So lernfähig ist die ARD

Vor zwei Wochen musste die ARD viel Schelte einstecken, dass sie mit Matthias Opdenhövel wie gewohnt einen Moderator von der privaten Konkurrenz weggekauft hat, statt selbst Nachwuchs aufzubauen, zum Beispiel über die Dritten Programme. Auch bei den Öffentlich-Rechtlichen selbst gebe es schließlich viele Talente, die es verdient hätten, gefördert zu werden, so der allgemeine Tenor.

Die ARD hat sich diese Kritik offenbar zu Herzen genommen und verhandelt laut Spiegel jetzt endlich mal mit einem öffentlich-rechtlichen Eigengewächs, das sich bereits im Bayerischen Fernsehen und im Radioprogramm von Bayern 3 ausprobieren durfte: Thomas Gottschalk.

Das muss man nicht mehr kommentieren.

Oder doch?

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Michael, 30. Mai 2011, 00:39.

Hast du Töne?

1999–2001 (Vox). „Das schnellste Musikquiz der Welt“. Tägliche Gameshow mit Matthias Opdenhövel nach der Idee von Erkennen Sie die Melodie.

Die Studioband „Sox Machine“ spielte Hits an, die die drei Kandidaten erkennen mussten. Das Spiel dauerte anfangs eine halbe Stunde und begann um 19.40 Uhr. Anfang April 2000 wurde die Sendezeit verdoppelt und der Beginn auf 19.10 Uhr vorgezogen. Neue Studioband wurde „Tönlein brillant“.

Basierte, wie auch schon die frühere deutsche Version, auf dem Format „Name that Tune“, das 1953 zum ersten Mal in den USA lief.

Gesucht: Opdimaler Nachfolger

Nachdem sich der erste Schock über den Abgang Matthias Opdenhövels von Schlag den Raab gesetzt hat, werfe ich mal die Frage in den Raum, wer ihm als Moderator seiner anderen Sendungen folgen könnte, z.B. der Wok-WM und der anderen Raab-Events?

Mein Vorschlag: Steven Gätjen.

Ja, ich weiß.

Aber nachdem ich gestern eine Welle der Ablehnung ihm gegenüber als Schlag-den-Raab-Moderator losgetreten habe, möchte ich daran erinnern, dass Gätjen eigentlich viel besser ist als sein Ruf. Auf dieser Seite wurde er schon mehrfach gepriesen, meistens für seine Auftritte im Rahmen von Oscar-Übertragungen. Dabei konnte Gätjen wiederholt zeigen, dass er in der Lage ist, souverän live zu moderieren, eloquent längere Pausen mit Informationen zu überbrücken und spontan Interviews mit internationalen Prominenten zu führen, von denen er bis eben noch nicht einmal wusste, dass er sie vors Mikrofon bekommt. Diese Interviews waren oft besser als das, was die amerikanischen Moderatoren wenig später mit denselben Prominenten veranstalteten.

Und dass Gätjen während des ersten ESC-Halbfinales nervte, war nicht in erster Linie seine Schuld, sondern die von ProSieben, die aus Senderprofilneurose unbedingt einen eigenen Co-Kommentator dahin setzen wollten, wo neben Urban beim besten Willen keiner gebraucht wird.

Ich hätte mir nach wie vor lieber einen anderen Gastgeber für Schlag den Raab gewünscht (Pocher, Elton, Engelke, Welke), weil ich glaube, dass Gätjen sogar zu Wetten, dass…? besser passen würde als zu Schlag den Raab (und auch besser als Pilawa), aber ich hoffe mal, dass er uns alle vielleicht positiv überrascht.

Und dann ergäbe sich die Moderation der Wok-WM ja ohnehin quasi von selbst.

Zurück zu Opdenhövel.

Falls ProSieben und die ARD nächstes Jahr tatsächlich Unser Star für Baku gemeinsam veranstalten, erscheint es mir logisch, dass Opdenhövel die Sendung weiterhin moderieren wird, dann aber als ARD-Vertreter. Nur: Was wird dann aus Sabine Heinrich?

