Die daneben werden die in der Mitte sein

Wer ein großer Star werden möchte, sollte die Hauptrolle in einer Sitcom besser ablehnen. Eine Nebenrolle wäre aber ein richtiger Schritt.

Ich kann nicht erklären, wie es kommt, aber mir fällt auf, dass in mehreren Fällen der Hauptdarsteller einer Serie neben den „Neben“-Figuren verblasst. Aktuelles Beispiel: How I Met Your Mother. Josh Radnor ist als Ted Mosby die zentrale Figur, um die sich eigentlich die ganze Serie dreht. Der tatsächliche Star ist aber längst Neil Patrick Harris als Barney Stinson, von dem nicht nur die meisten Sprüche stammen, die legendär geworden sind, sondern der auch über die Serie hinaus inzwischen eine große Nummer in Hollywood geworden ist. Zuletzt war er der menschliche Hauptdarsteller in der Kinofassung der „Schlümpfe“ und wirkte im „Harold & Kumar“-Weihnachtsfilm mit, in dem er zwar weder Harold, noch Kumar spielte, aber zwischen den beiden den Mittelpunkt des Filmplakats einnahm.

Sogar Jason Segel, der den Langweiler Marshall Eriksen spielt, hat eine beachtliche Kinobilanz: In „Bad Teacher“ spielte er jüngst neben Cameron Diaz und Justin Timberlake, und als Hauptdarsteller hatte er Erfolg mit dem Film „Nie wieder Sex mit der Ex“, den er auch geschrieben hatte. Für den neuen Film „Die Muppets“, der im Moment in den Kinos läuft, listete der „KulturSPIEGEL“ die Hauptdarsteller wie folgt: „Kermit, Miss Piggy, Jason Segel, Amy Adams, Gonzo.“ Auch hier ist Jason Segel wieder Co-Autor des Drehbuchs.

Und was macht Josh Radnor nebenbei? Auch er hat schon eine Kinohauptrolle in einem Film gespielt, dessen Autor und Regisseur er war, „happythankyoumoreplease“. Der war gar nicht schlecht, bekam gute Kritiken und gewann den Publikumspreis beim Sundance Festival. Nur: Im Kino wollte ihn niemand sehen. Einspielergebnis: 215.000 Dollar. In Deutschland startete der Film erst gar nicht, erschien aber mittlerweile auf DVD. Zum Vergleich: „Nie wieder Sex mit der Ex“ spielte 105 Millionen ein, „A Very Harold & Kumar 3D Christmas“ 34 Millionen und „Die Schlümpfe“ mehr als eine halbe Milliarde.

In den 80ern war es Woody Harrelson, der als naiver Barkeeper in Cheers nur eine Nebenrolle spielte, aber im Gegensatz zu Hauptdarsteller Ted Danson Kinokarriere machte.

Und es gibt noch ein anderes bekanntes Beispiel aus jüngerer Zeit: Topher Grace war der Hauptdarsteller der langlebigen Sitcom Die wilden 70er, die erst vor sechs Jahren zu Ende ging. Er spielte auch in ein paar Kinofilmen mit, u.a. „Valentinstag“, „Reine Chefsache“ und „Spiderman 3“ – aber wer erinnert sich heute noch an ihn? Oder fragen wir anders: Für wen ist Topher Grace eher ein Begriff als zwei andere Mitglieder aus dem damaligen Ensemble: Mila Kunis und Ashton Kutcher?

Inzwischen ist dieser Ashton Kutcher nach mehreren Kinoerfolgen auch wieder in einer Sitcom zu sehen. Diesmal zweifellos als Hauptdarsteller. Vielleicht wird aus Jon Cryer also doch noch ein Superstar.

Michael, 21. Januar 2012, 16:37.

31 Kommentare


  1. Hauptdarsteller sind lahm. Die struktur der meisten sitcoms (auf jeden fall der im artikel zitierten) ist immer so, dass der main character einen mehr oder weniger langweiligen „straight guy“ spielt der sich im „verrückten“ alltag bewähren muss. als sidekick stellt man ihm figuren an die seite, die schräger sind als er und deren darsteller sich richtig austoben und zeigen können, was sie drauf haben.

    (Natürlich gibt es ausnahmen, aus King of Queens hat zB bislang nur Kevin James nennenswerte Kinorollen gehabt, soweit ich weiss.)

