Talk im Tudio

2005 (Sat.1). Comedyshow mit Lou Richter, der gemeinsam mit Parodisten, die in Gestalt verschiedener Politiker und anderer Pronminenter auftraten, so tat, als moderiere er eine politische Talkshow zu aktuellen Themen und als sei diese Parodie lustig.

Die Show lief fünfmal am späten Freitagabend und wurde dann in eine Pause geschickt, aus der sie unter dem neuen Namen Der heiße Brei und mit dem neuen Moderator Jochen Busse zurückkehrte. Aber auch nicht lange.

Tessa – Leben für die Liebe

2006 (ZDF). 125-tlg. dt. Telenovela.

Tessa Thalbach (Eva-Maria Grein) verlässt ihren Vater Stephan (William Mang), das Land und sogar die Pferde, um in der Großstadt Torland ein neues Leben zu beginnen. Da verliebt sie sich sogleich in den Arzt Felix Kilian (Oliver Boysen). Als sie einen Unfall hat, nimmt Felix sie auf dem Gestüt seiner Eltern auf. Endlich wieder Pferde! Zwischen Tessa, Felix und dem Liebesglück liegen natürlich ein paar Steine in Form von Geheimnissen und Bösewichten, doch bestimmt wird eines Tages alles gut.

Aufregender als die Handlung war die Ausstrahlungsgeschichte: Die Serie begann im Januar auf dem werktäglichen Sendeplatz kurz nach 15 Uhr, zog um im Februar auf 14.10 Uhr um und im Mai ins Nachtprogramm, zwischendurch wurde dem ursprüglichen Titel Leben für die Liebe noch eine Tessa und ein Gedankenstrich vorgesetzt und die ursprüngliche Bestellung von 230 Episoden auf 125 verkürzt. Die immer gleiche Geschichte des Neuanfangs mit großer Stadt und großer Liebe ließ sich zur allgemeinen Überraschung wohl doch nicht unbegrenzt häufig mit Erfolg erzählen.

Das Geständnis

2004–2006 (Pro Sieben). „Heute sage ich alles“. Einstündige Pseudo-Psychoshow mit Alida Kurass.

Laiendarsteller spielen Menschen, die unbedingt ein Geständnis machen wollen. Sie sitzen meist hinter einer Schattenwand. Weniger, weil es ihnen peinlich ist, ihr mangelndes Talent auch noch in einer so bizarren Sendung zur Schau zu stellen, was nachzuvollziehen wäre, sondern weil das die Authentizität verstärken soll.

Das Geständnis erhielt den werktäglichen Sendeplatz um 14.00 Uhr, den zehn Jahre lang Arabella innegehabt hatte. Eigentlich hätte Arabella Kiesbauer auch die neue Sendung moderieren sollen. In ihrer Show war das Format schon seit dem Vorjahr als Plug-in gelaufen, als Show in der Show. Pro Sieben und Frau Kiesbauer hatten sich jedoch im Frühsommer 2004 getrennt, nachdem sie durchblicken ließ, dass selbst ihr das Konzept zu trashig war. Alida Kurass war die Gewinnerin der zweiten Staffel von Big Brother und hatte seitdem bei Neun Live moderiert.

Freunde – Das Leben beginnt / geht weiter

2003–2006 (Pro Sieben). Halbstündige dt. Pseudo-Doku-Soap, Ableger der Abschlussklasse 2003, die innerhalb der Talkshow Arabella gelaufen war. Direkt im Anschluss an Arabella, jeden Werktag um 15.00 Uhr, zeigte die neue Reihe nun das neue Leben der Freunde nach abgeschlossener Schullaufbahn, scheinbar gefilmt von den Protagonisten selbst mit eigenen Videokameras. Dabei war natürlich alles gestellt.

Der Titel sollte eigentlich „Freunde – Voll im Leben“ lauten, er wurde dann aber kurz vor Ausstrahlungsbeginn geändert in Freunde – Das Leben beginnt. Ab Ende August 2004 hieß die Sendung Freunde – Das Leben geht weiter. Im Sommer 2005 rückte die Serie auf 16.30 Uhr, im folgenden Februar war das Leben zumindest für die Serie jedoch glücklicherweise zu Ende.

