Without A Trace

Problem: Die Wiederholungen von Navy CIS laufen sonntags um 20.15 Uhr noch ganz gut, die Quoten des anschließenden Criminal Minds um 21.15 Uhr stimmen Sat.1 aber unglücklich.

Lösung: Man kann ja zumindest im Videotext einfach so tun, als gebe es Criminal Minds gar nicht.

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Michael, 28. Januar 2007, 22:04.

Schlag den Raab zum Ritter

Die große Samstagabendshow ist tot. Vor allem junge Leute setzen sich doch heute keinen ganzen Samstagabend mehr vor eine Spielshow. Günther Jauch hat durch den Erfolg von Wer wird Millionär? die klassische Samstagabendshow zerstört. Wetten, dass…? ist nur deshalb so erfolgreich, weil es das schon immer gab.

Jahrelang standen diese Aussagen im Raum, weil es keinen Gegenbeweis gab. Aber kann es vielleicht auch sein, dass einfach niemand mehr eine gute Idee für eine erfolgreiche Samstagabendshow hatte, seit mit der Rudi-Carrell-Show, Flitterabend und Geld oder Liebe die letzten erfolgreichen von uns gegangen sind? Denn siehe da: Vor allem junge Leute setzen sich heute einen ganzen Samstagabend lang vor eine Spielshow. Und ausgerechnet Pro Sieben, ein Sender völlig ohne Geschichte in diesem Bereich, rettet eines der ältesten Genres des deutschen Fernsehens.

Schlag den Raab hat alles, was alle klassischen Samstagabendshows seit den Tagen von Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff und später Rudi Carrell und Joachim Fuchsberger hatten: Spielrunden, Spannung, Showblöcke, Schiedsrichter, Sichtschutzbrillen, schalldichte Kabinen und noch einige andere Merkmale mit anderen Anfangsbuchstaben. Und am Ende wird gnadenlos überzogen. Vor allem läuft Schlag den Raab nur alle zwei Monate und hat damit den Ereignischarakter, den sonst tatsächlich nur noch Wetten, dass…? hat.

Der Erfolg von Schlag den Raab ist nach der dritten Ausgabe nicht mehr zu bestreiten. Hier macht sich der Star noch selbst zum Affen! Zweimal schon hatten Kandidaten im Spielewettkampf gegen Stefan Raab verloren, am Samstagabend musste sich Raab zum ersten Mal seinem Gegner geschlagen geben, der den Jackpot mit 1,5 Millionen Euro gewann. Am Ende, als es schon weit nach Mitternacht und das Spiel extrem spannend war, schauten mehr als doppelt so viele Menschen zu wie zu Beginn zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Dieser Beginn hatte freilich noch ganz andere Merkmale aus der Samstagabendantike. Wie weiland bei Frank Elstner in der Anfangsphase von Wetten, dass…? dauerte es eine geschlagene Dreiviertelstunde, bis außer Kandidatenvorstellung und Spielregelerklärung überhaupt mal was passierte. Doch nachdem die Show schließlich Fahrt aufgekommen hatte, ertrug man sogar den Auftritt von Tokio Hotel ohne größeres Wehklagen. Früher wäre es eben das Medium-Terzett gewesen.

Natürlich hätte nie jemand gedacht, dass Matthias Opdenhövel einmal der große Samstagabend-Showmaster würde, aber es hätte natürlich auch niemand erwartet, dass sich Stefan Raab jemanden als Moderator für seine Show aussucht, bei dem die Gefahr bestünde, er könne lustiger sein als Raab.

Die große Samstagabendshow lebt. Und sie ist deshalb so erfolgreich, weil endlich wieder jemand eine gute Idee hatte. Willkommen zurück.

Michael, 28. Januar 2007, 19:38.

Richtige Margerichtung

Ich habe gerade zum ersten Mal Anke Engelke als Synchronstimme von Marge Simpson gehört und musste feststellen, dass sie das ganz fantastisch macht. Pro Sieben hatte ja nach dem Tod ihrer Vorgängerin Elisabeth Volkmann betont, nicht eine Prominente zu suchen, sondern eine passende Stimme, die die Rolle trifft. Und dann wurde es doch eine Prominente. So, und nun das: Sie passt und trifft die Rolle. Ich bin beeindruckt. Wer schon einmal Julie Kavner, Marges amerikanische Stimme gehört hat, weiß, wie unglaublich dicht Anke Engelke am Original ist. Chapeau!

