte forschen die Journalisten total investigativ in einem Supermarkt nach, in dem sie die Infos auf Verpackungen durchlesen. Einfach nur traurig.

  47. [...] Fernsehlexikon: Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist (via [...]

  48. Fernsehen kann noch richtig Spaß machen, wenn man dafür bezahlt. Sender wie FOX oder TNT Serie zeigen Serien ohne Werbung, regelmäßig und zuverlässig, mit nur minimalen Schnitten und umschaltbaren Sprachen. “

    Wow, das ist DIE Lösung! Man versaut bewusst die werbefinanzierte Ausstrahlung dermaßen, dass die Leute mit Freuden mehr fürs Pay-TV hinlegen. Man muss nur drauf kommen.

    Gerade deutsche Synchro ist denke ich eine der besten weltweit!

    Nur weil der Rest noch schlechter ist, wird die deutsche noch lange nicht gut.

  49. Dem Artikel kann man nur vollumfaenglich zustimmen.
    Frueher[tm] habe ich 4-6 Stunden am Tag ferngesehen, zumindest zwischen 20:15 und 0:00 hat sich immer irgendwo was interessantes gefunden.. Spielfilme, Serien, Dokus, auch mal Gameshows.
    In den letzten Jahren laeuft mein Fernseher wenns hoch kommt 3-4 Stunden in der Woche, und das auch oft nur stummgeschaltet, nur damit die Decoderkarte nicht deaktiviert wird – oder Hintergrundberieselung mit DMAX, ARTE oder BR Alpha, weil die wenigstens hin und wieder was interessantes oder unterhaltsames haben.
    Mittlerweile kann man ja die Sender nicht mal mehr auf den ersten Blick unterscheiden, weil sie alle das gleiche bringen. Ich denke, mit der Nachmacherei fing der Niedergang an. RTL brachte mit Hans Meiser die “erste” Talkshow, ein paar Monate drauf hatte jeder Privatsender eine (Vera, Schreinemakers, hastenichtgesehen). SAT1 hatte (afaik) die erste Gerichtsshow, ein paar Monate drauf hatte jeder Privatsender eine. Rinse and repeat fuer Psychoschwafeltanten, Castingshows, Millionenshows, “Kriminal”serien. So langsam gehen ihnen ja die bekannten Grossstaedte fuer die SoKos aus. Eine schlechter als die andere.
    Mein Interesse an (importierten) Serien hat mir das deutsche Fernsehen schon vor zwanzig Jahren kaputtgemacht.. bei McGyver wurden immer die gleichen zehn Folgen geloopt, bei Denver Clan wurden die Staffeln vertauscht und damit die Story total kaputtgemacht, meine liebsten Sitcoms (Hoer mal wer da haemmert, Wer ist hier der Boss, Schrecklich nette Familie,…) alle auf halber Strecke abgesetzt oder auf unmoegliche Zeiten verlegt. So gewinnt man keine Stammkunden.
    RTLnitro macht mittlerweile wieder einiges an Boden gut bei mir, die rollen zumindest die Sitcoms wieder in halbwegs brauchbarer Reihenfolge auf.. aber vermutlich ist es doch sinnvoller, ich hole mir die auf DVD, bevor denen auch irgendein Bloedsinn mit den Sendezeiten einfaellt.

  50. [...] http://www.fernsehlexikon.de/9908/das-deutsche-fernsehen-wird-60-warum-es-gescheitert-ist/ [...]

  51. [...] Textes ist der ja schon vielfach empfohlene und fälschlicherweise als „Rant“ gelobte Text „Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist“ von Michael Reufsteck auf fernsehl…. Im Grunde beklagt Reufsteck darin, dass den Fernsehmachern die Leidenschaft fehle. In seinen [...]

  52. Ültje van Mandelen,

    Der einzig logische Schluss aus der richtigen Grundthese, die hier ziemlich einseitig mit dem wohl eher kulturpessimistisch empfundenen, vermeintlichen und Untergang der Serienkultur zu begründen versucht wird, ist: Das Zeitalter von “Fernsehen” ist vorbei. Es ist nicht “gescheitert” und auch nicht nur in “Deutschland”, sondern es macht einfach keinen Sinn mehr, auf ein paar hundert Kanälen wild und bunt und nach einem willkürlichen, irrationalen Schema zu festen Terminen Material zu versenden.

    Die technischen Möglichkeiten für bedarfsgerechtes Senden sind längst da, und die Kapazitäten in der Luft und im Breitbandkabel könnte man erheblich sinnvoller nutzen, würde man einfach jedem Nutzer erlauben, was immer er sehen will wann immer zu sehen. Selbst die Idee der gebührenfinanzierten Grundversorgung (die man bei der Gelegenheit mal wieder auf ein dem Namen gerecht werdendes Maß zurückstutzen [im gesamtsendezeitlichen Sinne] und erweitern [im inhaltlichen Sinne] könnte) ließe sich hier fortführen; Sendungen von ARD und ZDF könnten ohne zusätzliches Abonnement bezogen werden.

    Serien gäbe es wann immer man will, aber eben auf Anforderung – neue wie alte. Und das gleiche auch für Bohlen und sonstige Hohlen.

    Warum wir davon im Jahr 2013 immer noch Lichtjahre entfernt sind und uns stattdessen Programmpakete mit 300 und mehr 24/7-Kanälen kaufen, von deren Sendegehalt insgesamt sicher 99% jeden Monat an uns vorbeiflimmern – das lässt sich rational für meine Begriffe einfach nicht mehr erklären.