Enterprise

2003–2006 (Sat.1). 98-tlg. US-Science-Fiction-Serie von Rick Berman und Brannon Braga („Enterprise“; 2001–2005).

In der Mitte des 22. Jahrhunderts, 150 Jahre vor Captain Kirk, stecken die intergalaktischen Forschungsarbeiten noch in den Kinderschuhen. Der Warp-Antrieb, der Reisen mit Lichtgeschwindigkeit erlaubte, wurde kurz nach dem Dritten Weltkrieg erfunden, genauer: im Jahr 2063. Durch ihn wurden die Vulkanier auf die Menschen aufmerksam. Inzwischen sind wir bei Warp 5, an dessen Entwicklung der Vater von Captain Jonathan Archer (Scott Bakula) mitgearbeitet hat, der nun das Kommando über das Raumschiff Enterprise NX-01 führt. Die wichtigsten Mitglieder der 80 köpfigen Crew sind die vulkanische Unteroffizierin T’Pol (Jolene Blalock), der geniale denobulanische Arzt Dr. Phlox (John Billingsley), Lieutenant Malcolm Reed (Dominic Keating), Steuermann Travis Mayweather (Anthony „A.T.“ Montgomery), Kommunikationsoffizierin Hoshi Sato (Linda Park) und Chefingenieur Lieutenant Commander Charlie Tucker III. (Connor Trinneer). Gemeinsam leisten sie Pionierarbeit im All, erforschen fremde Galaxien und kämpfen gegen böse Außerirdische, vornehmlich die Suliban. Mit an Bord ist auch Archers Hund, der Beagle Porthos.

Die fünfte Serie aus der Star-Trek-Reihe war chronologisch die erste – zeitlich vor dem Original angesiedelt. Da das Original Raumschiff Enterprise aber schon 30 Jahre vorher gedreht wurde, war es wenig verwunderlich, dass hier trotzdem die Technik fortschrittlicher und die Außerirdischen außerirdischer aussahen.

Die einstündigen Folgen liefen erst freitags um 20.15 Uhr, gegen Ende der ersten Staffel zusätzlich samstags um 19.15 Uhr und seit Ende der zweiten Staffel nur noch samstags und sonntags am Nachmittag. Den Titelsong „Faith of the Heart“ singt Russell Watson. Die Wahl dieses schnulzigen Rock-Titels ist mindestens ebenso erstaunlich wie die von Scott Bakula (Zurück in die Vergangenheit) als Darsteller des Captains. In Deutschland erreichte dieses sehr amerikanische Enterprise nicht annähernd den Erfolg seiner Vorgänger.

Die Serie ist komplett auf DVD erschienen.

Die Hit-Giganten

Seit 2003 (Sat.1). Zweistündige Event-Musikshow mit Hugo Egon Balder, der in loser Folge Hits zu jeweils einem Schwerpunkthema präsentiert, teils als Videoeinspielung, teils durch Live-Auftritte der Stars im Studio.

War die Antwort auf Die ultimative Chart Show von RTL und erreichte zwar nicht deren, aber dennoch gute Einschaltquoten.

Der Elefant – Mord verjährt nie

2004–2006 (Sat.1). 21-tlg. dt. Krimiserie.

Hauptkommissar Matthias Steiner (Thomas Sarbacher), Leiter der Abteilung für ungeklärte Tötungsdelikte, und seine jungen Kollegen Julia Gerling (Katharina Abt) und Andreas Zier (Niels Bruno Schmidt) rollen Mordfälle neu auf, die schon lange zurückliegen und teilweise als unlösbar gelten. Steiner arbeitet akribisch und instinktsicher und hat ein sensationelles Gedächtnis, was zu seinem Spitznamen „Elefant“ führte. Julia ist lebensfroh und rational, Andreas kommt gerade von der Polizeischule und lernt erst allmählich, sich in der wirklichen Kriminalarbeit zurechtzufinden.

Am 14. Oktober 2002 hatte Sat.1 den Stoff bereits mit einem Pilotfilm getestet, der eine Woche vor dem Serienstart wiederholt wurde. Die einstündigen Serienfolgen liefen dann mittwochs um 20.15 Uhr, ab Mitte der zweiten Staffel Ende 2005 zwei Stunden später und ab Januar 2006 schon dienstags um 22.15 Uhr.