Am Rande: Gleich nochmal Chapeau. Es war beglückend, mal wieder einen kompletten Abspann im deutschen Fernsehen zu sehen. Man könnte sich so schön daran gewöhnen, sanft aus einer Schlussszene zu gleiten und nicht ruppig herausgerissen zu werden und sofort einen schrillen Programmtrailer oder den Anfang der nächsten Sendung in die Fresse geknallt zu bekommen. Ich entschuldige mich für die Wortwahl, aber genau so fühlt es sich an. Also bitte mehr davon.

Michael, 28. Januar 2007, 18:34.

Volle Deckung!

Vielleicht müssen wir die Sache mit der Talsohle des Reality-TV bald schon ein weiteres Mal überdenken. Der US-Sender CBS zeigt gerade “Armed & Famous” (“Bewaffnet und berühmt”), eine Show, in der fünf Menschen, die für diesen Zweck als prominent betrachtet werden, eine Polizeiausbildung durchlaufen, inklusive Dienst an der Waffe. Unter den Teilnehmern sind Erik Estrada, bekannt aus der Serie CHiPs und zahllosen Witzen über gewesene Stars, Ozzys Sohn Jack Osbourne und Michaels Schwester LaToya Jackson. Die Frage ist also, ob im Falle einer deutschen Version eine Gefahr für die nationale Sicherheit besteht, je nachdem, welche „Stars” eine Schusswaffe in die Hand gedrückt bekommen. Die Antwort ist aber auch schon absehbar. Zu den Teilnehmern solcher Shows gehört ja in der Regel Axel Schulz, und von dem wissen wir zum Glück, dass er, selbst wenn er wollte, keiner Fliege etwas zuleide tun könnte.

Michael, 26. Januar 2007, 19:15.

Top 5 der peinlichen Verwechslungen

ARD-Sportreporter Waldemar Hartmann erklärte am Wochenende versehentlich einen ehemaligen Boxer für tot und schafft es damit von null auf Platz drei in unserer Liste der lustigsten peinlichen Verwechslungen. Das ist schon der zwei Neueinstieg in diesem Monat, nachdem CNN am 1. Januar durch einen Schreibfehler einen angesehenen Senator zum gesuchten Terroristen machte.

  1. Max Schautzer begrüßt beim ARD-Wunschkonzert Ehefrauen von Politikern und stellt „die Frau unseres Bundeskanzlers” mit den Worten vor: „Die Gattin von Helmut Schmidt, Hannelore Kohl!” Frau Kohl reagierte humorvoll: „Jetzt darf ich Sie aber auch mit Herr Gottschalk ansprechen!”
  2. Alfred Biolek begrüßt in Boulevard Bio den Rennfahrer Michael Schumacher als „Harald Schumacher!” Dieser nimmt Platz und teilt mit: „Sie dürfen mich Michael nennen”. Biolek bemerkt seinen Fehler noch immer nicht und glaubt, „Herr Schumacher” biete ihm das „Du” an, weshalb Biolek entgegnet: „Ach, das ist aber nett”.
  3. Waldemar Hartmann spricht während einer Box-Übertragung vom „vor kurzem verstorbenen deutschen Schwergewichtsboxer Jürgen Blin”. Jürgen Blin sitzt derweil zu Hause vor dem Fernseher und wird von der Nachricht seines Todes ziemlich überrascht.
  4. CNN schreibt zu einem Beitrag über die Suche nach dem Terroristen Osama Bin Laden ganz groß „Wo ist Obama?” auf den Bildschirm. Nach Obama wird aber gar nicht gesucht. Barrack Obama ist Senator des US-Bundesstaates Illinois und inzwischen Präsidentschaftsbewerber und sein Aufenthaltsort in der Regel bekannt.
  5. Bei der Zieleinfahrt der Tour de France spricht ARD-Reporter Jürgen Emig die Mutter des Radprofis Jan Ullrich mit „Mama Becker” an.
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Michael, 24. Januar 2007, 08:52.

Faule Auslese

Wer dachte, nach Opas letzter Wille sei die Talsohle im Reality-TV durchschritten, muss umdenken. „Are U Hot” ist noch schlimmer, findet nur nicht mehr ganz so öffentlich statt, nämlich bei Viva.

