Akte X

1994-2003 (Pro Sieben). „Die unheimlichen Fälle des FBI”. 202-tlg. US-Mysteryserie von Chris Carter („The X‑Files”; 1993-2002).

Die FBI-Agenten Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) befassen sich mit den X-Akten: ungeklärten, paranormalen Phänomenen. Mulder glaubt an die Existenz von außerirdischem Leben, seit seine Schwester mit acht Jahren von Außerirdischen entführt wurde, Scully dagegen ist skeptisch. Ursprünglich war sie Mulder vom FBI zugeteilt worden, um ihn zu überwachen. Gemeinsam gehen sie Fällen von UFO-Sichtungen nach, Monstern, Mutationen und merkwürdigen Malen, Formwandlern, nachwachsenden Köpfen und spontaner Selbstentzündung sowie einer Verschwörung seitens der Regierung. Häufig scheint es, als wisse die Regierung mehr und sei gar nicht an einer Aufklärung der Fälle interessiert. Zwischendurch werden die X-Akten daher gelegentlich geschlossen, letztlich bekommen Mulder und Scully aber immer ihren Job zurück.

Der stellvertretende FBI-Direktor Walter Skinner (Mitch Pileggi) ist Mulders und Scullys Vorgesetzter und unterstützt sie oft, obwohl er eigentlich auf Regierungsseite stehen müsste. Der mysteriöse Kettenraucher (William B. Davis), dessen Namen niemand kennt und den Mulder nur „Krebskandidat” nennt, scheint die Antwort auf alle Fragen zu kennen. Der „Mann mit der tiefen Stimme” (Jerry Hardin), dessen wahre Identität Mulder selbst nicht kennt, ist anfangs dessen Informant. Seinen Rat sucht Mulder in besonders ausweglos erscheinenden Situationen. Er wird am Ende der ersten Staffel ermordet, und Mulder informiert sich nun bei „Mr. X” (Steven Williams). Drei exzentrische Konspirationstheoretiker namens Melvin Frohike (Tom Braidwood), Ringo Langly (Dean Haglund) und John Byers (Bruce Harwood), die das Verschwörungsmagazin „Die einsamen Schützen” herausgeben, scheinen außerdem in jeder noch so obskuren Situation helfen zu können. Alex Krycek (Nicholas Lea) ist ein FBI-Agent, dessen Absichten nie ganz klar werden, die aber oft nicht als gut erscheinen. Er ermordet Mulders Vater und Scullys Schwester, scheitert aber an Mulder selbst und entpuppt sich später als russischer Doppelagent.

Zu Beginn der vierten Staffel im Herbst 1997 wird Scully von Außerirdischen entführt. Sie kommt zurück nach Hause, erkrankt als Folge aber ein Jahr später an Krebs, der jedoch geheilt werden kann. Mulder findet in der sechsten Staffel immer mehr Beweise für eine Regierungsverschwörung und dafür, dass eine Invasion Außerirdischer bevorsteht, für deren Fall bereits mit der Herstellung von Alien-Mensch-Hybriden begonnen wurde, die dann als Sklaven dienen sollen. Die siebte Staffel bringt ans Licht, dass der Krebskandidat Mulders wahrer Vater ist. Krycek schubst im Frühjahr 2001 den inzwischen schwer kranken Krebskandidaten im Rollstuhl die Treppe hinunter und scheint ihn damit zu töten. Gleichzeitig wird Mulder von Außerirdischen entführt, und Scully kommt scheinbar wie die Jungfrau Maria zu einer Schwangerschaft – eine Spätfolge der Entführung. Agent John Doggett (Robert Patrick) wird während Mulders Abwesenheit den X-Akten zugeteilt und geht nun mit Scully mysteriösen Vorkommnissen und dem Verschwinden Mulders nach. Es beginnt eine entspannte Phase, in der die komplizierten Verschwörungszusammenhänge für eine Weile außen vor bleiben und stattdessen Scully und Doggett ganz schlicht, wie in den Anfangsjahren Mulder und Scully, in einigen in sich abgeschlossenen Episoden den grünen Waldgeist jagen. Oder so.