Was mich zu einem dringenden Appell bringt: Kann Sabine Heinrich bitte dringend bei ProSieben anheuern? Und wenn es nur ist, um Annemarie Warnkross zu verhindern?

Michael, 18. Mai 2011, 20:26.

Verlass den Raab

Der hervorragende Moderator von Schlag den Raab, Matthias Opdenhövel, der dafür mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, findet es spannender, Beiträge über bereits beendete Fußballspiele anzusagen, und wechselt deshalb in diesem Sommer zur ARD, um vor allem die Sportschau zu moderieren. Damit verlieren die einzigen beiden bedeutenden Samstagabendshows im deutschen Fernsehen im gleichen Jahr ihren jeweils prägenden Moderator.

Weil ProSieben aber nicht das ZDF und Matthias Opdenhövel nicht Thomas Gottschalk ist, moderiert er seine letzte Sendung nicht erst in einem halben Jahr, und danach noch ein Special und drei abendfüllende Best-ofs, bevor die Sendung in eine neunmonatige Pause geschickt wird, sondern gar keine mehr. Schon bei der nächsten Ausgabe von Schlag den Raab übernächste Woche wird er nicht mehr dabei sein.

ProSieben hätte zwei passende Nachfolger in den eigenen Reihen gehabt: Oliver Pocher steht bei ProSiebenSat1 unter Vertrag, hat aber gerade keine Sendung. Er hat früher schon mit Raab zusammengearbeitet und besitzt die nötige Frechheit, ihn in bekannter Opdenhövel-Manier in seine Schranken zu weisen. Das gilt auch für Elton, der ohnhehin in jeder Sendung das Spiel „Blamieren oder kassieren“ moderiert und inzwischen die nötige Erfahrung und Souveränität besitzt, gleich die ganze Sendung zu übernehmen.

Stattdessen hat ProSieben umgehend Steven Gätjen als neuen Moderator bekanntgegeben.

Steven Gätjen.

Wahrscheinlich war er halt gerade da.

Das ist so, als würde Jörg Pilawa Wetten, dass…? übernehmen. Welch abwegige Vorstellung.

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Michael, 17. Mai 2011, 15:53.

Medizino Royale

RTL wagt heute das Unfassbare. Etwas, das es dort seit 16 Monaten nicht gegeben hat: Eine neue Serie starten!

Einen solchen Coup hatte dem Retrosender, der aus nostalgischen Gründen seit fünf Jahren im Wesentlichen dasselbe Abendprogramm zeigt, kaum jemand zugetraut. Schließlich handelt es sich um ein unabschätzbares Risiko: Was, wenn den Zuschauern die Serie nicht gefällt? Der ganze Sender könnte implodieren! Und unnötig ist es obendrein, denn man hätte doch genauso gut die bisherigen Serien noch fünfhundert weitere Male zeigen können.

Royal Pains handelt von einem ambitionierten Krankenhausarzt (Mark Feuerstein), der gefeuert wird, weil er sich weigerte, dem reichen Sponsor der Klinik eine Sonderbehandlung zukommen zu lassen. Ausgerechnet er findet sich daraufhin in der Nobelgegend Hamptons wieder, wo es seine Aufgabe wird, als Exklusivarzt die medizinischen Probleme der Reichen zu beheben.

Die Serie startet heute um 22.15 Uhr im Anschluss an das, was früher mal ein verlässlich erfolgreiches Vorprogramm war, bevor RTL anfing, Woche für Woche neu auszulosen, ob nun eine neue oder eine alte Folge von Dr. House gezeigt würde. Woran der Sender Royal Pains aber messen wird, ist der Schmunzelkrimi Monk, mit dessen 125 Folgen RTL bis Ende 2010 etwa 300 Wochen gefüllt hatte.