  2. ich weiß nicht ob eine kinokarriere unbedingt der maßstab ist in zeiten in denen die musik längst bei hbo spielt und hollywood eher im comic und videospielfranchisegeschäft steckt, aber die tendenz das oft die von denen man es am wenigsten denken würde später groß rauskommen stach mir auch schon ins auge.

    ich habe friends gehaßt, aber das ich matthew perry eines tages echten respect als schauspieler zollen würde hätte ich nie gedacht. david schwimmer, matt le blanc , wer auch immer phoebe gespielt hat fehlanzeige. jenifer aniston hat sich stehts bemüht wird aber von niemand vermißt und courteney cox scheint sich in einer weiteren sitcom gefangen zu haben.

    genauso ben affleck und matt damon da hätte doch auch jeder auf den gefällig attraktiven affleck und keiner auf damn als den kommenden superstar gesetzt.

    ich glaube es ist nicht so sehr eine frage von hauptrolle oder nicht, ob wohl ich @FrankN.Stein s these durchaus zustimme, als kantigkeit was im hollywälder dialekt ja gern als edginess beschrieben wird. die produktionen sind so glatt und perfekt das die richtige dosis optischer und charakterlicher widerständigkeit oft die geheime zutat ist.

  3. btw im gegensatz zu seinem serienvater der ja mit breaking bad gerade im begriff ist eine späte großkarriere als anspruchsvoller charakterdarsteller zu starten sehe ich für malcom in the middle extrem schwarz.

  4. Das mit Radnor alias Ted ist zweifelsfrei richtig finde ich. Ich fand ihn schon immer etwas blass. In den neueren staffeln ist aber barney meiner meinung nach etwas in den hintergrund getreten und dafür wurden andere Charaktere weiterentwickelt. Bin ein grosser robin fan und glaube das sie sogar die grössten sprünge gemacht hat. Und marshall ist auch keinesfalls langweilig 🙂 aber das ist ja das gute an sitcoms, jeder hat so seinen lieblingscharakter. Jedenfalls ist himym eine fantastische serie, die neben dem grossartigen dramaserien eine nette abwechslung bietet.

  5. @westernworld frankie muniz spielt schon seit ewigkeiten nicht mehr. Er ist rennfahrer geworden. Aber bei malcolm war er aufh sehr gut. Und das bei nebencharakteten wie hal oder francis.

  6. @Mart stimmt du hast recht, das hab ich glaube ich mal in der wikipedia gelesen. da bin ich wohl opfer der wiederholungsendlosschleife geworden. der machte dann doch diese teenage johny english agentenfilme und sonst kam nicht mehr viel. das er als malcolm nicht gut war sagte ih ja auch nicht, sondern das er es danach schwer haben würde.

  7. übrigens ist barney stinson ja ein paradebeispiel für einen karriereknick nach einer sitcomhauptrolle. neil patrick harris war ja als doogie howser md ein veritabler teenagerstar in den usa und hatte danach eine lange durststrecke.

  8. Starship troopers war er noch dabei. toller film, aber sicher nich wegen schauspielerischen leistungen.

  9. Na, ja – Jede Theorie hält nur so lange, bis jemand sie widerlegt.

    Mir fällt da spontan der „Prinz von Bel Air“ Will Smith ein.

  10. Jede Regel hat ihre Ausnahmen 😉

    Alf zum Beispiel hat danach auch nichts mehr gerissen.

  11. Ted Mosby ist natürlich vom Konzept der Serie schon eine undankbare Rolle. Sie ist aber trotzdem mit einem richtigen Star besetzt: Bob Saget, der jahrelang in „Full House“ eine Hauptrolle spielte, ist im Original das Voiceover für Ted.

    Es war wahrscheinlich nur konsequent die Rolle mit einem eher schwachen Darsteller zu besetzen. Mich persönlich nervt Josh Radnor auch an vielen Stellen einfach nur.

    Eine Hauptrolle in einer TV-Serie muß aber auch nicht zwangsläufig eine große Filmkarriere nach sich ziehen.
    Philip Michael Thomas hat nach „Miami Vice“ auch nur noch kleinere Rollen gespielt und seine letzten Credits beziehen sich sogar nur noch auf Videospiele.

    Bei Schauspielern hängt die ganze Karriere stärker als bei allen anderen Berufen mit sehr viel Glück zusammen. Man muß zur richten Zeit der richtige Typ für eine bestimmte Rolle in einem bestimmten Projekt sein und nach einem ausgelaufenen Engagement mit genauso viel Glück die richtige Rolle im nächsten Projekt bekommen. Bei manchen ergibt das eine gerade Linie nach oben, bei vielen eben nicht.