„Are U Hot” ist im Prinzip wie Deutschland sucht den Superstar, nur dass die Kandidaten nichts mehr tun müssen, bevor sie abgeurteilt werden. Sie müssen einfach nur da und schön sein. Wer schön genug ist, darf bleiben. Um nichts anderes geht es. In einer ersten Runde siebt die dreiköpfige Jury gut die Hälfte der Teilnehmer aus, nachdem sie sich bei jedem einzelnen ausreichend Zeit zur Beratung nimmt, ob sie den „Hot”- oder den „Not”-Buzzer drücken. Wirklich, es kann bis zu zehn Sekunden dauern, bevor jemand nach Hause geschickt wird. Sprechen darf in dieser Runde noch niemand, weder Jury noch Kandidaten. Deshalb ist das sogar noch die erträglichere Runde. Nur eine Off-Stimme kündigt die Schönlinge mit Sätzen an wie „Gut aussehen ist sein Hobby. Na, dann zeig dich mal.” Und Moderatorin Collien Fernandes plärrt rum, als sei sie auf der Kirmes. Kirmes hat aber mehr Anspruch.

In der zweiten Runde urteilt die Jury verbal über die Verbliebenen. Es ist eine hochkarätig besetzte Jury. Wer würde beim Stichwort „Anmut” nicht sofort an Scooter denken? Scooter-„Sänger” H.P. Baxxter („How Much Is The Fish?”), Nova Meierhenrich und der Künstlermanager Alain Midzic, der fast so prominent ist wie Nova Meierhenrich, arbeiten sich durch die Kategorien. Jaaha, es gibt mehrere! Man kann Menschen schließlich nicht nach nur einem Gesichtspunkt bewerten. Nein, die drei Kategorien sind „Face”, „Body” und „Sex-Appeal”. Und dann sitzt Alain Midzic da, und eklig schwitzend sagt er zum Beispiel: „Face, … ja, … is okay.” H.P. erkennt auf einem fremden Kopf eine Frisur, die ihn an einen explodierten Wellensittich erinnert. Das Schlimme ist, dass man ihm zutraut, tatsächlich schon mal einen explodierten Wellensittich gesehen zu haben. Auch die kaum noch bekleideten Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen in dieser Runde sprechen. Eingangs sagen sie einstudierte Sprüche auf wie „Mit meinem Hintern kann man Nüsse knacken”, ausgangs „Danke” oder „Tja, war wohl nix”. Letzterem schließe ich mich insgesamt an. Am Ende bleiben eine junge Frau und ein junger Mann übrig, die angeblich die Sieger der Show sind. Sie müssen im Finale in ein paar Wochen noch einmal antreten. Wie sehr dies ein Gewinn ist, ist also strittig.

Immerhin habe ich bei der Gelegenheit festgestellt, dass bei Viva zur besten Sendezeit die alte Pro-Sieben-Abschlussklasse wiederholt wird. Keine Ahnung, wie lange die das schon tun, aber noch ein Grund, noch seltener Viva zu schauen. Ich habe ohnehin schon einen Klingelton.

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Michael, 23. Januar 2007, 07:14.

Schützenhilfe

Verfechter der These, das Fernsehen sei obsolet und wurde oder werde bald von anderen Unterhaltungsformen abgelöst, erhielten in dieser Woche unerwartete Unterstützung. Und zwar ausgerechnet vom Fernsehen. Der Sender Super RTL untermauerte die Argumente mit einer neuen Show namens „Webmix – Das Lustigste aus dem Internet”.

Michael, 21. Januar 2007, 16:39.

Post geht ab

Na also. Eine deutsche Serie muss nur amerikanisch genug aussehen, dann hat sie auch Erfolg. Die Premiere von Post Mortem mit Hannes Jaenicke hatte gestern 5,72 Millionen Zuschauer – mehr als alle US-Serien in der ganzen Woche.

Wie man das macht, hat uns Hannes Jaenicke ja schon vorher im Interview erklärt.

Michael, 19. Januar 2007, 13:26.

Huch!

Viele Redaktionen werden jedes Jahr aufs Neue von wiederkehrenden Ereignissen überrascht. Plötzliche Feststellungen wie „Huch, morgen ist ja Weihnachten!” führen dann oft zu Kurzschlussreaktionen und Programminhalten, die man mit etwas Weitsicht hätte anders und besser gestalten können.

Dem Bayerischen Fernsehen kann man nicht vorwerfen, auf Eventualitäten unvorbereitet zu sein. So wurde für den möglichen Fall eines Rückziehers von Ministerpräsident Stoiber sicherheitshalber ein politischer Nachruf vorbereitet, der mit der Information schließt, dass Edmund Stoiber am Ende über einen seinen Mitarbeiter gestolpert und zurückgetreten sei.

Blöd halt, dass der Beitrag heute Nacht versehentlich gesendet wurde.

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Michael, 17. Januar 2007, 13:24.

Zwei Fliegen

Könnte nicht Edmund Stoiber die Nachfolge von Sabine Christiansen antreten? Das käme doch auch zeitlich hin.

Stefan, 16. Januar 2007, 23:40.
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