In der Pilotfolge bedeutet das für Royal Pains schon mal eine haushohe Niederlage. Immerhin steigert sie im Lauf ihrer 65 Minuten bis hin zu extrem durchschnittlich, aber der Schmunzelfaktor fehlt völlig. Die Serie ist in etwa so brüllkomisch wie ein Raffaello-Werbespot, die medizinischen Fälle sind bisher auch nicht sonderlich originell, und die Dynamik zwischen der bodenständigen Hauptfigur und seinem quirligen Bruder wirkt sehr gewollt. Die Serie müsste sich ab nächster Woche schon gewaltig steigern, um mich weiter interessieren zu können.

Sollte die Serie dennoch ein Erfolg werden und zumindest Quoten des bisherigen und Monk-Ersatzes Psych übertreffen, ist anzunehmen, dass RTL in die Vollen geht und innerhalb der nächsten fünf Jahre noch bis zu zwei weitere neue Serien zeigt.

Michael, 17. Mai 2011, 10:28.

Royal Pains

Ab 17. Mai 2011 (RTL). US-Arztserie von Andrew Lenchewski und John P. Rogers (“Royal Pains”; seit 2009).

Der hervorragende New Yorker Arzt Hank Lawson (Mark Feuerstein) wird von seinem bisherigen Krankenhaus gefeuert und von seiner Verlobten verlassen. Sein aufdringlicher Bruder Evan (Paulo Costanzo) überredet ihn zu einem Ausflug in die Nobelgegend Hamptons, wo Hank zufällig in mehrere medizinische Notfälle verwickelt wird und sich plötzlich als Exklusivarzt der reichen Schickimickis wiederfindet. Hank übernimmt diese Aufgabe nur widerwillig, Evan, der sich als sein Finanzchef geriert, dagegen voller Enthusiasmus. Die Leiterin der örtlichen Klinik, Jill Casey (Jill Flint), ist froh, dass Hank ihr die lästigen Snobs vom Leib hält und findet auch darüber hinaus Gefallen an Hank. Divya Katdare (Reshma Shetty) ist Hanks Medizinisch-Technische Assistentin.

Die einstündigen Folgen laufen dienstags um 22.15 Uhr.

Won By Two Strangers

„Am Ende hat Stefan Raab doch meistens Recht.“

Ich, nachdem ich ausführlich dargelegt hatte, warum ich es für einen Fehler hielt, Lena noch einmal zum Eurovision Song Contest antreten zu lassen.

Nach wie vor glaube ich, dass die Suche nach einem neuen Künstler im Vorfeld des Eurovision Song Contest deutlich interessanter gewesen wäre als das diesjährige Prozedere, und dass dann nach der Rekordquote vom Vorjahr sogar noch ein bisschen Luft nach oben gewesen wäre, einfach weil es sich um einen Wettbewerb im eigenen Land handelte. Aber hey, was weiß ich schon? Ich habe auch geglaubt, Island würde gewinnen.

Am Ende hatte also Stefan Raab doch wieder Recht, weil nach dem ESC alle zufrieden sein können.

