Alle Jubelsuperwahljahr

Wahlabende sind normalerweise keine sehr fröhlichen Fernsehabende, weil die meisten Protagonisten sehr mürrisch gucken, inhaltlos reden und depressive Stimmung verbreiten, also so ähnlich wie ein Konstanzer Tatort.

Heute ist das anders: Man sieht viele wohlgelaunte Gesichter, und am fröhlichsten von allen wirkt Julia Klöckner, die Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen CDU, die sich seit Stunden freut, strahlt und euphorisch ihren Wählern für den Auftrag dankt — ähm… den Auftrag, in der Opposition zu bleiben? Sie wirkt, als halte sie es für einen enormen Erfolg ihrerseits, dass aus der roten jetzt eine rot-grüne Regierung in ihrem Land wird. Aber gut, wenn sie das so glücklich macht, bitte sehr.

Das ZDF bemüht sich derweil um ausgewogene Berichterstattung und gleichmäßige Präsenz der amtierenden Ministerpräsidenten. Das geht so: Der langmonatige baden-württembergische Regierungschef Stefan Mappus ist zwar zu hören, aber zu sehen ist währenddessen der Rücken eines Kameramannes, der einen besseren Platz ergattert hat als Stefan Mappus. Direkt im Anschluss ist der Rheinland-Pfälzer Kurt Beck klar und deutlich zu sehen, aber dafür wenigstens nicht zu hören.

Die großen Sieger des Wahlabends sind laut Eigenauskunft die Parteien, die sich für Gerechtigkeit eingesetzt haben (vielleicht hätte die FDP nicht groß „Gerechtigkeit – nein danke!“ auf die Plakate schreiben sollen), dann natürlich die Endziffer 88 (vielen Dank Frank Elstner für diese schnelle Zwischeninformation im Ersten), und die SPD in Baden-Württemberg, die sich mit einem klaren Regierungsauftrag ausgestattet sieht (wie das bei einer drittstärksten Kraft so üblich ist).

Mehr möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wir werden das alles morgen in Ruhe analysieren und besprechen, denn jetzt schon Personalentscheidungen zu treffen, wäre verfrüht.

Michael, 27. März 2011, 20:19.

Wer dreimal lügt

1970–1984 (ARD). „Kein Quiz für Leichtgläubige“. Ratespiel, in dem viele unglaubliche Geschichten gezeigt werden, von denen die meisten wahr sind. Filmbeiträge berichten von Skilehrern für Kühe, Müllbeseitigung durch Ameisen oder Schuhen für Kängurus, und die Kandidaten müssen herausfinden, welche drei frei erfunden waren.

Dr. Harald Scheerer war der erste Moderator, 1976 übernahm Wolfgang Spier. Lief zunächst mittwochs zur Primetime und dauerte 45 Minuten, später über Jahre donnerstags gegen 21.00 Uhr, jetzt nur noch eine halbe Stunde lang.

Liz Taylor ist tot

ABC News meldet soeben den Tod von Liz Taylor. Sie war 79 Jahre alt.

Michael, 23. März 2011, 14:06.

Warner feuert 40 Prozent der Männer

Ein bisschen mehr Klarheit herrscht heute über die Zukunft von Two And A Half Men: Es gibt keine.

Zumindest gibt es keine Zukunft mit Charlie Sheen, was ungefähr gleichbedeutend ist. Das Produktionsstudio Warner Brothers hat sich zum ersten Mal seit Beginn des Krachs zwischen Sheen und den Prozenten Produzenten zur Situation geäußert, und sie taten es gleich in dem Kündigungsschreiben, das sie Sheen geschickt haben.

Charlie Sheen ist also aus der Serie gefeuert worden. Die Zukunft der Serie selbst îst zwar formal noch offen (offiziell gelten die Verträge zwischen Sender, Produktionsfirma und den anderen Schauspielern für die neunte Staffel ab Herbst 2011 noch), aber selbst wenn Two And A Half Men ohne Charlie mit oder ohne Ersatz weitergeht, ist das nicht mehr dieselbe Serie. Wer sollte das dann noch sehen wollen?

Michael, 8. März 2011, 08:10.

Die Droge „Charlie Sheen“

In einem der acht Milliarden wirren Interviews, die Charlie Sheen in den vergangenen Tagten gegeben hat, erklärte er, er sei durchaus auf einer Droge, sie heiße „Charlie Sheen“.

Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel sendete wenig später den Arzneimittel-Werbespot.

Michael, 2. März 2011, 22:50.

Phoenix zurück in die Asche

Mein Fehler. Wie konnte ich annehmen, dass der öffentliche-rechtliche Ereigniskanal Phoenix bei einem wichtigen Ereignis direkt dabei sein würde, das keine 30 Jahre alte Bundestagsdebatte ist?

Für 11.15 Uhr war eine Erklärung von Karl-Theodor zu Guttenberg angekündigt, die seinen Rücktritt zu versprechen schien. Bei Phoenix wurde zu diesem Zeitpunkt theoretisiert, was wohl diesen wahrscheinlichen Rücktritt ausgelöst haben könnte. Ja, stimmt, könnte das wohl ausgelöst haben? Und dann wurde plötzlich vermeldet, Guttenberg sei tatsächlich zurückgetreten. Äähm…? Das war’s? Keine Bilder?

Auch für n-tv war die Zeit offenbar zu knapp, rechtzeitig eine Live-Übertragung mit Bild aus dem Verteidungsministerium zu ermöglichen. Dort war die Reporterin im Saal aber immerhin so schlau, ein Handy in die Luft zu halten, wodurch wenigstens der Originalton der Erklärung übertragen werden konnte.

Damit war n-tv zumindest so gut wie Radio. Phoenix war fast so gut wie Videotext.

Michael, 1. März 2011, 11:40.


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