    Wenn man aber nun mal Fernsehen als Broadcast behalten will, weil man damit groß wurde (=weil wir das schon immer so machen), und es am liebsten wie früher hätte (weil früher alles besser war), dann muss man auch damit leben, dass die Sendepläne und -zeiten von anderen festgelegt werden. Filterautonomie? Wat?

  53. [...] Fernsehlexikon » Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist – Großartiger Text über den Zustand des deutschen Fernsehens Share this:Gesammelte Links aus dem Google Reader: Schwäbische Verschwörung entschlüsselt | Reptilienfonds – Gekonnt schaffte es der SWS, nur das Nervige am Schwabenhaften in Berlin zu etablieren. Eigenschaften wie eine funktionierende… [...]

  54. Danke!!!!!!!

  55. Danke.
    Danke für die treffende Diagnose, und danke für die Erklärung, warum ich auf Beiträge auf einem sehr geschätzen Blog in letzter Zeit immer länger hoffen muss.
    Und: Schade. Ich würde gerne wieder mehr Hintergründiges und Analysen dieser Art lesen.

    PS: Dafür bin ich auch bereit, zu flattern. Wäre das ein Anreiz?

  56. Sehr schön präziser Artikel, großes Lob. Insbesondere schön, dass neben den üblicherweise genannten Schandtaten wie Kürzungen und Auslassungen bei Serien auch mal auf falsch gesetze Werbeblöcke hingewiesen wird. VOX ist darin meisterlich, wie es auch bei Kürzungen seinesgleichen sucht (aus 23 Min werden 20 Min.).

  57. [...] Los geht es mit diesem lesenswerten Rant über das deutsche Fernsehen, den ich in fast allen Punkten unterschreiben würde. Also, jetzt erstmal lesen: “Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist” [...]

  58. Der Kritik kann ich mich nur anschliessen. Der Knackpunkt liegt für mich am Umgang der Sender mit ihrem Publikum. Das ist in den letzten Jahrzehnten immer schlimmer geworden und führt letztlich zu genau dem beschriebenen Phänomen: Warum soll man noch traditionelles Fernsehen gucken, wo lieblos etwas versendet wird, wenn man diese Inhalte auch gezielt (DVD/Internet) zu beliebigen Zeiten konsumieren kann?
    Die große Frage an dieser Entwicklung ist doch nur, wann sich die Verantwortlichen dieser Realität stellen und z.B. die Quotenmessung anpassen? Aber selbst in den USA wird man sich dieses Problems bei den Sendern nur allmählich bewusst. Insofern wird bei uns wohl auch noch auf Jahrzehnte das Programm von dem beeinflusst, was sich einige wenige Haushalte im überholten Medium “Echtzeitfernsehen” ansehen.

  59. Das Schlimme an den Quoten ist ja nur, da gibt es ein Nest, in dem hauptsächlich gemessen wird. Und dann wird mal eben auf ganz Deutschland hochgerechnet. Langsam glaube ich ja das die dort bewußt Publikum “auswählen”. Damit eben genau die gewünschten Zahlen erscheinen. Somit können Sie sich dann wieder verteidigen, wenn es um Gebühren geht. “Ja aber die schauen ja alle… “

  60. Sehr schade, dass es so weit kommen musste, aber Angebote wie Youtube sind ein fach wesentlich flexibler als das Fernsehen und Youtube arbeitet weiter daran auf das Niveau vom Fernsehen zu kommen. Die Fernsehsender müssen endlich einsehen, dass es nicht mehr läuft wie vor 10 oder 20 Jahren. Die Technik ermöglicht mittlerweile viel mehr als statisches Fernsehprogramm und da muss man sich endlich mal anpassen.

  61. [...] rechnet mit 60 Jahren Fernsehen ab und kommt zu dem Schluss, dass es gescheitert ist. Ich selbst besitze keinen Fernseher und [...]

  62. Toller Artikel, der es total auf den Punkt bringt! Ich hätte es nicht besser formulieren können! Weiter so!

  63. [...] Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist: Heute vor 60 Jahren begann das Fernsehen in Deutschland mit der Ausstrahlung von regelmäßigem Programm. Wann es wieder damit aufgehört hat, kann nicht exakt rekonstruiert werden. Das Fernsehen in Deutschland hat seine besten Zeiten hinter sich. – http://www.fernsehlexikon.de/9908/das-deutsche-fernsehen-wird-60-warum-es-gescheitert-ist/ [...]

  64. [...] Plan B, wenn es mit dem Staatsexamen nicht klapptPortrait der Zschäpe-Verteidigerin Anja Sturm in der BrigitteArzt zieht betäubtem Patienten 20 Zähne ohne Zustimmung – die Zulassung ist wegAngstklauseln: Eine bemerkenswerte Sammlung von E-Mail DisclaimernPapier kritisiert Vergabeverfahren und favorisiert stattdessen VideoübertragungGehört der Mond zu den USA und kann man dort ein Grundstück kaufen?Älter aber lesenswert: Warum das deutsche Fernsehen gescheitert ist [...]

  65. [...] Plan B, wenn es mit dem Staatsexamen nicht klappt Portrait der Zschäpe-Verteidigerin Anja Sturm in der Brigitte Arzt zieht betäubtem Patienten 20 Zähne ohne Zustimmung – die Zulassung ist weg Angstklauseln: Eine bemerkenswerte Sammlung von E-Mail Disclaimern Papier kritisiert Vergabeverfahren und favorisiert stattdessen Videoübertragung Gehört der Mond zu den USA und kann man dort ein Grundstück kaufen? Älter aber lesenswert: Warum das deutsche Fernsehen gescheitert ist [...]

  66. […] Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist […]


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