Die Sitte

2003–2006 (RTL). 24-tlg. dt. Krimiserie.

Die Kommissare Hannah Koch (Iris-Luise Böhm) und Leonard „Lenny“ Winkler (Dirk Heinrichs) vom Sittendezernat ermitteln gemeinsam mit Staatsanwältin Marion Brandt (Cathlen Gawlich) gegen Sexualverbrecher. Schwieriger als die Suche nach dem Täter an sich ist oft, die Opfer überhaupt zu einer Aussage zu bewegen. Die Ermittler müssen mit viel Feingefühl vorgehen.

Die einstündigen Folgen liefen donnerstags, während der zweiten Staffel vorübergehend dienstags zur Primetime. Im Oktober 2001 hatte RTL die Serientauglichkeit bereits mit einem zweistündigen Pilotfilm getestet.

Blond: Eva Blond

2002–2006 (Sat.1). 6-tlg. dt. Krimireihe von Sascha Arango.

Instinktsicher ermittelt Kommissarin Eva Blond (Corinna Harfouch) mit ihrem türkischen Assistenten Alyans (Erdal Yildiz) in Mordfällen. Anfangs mögen die beiden sich nicht besonders, doch sie werden ein gutes Team. Lottmann (Gottfried Breitfuß) ist ihr Chef. Eva ist seit rund zehn Jahren mit Richard Vester (Herbert Knaup) verheiratet.

Die spielfilmlangen Folgen liefen in unregelmäßigen Abständen mittwochs um 21.15 Uhr, im Sommer 2006 erst eine Stunde später.

Freitag Nacht News

1999–2006 (RTL). 45-minütige Comedyshow mit Henry Gründler.

Nachrichtenparodie mit Gründler als Anchorman hinter dem Schreibtisch, der durch das Programm führt und die Filmeinspielungen ansagt, die oft aus verfremdeten und neu vertonten Originalbildern bestehen. Mit im Studio sind Volker Schmitz (u. a. für den Kommentar) und Anja Bergerhoff (für den Meldungsblock), Letztere ab Herbst 2000 ersetzt durch Ruth Moschner (für das Dekolleté).

Die Show lief freitags um 23.15 Uhr und wurde von Ex- und Später-Wieder-RTL-Programmdirektor Marc Conrad und Hugo Egon Balder produziert. Gründlers Motto war: „Wer’s nicht guckt, kann’s nicht sehen!“ Regelmäßige Rubriken waren „Die Versprechermeldung“ mit einem total verdrehten Zeitungsausschnitt und „No Sports“, worin ungewöhnliche Agenturbilder, die nichts mit Sport zu tun hatten, von den imaginären Sportreportern Stefan Domsch und Jochen Brenner wie Großsportereignisse kommentiert wurden. Im Anschluss an diese Show folgte immer das echte Nachrichtenmagazin RTL-Nachtjournal, das Gründler ankündigte mit: „Bleiben Sie dran für Heiner Bremers total verrücktes Nachtjournal!“
Die Show entwickelte sich vom Geheimtipp zum nächtlichen Quotenrenner und erreichte oft mehr als doppelt so viele Zuschauer wie Die Harald Schmidt Show, die gleichzeitig in Sat.1 lief, war aber auch doppelt so platt. Am 3. Dezember 2004 feierten die Freitag Nacht News ihre 150. Sendung. Auf den Tag genau ein halbes Jahr später moderierte Ruth Moschner zum letzten Mal mit. RTL trennte sich von ihr und kündigte an, Henry Gründler ab Herbst 2005 wechselnde weibliche Stargäste zur Seite zu setzen. Ein weiteres Jahr später musste auch Gründler seinen Stuhl räumen, und im September 2006 kam die Show mit neuem Team und erneuertem Konzept aus der Sommerpause zurück: Moderator Ingo Appelt und „Die Retter der Nation“ kommentierten nun die Nachrichten und Meldungen der Woche. Appelts Co-Moderatoren waren Carolin Kebekus, Jürgen Bangert und je ein prominenter Gast. Das beschleunigte den vor einiger Zeit begonnenen Quotensinkflug jedoch allenfalls, und zum Jahresende war Schluss.

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