    So ganz habe ich die Konstellation bei „Big Bang Theory“ noch nicht verstanden. Sollte die Ausgangssituation da auch ein Ensemble mit vier gleichberechtigten Rollen sein (ähnlich 70’s Show)? Das hat sich auf jeden Fall in zwei starke Rollen und zwei Sidekicks geändert.
    Und ganz zu Beginn schien es auch eher so als wäre Johnny Gadalecki der Hauptcharakter (auch weil er als erster in den Credits steht). Die Waage geht aber immer weiter in Richtung Jim Parsons (der die Darstellerpreise abräumt).

  12. @BlueKo wg. BBT

    Es waren 2 Hauptfiguren*, eine starke Nebenfigur und 2 schwache Nebenfiguren, 5 insgesamt. Das ganze allerdings bereits starke Richtung Ensemble. Inzwischen ist es fraglos ein Ensemblestück mit 4 männlichen und 3 weiblichen Stars.

    Was die These des Artikels angeht, halte ich die für gewagt. Ob Josh Radnor nun schwach oder stark ist, spielt gar keine Rolle, da seine Figur schlicht langweilig ist – er ist der straight man in einem Act, der 4 Clowns enthält [auch wenn Smulders sicherlich nicht so gedacht war]. Drei der fünf Hauptdarsteller waren bereits sehr bekannt und erfolgreich in TV und Kino; Jason Segals Karriere hob gerade so richtig ab, als er auch in HIMYM auftauchte.

    Die meisten Nebendarsteller und viele Hauptdarsteller aller US-TV-Serien seit 1948 haben nie eine große [Film]Karriere hingelegt, einige kamen vom Film zum TV, ein Weg, der in den letzten Jahren immer häufiger beschritten wird, da TV nicht mehr als kleiner Bruder des Kinos gilt.

    Eine HIMYM ähnliche Serie jüngeren Datums wäre Scrubs, und soweit ich das sehe hat keiner der Nebendarsteller danach eine große Kinokarriere hingelegt, aber der Hauptdarsteller ist durchaus erfolgreich. Natürlich nicht im Blockbusterbereich …

    *Galecki und Cuoco

  13. Einen hab ich noch: Entourage.
    Eigentlicht dreht sich die Serie um Vincent Chase (Adrian Grennier). Die meisten Fans dürfte jedoch das Gespann Turtle (Jerry Ferrera) und Drama (Kevin Dillon) haben. Die drei und Kevin Connolly hatten seit Beginn der Serie auch immer mal wieder kleinere Rollen in großen Hollywoodfilmen, den richtigen Karriereschub gab es allerdings nur für Jeremy Piven, der mit seiner Präsenz in der Serie inzwischen auch einfach alles überstrahlt.

    @westernworld: Lisa Kudrow hatte nach den Friends eine eigene Mockumentary bei HBO, die es leider nicht zu uns geschafft hat. Sie spielt auch immer mal wieder in kleineren Filmen mit, aber eigentlich haben die Friends gar keine Arbeit mehr nötig.

  14. @Dierk: Unmöglich ist eine richtig große Karriere nicht, sie sind nur sehr, sehr selten. Beispiele: John Travolta und George Clooney

  15. geoff peterson,

    Letztlich ist es ja auch immer die Frage, ob man denn überhaupt eine „große Karriere“ anstrebt. Radnor bekommt ja sicherlich das ein oder andere Angebot, um in den „Ferien“ zwischen zwei HIMYM-Staffel in ein paar Filmen mitzuspielen. Seit die Serie läuft (2005), hat er aber nur EINEN EINZIGEN Film gemacht, den angesprochenen (ziemlich guten) „happythankyoumoreplease“. Und das war wie gesagt SEIN Film in jeder Hinsicht. Das mit dem Einspielergebnis ist auch immer so ne Sache. Niemand wollte ihn sehen? Oder konnte nicht? Der Film lief in den USA mit 19 Kopien… Indieproduktion halt, gemacht in erster Linie, um durch die Festivallandschaft zu tingeln und Türen als Filmemacher zu öffnen. Das hat ja auch geklappt, denn sein nächster Film ist schon in Arbeit (oder sogar fertig). Ansonsten meine ich gehört zu haben, dass Radnor weiterhin am liebsten Theater spielt und dadurch naturgemäß für weniger Aufsehen sorgt. Mir ist das eigentlich sehr sympathisch.