  • Lenas Fans können mit dem Platz unter den Top 10 zufrieden sein. Platz 10 ist ordentlich, kein Gesichtsverlust, und im vergangenen Jahr wäre Platz 10 nach den Katastrophen der Vorjahre schon als Erfolg gefeiert worden.
  • Die Lena-Hasser können zufrieden sein, weil der Lena-Hype jetzt trotzdem vorbei sein wird, und weil sie ja immer gesagt haben, Lena würde nicht noch einmal gewinnen.
  • Stefan Raab kann zufrieden sein, weil er sich vor 100 Millionen Zuschauern bei einem Wettbewerb austoben konnte, der ihm seit Jahren am Herzen liegt, und weil sich kaum noch jemand an Ralph Siegel erinnert.
  • Gegner des Fremdschämens können zufrieden sein, weil das deutsche Moderatorentrio keinen Anlass dazu lieferte, nachdem man viele Jahre davor Angst gehabt hatte, falls der ESC mal nach Deutschland kommen sollte.
  • Der NDR kann zufrieden sein, weil Raab und Brainpool ihm die Kreativarbeit abnahmen, was in Vorgenanntem resultierte.
  • Die ARD kann zufrieden sein, weil mit 13,83 Millionen Zuschauern zwar die Zahl vom Vorjahr verfehlt wurde, aber nur um etwa 800.000 Zuschauer. Die gestrige Quote war insgesamt die zweithöchste eines Eurovision Song Contests; sie lag 20.000 Zuschauer über dem 1982er Sieg von Nicole.
  • Die britischen Ex-Stars von Blue können zufrieden sein, weil sie jetzt wieder in die Bedeutungslosigkeit zurückkehren können, in die sie gehören.
  • Die Ozonschicht kann zufrieden sein, weil die Weltkarriere der irischen Zwillinge Jedward ausgebremst wurde.
  • Aserbaidschan kann zufrieden sein, weil mit dem Televoting beim ESC eine Art Demokratie ins Land kommt. Und wer ist nicht zu beneiden, der eine Großveranstaltung von 1 Uhr bis 4.30 Uhr morgens ausrichten muss?
  • Frank Elstner kann zufrieden sein, weil er vielleicht nie wieder eine arrogante Zicke ohne Manieren interviewen muss, die ihm permanent unter die Nase reibt, dass er nicht die geringste Ahnung von dem hat, was er moderiert.
  • Und die Zuschauer können zufrieden sein, denn wenn man die Musik mal außen vor lässt, war auch dieser Eurovision Song Contest eine sehr unterhaltsame Veranstaltung.
Michael, 15. Mai 2011, 12:23.

Einer und zwei halbe Männer

Ashton Kutcher wird offenbar der neue Hauptdarsteller in Two And A Half Men und damit Nachfolger von Charlie Sheen. Mehrere Quellen berichten das. Kutcher würde natürlich nicht die Charlie-Harper-Rolle weiterspielen, sondern eine neue bekommen. Eingeführt werde er auf eine Weise, die die Fans sehr zufriedenstellen werde, ist Produzent Chuck Lorre schon mal zufrieden.

Eine offiziell formulierte Bestätigung gibt es noch nicht, aber Ashton Kutcher fragte vor ein paar Stunden auf seinem Twitter-Account: „Was ist die Wurzel aus 6,25?“

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Michael, 13. Mai 2011, 09:02.

Ärztlicher Kunstfehler

Deutsche und amerikanische Medien berichten seit gestern über die Zukunft der Serie Dr. House. Merkwürdigerweise berichten die Einen ungefähr das Gegenteil der Anderen.

Viele deutsche Medien verkünden das Ende der Serie: Nach dem Ende der Staffel im Sommer wolle Hugh Laurie aussteigen, steht dann da, manchmal immerhin mit einem „angeblich“ oder einem Fragezeichen. „Bild“, „Welt“, dpa, „BZ“, n-tv etc. berufen sich dabei allesamt auf den britischen Daily Mirror, der sich wiederum auf ein Interview Hugh Lauries mit der britischen Programmzeitschrift „Radio Times“ beruft.

Amerikanische Medien berichten stattdessen:
„ ‚House‘ kehrt zu Fox zurück“ (Variety).
„Eine weitere Staffel von ‚House‘ bei Fox“ (New York Times).
„ ‚House‘ für achte Staffel verlängert“ (CNN).
„ ‚House‘ bestätigt für achte Staffel“ (Entertainment Weekly).

Also was nun?