Mulder taucht in der Mitte der achten Staffel wieder auf, scheint tot zu sein, wird aber von dem außerirdischen Virus geheilt. Scully bringt ihr Kind zur Welt, William (James und Travis Riker), das zwar überraschend weder grün ist noch lustige Antennen auf dem Kopf hat, aber natürlich trotzdem ein Mutant ist, der schon mit wenigen Monaten telekinetische Fähigkeiten hat, auf die es die Außerirdischen abgesehen haben. Die beiden asexuellsten Menschen im gesamten Fernsehen, Mulder und Scully, küssen sich, doch die Frage, ob Mulder womöglich der Vater des Kindes sei, bleibt offen, und er verlässt das FBI.

In der neunten und letzten Staffel führen Doggett, Scully und die neue Agentin Monica Reyes (Annabeth Gish) sein Werk fort. Die einsamen Schützen sterben durch ein Virus, das ein böser Professor gezüchtet hat. Mulder kehrt im zweistündigen Serienfinale zurück. Er steht vor Gericht und ist angeklagt, jemanden umgebracht zu haben, der ein außerirdischer Supersoldat und gar nicht sterblich ist. Das Tribunal besteht aus etlichen bösen Aliens und Regierungsverschwörern, und Mulder wird für schuldig befunden. Doggett und Skinner befreien ihn aus der Todeszelle und finden gemeinsam den Krebskandidaten in einem Indianerreservat in New Mexico, nahe Roswell, wo 1947 ein Raumschiff abgestürzt war. Die magnetischen Felsen dort beschützen die weisen Indianer vor dem Virus, mit dem die Erde infiziert ist. Doch Mulders Verfolger sind schon da und sprengen die gesamte Gegend in die Luft und töten dabei den Krebskandidaten. Mulder und Scully entkommen und kuscheln.

„Die Wahrheit ist irgendwo da draußen” wurde zum Leitsatz der Serie. Einige Folgen brachen das übliche Format und waren in Schwarz-Weiß oder Breitwand gedreht, andere nahmen sich selbst oder andere Fernsehserien auf dem Arm. In Deutschland lief Akte X an wechselnden Wochentagen zur Primetime und wurde zu einem der größten Erfolge von Pro Sieben. Die Serie löste in den USA wie in Deutschland einen Mystery-Boom aus, der viele weitere Serien mit sich brachte, die übernatürlichen Phänomenen auf den Grund zu gehen versuchten. 1998 kam „Akte X – Der Film” ins Kino, der am 16. April 2001 im Fernsehen lief – ausgerechnet beim Pro-Sieben-Konkurrenten RTL, und zwar – huch! – auf dem Akte X-Sendeplatz an einem Montag um 20.15 Uhr. Die drei Konspirationstheoretiker bekamen 2001 in den USA ihre eigene (Comedy!-)Serie Die einsamen Schützen, die jedoch floppte und schon wieder eingestellt war, als sie zu Akte X zurückkehrten und dort starben.

10 Kommentare


  1. [...] Serienableger von Akte X: Die exzentrischen Computerfreaks Ringo Langly (Dean Haglund), John Fitzgerald Byers (Bruce Harwood) und Melvin Frohike (Tom Braidwood), Herausgeber der Zeitschrift »Die einsamen Schützen“, die sich mit Konspirationstheorien befasst, und langjährige Informanten von FBI-Agent Fox Mulder, lösen hier ihre eigenen mysteriösen Fälle und Verschwörungen. Oder versuchen es zumindest. Meistens geht alles drunter und drüber und vor allem schief, denn so genial sie sind, so ungeschickt sind sie auch. Ihnen fehlt einfach die Übung im sozialen Umgang mit normalen Menschen. Ihre Konkurrentin, die Reporterin Yves Adele Harlow (Zuleikha Robinson), ist so ein normaler Mensch. Der reiche Jimmy Bond (Stephen Snedden) hilft den Schützen, vor allem aber finanziell, denn im praktischen Einsatz ist er auch nicht fähiger als die drei. Ihre Verlags- und Einsatzzentrale ist eine Lagerhalle in der Nähe Washingtons, unterwegs sind die einsamen Schützen in einem alten VW-Bus. [...]