    Schon klar, dass der Artikel mehr ein allgemeines Phänomen als den konkreten Fall beschreibt, aber ich finde Ted gehört verteidigt.

  16. Nils die Maus,

    Stimmen die Einspielergebnisse von „Happythankyoumoreplease“?
    Ich habe den Film letztens gesehen und fand den gut.
    Nicht herausragend wie „forgetting Sarah Marshall“, aber gut. Und ich glaube, der kann nur funktionieren, wenn man keine Komödie alá „HImym“ erwartet.

    Mir fiel nur auf, dass Josh Radnor penibel darauf achtete, dass, bis auf New York, keine Paralellen zu „HImym“ gezogen werden können.
    Die Freunde hängen kaum miteinander ab, bis auf „Fuck! Don’t swear.“ eigentlich keine Catch Phrases …
    Also … schöner Film.

  17. Um einen durchgehenden Konflikt etablieren zu können, bedienen sich Comedy-Serien an diversen dramaturgischen Grundkonzepten. Ein sehr häufig verwendetes nennt sich „center and eccentrics“: der Normale Typ, mit dessen Weltanschauung sich die Zuschauer am besten identifizieren können ist umgeben von überdrehteren Figuren, deren Sicht auf die Welt eine eher komische ist. Wie schon Kommentator #1 geschrieben hat, können sich die Darsteller dieser Nebenfiguren viel besser austoben.

  18. In Punkto TaahM und Jon Cryer muss man aber wohl feststellen, dass er durch die Serie auch zum Star geworden ist: Wenn man den Listen über Folgengagen glauben schenken will, ist seine Nebenrolle von der Bezahlung her die Nummer zwei im Bereich der Sitcoms (http://www.tvguide.com/News/Top-TV-Earners-1021717.aspx für 2010) und liegt noch weit vor anderen Stars wie bspw. denen in Desperate Housewifes oder 30 Rock.

    Im Übrigen: Der Erfolg nach einer großen Serie hängt von vielen Faktoren ab. Wenn der gespielte Charakter zu sehr mit dem Schauspieler verbunden wird, kann es in der Folgezeit natürlich extrem schwer werden, andere Rollen zu besetzen. Hierfür, auch aus dem gesamten Film- und Fernsehbereich, gibt es viele Beispiele. Es ist schwer geworden, in Bjarne Mädel oder Christoph Maria Herbst andere glaubwürdigere Charaktere als ihre Stromberg-Rollen zu entdecken. Wer erinnert sich noch an Walter Sittlers Auftritte als blasierter Chefarzt in Nikola? Ernste Rollen hat man ihm in der direkten Zeit danach nicht abgenommen. Und Anthony Hopkins wird bis zu seinem Lebensende auch wohl mit seiner überragenden Rolle als Dr. Hannibal Lecter verknüpft sein.

    Und noch ein Beispiel für einen Sitcom-Hauptdarsteller, der durchaus einen Karrieresprung im Filmgeschäft machte: Steve Carell.

  19. aber wer erinnert sich heute noch „AN“ ihn? Da fehlte wohl ein Wörtchen :p

    Ansonsten: der letzte Satz ist genial!

    Das mit Ted / Josh Radnor ist mir auch schon aufgefallen, eigentlich sollte sich ja die ganze Serie um ihn drehen, tut sie aber nur bedingt…

  20. Ist Ashton Kutcher hier in D wirklich für seine großen Kinoerfolge bekannt? Und nicht durch seine Ehe mit Demi Morre?

    Und wieviel große Kinohits hatte denn Mila Kunis genaugenommen hier in Deutschland bisher? 5 oder 10?

    Ist der Statusunterschied zu Topher Grace wirklich so extrem?

  21. Na ja, dass eine Sitcom-Hauptrolle selten bis nie eine Karriere als Superstar nach sich zog, kann man nun auch nicht behaupten, dafür gibt es genug Gegenbeispiele: Tim Allen, Will Smith, Kevin James, Ricky Gervais.

  22. Zu der Theorie passen zum Beispiel auch
    Seinfeld, Alle lieben Ray und auch der BigBang (hier Dr. Hoffstadter).

  23. ..trifft das auch auf Filme zu? Immerhin haben die Pinguine und Lemuren ihre eigene Serie bekommen, in denen das Zebra, der Löwe, die Giraffe und das Nilpferd nicht mal Gastauftritte haben..
    😉

  24. @krassdaniel: Jon Cryer spielt in seiner Serie aber keine Nebenrolle.