Es geht natürlich erst mal weiter. Zwar hatte es bis gestern keine Einigung darüber gegeben, welche Summe der ausstrahlende Sender Fox zukünftig pro Folge an das Produktionsstudio NBC Universal zahlen würde, und auch mehrere Schauspieler hatten keine Verträge mehr für die nächste Staffel (das betraf allerdings nicht Hugh Laurie). Dennoch bestand nie ein ernster Zweifel, dass die Serie auch über diesen Sommer hinaus fortgesetzt würde, weil die Firma NBC Universal, falls sie sich nicht mit Fox geeinigt hätte, das Recht gehabt hätte, weitere Staffeln der Serie für einen anderen Sender zu produzieren, zum Beispiel das hauseigene NBC. Gestern kam man nun doch zu einer Einigung, und mittlerweile wurden auch die Verträge mit den Schauspielern verlängert. Hugh Lauries Vertrag lief ohnehin schon bis zum Ende der achten Staffel (Bill Carter von der New York Times sagt sogar bis zum Ende der neunten).

Diese achte Staffel ist es auch, die in mehreren Meldungen deutscher Medien auftaucht, angeblich im Sommer endet und mit ihr die Serie. Das ist aber Quatsch. Die Dreharbeiten für diese achte Staffel beginnen erst im Sommer, gesendet wird ab Herbst bis zum kommenden Frühjahr in den USA, und RTL, das gerade erst mit der siebten Staffel begonnen hat, wird wahrscheinlich einen Weg finden, das Ende der achten Staffel durch eingeschobene Pausen und Wiederholungen bis Sommer 2015 hinauszuzögern.

Das Hugh-Laurie-Zitat aus der „Radio Times“, auf dem die Falschmeldungen basieren, ist dieses: „The end of that season, right now looks like the end of the show. Well, that’s as far as they’ve got me for.“ Das Ende der achten Staffel sehe im Moment wie das Ende der Serie aus, so Laurie. Im Moment. Ein Jahr vorher. Und der letzte Satz bedeutet nicht mehr, als dass er so lange unter Vertrag steht.

Dass Verträge mit Schauspielern immer nur über einen bestimmten Zeitraum gemacht werden, ist normal. Und es ist nicht das erste Mal, dass Lauries Vertrag für die Rolle als Dr. House ausläuft. Bisher wurde immer verlängert. Trotzdem wäre ein Ende nach der achten Staffel keine Überraschung. Die Quoten sind auch in den USA rückläufig, und währenddessen werden Serien im Alter normalerweise eher teurer als billiger und rechnen sich damit irgendwann nicht mehr. Nach acht Staffeln kann man eine langjährige Erfolgsserie würdig beenden.

Das steht aber noch nicht fest. Und das vielfach vermeldete Ende in diesem Sommer ist ohnehin Blödsinn.

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Michael, 11. Mai 2011, 12:33.

ESC: Das erste Halbfazit

21.00 Uhr: Ungewohnte Eröffnung: Die Eurovisionshymne zu Beginn einer ProSieben-Sendung.

21.03 Uhr: Die Gags von Stefan Raab zünden auf Englisch genauso gut wie auf Deutsch.

21.11 Uhr: Die norwegische Sängerin kann genauso gut Englisch wie Raab.

21.20 Uhr: Steven Gätjen, der sich heute den deutschen Kommentar mit Peter Urban teilt, findet es in der Kommentatorenkabine zu heiß, denkt aber leider nicht daran, sie zu verlassen.

21.27 Uhr: Als fünfter Teilnehmer ist die Türkei der erste, der Männer ins Rennen schickt und bei dem Gitarren ertönen. Aha, das ist also doch erlaubt. Dazu ein neues Instrument: Luftkeyboard.

21.30 Uhr: Stefan Raab setzt zu einer Moderation an, aber nach nur einer Silbe knallt ProSieben Werbung rein. Gängiges Vorgehen beim Eurovision Song Contest, bei dem Moderationen nur gemacht werden, um die Zeit für die Länder zu überbrücken, in denen keine Werbung gezeigt wird. Länder wie die ARD. Aber vielleicht auch ein schöne Idee für Sendungen mit Johannes B. Kerner.

21.39 Uhr: Die Auswahl des Titels aus der Schweiz scheint durch Lenas Sieg vom Vorjahr beeinflusst worden zu  sein. Ist aber bis jetzt der beste.