  2. [...] musste. Und dann geschah irgendwas Merkwürdiges. Also quasi eine Mischung aus James Bond und Akte X. Michael in [...]

  3. [...] um Liebe, Freundschaft und Beruf und immer wieder ums Fernsehen. Die Simpsons parodieren u. a. Akte X, M.A.S.H., Dallas, Die Unbestechlichen, Raumschiff Enterprise und Das Geheimnis von Twin Peaks. Die [...]

  4. [...] mit Außerirdischen zu tun hatte, war der Produzent dieser Serie, die eine Mischung aus Akte X und Teenie-Soap war. Alex-Darsteller Colin Hanks ist der Sohn von Tom Hanks. Titelsong war „Here [...]

  5. [...] Akte X American Idol Bill Cosby Show Buffy – Im Bann der Dämonen Cheers The Daily Show with Jon Stewart Dallas Friends Das Geheimnis von Twin Peaks General Hospital Gilmore Girls Late Night with David Letterman Lost Das Model und der Schnüffler Monty Python’s Flying Circus The Oprah Winfrey Show The Price Is Right Rauchende Colts Raumschiff Enterprise Roseanne Eine schrecklich nette Familie Seinfeld Sesamstraße Sex And The City Die Simpsons Six Feet Under Die Sopranos South Park Spongebob Schwammkopf 24 [...]

  6. [...] gerecht zu werden, oder weil der Versuch, zum Schluss was ganz Besonderes aufzufahren, scheitert. Akte X, Seinfeld oder die bei uns noch nicht gezeigten finalen Folgen von Will & Grace und den [...]

  7. [...] dass eines Tages eine kleben bleibt. Die letzte, die kleben blieb, war vor dreizehn Jahren Akte X. Die letzte, die runterfiel, war vor zwei Monaten Jericho. Ironischerweise begegnen uns beide in [...]

  8. [...] bestückt und das für ein Prestigeobjekt hält, seit in den 90er-Jahren mit Akte X mal eine Mysteryserie erfolgreich [...]

  9. [...] und seine Affäre Mia. Den Hank-Darsteller David Duchovny erkennen Sie sofort aus Akte X. Die Mia-Darstellerin womöglich erst auf den zweiten Blick: Madeline Zima spielte in den [...]

  10. Eine Super Sci- fi-Horror- Mystery und Thriller Serie. Habe mich damals immer darauf gefreut, wenn es hieß , 20:15 Uhr, Akte X – Zeit. Für die 90 er Jahre sehr aufwendig inszeniert. Fast Spielfilm- Charakter. Die Titelmusik von Mark Snow etablierte sich zum Ohrwurm. Die beiden Hauptdarsteller, David Duchovny und Gillian Anderson harmonierten perfekt miteinander. Allein durch die charismatische Synchro von Benjamin Völz, der seine Stimme Fox Mulder lieh, hatte einen großen wiedererkennungswert ( ohne die Stimme ist es für mich nicht Fox Mulder ).
    Auch alle anderen Nebenrollen, die sich bei einigen Charaktären ,nach und nach zu Hauptpersonen entwickelten sind Top besetzt ( Allein schon der Krebskandidat).
    Man muss auch dazusagen, das nach der 5 und 6 Staffel, so langsam die Puste für Ideen ausging. Die Haupt bzw Doppelfolgen waren durch ihren Handlungsfaden noch spannend und aufschlussreich, jedoch viele andere Folgen versuchten sich in Richtung Komik zu bewegen. War nicht ganz mein Ding.
    Trotzdem im gesamten X – Universum , ist oder war diese Serie einfach kultig, und gehört zum besten was das Fernsehen je hervorgebracht hat.
    Im Gesamturteil: 10/10 Entführungen


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