  25. Will Smith bekam die Rolle als Fresh Prince doch nur weil er zu der Zeit schon ein Star war.
    Steve Carells Filmkarriere zog doch schon vor der Sitcom an.

  26. @Rax: Das sieht man bei den Preisverleihungen allerdings anders. Dort ist Cryer immer nur in der Kategorie für Nebendarsteller nominiert. Das klingt komisch ist aber so.

    Hätte Charlie mit seiner Schwester zusammen gelebt, wäre die entsprechende Schauspielerin automatisch Hauptdarstellerin gewesen. So hat die Serie irgendwie gar keine. Oder man muß schon sehr gewagt Conchita an ihren langen Haaren herbei ziehen.

  27. @BlueKO:
    Die Schauspieler können bei amerikanischen Preisverleihungen selbst entscheiden, in welcher Kategorie sie antreten. Jon Cryer entschied sich immer für „supporting actor“.

    Bei „Friends“ haben sich zum Beispiel über Jahre alle sechs bei „Nebendarsteller“ eingetragen, und kurz vor Ende der Serie sind sie geschlossen in die Hauptdarsteller-Kategorie gewechselt.

    Produzenten können sogar selbst entscheiden, ob ihre Serie in der Kategorie „Drama“ oder „Comedy“ antritt. Allein deshalb war „Monk“ über Jahre eine „Comedy“: Da war die Konkurrenz schwächer, also rechnete man sich höhgere Gewinnchancen aus. Das weit lustigere „Boston Legal“ dagegen entschied sich immer für „Drama“.

  28. @milan8888
    Will Smith war Rapper und pleite, als er zum Fernsehen kam. Den richtigen Auftrieb als Schauspieler gab ihm erst der „Prinz von Bel Air“.

    Mila Kunis ist übrigens nicht wirklich durch ihre Filme bekannt, sondern eher als das Kreischobjekt kleiner Mädchen, wegen der kreiisch Kleider, wegen dem kreiiiiisch MakeUp……..

  29. Jochen Stöckle,

    Beispiel (die ersten vier) Batman – Filme:
    Danny DeVito war der Pinguin
    Jack Nicholson war der Joker
    Jim Carey war der Riddler
    Uma Thurman war Poison Ivy
    Michelle Pfeiffer war Catwoman
    Arnold Schwarzenegger war Mr. Freeze

    Wie hießen in denselben Filmen die Batman-Darsteller? Von Robin und Batgirl mal ganz zu schweigen.

    Wenn ich richtig liege, beweist das zweierlei: Erstens ist der Böse immer die geilere Rolle. Zweitens tut es der Hauptfigur nicht gut, wenn man sie in einer Filmreihe mit drei verschiedenen Schauspielern besetzt.

    PS.: Natürlich darf man Heath Ledger als Joker nicht vergessen, hat ja immerhin einen Oscar dafür bekommen. Aber das war ja schon in einem der neuen Batmanfilme.

  30. Das klappt sogar bei Spinoffs zweimal in Folge… Bei „Cheers“ war Ted Danson als Barkeeper der Langweiler, und die Nebenfiguren waren die Bringer, darunter Kelsey Grammer als Frasier Crane. In „Frasier“ hingegen verblasst Frasier gegen die Nebenfiguren, u. a. den Vater und den Bruder Niles Crane.

    Weitere Beispiele für blasse Hauptfiguren: Malcom mittendrin (der wahre Star ist hier sicherlich die Mutter), Will & Grace (beides einigermaßen langweilige Rollen mit je einem witzigen Sidekick, die auch zusammen eine viel bessere Chemie haben als das Hauptpaar).

    Aber das ganze ist natürlich noch älter. Schon in der Barockoper sind die „secondi uomi“ und „seconde donne“ oft interesanter als die „primi uomi“/“prime donne“, und witzig sind da nur die lustigen Charaktere als Ultranebenfiguren…

  31. Übrigens ist schon der Eingangssatz des Artikels einigermaßen schief: „Wer ein großer Star werden möchte, sollte die Hauptrolle in einer Sitcom besser ablehnen.“

    Wer eine Hauptrolle in einer Sitcom der hier genannten Liga spielt, der _ist_ bereits ein großer Star. Jedenfalls ein größerer als 99,9% der Schauspieler, die in Hollywood (oder gar sonstwo auf der Welt) auf Filmrollen warten.


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