21.41 Uhr: Steven Gätjen kann Vergleiche mit Lena nicht nachvollziehen. Entweder hat er hier mitgelesen oder steht mit dieser Ansicht allein da.

21.47 Uhr: Anke Engelke hatte sich zu Beginn der Sendung mit „German Comedienne“ vorgestellt, obwohl jeder im Ausland weiß: „There’s no such thing“. Aber sie zeigt, dass nicht nur sicher in englischer Moderation ist, sondern auch lustig.

21.53 Uhr: Stille. „Die Kommentatorenleitung aus Düsseldorf ist unterbrochen. Wir bitten um etwas Geduld.“ Klar, kann schon mal passieren, wenn der Eurovision Song Contest erstmals von so weit her übertragen wird.

21.56 Uhr: Peter Urban kommentiert jetzt per Telefon. Ich fühle mich an Fußballübertragungen in den frühen 80er-Jahren erinnert. Kam damals nicht auch schon mal ein Grand Prix aus Deutschland?

22.07 Uhr: Island mit der rührendsten Geschichte des Abends: Der eigentliche Sänger des Liedes ist im Januar gestorben, und Freunde treten nun für ihn an. Das Lied ist auch noch schön: Erfreulich harmlos und an sich unauffällig, nach ESC-Kriterien damit schon wieder auffällig. Ich zähle den Song zu den großen Favoriten und verweise gleichzeitig darauf, dass ich bei Grand-Prix-Wetten noch nie auch nur annähernd richtig gelegen habe.

22.17 Uhr: Eilmeldung aus Portugal: Gebrüder Blattschuss fusionieren mit Village People.

22.19 Uhr: Gätjen und Urban immer noch altmodisch über Telefon. Ich erwäge, diese Zusammenfassung nicht im Internet zu veröffentlichen, sondern per Bänkelsänger auf dem Dorfplatz verkünden zu lassen.

22.32 Uhr: So, alle 19 für heute durch. Eine Männerquote scheint’s nicht zu geben.

22.35 Uhr: Der Schnelldurchlauf macht die Lieder nicht besser, nur kürzer. Das ist bei den meisten aber besser.

22.38 Uhr: Habe gerade aus Langeweile die kompletten Regeln des ESC durchgelesen. Interessant: „Es dürfen während des Vortrags höchstens sechs Personen auf der Bühne stehen.“ Dann könnte nächstes Jahr also die komplette FDP auftreten.

22.53 Uhr: Ausdauertrommler überbrücken die Pause bis zum Voting-Ergebnis. Ich warte auf eine Unterbrechung durch Duracell-Werbung. Zeit für mich, die Halle, das Bühnenbild und die schönen Filmeinspielungen zwischen den Songs zu würdigen. Fein und beeindruckend.

23.00 Uhr: Jetzt sollte eigentlich Schluss ein. Kommt noch eine Punktevergabe?

23.02 Uhr: Keine Punktevergabe. Langweilig. Nur zehn „Umschläge“ mit den Namen der Finalteilnehmerländer. Das ist ja wie bei Unsere Lena für Lena. War das im Halbfinale schon immer so? In den vergangenen Jahren habe ich mich immer den Bemühungen der ARD gebeugt, die Halbfinales möglichst publikumslos verstreichen zu lassen.

23.10 Uhr: Island ist immerhin noch im Finale dabei. Die Türkei ist draußen. Dann müssen wir uns am Samstag also ein neues Land suchen, dem wir 12 Punkte geben können. Die Verkündung live von der Reeperbahn übernimmt dann Ina Müller. Endlich wird also mal jemand im Fernsehen genauso knülle sein wie die Personen davor.

Von meiner Seite gibt’s übrigens keine Live-Begleitung am Samstag. Man darf so ein vernachlässigtes Blog ja auch nicht gleich wieder überfordern.

Michael, 10. Mai 2011, 22:25.


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